Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 15.01.1990 - 1 S 3625/88 |
Volltextveröffentlichungen
Kurzfassungen/Presse (4)
- VD-BW Rechts- und Vorschriftendienst (Leitsatz)
Verwaltungsakt; Nichtigkeit; Bestimmtheit; Bestimmbarkeit; Zustandsstörer; Verhaltensstörer; Abschleppen; Abschleppkosten; Ersatzvornahme; Anwohnerparkplatz; Parkverbot; Fußgängerbereich; Verkehrszeichen; Wegfahrgebot; öffentliche Sicherheit; Gefahr; Verhältnismäßigkeit; Fahrzeughalter; Verwahrungskosten
- RA Kotz (Leitsatz)
Abschleppen beim Parken auf Anwohnerparkplatz
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
- rechtsportal.de (Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Karlsruhe, 19.05.1988 - 3 K 56/88
- VGH Baden-Württemberg, 15.01.1990 - 1 S 3625/88
Zeitschriftenfundstellen
- ESVGH 40, 193
- NJW 1990, 2270
- NJW 1990, 2279
- NJW-RR 1990, 1369
- NZV 1990, 488 (Ls.)
- DÖV 1990, 485
- NVwZ 1990, 1096 (Ls.)
Wird zitiert von ... (11)
- OVG Schleswig-Holstein, 28.02.2000 - 4 L 135/99 Bei dem Halteverbotsschild handelt es sich um einen Verwaltungsakt, der durch öffentliche Bekanntgabe gemäß §§ 45 Abs. 3, 41 Abs. 1 StVP i.V.m. § 110 Abs. 3 Satz 1 LVwG wirksam wird (…vgl. auch VGH Mannheim, Urt. v. 17.09.1990, NJW 1991, 1698; VGH Mannheim, Urt. v. 15.01.1990, NJW 1990, 2270).
Das Halteverbotsschild nach Nr. 286 beinhaltet nämlich nicht nur eine Verbotsverfügung, länger als drei Minuten auf dem Standort zu halten, sondern für den Fall, daß diesem Verbot zuwider gehandelt wird, auch ein Wegfahrgebot (…BVerwG, Urt. v. 26.01.1988, NVwZ 1988, 623 (624( - Parkuhr; BVerwG, Beschl. v. 07.11.1977, NJW 1978, 656 (657( - eingeschränktes Halteverbot; VGH Mannheim, Urt. v. 15.01.1990, NJW 1990, 2270 (2271( - eingeschränktes Halteverbot).
Es wird den unaufschiebbaren Anordnungen von Polizeivollzugsbeamten gemäß § 80 Abs. 2 Nr. 2 VwGO gleichgesetzt, mit der Folge, daß ein Widerspruch dagegen keine aufschiebende Wirkung entfaltet (BVerwG, Beschl. v. 26.01.1988, NVwZ 1988, 623;BVerwG, Beschl. v. 07.01.1977, NJW 1978, 656; VGH Mannheim, Urt. v. 15.01.1990, NJW 1990, 2270 (2271().
Es genügt daher, daß das Verhalten eines Betroffenen konkret geeignet ist, zu Behinderungen der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs, zu denen auch der ruhende Verkehr gehört, zu führen (vgl. dazu BVerwG, Urt. v. 14.05.1992, NJW 1993, 870 (871(; VGH Mannheim, Urt. v. 15.01.1990, NJW 1990, 2270).
- VGH Baden-Württemberg, 30.01.1995 - 1 S 3083/94
Abschleppen eines Kfz von Anwohnerparkplatz - Verhältnismäßigkeit
Der Senat hält an seiner Rechtsprechung (VGH Bad-Württ, Urt v 15.1.1990 - 1 S 3625/88 -, NJW 1990, 2270) fest, daß ein verbotswidrig auf einem Anwohnerparkplatz abgestelltes Fahrzeug auf Kosten des Verantwortlichen auch dann ohne Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit abgeschleppt werden darf, wenn ein Berechtigter nicht konkret am Parken gehindert wird.Das Verkehrszeichen Nr. 286 mit Zusatzschild begründet als Verkehrsregelung (§ 45 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 4 Halbs. 1 StVO) für den nicht Berechtigten nicht nur ein Parkverbot, sondern zugleich das Gebot, das unerlaubt parkende Fahrzeug wegzufahren (vgl. BVerwG, Beschl. v. 26.1.1988, NVwZ 1988, 623; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.1.1990 - 1 S 3625/88-, NJW 1990, 2270 mit umfangreichen Nachweisen).
Zur Beseitigung der bereits eingetretenen Störung war ein unverzügliches Einschreiten erforderlich (vgl. § 21 LVwVG, vgl. hierzu und zum Vorstehenden VGH Bad. -Württ., Urt. v. 15.1.1990, a.a.O.).
Daher ist ausreichend, daß das Verhalten eines Betroffenen geeignet ist, zu Behinderungen der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs, einschließlich des ruhenden Verkehrs, zu führen (vgl. dazu nochmals VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.1.1990, a.a.O.).
- VGH Baden-Württemberg, 28.08.2006 - 5 S 2497/05
Abgeschleppter und in Verwahrung genommener PKW; Aufwendungsersatz; …
Dies entspricht wohl allgemeiner Auffassung in der obergerichtlichen Rechtsprechung (…vgl., allerdings jeweils zu einem Abschleppen auf polizeirechtlicher Grundlage, Hess. VGH, Urt. v. 27.11.1990 - 11 UE 2350/90 - DÖV 1991, 699; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.01.1990 - 1 S 3625/88 - ESVGH 40, 193 = NJW 1990, 2270), die sich auch in den erwähnten ausdrücklichen Regelungen über Verwahrungsgebühren des Polizeivollzugsdienstes niedergeschlagen hat.Der Senat folgt insoweit nicht der einschlägigen obergerichtlichen Rechtsprechung (…Hess. VGH, Urt. v. 27.11.1990 - 11 UE 2350/90 - a.a.O.; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.01.1990 - 1 S 3625/88 - a.a.O.;… vgl. schon VGH Bad.-Württ., Urt. v. 22.08.1977 - I 2555/76 - BWVPr 1978, 150).
Soweit die obergerichtliche Rechtsprechung den Erlass eines Leistungsbescheids sogar für einen allein auf § 689 BGB in entsprechender Anwendung gestützten Anspruch auf Verwahrungskosten zulässt (…ausdrücklich: Hess. VGH, Urt. v. 27.11.1990 - 11 UE 2350/90 - a.a.O.;… stillschweigend: VGH Bad.-Württ., Urt. v. 22.08.1977 - I 2555/76 - BWVPr 1978, 150; Urt. v. 15.01.1990 - 1 S 3625/88 - a.a.O.), folgt dem der Senat nicht.
- OVG Schleswig-Holstein, 19.03.2002 - 4 L 118/01
Parksünder dürfen von Behindertenplatz sofort abgeschleppt werden
Bei dem Verkehrszeichen 314 i.V.m. mit dem Zusatzzeichen 1044-10 der StVO, das ausschließlich Schwerbehinderten mit außergewöhnlicher Gehbehinderung und Blinden das Parken an den entsprechend gekennzeichneten Stellen erlaubt, handelt es sich um einen Verwaltungsakt, der durch öffentliche Bekanntgabe gemäß §§ 45 Abs. 3, 41 Abs. 1 StVO i.V.m. § 110 Abs. 3 Satz 1 LVwG wirksam wird (vgl. Senat, Urteil vom 28.02.2000 - 4 L 135/99 -, NordÖR 2000, 458, 459; VGH Mannheim, Urteil vom 17.09.1990, NJW 1991, 1698; VGH Mannheim, Urteil vom 15.01.1990, NJW 1990, 2270).Das genannte Verkehrszeichen beinhaltet nämlich nicht nur eine Verbotsverfügung für Nichtschwerbehinderte, auf dem betreffendem Standort zu parken, sondern für den Fall, dass diesem Verbot zuwider gehandelt wird, auch ein Wegfahrgebot (vgl. BVerwG, Urteil vom 26.01.1988, NVwZ 1988, 623, 624 -Parkuhr; BVerwG, Beschluss vom 07.11.1977, NJW 1978, 656, 657 - eingeschränktes Halteverbot; VGH Mannheim, Urteil vom 15.01.1990 aaO - eingeschränktes Halteverbot; Senat…, Urteil vom 28.02.2000 aaO - eingeschränktes Halteverbot; Hess. VGH, Urteil vom 11.11.1997 - 11 UE 3450/96 -, NVwZ-RR 99, 23 ff. - Parkscheinautomat).
Es wird den unaufschiebbaren Anordnungen von Polizeivollzugsbeamten gemäß § 80 Abs. 2 Nr. 2 VwGO gleichgesetzt mit der Folge, dass ein Widerspruch dagegen keine aufschiebende Wirkung entfaltet (…vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 07.11.1977 und 26.01.1988 aaO; VGH Mannheim, Urteil vom 15.01.1990 aaO; Senat…, Urteil vom 28.02.2000 aaO).
- VGH Baden-Württemberg, 13.06.1995 - 1 S 631/95
Abschleppen eines verbotswidrig auf einem Anwohnerparkplatz abgestellten Kfz - …
Das Verkehrszeichen Nr. 314 mit dem wiedergegebenen Zusatzschild begründet als Verkehrsregelung (§ 45 Abs. 1 S. 1 und Abs. 4 Hs. 1 StVO) für den Nichtberechtigten nicht nur ein Parkverbot, sondern zugleich das Gebot, das unerlaubt parkende Fahrzeug wegzufahren (vgl. BVerwG, Beschluß vom 7.11.1977 - VII B 135.77 -, Buchholz 442.151, § 41 StVO Nr. 2; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15.1.1990 - 1 S 3625/88 -, NJW 1990, 2270).Die Ermächtigung zum Einschreiten setzt grundsätzlich keine weitergehende Gefahr für die Sicherheit und Leichtigkeit des Straßenverkehrs voraus (Urteil des Senats vom 15.1.1990 - 1 S 3625/88 -, NJW 1990, 2270; Hess. VGH, Urteil vom 30.5.1994 - 11 UE 1684/92 -, NVwZ-RR 1995, 29).
- VGH Baden-Württemberg, 15.01.1990 - 1 S 3673/88
Bestimmtheit eines Polizeikostenbescheides - Bezeichnung des Adressaten; …
Ein Polizeikostenbescheid, der wahlweise an den Fahrer oder Halter eines mit amtlichem Kennzeichen bezeichneten Kraftfahrzeugs gerichtet ist, ist nicht deshalb nichtig, weil Name und Adresse des Betroffenen nicht angegeben sind (wie Urteil des Senats vom 15.01.1990 - 1 S 3625/88 -).Ein solcher Bescheid ist in bezug auf den Adressaten hinreichend bestimmt, wenn bei seiner Bekanntgabe objektiv feststeht, an wen er sich richtet (wie Urteil des Senats vom 15.01.1990 - 1 S 3625/88 -).
- VGH Baden-Württemberg, 07.02.2003 - 1 S 1248/02
Verhältnismäßigkeit von Abschleppmaßnahmen trotz hinterlassener Handynummer
Das Verhalten des Betroffenen, hier des Klägers, muss lediglich geeignet sein, zu Behinderungen der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs zu führen (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 30.1.1995 - 1 S 3083/94 - Urteil vom 15.1.1990 - 1 S 3625/88 -, NJW 1990, S. 2270; vgl. hierzu auch BVerwG, Beschluss vom 1.12.2000, Juris). - VGH Baden-Württemberg, 15.01.1990 - 1 S 3664/88
Bestimmtheit eines Polizeikostenbescheides - Bezeichnung des Adressaten; …
Ein Polizeikostenbescheid, der wahlweise an den Fahrer oder Halter eines mit amtlichem Kennzeichen bezeichneten Kraftfahrzeugs gerichtet ist, ist nicht deshalb nichtig, weil Name und Adresse des Betroffenen nicht angegeben sind (wie Urteil des Senats vom 15.01.1990 - 1 S 3625/88 -).Ein solcher Bescheid ist in bezug auf den Adressaten hinreichend bestimmt, wenn bei seiner Bekanntgabe objektiv feststeht, an wen er sich richtet (wie Urteil des Senats vom 15.01.1990 - 1 S 3625/88 -).
- VG Aachen, 16.02.2005 - 6 K 2019/99
Zu den Grundsätzen der Störerbestimmung und -auswahl
vgl. Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 25. Februar 1994 - 25. Februar 1994 - 8 C 2.92 - , Deutsches Verwaltungsblatt (DVBl.) 1994, 810; OVG NRW, Urteil vom 20. Juni 1991 - 2 A 1236/89 - , NJW-RR 1992, 458; Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg, Urteil vom 15. Januar 1990 - 1 T 3625/88 - , NJW 1990, 2270; P. Stelkens/U. Stelkens, in: Stelkens/Bonk/Sachs, VwVfG, 6. Auflage 2001, § 37 Rn. 18. - OVG Nordrhein-Westfalen, 03.08.2011 - 13 B 733/11
Zweifel an der Bestimmtheit einer Ordungsverfügung wegen fehlender Abfassung in …
vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15. Januar 1990 - 1 S 3625/88 -, NJW 1990, 2270; Stelkens/Bonk/ Sachs, a. a. O., § 37 Rdnr. 11. - VG Karlsruhe, 25.02.2002 - 6 K 3615/00
Zumutbare Benachrichtigung eines Falschparkers über angegebene Mobiltelefonnummer
