Rechtsprechung
| BGH, 13.03.2008 - VII ZR 194/06 |
Volltextveröffentlichungen (8)
mehr- IWW
- NWB SteuerXpert START
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Rechtstellung des Auftragnehmers bei Erteilung eines Bauauftrages aufgrund funktionaler Ausschreibung; Anspruch des Auftragnehmers auf Mehrvergütung für Mehrleistungen
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Bauvertrag - Funktionale Leistungsbeschreibung und Nachträge
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Kurzfassungen/Presse (5)
- IWW (Kurzinformation)
Funktionale Ausschreibung: Vorgaben sind für ausf. Unternehmen verbindlich
- IWW (Kurzinformation)
BGH spricht Klartext - Funktionale Ausschreibung: Vorgaben in Planungsunterlagen sind verbindlich
- finanztip.de (Kurzinformation)
Verzicht durch Risikoübernahme
- wgk.eu (Kurzinformation)
Bauvertraglicher Leistungsumfang und Mehrvergütungsanspruch
- rechtsanwaltdrach.de (Kurzinformation und Leitsatz)
Bistro-Entscheidung
Besprechungen u.ä. (6)
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)
Besondere Risikoübernahmen haben Verzichtscharakter! (IBR 2008, 312)
- ibr-online (Entscheidungsbesprechung)
Funktionale Leistungsbeschreibung auf Basis einer Bauwerksplanung (IBR 2008, 311)
- ibr-online (Entscheidungsbesprechung)
Vertragsstrafe: Obergrenze von 10% noch in Altfällen wirksam! (IBR 2008, 376)
- ibr-online (Entscheidungsbesprechung)
Was bedeuten Komplettheitsklauseln? (IBR 2008, 372)
- wrd.de
, S. 2 (Entscheidungsbesprechung)
Funktionales Angebot
- schluender.info (Entscheidungsbesprechung)
Funktionalpositionen und die Grenzen der Pauschale
Sonstiges (4)
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Vertragsstrafe: Obergrenze von 10% noch in Altfällen wirksam!" von RA Dr. Alfons Schulze-Hagen, FABauR, original erschienen in: IBR 2008, 376.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Was bedeuten Komplettheitsklauseln?" von RA Dr. Alfons Schulze-Hagen, FA BauR/ArchR, original erschienen in: IBR 2008, 372.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 13.03.2008, Az.: VII ZR 194/06 (Auslegung einer funktionalen Ausschreibung für technische Anlagen)" von RA Prof. Dr. Ralf Leinemann, original erschienen in: BauR 2008, 1131 - 1139.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Risikoverlagerung bei funktionaler Leistungsbeschreibung" von RA Dr. Stefan Weise, original erschienen in: NJW Spezial 2008, 332 - 333.
Verfahrensgang
- LG Frankfurt/Oder, 29.06.2004 - 31 O 57/03
- OLG Brandenburg, 13.07.2006 - 12 U 111/04
- OLG Brandenburg, 07.09.2006 - 12 U 111/04
- BGH, 13.03.2008 - VII ZR 194/06
- OLG Brandenburg, 23.04.2009 - 12 U 111/04
Zeitschriftenfundstellen
- BGHZ 176, 23
- NJW 2008, 2106
- MDR 2008, 739
- NZBau 2008, 437
- VersR 2009, 410
- BauR 2008, 1131
- IBR 2008, 311
- IBR 2008, 312
- IBR 2008, 372
- IBR 2008, 376
- ZfBR 2008, 464
- ZfBR 2008, 465
Wird zitiert von ... (25)
- BGH, 20.08.2009 - VII ZR 205/07
Bauvertrag - Bis wann können Abschlagszahlungen geltend gemacht werden?
Ein Unternehmer ist zwar nicht gehindert, mit dem Bauvertrag ihm unbekannte Risiken zu übernehmen (vgl. BGH, Urteil vom 13. März 2008 - VII ZR 194/06, BGHZ 176, 23, 29; Kuffer, NZBau 2006, 1, 6).Jedoch sind an eine Risikoübernahme, die unbekannte Bodenverhältnisse betrifft, jedenfalls dann strenge Anforderungen zu stellen, wenn sie die Baukosten erheblich beeinflussen können (vgl. BGH, Urteil vom 13. März 2008 - VII ZR 194/06, aaO).
- BGH, 15.12.2009 - XI ZR 107/08
Bauvertrag - Spätere Auftragserweiterungen von Bürgschaft umfasst?
Ohne eine solche Vereinbarung kann ein verständiger Auftraggeber jedoch regelmäßig nicht davon ausgehen, der Auftragnehmer sei mit einseitigen Änderungen des Auftragsumfangs ohne Preisanpassungsanspruch einverstanden, da damit der Auftragnehmer von ihm in keiner Weise beherrschbare Risiken übernehmen würde (BGHZ 176, 23, Tz. 34 f.).Etwas anderes kann - ebenso wie bei einem Auftragnehmer (vgl. BGHZ 176, 23, Tz. 34) - nur unter strengen Voraussetzungen angenommen werden.
- OLG Koblenz, 31.03.2010 - 1 U 415/08
Bauvertrag - Globalpauschalpreis und Nachtragsvergütung
weiterer Absprachen festgestellt werden, wobei nach ständiger Rechtsprechung der Bauvertrag als sinnvolles Ganzes unter Berücksichtigung aller Vertragsunterlagen nach den §§ 133, 157 BGB auszulegen ist (BGH, NJW 2008, 2106; BGH, BauR 2003, 338; BGH, BauR 1984, 395; OLG Koblenz, NJW 2007, 2925).Neben etwaigen besonderen Vertragsbedingungen, zusätzlichen Vertragsbedingungen und zusätzlichen technischen Vertragsbedingungen kommt hier der Leistungsbeschreibung (Leistungsverzeichnis, Pläne usw.) eine entscheidende Bedeutung zu (BGH, NJW 2008, 2106;… Werner/ Pastor, a.a.O., Rdnr. 1188) - wobei diese - entgegen der Auffassung des beklagten Landes - durchaus Gegenstand der juristischen Auslegung ist (Dr. Eschenbruch, BauR 2a/ 2010, 283, 290).
Später geforderte, über die Leistungsbeschreibung hinausgehende Zusatzleistungen beziehungsweise Leistungen in einer höheren Qualität werden dann nicht von dem vereinbarten Pauschalpreis erfasst und können vom Besteller nur gegen zusätzliche Vergütung verlangt werden (BGH, NJW 2008, 2106; BGH, BauR 1984, 395, 396; OLG Koblenz, NJW-RR 2009, 163; OLG Köln, Beschluss vom 22.04.2009, 11 U 29/09;… Werner/ Pastor, a.a.O., Rdnr. 1189; Dr. Eschenbruch, BauR 2a/ 2010, 283, 290).
Allerdings sind an derartige Vereinbarungen strenge Anforderungen zu stellen, sie bedürfen einer deutlichen Absprache zwischen den Vertragsparteien (BGH, NJW 2008, 2106; OLG Braunschweig, BauR 2010, 780;… Wener/ Pastor, a.a.O., Rdnr. 1190).
- BGH, 30.06.2011 - VII ZR 13/10
Bauvertrag - Bedeutung von Detail-Vorgaben in Global-Pauschalverträgen
So können sie etwa vereinbaren, dass einzelne Leistungen überhaupt nicht vom Auftragnehmer erbracht werden (BGH, Urteil vom 22. März 1984 - VII ZR 50/82, BGHZ 90, 344, 346), oder sie können eine Leistungsbeschreibung zum Gegenstand ihrer Vereinbarung machen, aus der sich ergibt, dass die Pauschalpreisvereinbarung bestimmte, für die Funktionalität erforderliche Leistungen nicht oder nicht vollständig erfasst (vgl. BGH, Urteil vom 13. März 2008 - VII ZR 194/06, BGHZ 176, 23, 29 ff.). - OLG Düsseldorf, 20.01.2009 - 23 U 47/08
Bauvertrag - Zum Unterschied zwischen § 2 Nr. 5 und § 2 Nr. 8 VOB/B
Die vorstehend beschriebenen und hier nicht erfüllten Anforderungen an die Darlegungslast des Auftragnehmers betreffend eine rechtsgeschäftliche Anordnung des Auftraggebers im Sinne einer verpflichtenden Vertragserklärung des Auftraggebers gemäß § 2 Nr. 5 VOB/B benachteiligen die Klägerin als Auftragnehmerin nicht unzumutbar, da ihr während des Bauablaufs ggf. die Möglichkeit offen stand, ein Leistungsverweigerungsrecht geltend zu machen (vgl. BGH, Urteil vom 13.03.2008, VII ZR 194/06, BGHZ 176, 34; BGH, Urteil vom 24.06.2004, VII ZR 271/01, BauR 2004, 1613), ihre Arbeiten bis auf weiteres einzustellen und auf eine Anordnung bzw. eine Einigung über einen geänderten Preis zu bestehen.Diese Anforderungen an die Dokumentationsobliegenheiten des Auftragnehmers sind weder unzumutbar streng noch stehen sie in Widerspruch zu dem o.a. Grundsatz, dass der Auftragnehmer den Auftraggeber nicht auf Mängel der Ausschreibung hinweisen muss, denn der Auftragnehmer hat auch die weitere Alternative, seine Arbeiten im Rahmen des ihm zustehenden Leistungsverweigerungsrechts (vgl. BGH, Urteil vom 13.03.2008, VII ZR 194/06, BGHZ 176, 34; BGH, Urteil vom 24.06.2004, VII ZR 271/01, BauR 2004, 1613) einzustellen und auf eine Einigung über einen geänderten Preis zu bestehen (siehe bereits oben).
- OLG Köln, 23.12.2009 - 11 U 173/09
Vergabe - Auslegung der Ausschreibung im Vergabeverfahren
Neben dem Wortlaut der Ausschreibung sind die Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen (BGH NJW 2002, 1954, 1955 = BauR 2002, 935 = NZBau 2002, 234; BGHZ 176, 23 = NJW 2008, 2106 = BauR 2008, 1131 unter Tz. 32).Auch dann muss er versuchen, insoweit aufkommende Zweifel vor Abgabe des Angebots auszuräumen (BGH NJW-RR 1987, 1306 = BauR 1987, 683; NJW-RR 1988, 785 = BauR 1988, 338 = MDR 1988, 666; BGHZ 176, 23, 28 f. = NJW 2008, 2106 = BauR 2008, 113 unter Tz. 37; Senat IBR 2008, 562).
- VK Mecklenburg-Vorpommern, 21.02.2012 - 1 VK 7/11
Vergabe - Leistungsbeschreibung widersprüchlich: Was muss der Bieter tun?
Neben dem Wortlaut sind bei der Auslegung die Umstände des Einzelfalls, unter anderem die konkreten Verhältnisse des Bauwerks zu berücksichtigen (BGH, Urteil vom 13.03.2008, Az.: VII ZR 194/06; Urteil vom 18.04.2002, Az.: VII ZR 38/01).Der Wortlaut ist jedoch besonders bedeutsam (vgl. BGH, Urteil vom 13.03.2008, Az.: VII ZR 194/06; Urteil vom 09.01.1997, Az.: VII ZR 259/95).
- OLG Hamm, 16.10.2008 - 17 U 1/08
Architekten & Ingenieure - Mindestsatzunterschreitung aus Freundschaft zulässig?
Wenn auch eine solche Risikoübernahme unüblich ist, sind die Parteien nicht gehindert, vertraglich zu vereinbaren, dass der Auftragnehmer auch solche Mehrleistungen ohne Anspruch auf Mehrvergütung zu erbringen hat, die dadurch entstehen, dass der Auftraggeber nach Vertragsschluss die dem Vertrag zugrunde liegende Planung ändert (BGH Urt. v. 13.03.2008, VII ZR 194/06, BauR 2008, 1131, JURIS Rdnr 34, 37 zu § 2 Nr. 5 VOB/B). - OLG Koblenz, 24.02.2011 - 2 U 777/09
Bauvertrag - Wie wird Empfängerhorizont bei einer VOB/A-Ausschreibung ermittelt?
Haben die Parteien die Geltung der VOB/B vereinbart, gehören dazu auch die Allgemeinen technischen Bestimmungen für Bauleistungen, so dass sie in die Prüfung mit einzubeziehen sind (vgl. BGH, NJW-RR 1993, 1109 ff.; BGH NJW 2004, 1954 f.; BGH NJW-RR 2004, 1248; BGH NJW 2006, 3412, 3414; BGH NJW 2008, 2106 ff.; OLG Koblenz, OLGR Koblenz 2006, 941 ff.).Der Bundesgerichtshof hat ausdrücklich klargestellt, es gebe keine Auslegungsregelung, dass ein Vertrag mit einer unklaren Leistungsbeschreibung allein deshalb zu Lasten des Auftragnehmers auszulegen sei, weil dieser die Unklarheiten vor der Abgabe seines Angebots nicht aufgeklärt habe (NJW 2008, 2106 f.).
- OLG Düsseldorf, 20.03.2009 - 23 U 82/08
Schiedswesen - Grenzen eines Schiedsgutachtens
Da das Begehren der Klägerin und damit der Streitgegenstand der Klage auf die Kosten der Entfernung des mangelhaften Werks der Beklagten (Kosten des Abbruchs des Estrichs) beschränkt ist, kann dahinstehen, ob und ggf. welche gegenseitigen Ansprüche im Falle einer fachgerechten Neuherstellung des Werks bestehen würden, insbesondere ob hier die Voraussetzungen einer sog. funktionalen Ausschreibung bzw. eines funktionalen Angebots vorliegen (vgl. BGH, Urteil vom 13.03.2008, VII UR 194/06, BGHZ 176, 23 mit Anm. Leinemann, BauR 2008, 1137 und Schulze-Hagen, IBR 2008, 311/312/372) und ob und ggf. welche Werklohnlohnansprüche insoweit (ggf. unter Berücksichtigung von § 2 Nr. 5 VOB/B, vgl. BGH…, Urteil vom 13.03.2008, a.a.O., Rn 33 mwN) bestehen und ob und ggf. welche (über die Abbruchkosten hinausgehenden) Schadensersatzansprüche der Beklagten (ggf. unter Berücksichtigung von Sowiesokosten, vgl. dazu BGH…, Urteil vom 08.11.2007, a.a.O., mwN in Rn 19) bestehen. - OLG Düsseldorf, 31.03.2009 - 23 U 127/08
- OLG Koblenz, 24.02.2011 - 2 U 177/09
Vergabe - Zur Änderung der Preisgrundlage aufgrund Änderung des Vertragsinhalts
- OLG Brandenburg, 23.04.2009 - 12 U 111/04
Bauvertrag - AG verweigert Nachtrag: AN kann Leistung verweigern!
- OLG Schleswig, 25.09.2009 - 1 U 42/08
Vergabe - Angebotsfehler und Schadensersatzansprüche übergangener Bieter
- OLG Düsseldorf, 19.07.2011 - 21 U 76/09
Bauvertrag - Ersatzvornahme: AG kann Unternehmen seines Vertrauens wählen!
- OLG Dresden, 31.08.2011 - 1 U 1682/10
Bauvertrag - Auch Verhalten nach Vertragsschluss für Auslegung relevant!
- OLG Frankfurt, 21.09.2011 - 1 U 154/10
Bauvertrag - Unberechtigte Arbeitseinstellung wegen Nachtragsstreit: Kündigung!
- OLG Düsseldorf, 30.08.2012 - 23 U 162/11
Bauvertrag - Fertigungsliste weicht von Ausschreibung ab: Änderungsanordnung?
- LAG München, 08.05.2012 - 6 Sa 957/11
Herausgabe erhaltener Schmiergelder
- OLG Hamm, 22.12.2011 - 21 U 111/10
Bauvertrag - Ausführung geänderter Leistung verweigert: Bauherr kann kündigen!
- OLG Zweibrücken, 27.01.2011 - 6 U 6/08
Bauvertrag - Höhe der Vergütung streitig: Wer muss was beweisen?
- OLG Frankfurt, 11.01.1984 - 17 U 255/82
Immobilien - Gebäudereinigung: Dienst- oder Werkvertrag?
- OLG Dresden, 09.06.2010 - 1 U 745/09
Architekten & Ingenieure - Planung muss aktuelle Entwicklungen berücksichtigen!
- LG Stuttgart, 03.06.1993 - 6 KfH O 13/93
Immobilien - Gebäudereinigung: Dienst- oder Werkvertrag?
- OLG Dresden, 20.03.2012 - 5 U 765/11
Bauvertrag - NU-Nachtrag wird an AG weitergeleitet: Anspruch dadurch anerkannt?
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