Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 26.10.2005 - 9 S 2343/04 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- Justiz Baden-Württemberg
Zur Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten eines Heilpraktikererlaubnisbewerbers bei der schriftlichen Kenntnisprüfung
- Landesrecht Baden-Württemberg
§ 1 Abs 1 HeilprG, § 1 Abs 2 HeilprG, § 2 Abs 1i HeilprGDV 1
Zur Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten eines Heilpraktikererlaubnisbewerbers bei der schriftlichen Kenntnisprüfung - VD-BW Rechts- und Vorschriftendienst(Abodienst, kostenloser Testzugang, Einzelerwerb möglich, Leitsatz frei) (Volltext und Leitsatz)
Heilpraktikererlaubnis; Kenntnisüberprüfung; Schriftliche Prüfung; Antwort-Wahl-Verfahren; Multiple-Choice-Verfahren; Absolute Bestehensgrenze
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HPG § 1 Abs. 1; HPG § 1 Abs. 2; HPG-DV § 2 Abs. 1i; Heilpraktikerrichtlinie 1997 Nr. 4.4.2
Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Sonstiges Gesundheitsrecht: Heilpraktikererlaubnis, Kenntnisüberprüfung, Schriftliche Prüfung, Antwort-Wahl-Verfahren, Multiple-Choice-Verfahren, Absolute Bestehensgrenze - Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Heilpraktikererlaubnis, Kenntnisüberprüfung, Schriftliche Prüfung, Antwort-Wahl-Verfahren, Multiple-Choice-Verfahren, Absolute Bestehensgrenze
Verfahrensgang
- VG Stuttgart, 17.04.2003 - 4 K 4954/02
- VGH Baden-Württemberg, 25.10.2005 - 9 S 2343/04
- VGH Baden-Württemberg, 26.10.2005 - 9 S 2343/04
- BVerwG, 20.06.2006 - 3 PKH 13.06
- BVerwG, 31.07.2006 - 3 PKH 18.06
Zeitschriftenfundstellen
- ESVGH 56, 96
- VBlBW 2006, 146
- DVBl 2006, 268 (Ls.)
Wird zitiert von ... (10)
- OVG Nordrhein-Westfalen, 20.11.2007 - 13 A 3786/05
HPG § 1 Abs. 1; HPG § 1 Abs. 2; HPG § 2 Abs. 1; HPG § 7; 1. DVO-HPG § 2 Abs. 1; …
BVerfG, Beschlüsse vom 10.5.1988 - 1 BvR 111/77 -, BVerfGE 78, 155, und vom 3.6.2004 - 2 BvR 1802/02 -, NJW 2004, 2890; BVerwG, Urteile vom 24.1.1957 - 1 C 194.54 -, BVerwGE 4, 250, vom 21.1.1993 - 3 C 34.90 -, BVerwGE 91, 356 = NJW 1993, 2395, vom 11.11.1993 - 3 C 45.91 -, NJW 1994, 3024, und vom 21.12.1995 - 3 C 24.94 -, DÖV 1996, 963; VGH Bad.-Württ., Urteile vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, VBlBW 2006, 146 = juris, und vom 17.2.2005 - 9 S 216/04 -, NVwZ-RR 2005, 725; OVG NRW, Beschluss vom 8.1.2007 - 13 A 1741/04 -, Urteile vom 8.12.1997 - 13 A 4973/94 -, MedR 1998, 571, und vom 2.12.1998 - 13 A 5322/96 -, DVBl. 1999, 1057.BVerfG, Beschluss vom 10.5.1988 - 1 BvR 482/84 -, BVerfGE 78, 179; Bay. VGH, Urteil vom 28.11.2006 - 21 B 04.3400 -, juris; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, a. a. O.; OVG NRW, Urteil vom 2.12.1998 - 13 A 5322/96 -, a. a. O.
Im Sinne einer normkonkretisierenden Wirkung, vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, a. a. O., kann dabei in Nordrhein-Westfalen abgestellt werden u. a. auf die geltenden Richtlinien zur Durchführung des Heilpraktikergesetzes (RdErl. d. MFJFG vom 18.5.1999, MBl. NRW. 1999 S. 812, geändert durch RdErl. vom 13.1.2005, MBl. NRW. S. 155, "Richtlinien"), die letztlich auf der Ermächtigungsnorm des § 7 HPG zum Erlass von Rechts- und Verwaltungsvorschriften beruhen (vgl. Art. 129 Abs. 1 GG).
BVerwG, Urteil vom 19.5.2005 - 6 C 14.04 -, DVBl. 2006, 250; VGH Bad.-Württ.; Urteil vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, a. a. O.; Bay. VGH, Urteil vom 20.11.1996 - 7 B 95.3170, a. a. O.; VG Oldenburg, Beschluss vom 19.7.2002 - 12 A 2199/00 -, juris; VG Saarl., Urteil vom 28.8.2000 - 1 K 286/98 -, juris.
Eine Bestehensgrenze von 75 % ist - anders als dies zum Teil in anderen Bundesländern geregelt ist, wie z. B. den o.a. Entscheidungen (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, a. a. O.; VG Oldenburg, Beschluss vom 19.7.2002 - 12 A 2199/00 -, juris) zu entnehmen ist - zwar nicht in den landesrechtlichen Richtlinien, wohl aber als Empfehlung in den o.a. Leitlinien des Bundesministeriums für Gesundheit von 1992 enthalten.
Die angenommene Bestehensgrenze mit 75 % richtiger Antworten, die deutlich mehr als die Hälfte richtiger Antworten im Fragenkatalog erfordert, dem Bewerber aber auch eine relativ hohe Fehlerquote von einem Viertel der Fragen/Antworten zugesteht und deshalb insgesamt als angemessen angesehen werden kann, ist Ausfluss der weitgehenden Gestaltungsfreiheit im Rahmen des Ermessensspielraums für die Ausgestaltung des Überprüfungsverfahrens nach § 2 Abs. 1 Buchst. i) der 1. DVO-HPG, vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, a. a. O.; VG Oldenburg, Beschluss vom 19.7.2002 - 12 A 2199/00 -, juris; VG Saarl., Urteil vom 28.8.2000 - 1 K 286/98 -, juris, und gewährleistet - jedenfalls bei den Verwaltungsbehörden, die am zentralen Überprüfungsverfahren teilnehmen - eine den Belangen der Kandidaten Rechnung tragende Realisierung des Grundsatzes der Chancengleichheit.
Niehues, a. a. O., Rdnr. 602; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, a. a. O.; Bay. VGH, Urteil vom 20.11.1996 - 7 B 95.3170 -, a. a. O.
- VGH Baden-Württemberg, 02.10.2008 - 9 S 1782/08
Widerruf einer Heilpraktikererlaubnis; Veranlassung oder Stärkung des …
Die Heilpraktikererlaubnis bestärkt den Patienten dabei in der Erwartung, sich in die Hände eines nach heilkundigen Maßstäben Geprüften zu begeben (vgl. BVerfG, Beschluss vom 02.03.2004 - 1 BvR 784/03 -, NJW-RR 2004, 705; Senatsurteil vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, VBlBW 2006, 146). - OVG Bremen, 12.02.2008 - 1 A 234/03
Ausübung der Heilkunde nach dem Heilpraktikergesetz
Auch die Durchführung der Überprüfung im multiple-choice-Verfahren bedarf deshalb - anders als eine entsprechende Ausgestaltung eines medizinischen Staatsexamens (vgl. BVerfGE 80, 1 ) - keines Rechtssatzes (vgl. ausführlich VGH Baden-Württemberg, ESVGH 56, 96 ; OVG Nordrhein-Westfalen, DVBl 2008, 124 ).Es geht nicht um die Ermittlung eines bestimmten Leistungsstandes angesichts in ihrem Schwierigkeitsgrad divergierender Prüfungsaufgaben, sondern allein um die Aufdeckung gefährlicher Unkenntnisse und Fehlvorstellungen zur Abwehr einer daraus resultierenden Gefahr durch auf diesen Zweck bezogene Fragen (vgl. VGH Baden-Württemberg, ESVGH 56, 96 ; OVG Nordrhein-Westfalen, DVBl 2008, 124 ).
- VG Augsburg, 08.12.2011 - Au 2 K 08.1138
Schriftliche Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz
Dies gilt ungeachtet der Tatsache, dass für den Heilpraktikerberuf eine bestimmte fachliche Ausbildung nicht vorgeschrieben ist (vgl. VGH BW vom 26.10.2005 DVBl 2006, 268).Soweit die Beantwortung fachlicher Fragen umstritten ist, muss dem Prüfling ein Antwortspielraum eingeräumt werden; eine fachlich vertretbare Lösung, für die sich gewichtige Argumente ins Feld führen lassen, darf nicht als falsch gewertet werden, weil die zur Bewertung zuständigen Personen anderer Auffassung sind als der Kandidat (…vgl. BayVGH vom 8.12.1998 a.a.O.; VGH BW vom 26.10.2005 DVBl 2006, 268).".
- VGH Bayern, 22.06.2009 - 21 BV 05.256
Heilpraktikerprüfung; Fragestellung; Berücksichtigung unzulässiger Fragen
Dies gilt ungeachtet der Tatsache, dass für den Heilpraktikerberuf eine bestimmte fachliche Ausbildung nicht vorgeschrieben ist (vgl. VGH BW vom 26.10.2005 DVBl 2006, 268).Soweit die Beantwortung fachlicher Fragen umstritten ist, muss dem Prüfling ein Antwortspielraum eingeräumt werden; eine fachlich vertretbare Lösung, für die sich gewichtige Argumente ins Feld führen lassen, darf nicht als falsch gewertet werden, weil die zur Bewertung zuständigen Personen anderer Auffassung sind als der Kandidat (…vgl. BayVGH vom 8.12.1998 a.a.O.; VGH BW vom 26.10.2005 DVBl 2006, 268).
- BVerwG, 04.07.2008 - 3 B 18.08 Das Berufungsgericht hat (durch Bezugnahme auf seine Ausführungen in dem in der Parallelsache OVG 13 A 3786/05 ergangenen Beschluss vom 20. November 2007, dort insb. BA S. 10 f.) nicht den Charakter als berufsbezogene Prüfung verneint, sondern aus der Eigenart der Überprüfung als Maßnahme der gesundheitspolizeilichen Gefahrenabwehr sowie dem Umstand, dass es sich bei dem Heilpraktikergesetz um vorkonstitutionelles Recht handelt, das Fehlen einer die Durchführung des schriftlichen Teils der Überprüfung im Antwort-Wahl-Verfahren ausdrücklich zulassenden Ermächtigungsgrundlage für unschädlich gehalten (ebenso VGH Mannheim, Urteil vom 26. Oktober 2005 9 S 2343/04 VBlBW 2006, 146; OVG Bremen, Urteil vom 12. Februar 2008 1 A 234/03 juris; s. auch BVerwG, Beschluss vom 27. Juni 1989 BVerwG 3 B 18.89 Buchholz 418.04 Heilpraktiker Nr. 15).
- OVG Niedersachsen, 26.10.2010 - 8 ME 181/10
Zu den Anforderungen an den Widerruf einer Heilpraktikererlaubnis wegen …
Die Heilpraktikererlaubnis bestärkt den Patienten dabei regelmäßig in der Erwartung, sich in die Hände eines nach heilkundigen Maßstäben Geprüften zu begeben (vgl. BVerfG, Beschl. v. 2.3.2004 - 1 BvR 784/03 -, NJW-RR 2004, 705; VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, juris Rn. 22). - VGH Baden-Württemberg, 13.02.2007 - 4 S 2861/06
Voraussetzung für die Beendigung des Beamtenverhältnisses im Fall eines …
Eine derartige Überprüfung ist keine formalisierte Prüfung im herkömmlichen Sinne, wie sie in den formellen und materiellen Einzelheiten in einem Gesetz oder einer darauf gestützten Rechtsverordnung geregelt ist (vgl. etwa VGH Bad.-Württ., Urteil vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, ESVGH 56, 96 = VBlBW 2006, 146). - BVerwG, 04.07.2008 - 3 B 19.08 Das Berufungsgericht hat nicht den Charakter als berufsbezogene Prüfung verneint, sondern aus der Eigenart der Überprüfung als Maßnahme der gesundheitspolizeilichen Gefahrenabwehr sowie dem Umstand, dass es sich bei dem Heilpraktikergesetz um vorkonstitutionelles Recht handelt, das Fehlen einer die Durchführung des schriftlichen Teils der Überprüfung im Antwort-Wahl-Verfahren ausdrücklich zulassenden Ermächtigungsgrundlage für unschädlich gehalten (ebenso VGH Mannheim, Urteil vom 26. Oktober 2005 - 9 S 2343/04 - VBlBW 2006, 146; OVG Bremen, Urteil vom 12. Februar 2008 - 1 A 234/03 - juris; s. auch BVerwG, Beschluss vom 27. Juni 1989 - BVerwG 3 B 18.89 - Buchholz 418.04 Heilpraktiker Nr. 15).
- VG Hannover, 25.06.2010 - 5 B 2650/10
Widerruf einer Heilpraktikererlaubnis. Veranlassung zur Nichtinanspruchnahme …
Die Heilpraktikererlaubnis bestärkt den Patienten dabei in der Erwartung, sich in die Hände eines nach heilkundigen Maßstäben Geprüften zu begeben (vgl. BVerfG, Beschluss vom 02.03.2004 - 1 BvR 784/03 -, NJW-RR 2004, 705; Senatsurteil vom 26.10.2005 - 9 S 2343/04 -, VBlBW 2006, 146).
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