Rechtsprechung
   BGH, 11.11.1997 - VI ZR 146/96   

Volltextveröffentlichungen (4)

  • Alpmann Schmidt

    BGB § 249

  • Jurion
  • archive.org
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines Verkehrsunfalls ohne Mitverschulden der Geschädigten, haftungsrechtliche Zurechenbarkeit psychischer Folgeschäden

Kurzfassungen/Presse

  • recht.com (Leitsatz/Auszüge/Zusammenfassung)

Besprechungen u.ä.

  • olg-report.de (Entscheidungsbesprechung, RTF-Format (Word))

    Neue Entwicklungen beim psychischen Folgeschaden

Verfahrensgang

  • LG Konstanz, 30.11.1994 - 3 O 422/91
  • OLG Karlsruhe, 28.03.1996 - 9 U 1/95
  • BGH, 11.11.1997 - VI ZR 146/96

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1998, 813
  • MDR 1998, 159
  • NZV 1998, 110
  • VersR 1998, 200



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Wird zitiert von ... (27)  

  • BGH, 16.03.2004 - VI ZR 138/03  

    Schadensrecht - Kausalität der Handlung für den Schaden

    a) Nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats erstreckt sich die Ersatzpflicht des für einen Körper- oder Gesundheitsschaden einstandspflichtigen Schädigers grundsätzlich auf psychisch bedingte Folgewirkungen des von ihm herbeigeführten haftungsbegründenden Ereignisses (siehe Senatsurteile BGHZ 132, 341, 343 ff.; vom 2. Oktober 1990 - VI ZR 353/89 - VersR 1991, 432; vom 9. April 1991 - VI ZR 106/90 - VersR 1991, 704, 705; vom 25. Februar 1997 - VI ZR 101/96 - VersR 1997, 752, 753; vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 - VersR 1998, 200, 201 und vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98 - VersR 2000, 372, 373).

    Damit sind Beeinträchtigungen gemeint, die sowohl von der Intensität als auch der Art der Primärverletzung her nur ganz geringfügig sind und üblicherweise den Verletzten nicht nachhaltig beeindrucken, weil er schon aufgrund des Zusammenlebens mit anderen Menschen daran gewöhnt ist, vergleichbaren Störungen seiner Befindlichkeit ausgesetzt zu sein (BGHZ 132, 341, 346; 137, 142, 146 f.; Senatsurteile vom 25. Februar 1997 - VI ZR 101/96 - vom 11. November 1997 -VI ZR 146/96 - und vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98 - jeweils aaO).

    c) Auch eine - den haftungsrechtlichen Zurechnungszusammenhang ausschließende - Renten- oder Begehrensneurose, bei der der Geschädigte den Unfall im neurotischen Streben nach Versorgung und Sicherheit lediglich zum Anlaß nimmt, um den Schwierigkeiten und Belastungen des Erwerbslebens auszuweichen (vgl. BGHZ 132, 341, 346; 137, 142, 148 f.; Senats- urteile vom 12. November 1985 - VI ZR 103/84 - vom 25. Februar 1997 - VI ZR 101/96 - vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 - und vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98 - jeweils aaO), kommt nach den Feststellungen des Berufungsgerichts nicht in Betracht.

    Entscheidend ist vielmehr, ob die Verletzungsfolgen des Erstunfalls im Zeitpunkt des zweiten Unfalls bereits ausgeheilt waren und deshalb der zweite Unfall allein zu den nunmehr vorhandenen Schäden geführt hat oder ob sie noch nicht ausgeheilt waren (vgl. Senatsurteile vom 5. November 1996 - VI ZR 275/95 - VersR 1997, 122, 123; vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 - VersR 1998, 200, 201; vom 26. Januar 1999 - VI ZR 374/97 - VersR 1999, 862; vom 20. November 2001 - VI ZR 77/00 - VersR 2002, 200, 201).

  • BGH, 20.11.2001 - VI ZR 77/00  

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung bzw. Haftungsverteilung für die

    Die haftungsausfüllende Kausalität entfällt nicht schon dann, wenn ein weiteres Ereignis mitursächlich für den endgültigen Schaden geworden ist (vgl. Senatsurteile vom 26. Januar 1999 - VI ZR 374/97 - VersR 1999, 862; vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 - VersR 1998, 200; vom 5. November 1996 - VI ZR 275/95 - VersR 1997, 122).

    Unschädlich wäre es auch, wenn die Verletzungshandlung auf eine besondere Schadensanfälligkeit der Klägerin getroffen wäre (vgl. Senatsurteile vom 22. Oktober 1963 aaO; BGHZ 132, 341, 345; vom 5. November 1996 aaO; vom 11. November 1997 aaO).

  • BGH, 16.11.2004 - VI ZR 328/03  

    Verschärfte Haftung bei mangelhafter ärztlicher Aufklärung

    aa) Eine Unterteilung des Ursachenzusammenhangs in unmittelbare und mittelbare Ursachen ist dem Haftungsrecht fremd (vgl. Senatsurteile vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 - VersR 1998, 200 f.; vom 26. Januar 1999 - VI ZR 374/97 - VersR 1999, 862; vom 27. Juni 2000 - VI ZR 201/99 - VersR 2000, 1282, 1283).
mehr
  • OLG München, 21.05.2010 - 10 U 2853/06  

    Schadenersatz nach Verkehrsunfall: Reichweite der so genannten

    Eine solche Diagnose setzt die Feststellung einer psychischen Fehlentwicklung voraus, bei der ein seelischer Konflikt in körperliche Störungen umgewandelt wird (BGH NJW 1986, 777; 1998, 813).

    Einer solchen Neurose liegt eine Fehlverarbeitung des Unfallgeschehens zugrunde, welches unbewußt zum Anlaß genommen wird, latente innere Konflikte zu kompensieren (BGH NJW 1998, 813).

    Eine solche Krankheitsform setzt das Bestehen einer psychischen Störung voraus, die ihr Gepräge durch die bewußte oder unbewußte Begehrensvorstellung nach einer Lebenssicherung oder die Ausnutzung einer vermeintlichen Rechtsposition erhält und derart im Vordergrund steht, daß der erforderliche Zurechnungszusammenhang mit dem Unfallereignis nicht mehr bejaht werden kann (BGH NJW 1998, 813).

    bb) Auch von einer Renten- oder Begehrensneurose kann nicht ausgegangen werden, weil der beweisbelastete Beklagte nicht den von ihm geschuldeten Nachweis führen konnte, daß der Unfall von der Klägerin in einem neurotischen Streben nach Versorgung und Sicherheit zum Anlaß genommen wurde, den Schwierigkeiten und Belastungen des Erwerbslebens auszuweichen (vgl. BGH NJW 1998, 813; BGHZ 132, 341 [346]).

  • BGH, 16.11.1999 - VI ZR 257/98  

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines

    Die Ersatzpflicht des für einen Körper- oder Gesundheitsschaden einstandspflichtigen Schädigers erstreckt sich grundsätzlich auch auf psychisch bedingte Folgewirkungen des von ihm herbeigeführten haftungsbegründenden Ereignisses (st. Rspr.; zuletzt Senatsurteile vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 - VersR 1998, 200, 201 und - VI ZR 376/96 - VersR 1998, 201, 202 f.).

    a) Nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats erstreckt sich die Ersatzpflicht des für einen Körper- oder Gesundheitsschaden einstandspflichtigen Schädigers grundsätzlich auch auf psychisch bedingte Folgewirkungen des von ihm herbeigeführten haftungsbegründenden Ereignisses (siehe BGHZ 132, 341, 343 ff.; Senatsurteile vom 25. Februar 1997 - VI ZR 101/96 - VersR 1997, 752, 753 sowie jeweils vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 - VersR 1998, 200, 201 und VI ZR 376/96 - VersR 1998, 201, 202 f.).

  • BGH, 19.04.2005 - VI ZR 175/04  

    Verfahrensrecht - Überprüfung der Beweiswürdigung durch Revisionsgericht

    c) Bei seiner erneuten Befassung wird das Berufungsgericht auch zu berücksichtigen haben, daß nach den dargelegten Grundsätzen die bloße Mitverursachung durch den Verkehrsunfall für eine Haftung des Schädigers grundsätzlich auch dann ausreichen kann, wenn eine psychische Fehlverarbeitung des Geschädigten hinzutritt (zur Grenze vgl. Senatsurteile vom 30. April 1996 - VI ZR 55/95 - VersR 1996, 990, 991; vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 - VersR 1998, 200, 201; vom 16. März 2004 - VI ZR 138/03 - VersR 2004, 874).
  • BGH, 26.01.1999 - VI ZR 374/97  

    Einstandspflicht des zusammen mit anderen kausal gewordenen Schädigers

    An der Einstandspflicht der Beklagten ändert sich grundsätzlich selbst dann nichts, wenn das jetzige Beschwerdebild in einer psychischen Fehlverarbeitung der Unfallfolgen seine Ursache hat (vgl. Senat BGHZ 132, 341, 345 f.; Senatsurteile vom 5. November 1996 - VI ZR 275/95 - VersR 1997, 122, 123 und vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 und VI ZR 376/96 - VersR 1998, 200 f. und 201 ff., jeweils m.w.N.).
  • OLG Köln, 29.07.1999 - 1 U 27/99  

    Ungewöhnliche psychische Reaktion auf Bagatellgeschehen

    Die Berufung geht zwar im Ausgangspunkt zutreffend davon aus, daß nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auch psychische Folgen eines Verletzungsgeschehens grundsätzlich dazu geeignet sind, eine Schadensersatzpflicht auszulösen (BGH MDR 1997, 549; MDR 1998, 157; MDR 1998, 159).

    Von der Rechtsprechung ist nämlich anerkannt, daß eine Zurechnung des psychischen Folgeschadens dann ausgeschlossen ist, wenn das schädigende Ereignis nicht schwerwiegend ist oder eine Bagatelle darstellt, so daß es bei einem durchschnittlich Empfindenden nicht geeignet ist, eine krankhafte seelische Reaktion hervorzurufen (BGH MDR 1998, 158; MDR 1998, 159).

  • BGH, 10.07.2012 - VI ZR 127/11  

    Zurechnungszusammenhang für Folgeschäden

    In Extremfällen scheitert die Zurechnung psychischer Folgeschäden, wenn das schädigende Ereignis ganz geringfügig ist, nicht gerade speziell die Schadensanlage des Verletzten trifft und deshalb die psychische Reaktion im konkreten Fall, weil in einem groben Missverhältnis zu dem Anlass stehend, schlechterdings nicht mehr verständlich ist (Senatsurteile vom 30. April 1996 - VI ZR 55/95, aaO S. 346; vom 11. November 1997 - VI ZR 376/96, aaO S. 146 ff.; vom 25. Februar 1997 - VI ZR 101/96, aaO und vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96, VersR 1998, 200, 201; MünchKommBGB/ Oetker, aaO Rn. 192).
  • KG, 16.10.2003 - 12 U 58/01  

    Schadenersatz bei Verkehrsunfall: Voraussetzungen der Haftung für psychische

    Grundsätzlich haftet ein Schädiger für alle gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die der Geschädigte durch die Schädigungshandlung erleidet, gleich ob körperlicher oder seelischer Art, auch für das unfallbedingte Zutagetreten vorhandener Schadensanlagen (vgl. Senat, NZV 2003, 328 = KGR 2003, 160 Ls.; auch BGH, NJW 1998, 813).

    Zum anderen haftet ein Schädiger nicht, soweit das schädigende Ereignis ganz geringfügig ist (also eine "Bagatelle") und die psychische Reaktion des Verletzten im konkreten Fall wegen ihres groben Missverhältnisses zum Anlass schlechterdings nicht mehr verständlich ist (vgl. zu allem BGH, NJW 1998, 813; BGH, NJW 2000, 862 = MDR 2000, 267 = DAR 2000, 117; NJW 1992, 1043, Senat, NZV 2002, 172 = NVwZ-RR 2002, 450; zur Bagatelle auch OLG Hamm DAR 2001, 360; zusammenfassend Küppersbusch, Ersatzansprüche bei Personenschaden, 7. Aufl. 2000, Rn. 8 m. w. N.).

  • KG, 21.10.1999 - 12 U 8303/95  

    Verletzung der Halswirbelsäule bei geringer Geschwindigkeitsänderung

  • OLG Hamm, 21.03.2002 - 6 U 218/99  
  • LAG Hamm, 06.03.2006 - 16 Sa 76/05  

    Ansprüche wegen eines sogenannten Mobbings durch einen Chefarzt im Krankenhaus

  • OLG Köln, 04.09.2003 - 12 U 267/00  

    Höhe des Schmerzensgeldes bei HWS-Distorsion 2. Grades und

  • OLG Hamm, 25.02.2003 - 27 U 211/01  

    Schadensersatzansprüche für körperliche und psychische Schäden nach einem

  • OLG Hamm, 05.03.1998 - 27 U 59/97  

    Haftung für Unfallneurose des Geschädigten nach Verkehrsunfall

  • OLG Hamm, 07.12.2001 - 9 U 127/00  

    Hundehalter muss nicht zahlen

  • KG, 15.03.2004 - 12 U 103/01  

    Schadenersatz bei Verkehrsunfall: Schmerzensgeld bei Streifunfall zwischen einem

  • OLG Celle, 26.04.2001 - 14 U 164/99  

    Psychische Folgeschäden aufgrund von 2 Verkehrsunfällen: Gesamtschuldnerische

  • LG Bochum, 29.10.2002 - 9 S 167/02  
  • KG, 21.06.2010 - 12 U 20/10  

    Anforderungen an die Darlegung des unfallbedingten Verdienstausfalls eines

  • KG, 22.04.2002 - 12 U 7385/00  

    Auferlegung sich ausschließender Handlungspflichten

  • OLG Köln, 17.05.2001 - 7 U 188/99  

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines

  • OLG Nürnberg, 22.11.2001 - 8 U 214/00  
  • OLG Köln, 26.07.2001 - 7 U 188/99  
  • KG, 12.06.2003 - 22 U 82/02  

    Schadensersatz bei Kfz-Unfall: Rentenneurose als psychischer Folgeschaden

  • LG Kassel, 21.06.2005 - 9 O 529/03  

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines

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