Rechtsprechung
| BGH, 16.02.1993 - VI ZR 300/91 |
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BGB § 823
Zeitpunkt der Patientenaufklärung bei notwendiger Schnittentbindung
Kurzfassungen/Presse
- recht.com (Leitsatz/Auszüge/Zusammenfassung)
Verfahrensgang
- BGH, 16.02.1993 - VI ZR 300/91
- BGH, 08.02.1994 - VI ZR 300/91
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1993, 2372
- MDR 1993, 741
- VersR 1993, 703
Wird zitiert von ... (23)
- BGH, 25.11.2003 - VI ZR 8/03
Zulässigkeit eines Teilurteils; Anforderungen an die Sachaufklärung im …
Nach dieser muß über die Möglichkeit einer Schnittentbindung nur aufgeklärt werden, wenn sie aus medizinischer Sicht indiziert ist, weil für den Fall, daß die Geburt vaginal erfolgt, ernstzunehmende Gefahren für das Kind drohen und daher im Interesse des Kindes gewichtige Gründe für eine Schnittentbindung sprechen, wobei diese auch unter Berücksichtigung der Konstitution und Befindlichkeit der Mutter in der konkreten Situation eine medizinisch verantwortbare Alternative darstellen muß (Senatsurteile BGHZ 106, 153, 157; vom 12. November 1991 - VI ZR 369/90 - VersR 1992, 237; vom 19. Januar 1993 - VI ZR 60/92 - VersR 1993, 835; vom 16. Februar 1993 - VI ZR 300/91 - VersR 1993, 703). - BGH, 17.05.2011 - VI ZR 69/10
Arztrecht - Aufklärung bei Indikation einer Schnittentbindung
Anders liegt es aber, wenn für den Fall, dass die Geburt vaginal erfolgt, für das Kind ernstzunehmende Gefahren drohen, daher im Interesse des Kindes gewichtige Gründe für eine Schnittentbindung sprechen und diese unter Berücksichtigung auch der Konstitution und der Befindlichkeit der Mutter in der konkreten Situation eine medizinisch verantwortbare Alternative darstellt (vgl. Senatsurteile vom 6. Dezember 1988 - VI ZR 132/88, BGHZ 106, 153, 157; vom 16. Februar 1993 - VI ZR 300/91, VersR 1993, 703, 704; vom 19. Januar 1993 - VI ZR 60/92, VersR 1993, 835, 836; vom 25. November 2003 - VI ZR 8/03, VersR 2004, 645, 648 …und vom 14. September 2004 - VI ZR 186/03, VersR 2005, 227 Rn. 9).Das ist etwa dann der Fall, wenn sich bei einer Risikogeburt konkret abzeichnet, dass sich die Risiken in Richtung auf die Notwendigkeit oder die relative Indikation einer Schnittentbindung entwickeln können (vgl. Senatsurteil vom 16. Februar 1993 - VI ZR 300/91, aaO S. 704).
Soweit das Berufungsgericht entgegen den entsprechenden Äußerungen des Gerichtssachverständigen Prof. Dr. St. eine Aufklärungspflicht bei einer (relativen) Indikation für eine Schnittentbindung verneint, wird dies weder aus medizinischer Sicht von den Äußerungen des Sachverständigen getragen noch aus rechtlicher Sicht durch die Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. Senatsurteil vom 16. Februar 1993 - VI ZR 300/91, aaO).
- BGH, 14.09.2004 - VI ZR 186/03
Arztrecht - Aufklärung bei Zwillingsschwangerschaft
Anders liegt es aber, wenn für den Fall, daß die Geburt vaginal erfolgt, für das Kind ernstzunehmende Gefahren drohen, daher im Interesse des Kindes gewichtige Gründe für eine Schnittentbindung sprechen und diese unter Berücksichtigung auch der Konstitution und der Befindlichkeit der Mutter in der konkreten Situation eine medizinisch verantwortbare Alternative darstellt (vgl. Senatsurteile BGHZ 106, 153, 157; vom 16. Februar 1993 - VI ZR 300/91 - VersR 1993, 703, 704; vom 19. Januar 1993 - VI ZR 60/92 - VersR 1993, 835, 836).
- OLG Bamberg, 28.07.2008 - 4 U 115/07
Arzthaftung: "Vorverlagerung" der Pflicht zur Aufklärung über die …
(Fortführung von BGH NJW 1993, 2372 = VersR 1993, 703, dort Rdn. 17, und OLG Karlsruhe VersR 2006, 515, dort Rdn. 23).In seiner Entscheidung vom 19.1.1993 hat der BGH unmissverständlich der "gelegentlich erhobenen Forderung" widersprochen, das Eingreifen der einem Geburtshelfer obliegenden Aufklärungspflichten von dem Vorliegen einer akuten Entbindungssituation - und den sich daraus ergebenden Anzeichen für eine im Fall einer vaginalen Entbindung drohenden Gefährdung des Kindes - abzukoppeln (vgl. NJW 1993, 2372 = VersR 1993, 703, dort Rdnr. 17).
- OLG München, 06.08.1993 - 24 U 645/90
Aufklärungspflichtverletzung für Geburtsschaden anläßlich einer …
Der Senat folgt bei seiner Entscheidung im wesentlichen den Grundsätzen, die der Bundesgerichtshof im Urteil vom 16.2.1993 (VersR 1993, 703 ) aufgestellt hat.Das ist etwa dann der Fall, wenn es sich bei einer Risikogeburt konkret abzeichnet, daß sich die Risiken in Richtung auf die Notwendigkeit oder die relative Indikation zur Schnittentbindung hin entwickeln können (BGH VersR 1993, 703 ff.;… Steffen Neue Entwicklungslinien der BGH-Rechtsprechung zum Arzthaftungsrecht 5. Auflage S. 120 - 121).
- OLG Zweibrücken, 10.10.2000 - 5 U 8/00
Rechtsanwaltshaftung Arzthaftung Lehrkrankenhaus, akademisches Aufklärungspflicht
Angesichts dessen braucht auf die Rechtzeitigkeit der Aufklärung insbesondere in einer Entbindungssituation nicht eingegangen zu werden (siehe hierzu BGH, BGHR BGB § 823 Abs. 1, Arzthaftung 74 und dazu allerdings kritisch Franzki, MedR 1994, 171, 177). - OLG Karlsruhe, 22.12.2004 - 7 U 4/03
Arzthaftung für eine geburtsmechanische Schädigung: Zeitpunkt für eine …
Nach der Rechtsprechung des BGH gilt jedoch anderes, wenn dem Kind bei vaginaler Geburt ernstzunehmende Gefahren drohen, daher im Interesse des Kindes gewichtige Gründe für eine sectio sprechen und diese unter Berücksichtigung von Konstitution und Befindlichkeit der Mutter in der konkreten Situation eine medizinisch verantwortbare Alternative darstellt (…BGH, Urt. v. 6.12.1988 - VI ZR 132/88, BGHZ 106, 153, 157;… Urt. v. 19.1.1993 - VI ZR 60/92, VersR 1993, 835, 836; Urt. v. 16.2.1993- VI ZR 300/91, VersR 1993, 703, 704;… Urt. v. 25.11.2003 - VI ZR 8/03, VersR 2004, 645, 647;… Senat, Urt. v. 15.8.2001 - 7 U 129/99). - OLG Hamm, 24.04.2002 - 3 U 8/01
Schmerzensgeld bei Kaiserschnitt-Versäumnis
Der Arzt hat dann über die Möglichkeit einer Schnittentbindung aufzuklären, wenn dem Kind durch die Vaginalgeburt ernsthafte Gefahren drohen und gewichtige Gründe im Interesse des Kindes für die Schnittentbindung sprechen (BGH NJW 1993, 2372 = VersR 1993, 703, Senat, Urteil vom 24.08.1998 - 3 U 216/97 -). - OLG München, 07.05.2009 - 1 U 4059/08
Arzt- und Krankenhaushaftung für Geburtsschaden: Regelgerechtheit einer …
Dieselben Kriterien hat der BGH in den Entscheidungen vom 19.01.1993, Az. VI ZR 60/92 (= NJW 1993, 1524 ff), 16.02.1993, Az. VI ZR 300/91 (= NJW 1993, 2372 ff) und 25.11.2003, Az. VI ZR 8/03 (= NJW 2004, 1452 ff) herangezogen.Im Urteil vom 16.02.1993 (a.a.O.) hat der BGH ergänzend hierzu festgehalten:.
- OLG Hamm, 20.10.1999 - 3 U 158/98
Aufklärung über die Alternative einer Kaiserschnittentbindung
- OLG Frankfurt, 11.12.2002 - 13 U 199/98
Krankenhaushaftung: Zeitnahe fachärztliche Eingangsuntersuchung eines neu …
- LG Kleve, 12.05.2004 - 2 O 20/03
- OLG Stuttgart, 08.01.2002 - 14 U 70/01
Arzthaftung: Rechtzeitigkeit der Aufklärung über die Operationsrisiken; …
- OLG Stuttgart, 11.06.2002 - 14 U 93/01
Arzthaftung: Rückschluss auf einen Behandlungsfehler bei der perinatalen …
- OLG Stuttgart, 11.01.2000 - 14 U 14/99
Arzthaftung - Sorgfaltspflichten bei Geburt - primäre Section - McRoberts-Manöver …
- OLG Hamm, 07.11.2005 - 3 U 41/05
- OLG Oldenburg, 15.06.1993 - 5 U 10/93
Aufklärung, Umfang, Rechtzeitigkeit, Kiefernhöhle, Operation, Nasenscheidewand, …
- OLG München, 27.10.1994 - 24 U 364/89
Haftungsrecht; Arzthaftung
- OLG Köln, 06.03.2002 - 5 U 178/01
- OLG Oldenburg, 17.10.1995 - 5 U 134/92
Kaiserschnitt, Spontanentbindung, Entbindung, Hirnschaden, Behandlung, …
- OLG Köln, 21.08.1996 - 5 U 8/96
- OLG Oldenburg, 26.05.1998 - 5 U 4/98
Geburtshilfe, Kaiserschnitt, Indikation, Aufklärung, Hinterhauptslage, …
- OLG Stuttgart, 18.01.2002 - 14 U 70/01
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