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   BFH, 13.05.1998 - VIII R 81/96   

Volltextveröffentlichungen (3)

  • Jurion
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    GewStG § 2 Abs. 1 § 2a
    Gewerbebetrieb; Arbeitsgemeinschaft - Innengesellschaft

  • Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)

Sonstiges

  • nwb.de (Verfahrensmitteilung)

    GewStG § 2 a
    Arbeitsgemeinschaft; atypisch stille Gesellschaft; Gesellschaft bürgerlichen Rechts; Gewerbesteuer

Verfahrensgang

  • FG München, 07.02.1996 - 5 K 1782/95
  • BFH, 13.05.1998 - VIII R 81/96



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Wird zitiert von ... (35)  

  • FG Baden-Württemberg, 09.10.2003 - 10 K 386/97  

    Abgrenzung zwischen Mitunternehmerschaft und stiller Gesellschaft;

    Nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Gewerbesteuergesetz ( GewStG ) i.V.m. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetz ( EStG ) bilden nicht nur die gewerblichen Betriebe von Personenhandelsgesellschaften, sondern auch von anderen Gesellschaften, bei denen die Gesellschafter als Mitunternehmer anzusehen sind, einen selbständigen Gegenstand der Gewerbesteuer (Bundesfinanzhof - BFH -, Urteil vom 25. Juli 1995 VIII R 54/93, BFHE 178, 448 = BStBl II 1995, 794; Urteil vom 13. Mai 1998 VIII R 81/96, BFH/NV 1999, 355 ).

    Zu "den anderen Gesellschaften" gehören - neben der atypisch stillen Gesellschaft - auch sonstige Innengesellschaften in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR; vgl. BFH, Urteil vom 13. Mai 1998, a.a.O.; Urteil vom 01. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423 = BStBl II 1997, 272).

    Er ist deshalb als Vereinbarung einer Innengesellschaft nach den §§ 705 ff BGB zu werten (vgl. insoweit BFH, Urteil vom 13. Mai 1998, a.a.O.).

    Beide Merkmale müssen vorliegen, können jedoch nach den Umständen des Einzelfalles unterschiedlich ausgeprägt sein (BFH, Urteil vom 16. Dezember 1997 VIII R 32/90, BFHE 185, 190 , BStBl II 1998, 480; Urteil vom 18. Februar 1993 IV R 132/91, BFH/NV 1993, 647; Urteil vom 13. Mai 1998, a.a.O.).

    Demgemäß ist im Falle einer Innengesellschaft eine Mitunternehmerstellung selbst ohne Vermögensteilhabe aufgrund der Beteiligung an der Finanzierung sowie an Gewinn und Verlust eines besonders risikoträchtigen Geschäfts zu bejahen (vgl. hierzu insgesamt BFH, Urteil vom 13. Mai 1998 VIII R 81/96, BFH/NV 1999, 355 ; Urteil vom 18. Juni 1998 IV R 94/96, BFH/NV 1999, 295 ; Urteil vom 16. Dezember 1997 VIII R 32/90, BFHE 185, 190 , BStBl II 1998, 480; Urteil vom 18. Februar 1993 IV R 132/91, BFH/NV 1993, 647; Urteil vom 28. Oktober 1981 I R 25/79, BFHE 134, 421 ; Urteil vom 09. Dezember 2002 VIII R 20/01, BFH/NV 2003, 601 ).

    Auch im Falle einer mitunternehmerschaftlich organisierten Innengesellschaft auf der Grundlage der §§ 705 ff. BGB ist die Tätigkeit des nach außen auftretenden Gesellschafters entsprechend der vereinbarten Gemeinschaftsordnung sämtlichen (Innen-)Gesellschaftern zuzurechnen (BFH, Urteil vom 13. Mai 1998, a.a.O.).

    Diese Ausnahmeregelung ist zwar auch bei Innengesellschaften anwendbar (BFH, Urteil vom 13. Mai 1998, a.a.O.).

    Ihr Geltungsbereich wird jedoch überschritten, wenn - wie im vorliegenden Fall - der Zweck der Innengesellschaft nicht nur auf die Erfüllung eines Werk- oder Werklieferungsvertrags gerichtet ist, sondern auch die Vermarktung sowie die Übertragung des Wohnungseigentums mit verschiedenen Erwerbern umfasst (BFH, Urteil vom 13. Mai 1998 VIII R 81/96, BFH/NV 1999, 355 m.w.N.; Blümich/Obermeier, EStG , Körperschaftsteuergesetz - KStG -, GewStG , 15. Aufl., § 2 a GewStG Rdnr. 23).

    Wird - wie im Streitfall - ein gewerbliches Unternehmen von einer Mitunternehmerschaft in Form einer Innengesellschaft betrieben, so ist zwar nach ständiger Rechtsprechung des BFH die Vorschrift des § 5 Abs. 1 Satz 3 GewStG nicht anwendbar (vgl. BFH, Urteil vom 16. Dezember 1997 VIII R 32/90, BFHE 185, 190 , BStBl II 1998, 480 m.w.N.; Urteil vom 13. Mai 1998, a.a.O.).

  • BFH, 23.04.2009 - IV R 73/06  

    Innengesellschaft - Mitunternehmerschaft - eigenständiger Gewerbebetrieb -

    Unberührt hiervon bleibt aber, dass die Innengesellschafter --gleich Kommanditisten-- sachlich gewerbesteuerpflichtig sind (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 25. Juli 1995 VIII R 54/93, BFHE 178, 448, BStBl II 1995, 794; vom 13. Mai 1998 VIII R 81/96, BFH/NV 1999, 355, 358, m.w.N.).

    Er ist hiervon nicht nur im Falle der gemeinsamen Finanzierung sämtlicher zur "Herausbringung eines Films" angefallenen Kosten sowie der anschließenden Verwertung der erworbenen Lizenzrechte (BFH-Urteil vom 19. Februar 1981 IV R 152/76, BFHE 133, 180, BStBl II 1981, 602; ebenso BFH-Urteil vom 28. Oktober 1981 I R 25/79, BFHE 134, 421, BStBl II 1982, 186: Auswertung einer Lizenz für zwei Spielfilme) und der Herstellung eines Films (Auftragsproduktion; BFH-Urteil vom 4. August 1988 IV R 60/86, BFH/NV 1990, 19), sondern auch für den Fall der gemeinsamen Durchführung und Vermarktung eines Ferienappartementprojekts ausgegangen (BFH-Urteil in BFH/NV 1999, 355).

    Hiernach hat der BFH die Mitunternehmerstellung des an einem solchen (sachlich selbständigen) Geschäftsbereich beteiligten Innengesellschafters auch dann bejaht, wenn er von der Teilhabe an den in den übrigen Geschäftsfeldern des (Gesamt-)Betriebs entstandenen stillen Reserven sowie dem Geschäftswert des Gesamtunternehmens ausgeschlossen war (BFH-Urteile in BFHE 134, 421, BStBl II 1982, 186; in BFH/NV 1999, 355; ebenso --implizit-- Senatsurteil in BFHE 133, 180, BStBl II 1981, 602; zustimmend Woerner, Betriebs-Berater 1982, 477).

    Dabei bedarf es keiner Entscheidung, ob Letzteres bereits daran scheitert, dass sich die Gewinnansprüche der Innengesellschafter im Kern lediglich auf die Teilhabe an den aus einzelnen Geschäftsvorfällen (hier: individuell wahrgenommene Aufträge) erzielten Ergebnissen beschränkte (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 1999, 355).

    Er vermag deshalb auch nicht die Rechtswidrigkeit der verfügenden Sätze des angefochtenen Gewerbesteuermessbescheids zu begründen (gl.A. BFH-Urteil in BFH/NV 1999, 355, 359).

  • BFH, 16.12.2003 - VIII R 6/93  

    BFH konkretisiert Abgrenzungskriterien zwischen typisch und atypisch stiller

    Beide Merkmale müssen vorliegen; jedoch kann die geringere Ausprägung eines Merkmals im Rahmen der gebotenen Gesamtbeurteilung der Umstände des Einzelfalles durch eine stärkere Ausprägung des anderen Merkmals ausgeglichen werden (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss in BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751; BFH-Urteile in BFHE 134, 421, BStBl II 1982, 186; vom 11. Dezember 1990 VIII R 122/86, BFHE 163, 346; vom 13. Mai 1998 VIII R 81/96, BFH/NV 1999, 355; vom 28. Oktober 1999 VIII R 66-70/97, BFHE 190, 204, BStBl II 2000, 183, und vom 9. Dezember 2002 VIII R 20/01, BFH/NV 2003, 601).

    Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Gesellschafter in erheblichem Umfang am Gewinn des Unternehmens beteiligt ist und ihm darüber hinaus im Gesellschaftsvertrag das Recht eingeräumt ist, typische unternehmerische Entscheidungen im Bereich der laufenden Geschäftsführung zu treffen (BFH-Beschluss vom 22. Januar 1981 IV B 41/80, BFHE 132, 542, BStBl II 1981, 424; BFH-Urteile in BFHE 135, 297, BStBl II 1982, 389; vom 18. Februar 1993 IV R 132/91, BFH/NV 1993, 647; in BFH/NV 1999, 355; in BFH/NV 2003, 601, und in BFH/NV 2003, 36, m.w.N.).

    Die Mitwirkung eines Gesellschafters an der Geschäftsführung ist --auch wenn sie auf bestimmte Aufgabenbereiche innerhalb des Unternehmens beschränkt ist oder entsprechend dem gesetzlichen Regeltypus der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (vgl. § 709 BGB) nur gemeinschaftlich mit einem anderen Gesellschafter ausgeübt werden kann-- grundsätzlich geeignet, eine fehlende Beteiligung an den stillen Reserven des Unternehmens zu kompensieren (vgl. BFH-Urteile vom 9. Oktober 1969 IV 294/64, BFHE 98, 21, BStBl II 1970, 320; in BFHE 134, 421, BStBl II 1982, 186; in BFH/NV 1999, 355).

    Der Senat kann aufgrund der tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz nicht abschließend beurteilen, ob der Kläger aufgrund der ihm durch § 2 Abs. 3 des geänderten Gesellschaftsvertrags eingeräumten Befugnisse wie ein Unternehmer auf das Schicksal des Betriebs und damit auch seiner eigenen Erfolgsbeteiligung Einfluss nehmen konnte (vgl. BFH-Urteile in BFHE 135, 297, BStBl II 1982, 389, m.w.N.; in BFH/NV 1993, 647; in BFH/NV 1999, 355).

    Soweit der Senat in seinem Urteil in BFH/NV 1999, 355 für die Bejahung der Mitunternehmerschaft eines stillen Gesellschafters das wirtschaftliche Gewicht der von diesem zu erbringenden gesellschaftsrechtlichen Dienstleistungen hat ausreichen lassen, hält er an dieser Auffassung nicht fest.

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