Rechtsprechung
| BGH, 24.03.2004 - VIII ZR 295/03 |
Volltextveröffentlichungen (10)
- lexetius.com
BGB § 536 Abs. 1 Satz 1
- openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- IWW
- Kanzlei Prof. Schweizer (Volltext/Auszüge)
Wenn die gemietete Wohnung mehr als 10 % kleiner ist, als die im Mietvertrag angegebene Fläche, ist dies ein rechtserheblicher Mangel.
- DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Geringere als im Mietvertrag angegebene Wohnfläche als Mangel der Mietsache
- Berliner Mieterverein (Volltext/Auszüge/Inhaltsangabe)
Wohnflächenabweichung
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Minderung der Miete wegen Abweichung der angegebenen Wohnfläche
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Mietrecht - Mietminderung bei mehr als 10 Prozent zu kleiner Wohnung
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Kurzfassungen/Presse (11)
- 123recht.net (Kurzanmerkung und Zusammenfassung, 30.6.2004)
Berechnung der Wohnfläche im frei finanzierten Wohnungsbau
- 123recht.net (Kurzinformation)
Wohnraummiete: Mietminderung bei Flächenabweichung und Vereinbarung eines Quadratmetermietzinses
- Benkelberg & Kollegen (Kurzmitteilung)
- info-m.de (Leitsatz)
Berechtigt ein Wohnflächen-Minus von >10 % den Mieter zur Minderung?
- nomos.de
, S. 4 (Kurzinformation)
Wohnflächenmangel von mehr als 10% berechtigt zur Mietminderung
- anwaltskanzlei-menzel.de (Kurzinformation)
Geringere Grundfläche einer gemieteten Wohnung bei Unterschreitung der Mietvertragsangabe um > 10%
- arag.de (Kurzinformation)
Bares Geld durch Nachmessen
- finanztip.de (Kurzinformation)
Abweichungen bei der Wohnfläche
- finanztip.de (Kurzinformation)
Führt die Abweichung der vereinbarten von der tatsächlichen Wohnfläche zu Gewährleistungsansprüchen des Mieters
- lawinfo.de (Kurzinformation)
Mietminderung, wenn Mietwohnung kleiner als vereinbart
- kostenlose-urteile.de (Kurzmitteilung)
10% kleinere Wohnfläche ist ein erheblicher Mietmangel - Mieter darf Miete mindern
Besprechungen u.ä. (7)
- 123recht.net (Kurzanmerkung und Zusammenfassung, 30.6.2004)
Berechnung der Wohnfläche im frei finanzierten Wohnungsbau
- 123recht.net (Entscheidungsbesprechung, 24.5.2004)
Mietminderung bei abweichender Wohnfläche
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)
Mietminderung bei mehr als 10% zu kleiner Wohnung! (IBR 2005, 1021)
- klassen-mueller.de
(Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
'Rohbaumaße', DIN-Vorschriften und die 'vereinbarten' Wohnflächen - Im Mietrecht können neue Begrifflichkeiten heimisch werden (RA Dr. Kurt Klassen; WE 2008, 10)
- klsal.de
(Entscheidungsbesprechung)
Mängel der Mietsache bei Flächenabweichungen (Robert Castor)
- RA ONLINE
, S. 477 (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
Geringere Wohnfläche als Mangel der Mietsache
- EWiR-online.de(Leitsatz frei, Besprechungstext 2,90 €) (Entscheidungsbesprechung)
Mangelhaftigkeit einer Mietwohnung bei 10 %iger Abweichung der Wohnfläche von Angaben im Mietvertrag
Sonstiges (2)
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Kurznachricht zu "Rechtsprechungs- und Literaturübersicht zum Wohnraummietrecht - 1. Quartal 2011" von RiAG Ulf Börstinghaus, original erschienen in: ZAP 2011, 671 - 680.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Mietminderung bei Wohnflächendifferenz" von RA Frank-Georg Pfeifer, original erschienen in: AIM 2004, 127 - 129.
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 2004, 1947
- MDR 2004, 933 (Ls.)
- NZM 2004, 453
- ZMR 2004, 495
- DB 2004, 1553
- IBR 2005, 1021
Wird zitiert von ... (52)
- BGH, 23.05.2007 - VIII ZR 138/06
Mietrecht - Mieterhöhung bei größerer Wohnung als vertraglich vereinbart?
a) Nach der Rechtsprechung des Senats stellt die Angabe der Wohnfläche in einem Mietvertrag im allgemeinen keine unverbindliche Objektbeschreibung, sondern eine Beschaffenheitsvereinbarung dar, die im Falle einer Abweichung der tatsächlichen von der vereinbarten Fläche unter bestimmten weiteren Voraussetzungen dazu führen kann, dass ein Mangel der Mietsache vorliegt (Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 44/03, WuM 2004, 337 = NJW 2004, 2230, VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947 und VIII ZR 133/03, WuM 2004, 268; Senatsurteil vom 28. September 2005 - VIII ZR 101/04, WuM 2005, 712; Senatsurteil vom 22. Februar 2006 - VIII ZR 219/04, WuM 2006, 245 = NJW-RR 2006, 801).Dabei handelt es sich um eine rechtsverbindliche Beschaffenheitsvereinbarung nicht nur dann, wenn die angegebene Wohnfläche ausdrücklich als "vereinbart" bezeichnet wird (vgl. Senatsurteil vom 24. März 2004, VIII ZR 295/03, aaO), sondern auch dann, wenn - wie im vorliegenden Fall - der Mietvertrag in Verbindung mit einer Aufzählung der vermieteten Räume die Angabe enthält: "Wohnfläche: 121, 49 qm" (…vgl. Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 133/03, aaO, und VIII ZR 44/03, aaO;… vom 28. September 2005, aaO, und 22. Februar 2006, aaO).
Über die Berechnung der Wohnfläche besteht im vorliegenden Fall kein Streit, so dass es keiner Klärung bedarf, wie die Parteien den Begriff der Wohnfläche verstanden haben (vgl. zur Auslegung dieses Begriffs Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 44/03, aaO, unter II 1 b, und VIII ZR 295/03, aaO, unter II 1;… Senatsurteil vom 22. Februar 2006, aaO, unter II 2).
Da im vorliegenden Fall die tatsächliche Wohnfläche die vereinbarte Fläche nicht unterschreitet, kommt es auch nicht auf die Frage an, ob die vertragliche Vereinbarung der Wohnungsgröße den Sinn haben sollte, die Wohnfläche unabhängig von den tatsächlichen Umständen verbindlich festzulegen und damit Minderungsansprüche des Mieters wegen einer Flächenabweichung von vornherein auszuschließen (vgl. dazu Senatsurteil vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, aaO, unter II 1 und 2 a;… Senatsurteil vom 28. September 2005, aaO, unter II 1 a.E.;… Senatsurteil vom 22. Februar 2006, aaO, unter II 2).
- BGH, 10.03.2010 - VIII ZR 144/09
Mietrecht - Keine doppelte Toleranzgrenze bei falschen Wohnflächen
Bei der Beurteilung der Erheblichkeit des Mangels ist nicht eine zusätzliche Toleranzspanne anzusetzen (im Anschluss an BGH, Urteil vom 24. März 2004 - VIII ZR 133/03, IBR 2005, 1021 - nur online).*).Für die Berechnung der Minderung ist in diesem Fall ebenfalls die prozentuale Unterschreitung der vereinbarten Quadratmeterzahl maßgebend und nicht eine um eine Toleranzspanne verringerte Flächenabweichung (im Anschluss an BGH, Urteil vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, IBR 2005, 1021 - nur online).*).
Rechtsfehlerfrei geht das Berufungsgericht allerdings davon aus, dass die Angabe einer Wohnfläche von "ca. 100 m²" als Beschaffenheitsvereinbarung anzusehen ist, die bei einer Abweichung von mehr als 10 % zum Nachteil des Mieters einen zur Minderung berechtigenden Sachmangel (§ 536 Abs. 1 Satz 1 BGB) der Mietsache darstellt (vgl. Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947, unter II 2 c; VIII ZR 44/03, NJW 2004, 2230, unter II 1; VIII ZR 133/03, WuM 2004, 268, unter II; vom 28. September 2005 - VIII ZR 101/04, WuM 2005, 712, unter II 2; vom 23. Mai 2007 - VIII ZR 231/06, NJW 2007, 2624, Tz. 12; VIII ZR 138/06, NJW 2007, 2626, Tz. 13; vom 16. September 2009 - VIII ZR 275/08, NJW 2009, 3421, Tz. 9; vom 28. Oktober 2009 - VIII ZR 164/08, NJW 2010, 292, Tz. 16 und vom 16. Dezember 2009 - VIII ZR 39/09, juris, Tz. 16; jeweils m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des Senats bedarf es zur Ermittlung der Kriterien, nach denen die Wohnfläche zu berechnen ist, der Auslegung, weil insoweit kein einheitliches Verständnis besteht (Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, aaO, unter II 1, und VIII ZR 44/03, aaO, unter II 1 b;… vom 23. Mai 2007 - VIII ZR 231/06, aaO, Tz. 13;… vom 16. September 2009, aaO, Tz. 10).
Ist dies der Fall, so ist auch die Tauglichkeit der Wohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch gemindert, ohne dass es auf einen Nachweis einer konkreten Beeinträchtigung des Mieters durch die Flächenabweichung ankommt (Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, aaO, unter II 2 b, …und vom 28. September 2005, aaO).
Vielmehr ist auch in diesem Fall die Miete entsprechend der prozentualen Flächenabweichung gemindert (Senatsurteil vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, aaO, unter II 2 d;… vgl. ferner Schmidt-Futterer/Börstinghaus, Mietrecht, 9. Aufl., § 558 BGB Rdnr. 58;… Sternel, Mietrecht aktuell, 4. Aufl., Rdnr. VIII 126; Kraemer, NZM 1999, 156, 161).
- BGH, 04.05.2005 - XII ZR 254/01
Mietrecht - Gewerbemiete: Flächenabweichung von mehr als 10% immer Mangel!
a) Auch bei der Miete von Geschäftsräumen stellt eine Mietfläche, die um mehr als 10 % unter der im Mietvertrag vereinbarten Fläche liegt, einen nicht unerheblichen Mangel dar (im Anschluß an BGH Urteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 133/03 - NZM 2004, 456 und - VIII ZR 295/03 - NJW 2004, 1947).*).Ob die Beeinträchtigung erheblich ist, bestimmt sich nach den Vereinbarungen der Parteien über die individuelle Beschaffenheit des Mietobjekts (zur Mietfläche: BGH Urteil vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03 - NJW 2004, 1947, 1948; Kraemer NZM 2000, 1121, 1122;… ders. NZM 1999, aaO).
aa) Für den Anspruch des Wohnraummieters auf Minderung wegen tatsächlich geringerer Wohnfläche als vertraglich vereinbart hat der Bundesgerichtshof entschieden, daß ein abweichendes Flächenmaß die Tauglichkeit der Mietsache zum vertragsgemäßen Gebrauch (§ 537 Abs. 1 Satz 2 BGB a.F.) dann erheblich mindert, wenn die tatsächliche Fläche um mehr als 10 % hinter der vertraglich vereinbarten Größe zurückbleibt (BGH Urteile vom 24. März 2004 aaO; vom 24. März 2004 - VIII ZR 133/03 - NZM 2004, 456;… für Gewerberäume: OLG Karlsruhe aaO; OLG Düsseldorf Grundeigentum 2005, 299).
Deshalb sind die vom VIII. Zivilsenat in seinen Urteilen vom 24. März 2004 (aaO) für den Fall von Minderflächen bei der Vermietung von Wohnungen aufgestellten Grundsätze auch auf Geschäftsraummietverträge anzuwenden (…so auch bereits OLG Düsseldorf aaO; Schul/Wichert ZMR 2002, 633, 638).
- BGH, 31.10.2007 - VIII ZR 261/06
Mietrecht - Abrechnung verbrauchsabhängiger Betriebskosten
Weicht die im Mietvertrag vereinbarte Wohnfläche von der tatsächlichen Wohnfläche ab, so ist der Abrechnung von Betriebskosten die vereinbarte Wohnfläche zugrunde zu legen, wenn die Abweichung nicht mehr als 10 % beträgt (Fortführung der Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947 und vom 23. Mai 2007 - VIII ZR 138/06, NJW 2007, 2626).*).Auf eine Differenz zwischen der vereinbarten und der tatsächlichen Wohnfläche kommt es nach der Rechtsprechung des Senats nicht an, wenn die Abweichung unerheblich ist, das heißt nicht mehr als 10 % beträgt (vgl. Urteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947 zur Frage der Mietminderung, …sowie vom 23. Mai 2007, aaO, unter II 2 b, zur Mieterhöhung nach § 558 BGB).
- BGH, 07.07.2004 - VIII ZR 192/03
Mietrecht - Abweichung tatsächlicher von berechneter Wohnfläche über 10%
Übersteigt die in einem Mieterhöhungsverlangen angegebene und der Berechnung zugrunde gelegte Wohnfläche die tatsächliche Wohnfläche, so kann der Mieter unter dem Gesichtspunkt der ungerechtfertigten Bereichung die Rückzahlung der in der Folgezeit aufgrund der fehlerhaften Berechnung überzahlten Miete verlangen, wenn die Abweichung der tatsächlichen von der angegebenen Wohnfläche mehr als 10 % beträgt (im Anschluß an Senatsurteil vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, zur Veröffentlichung vorgesehen).*).Zutreffend ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, daß bei der Angabe einer zu großen Wohnfläche als Grundlage für die Berechnung der ortsüblichen Miete in einem Mieterhöhungsverlangen gemäß § 2 MHG, der hier noch anwendbar ist (Art. 229 § 3 Abs. 1 Ziff. 2 EGBGB), nicht die im Erhöhungsverlangen zugrunde gelegte Wohnfläche, sondern die tatsächliche, geringere Größe der Wohnung maßgeblich ist, wenn es sich um eine erhebliche, nämlich, wie der Senat entschieden hat, um eine Abweichung von mehr als 10 % handelt (Senatsurteil vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, zur Veröffentlichung bestimmt, zur Frage der Mietminderung bei einer im Mietvertrag angegebenen falschen Wohnungsgröße).
Eine Anpassung der getroffenen Vereinbarung ist hier geboten, da die angegebene Wohnfläche von 100 m2, nach der die verlangte Miete berechnet wurde, und die tatsächliche Größe von 87, 63 m2 um mehr als 10 % voneinander abweichen (vgl. Senatsurteil vom 24. März 2004 aaO unter II 2).
Eine derartige Abweichung ist in aller Regel als Mangel im Sinne des § 537 BGB a.F. (jetzt: § 536 BGB) anzusehen, ohne daß der Mieter darüber hinaus eine Minderung der Tauglichkeit der Wohnung zu dem vertraglich vorausgesetzten Gebrauch darlegen muß (Senatsurteil vom 24. März 2004 aaO unter II 2 b).
- BGH, 28.10.2009 - VIII ZR 164/08
Mietrecht - Über 10% Flächenabweichung: Auch bei Einfamilienhaus Mietminderung!
Eine Anhebung dieses Grenzwerts wegen der mitvermieteten Gartenfläche kommt nicht in Betracht (Fortführung von BGH, Urteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 133/03, WuM 2004, 268, und VIII ZR 295/03, WuM 2004, 336).*).Im Ansatz zutreffend geht das Berufungsgericht allerdings davon aus, dass ein Anspruch auf Rückzahlung zuviel gezahlter Miete gemäß § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB bestehen kann, wenn die tatsächliche Wohnfläche von der vertraglich vereinbarten Wohnfläche um mehr als 10 % nach unten abweicht und damit ein zur Minderung berechtigender Mangel im Sinne von § 536 BGB gegeben ist (Senatsurteile vom 23. Mai 2007 - VIII ZR 231/06, NJW 2007, 2624, Tz. 12 und vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947, unter II 2 c; VIII ZR 44/03, NJW 2004, 2230, unter II 1; VIII ZR 133/03, WuM 2004, 268, unter II).
Nach der Rechtsprechung des Senats bedarf es zur Ermittlung der Kriterien, nach denen die Wohnfläche zu berechnen ist, der Auslegung, weil insoweit kein einheitliches Verständnis besteht (Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, aaO, unter II 1 und - VIII ZR 44/03, aaO, unter II 1 b).
So wird bereits bei der Inserierung in aller Regel die Wohnungsgröße der angebotenen Wohnung angegeben, um Interessenten eine Vergleichbarkeit verschiedener Wohnungen zu erleichtern und um die Miete pro Quadratmeter errechnen zu können (Senatsurteil vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, aaO, unter II 2 b).
- BGH, 29.04.2009 - VIII ZR 142/08
Mietrecht - Wirksamkeit einer fristlosen Kündigung
Im Ausgangspunkt zutreffend sieht das Berufungsgericht in der Abweichung der tatsächlichen Wohnfläche von der im Mietvertrag angegebenen Wohnfläche um 22, 63 % einen Mangel der Mietwohnung im Sinne von § 536 Abs. 1 Satz 1 BGB (vgl. Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 133/03, WuM 2004, 268, und VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947), der zur Folge hat, dass den Klägern der vertragsgemäße Gebrauch der Mietsache zum Teil nicht rechtzeitig gewährt wurde und daher die ''grundsätzlichen Voraussetzungen"" einer außerordentlichen fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund gemäß § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BGB gegeben sind. - BGH, 22.04.2009 - VIII ZR 86/08
Mietrecht - Anrechnung von Balkonflächen nicht auf ein Viertel beschränkt
Zutreffend geht das Berufungsgericht davon aus, dass nach der Rechtsprechung des Senats eine Mietwohnung einen zur Minderung der Miete führenden Mangel im Sinne des § 536 Abs. 1 Satz 1 BGB aufweist, wenn ihre tatsächliche Wohnfläche um mehr als 10 % unter der im Mietvertrag angegebenen Wohnfläche liegt (Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947, unter II 2 b, und vom 22. Februar 2006 - VIII ZR 219/04, NJW-RR 2006, 801, Tz. 9 m.w.N.). - BGH, 16.09.2009 - VIII ZR 275/08
Mietrecht - Öffentlich-rechtliche Nutzungsbeschränkungen: Minderungsrecht?
a) Zutreffend geht das Berufungsgericht davon aus, dass die Angabe der Wohnfläche im Mietvertrag regelmäßig nicht als unverbindliche Beschreibung, sondern als Beschaffenheitsvereinbarung anzusehen ist, die bei einer Abweichung von mehr als 10 % zum Nachteil des Mieters zu einem Mangel der Mietsache führt (Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947, unter II 2 a, sowie vom 23. Mai 2007 - VIII ZR 138/06, NJW 2007, 2626 Tz. 13 f., 17). - BGH, 23.05.2007 - VIII ZR 231/06
Mietrecht - Ermittlung der Wohnfläche
Allerdings liegt ein zur Minderung der Miete berechtigender Mangel der Mietsache im Sinne des § 536 Abs. 1 Satz 1 BGB vor, wenn die gemietete Wohnung eine Wohnfläche aufweist, die mehr als 10 % unter der im Mietvertrag angegebenen Fläche liegt (Senatsurteile vom 24. März 2004 - VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947; VIII ZR 44/03, NJW 2004, 2230; VIII ZR 133/03, WuM 2004, 268). - BGH, 18.07.2012 - XII ZR 97/09
Gewerberaummietrecht - Minderfläche bei Nebenräumen: Berechnung der Minderung?
- BGH, 24.03.2004 - VIII ZR 44/03
Mietrecht - Wann weicht Wohnfläche von der angegebenen Fläche erheblich ab?
- BGH, 20.07.2005 - VIII ZR 347/04
Mietrecht - Bemessungsgrundlage für Mietminderung ist Bruttomiete
- BGH, 22.02.2006 - VIII ZR 219/04
Mietrecht - Auslegung d. Begriffs "Wohnfläche" wenn Dachterrasse mitbenutzt wird
- BGH, 24.03.2004 - VIII ZR 133/03
Mietrecht - Mietkürzung bei zu kleiner Wohnung möglich
- BGH, 23.06.2010 - VIII ZR 256/09
Mietrecht - Zustandekommen einer konkludenten Wohnflächenvereinbarung
- BGH, 08.07.2009 - VIII ZR 218/08
Wohnraummietrecht - Flächenberechnung: abgetrennter Freisitz und niedrige Decke?
- OLG Frankfurt, 04.01.2005 - 12 U 137/04
Gewerberaummiete: Berechtigung zur Minderung bei Flächenminus von 10,022%
- BGH, 16.12.2009 - VIII ZR 39/09
Mietrecht - Ermittlung der Wohnfläche einer Maisonettewohnung
- BGH, 21.10.2009 - VIII ZR 244/08
Mietrecht - Auslegung des Begriffs "Mietraumfläche"
- KG, 29.08.2005 - 22 U 279/04
Mietrecht - Vertraglicher Ausschluss der Mietzinsänderung bei Flächenabweichung
- OLG Düsseldorf, 13.01.2005 - 10 U 86/04
Mietrecht - Erhebliche Flächenabweichung als Mangel der Mietsache
- BGH, 28.09.2005 - VIII ZR 101/04
Mietrecht - Mietrückzahlung wegen nach Umbau verkleinerter nutzbarer Wohnfläche
- OLG Düsseldorf, 17.11.2011 - 24 U 56/11
Mietrecht - Ca.- Angabe zur vermieteten Fläche ist keine Zusicherung!
- OLG München, 14.04.2005 - 19 U 5861/04
Immobilienmakler - Haftung für fehlerhaftes Exposé
- KG, 04.05.2009 - 8 U 183/08
Mietrecht - Vermieterpflichten zur Abwendung des Kündigungsfolgeschadens
- KG, 15.08.2005 - 8 U 81/05
Mietrecht - Flächenabweichung unter 10%: Mietminderung möglich?
- LG Frankfurt/Main, 02.12.2008 - 17 S 144/07
Mietrecht - Negative Abweichung der Mietfläche um 10 % stellt Mangel dar
- KG, 30.09.2005 - 12 U 213/04
Gewerberaummiete - Mangel der Mietsache bei weniger als 10% der Nutzfläche?
- OLG Düsseldorf, 09.11.2010 - 24 U 223/09
Mietrecht - (Un)kenntnis des Pächters von Mietmängeln - Minderung?
- KG, 05.02.2009 - 12 U 122/07
Mietrecht - Minderung bei Flächenabweichung
- AG Brandenburg, 14.07.2011 - 31 C 102/09
- LG Münster, 17.10.2007 - 9 S 224/06
Miete, Sachmangel, Wohnfläche
- OLG Koblenz, 18.10.2007 - 5 U 567/07
Verfahrensrecht - Unzulässiges Urteil über Klage/Widerklage bei Kläger-Säumnis
- LG Frankfurt/Main, 17.02.2009 - 17 S 102/08
Wohnraummiete: Behandlung von Treppenpodesten bei der Wohnflächenberechnung
- LG Rostock, 17.03.2006 - 1 S 2/04
Wohnraummietrecht - Ungedeckte Terasse keine anrechenbare Wohnfläche!
- AG Dortmund, 28.03.2006 - 125 C 13145/05
Mietminderung bei Abweichung der Wohnfläche von der Angabe in einer zur Vorlage …
- LG Landshut, 17.05.2006 - 12 S 393/06
Mietrecht - Mietrückzahlung wegen zu kleiner Wohnung
- LG Hamburg, 08.07.2008 - 316 S 22/08
Mieterhöhungsverlangen: Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete auf einer von …
- AG Gummersbach, 20.04.2009 - 1 C 612/07
Mietrecht - Flächendifferenz stellt einen Mangel der Mietsache dar
- LG Aachen, 22.05.2009 - 6 S 35/09
Minderung, Wohnfläche, ca.-Angabe
- LG Köln, 05.03.2008 - 10 S 327/05
- AG Köln, 10.06.2008 - 203 C 135/08
- LG Hamburg, 07.07.2011 - 307 S 162/10
Mietrecht - Maßgeblichkeit der Wohnflächenabrede für Mieterhöhung/Betriebskosten
- LG Berlin, 16.01.2007 - 63 S 267/05
Formularmäßiger Wohnraummietvertrag: Wirksamkeit einer …
- LG Berlin, 19.01.2007 - 63 S 241/06
Wohnraummiete: Mietminderung bei Wohnflächendifferenz infolge …
- AG Berlin-Schöneberg, 18.07.2007 - 102 C 606/05
Minderung der Wohnraummiete bei Wohnflächenabweichung: Mangelhaftigkeit der …
- AG Berlin-Charlottenburg, 21.12.2005 - 221 C 259/02
Wohnraummiete: Keine Mietminderung wegen Flächenabweichung über 10 % bei Ansatz …
- LG Saarbrücken, 02.03.2006 - 11 S 140/05
- LG Koblenz, 01.04.2010 - 14 S 14/09
Mietrecht - Zu den Mietminderungen bei Mängeln und Wohnflächenabweichungen
- LG Bonn, 03.06.2011 - 2 O 366/09
- AG St. Wendel, 19.07.2005 - 15 C 149/05
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