Rechtsprechung
| VerfGH Nordrhein-Westfalen, 09.07.1998 - VerfGH 16/96, VerfGH 7/97 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- openjur.de
- Verfassungsgerichtshof Nordrhein-Westfalen
Verfassungsbeschwerden gegen Gemeindefinanzierungsgesetze 1996 und 1997 erfolglos
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
Kurzfassungen/Presse (2)
Zeitschriftenfundstellen
- NVwZ-RR 1999, 81
- DVBl 1998, 1280
Wird zitiert von ... (20)
- VerfGH Nordrhein-Westfalen, 09.07.1998 - VerfGH 7/97 Sie wenden sich mit ihren Verfassungsbeschwerden im Verfahren VerfGH 16/96 gegen Vorschriften des Gesetzes zur Regelung der Zuweisungen des Landes Nordrhein-Westfalen an die Gemeinden und Gemeindeverbände im Haushaltsjahr 1996 (Gemeindefinanzierungsgesetz - GFG 1996) vom 20. März 1996 (GV NW S. 124) und im Verfahren VerfGH 7/97 gegen Vorschriften des Gesetzes zur Regelung der Zuweisungen der Landes NordrheinWestfalen an die Gemeinden und Gemeindeverbände im Haushaltsjahr 1997 (Gemeindefinanzierungsgesetz - GFG 1997) vom 18. Dezember 1996 (GV NW S. 586) i.d.F. des Änderungsgesetzes vom 27. Juni 1997 (GV NW S. 176).
1. Mit ihren am 13. Dezember 1996, am 17. März 1997 und am 25. März 1997 beim Verfassungsgerichtshof eingegangenen Verfassungsbeschwerden im Verfahren VerfGH 16/96 machen die Beschwerdeführerinnen geltend, § 2 Abs. 1 Satz 1, § 3 Abs. 1, 1. Halbsatz und 2. Halbsatz Nrn. 2 und 3, Abs. 2, § 5 Abs. 1 Satz 3, § 7 Abs. 1 und 2, § 8 Abs. 2, 3, 5 und 6, § 9 Abs. 2 Nrn. 1 und 2, § 20, §§ 21 bis 30, § 34 und § 41 GFG 1996 verletzten die Vorschriften der Landesverfassung über das Recht auf kommunale Selbstverwaltung und auf Bereitstellung ausreichender, richtig verteilter Finanzausgleichsmittel gemäß den Art. 78 Abs. 1, 3 und 79 Satz 2 LV.
Im Verfahren VerfGH 16/96 beantragen die Beschwerdeführerinnen, festzustellen, daß das Gesetz zur Regelung der Zuweisungen des Landes Nordrhein-Westfalen an die Gemeinden und Gemeindeverbände im Haushaltsjahr 1996 (Gemeindefinanzierungsgesetz - GFG 1996) vom 20. März 1996 (GV NW S. 124) die Vorschriften der Landesverfassung über das Recht der kommunalen Selbstverwaltung verletzt und nichtig ist.
3. Der Verfassungsgerichtshof hat die Verfahren VerfGH 16/96 und VerfGH 7/97 durch Beschluß vom 27. April 1998 zu gemeinsamer Verhandlung und Entscheidung verbunden.
Auch die Gutachter ..., auf die sich die Beschwerdeführerinnen stützen, lehnen die Einwohnerzahl als Grundlage für differenzierte Hebesätze ab (Quo vadis Kommunaler Finanzausgleich?, Finanzwissenschaftliche Anmerkungen zur Stellungnahme der Regierung des Landes NordrheinWestfalen in dem verfassungsgerichtlichen Verfahren VerfGH 16/96, S. 28 ff.).
- StGH Niedersachsen, 04.06.2010 - StGH 1/08
Zur Verfassungsmäßigkeit von Art. 1 Abs. 3 NFAG-ÄndG vom 12.7.2007
Ein Ausgleichssystem, das finanzschwachen Kommunen jeden Anreiz nimmt, ihre Finanzkraft zu verbessern, oder es für finanzstärkere Kommunen finanziell attraktiv macht, sich statt selbstverantwortlicher Anspannung der eigenen Finanzkraft über den allgemeinen Finanzausgleich zu finanzieren, ist mit dem Prinzip der Eigenverantwortung und mit der Verfassung unvereinbar (Nds. StGH, Beschluss vom 15. August 1995, StGH 2, 3, 6 bis 10/93, Nds. StGHE 3, 136, 164; Urteil vom 16. Mai 2001, StGH 6/99, Nds. StGHE 4, 31, 60; so auch LVerfG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 13. Juni 2006, LVG 7/05, LVerfGE 17, 410, 430 f.; ThürVerfGH, Urteil vom 21. Juni 2005, VerfGH 28/03, LVerfGE 16, 593, 652; LVerfG Bbg, Urteil vom 16. September 1999, VfGBbg 28/98, LVerfGE 10, 237, 250; VerfGH NW, Urteile vom 9. Juli 1998, VerfGH 16/96, 7/97, NWVBl.Andere Landesverfassungsgerichte leiten die Schranken des gesetzgeberischen Gestaltungsspielraums nicht nur aus den Parallelbestimmungen zu Art. 58 NV ab, sondern beziehen sich im Sinne einer eigenen Begründung auf das im Rechtsstaatsprinzip verankerte objektive Willkürverbot in den Ausprägungen des interkommunalen Gleichbehandlungsgebots (vgl. nur VerfGBbg, Beschlüsse vom 18. Mai 2006, VfGBbg 39/04, www.verfassungsgericht.brandenburg.de, S. 9 und vom 18. Mai 2006, VfGBbg 278/03, LVerfGE 17, 91, 117 f.; Urteile vom 22. November 2007, VfGBbg 75/05, www.verfassungsgericht.brandenburg.de, S. 14; vom 29. August 2002, VfGBbg 34/01, LVerfGE 13, 159, 174 und vom 16. September 1999, VfGBbg 28/98, LVerfGE 10, 238, 246; LVerfG MV, Urteile vom 11. Mai 2006, LVerfG 1, 5, 9/05, LVerfGE 17, 297, 318 und vom 18. Dezember 2003, LVerfG 13/02, LVerfGE 14, 293, 302 f.; LVerfG NW, Urteile vom 6. Juli 1993, VerfGH 9, 22/92, NVwZ 1994, 68, vom 9. Juli 1998, VerfGH 16/96, 7/97, NWVBl.
Die Sachgerechtigkeit einer solchen Regelung wird vom Verfassungsgericht des Landes Brandenburg schon dann bejaht, wenn sich ein objektiver sachlicher Grund zu ihrer Rechtfertigung finden lässt, selbst wenn dieser im Gesetzgebungsverfahren keinen Niederschlag gefunden hat (vgl. VerfG Bbg, Beschluss vom 18. Mai 2006, VfGBbg 39/04, LVerfGE 17, 103, 119 f.; VerfGH NW, Urteile vom 9. Juli 1998, VerfGH 16/96, 7/97, NWVBl. 1998, S. 390 = Juris Rdnr. 64 …und vom 8. April 2003, VerfGH 2/02, NWVBl. 2003, S. 261 = Juris Rdnr. 45 - 47;… VerfGH Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 30. Januar 1998, N 2/97, NVwZ-RR 1998, S. 607 = Juris Rdnr. 27).
- VerfG Brandenburg, 16.09.1999 - VfGBbg 28/98 Der Finanzausstattungsanspruch ist in der Literatur (vgl. z. B. Hoppe, DVBl. 1992, 117, 118 f.; Birk/Inhester, DVBl. 1993, 1281, 1284) und in der Rechtsprechung der Landesverfassungsgerichte (vgl. z. B. Verfassungsgerichtshof Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 9. Juli 1998 - VerfGH 16/96, VerfGH 7/97 -, NWVBl. 1998, 390, 391 sowie Urteil vom 16. Dezember 1988 - VerfGH 9/87 -, OVGE 40, 300, 300 f.; Bayerischer Verfassungsgerichtshof, Entscheidung vom 12. Januar 1998 - Vf. 24-VII-94 -, BayVBl. 1998, 207, 208) allgemein anerkannt.
Es fehlt an anerkannten verläßlichen Kriterien zur exakten Bestimmung des Finanzbedarfs der Gemeinden (BVerfGE 86, 148, 233; Verfassungsgerichtshof Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 9. Juli 1998 - VerfGH 16/96, VerfGH 7/97 -, NWVBl. 1998, 390, 394).
- LVerfG Sachsen-Anhalt, 13.07.1999 - LVG 20/97 Je weniger streng zwischen "eigenem" und "übertragenem" kommunalen Wirkungskreis unterschieden wird, desto eher wird eine Finanzregelung unabhängig vom Wortlaut als weniger "dualistisch" verstanden werden können und einen einheitlichen Finanzausgleich nicht hindern; das gilt besonders für die Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen (…VfGH NW, Urt. v. 15.2.1985 - 17/83 -, OVGE 38, 301 [304/305];… Urt. v. 6.7.1993 - VerfGH 9, 22/92 -, OVGE 43, 252 [254/255]; Urt. v. 9.7.1998 - VerfGH 16/96, 7/97 -, NWVBl. 1998, 390 [393/394], dort in Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung des Nieders. Staatsgerichtshofs;… vgl. schließlich VfGH NW, Urt. v. 1.12.1998 - VerfGH 5/97 -, sowie neuerdings ["monistische" Aufgabenstruktur]: StGH BW, Urt. v. 10.5.1999 - GR 2/97 -, UrtAbdr, S. 28).
- LVerfG Mecklenburg-Vorpommern, 30.06.2011 - LVerfG 10/10
Kleinstgemeinden und der Finanzausgleich in Mecklenburg-Vorpommern
Allerdings erlaubt die Landesverfassung, im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs auch raumordnungspolitische Ziele zu verfolgen (vgl. auch VerfGH NW, Urt. v. 09.07.1998 - 16/96 u.a. -, NVwZ-RR 1999, 81, 85; BayVerfGH, Entsch. v. 27.02.1997 - Vf.17-VII-94 -, DÖV 1997, 639, 642).In der Rechtsprechung der Landesverfassungsgerichte wird eine Einwohnergewichtung zur Bestimmung des kommunalen Finanzbedarfs als überkommene Methode der Bedarfsermittlung sowie als nicht offensichtlich ungeeignet und damit im Rahmen des dem Gesetzgeber zustehenden Einschätzungs- und Gestaltungsspielraums liegend angesehen (…SächsVerfGH, Urt. v. 23.11.2000 - Vf. 53-II-97 -, SächsVBl 2001, 61, 66;… BbgVerfG a.a.O.; VerfGH NW, Urt. v. 09.07.1998 - 16/96 u.a. -, NVwZ-RR 1999, 81, 84 f.; BayVerfGH, Entsch. v. 27.02.1997 - Vf.17-VII-94 -, DÖV 1997, 639, 641).
- VerfGH für das Nordrhein-Westfalen, 09.07.1998 - VerfGH 16/96 Sie wenden sich mit ihren Verfassungsbeschwerden im Verfahren VerfGH 16/96 gegen Vorschriften des Gesetzes zur Regelung der Zuweisungen des Landes Nordrhein-Westfalen an die Gemeinden und Gemeindeverbände im Haushaltsjahr 1996 (Gemeindefinanzierungsgesetz - GFG 1996) vom 20. März 1996 (GV NW S. 124) und im Verfahren VerfGH 7/97 gegen Vorschriften des Gesetzes zur Regelung der Zuweisungen der Landes Nordrhein-Westfalen an die Gemeinden und Gemeindeverbände im Haushaltsjahr 1997 (Gemeindefinanzierungsgesetz - GFG 1997) vom 18. Dezember 1996 (GV NW S. 586) i.d.F. des Änderungsgesetzes vom 27. Juni 1997 (GV NW S. 176).
Mit im wesentlichen übereinstimmendem Vortrag wenden sich die Beschwerdeführerinnen im Verfahren VerfGH 7/97 gegen § 2 Abs. 1 Satz 1, § 3 Abs. 1, 1. Halbsatz und 2. Halbsatz Nrn. 2 und 3, Abs. 2, § 5 Abs. 1 Sätze 1 und 3, § 7 Abs. 1 und 2, § 8 Abs. 2, 3, 5 und 6, § 9 Abs. 2 Nrn. 1 und 2, § 16 Abs. 1 Satz 4, § 20, §§ 21 bis 29, § 32 und § 39 GFG 1997.
Im Verfahren VerfGH 7/97 beantragen die Beschwerdeführerinnen,.
Der Verfassungsgerichtshof hat die Verfahren VerfGH 16/96 und VerfGH 7/97 durch Beschluß vom 27. April 1998 zu gemeinsamer Verhandlung und Entscheidung verbunden.
- VerfGH Nordrhein-Westfalen, 01.12.1998 - VerfGH 5/97
Verfassungsbeschwerde der Stadt Gelsenkirchen erfolglos
a) Der Verfassungsgerichtshof hat in seinem Urteil vom 9. Juli 1998 (- VerfGH 16/96 und 7/97 -, NWVBl. 1998, 390) bereits festgestellt, daß die den Gemeinden im Finanzausgleich der Gemeindefinanzierungsgesetze 1996 und 1997 insgesamt zur Verfügung gestellte Finanzausstattung verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist.Die angegriffene Festsetzung der fiktiven Hebesätze in den Gemeindefinanzierungsgesetzen 1996 und 1997 hat der Verfassungsgerichtshof bereits mit seinem Urteil vom 9. Juli 1998 (- VerfGH 16/96 und 7/97 -, NWVBl. 1998, 390) als verfassungskonform angesehen.
- VerfG Brandenburg, 22.11.2007 - VfGBbg 75/05
Kommunale Verfassungsbeschwerde gegen Finanzausgleichsgesetz sowie …
Es fehlt an anerkannten verläßlichen Kriterien zur exakten Bestimmung des Finanzbedarfs (BVerfGE 86, 148, 233; VerfGH NW, Urteil vom 9. Juli 1998 - VerfGH 16/96 -, VerfGH 7/97 -, NWVBl. 1998, 390, 394). - VerfGH Sachsen, 23.11.2000 - 53-II-97 Bei seiner Abwägungsentscheidung ist der Gesetzgeber unzutreffend davon ausgegangen, es stehe ihm nach der Sächsischen Verfassung frei, die an die kommunalen Selbstverwaltungsträger zu verteilenden Mittel für den Mehrbelastungsausgleich (Art. 85 Abs. 2 SächsVerf) zusammen mit den Mitteln für den übergemeindlichen Finanzausgleich (Art. 87 Abs. 3 und 4 SächsVerf) als einheitliches Gesamtvolumen auszugestalten und finanzkraftabhängig zu verteilen, wie dies nach der Rechtsprechung anderer Landesverfassungsgerichte (vgl. insbesondere VerfGH NW, OVGE 38, 301 [305 f.]; NVwZ-RR 1999, 81 [83 f.] zu Art. 78 Abs. 3 VerfNW) - bei abweichender Verfassungsrechtslage - für zulässig erachtet wird.
- VerfGH Sachsen, 29.01.2010 - 25-VIII-09
Sächsische Gemeinden bleiben mit Normenkontrollverfahren um die …
Dem Gesetzgeber ist es danach verwehrt, durch die Gestaltung des Finanzausgleichs die Gemeinden im Vergleich mit dem Freistaat in stärkerem Maße zu einer Aufgabenreduzierung oder anderen Einsparungen zu zwingen (Sächs- VerfGH JbSächsOVG 8, 17 [33]; vgl. ThürVerfGH LVerfGE 16, 593 [625 f.]; VerfGH NRW DVBl. 1998, 1280 [1281]; StGH BW LVerfGE 10, 3 [25 f.]; BbgVerfG LVerfGE 10, 237 [243]; LVerfG-LSA LVerfGE 10, 440 [464 f.]). - LVerfG Mecklenburg-Vorpommern, 18.12.2003 - LVerfG 13/02
Amtsangehörige Gemeinden - Kommunale Selbstverwaltung, Finanzausgleich
- StGH Niedersachsen, 07.03.2008 - StGH 2/05
Verfassungsbeschwerden von 11 niedersächsischen Gemeinden zurückgewiesen
- OVG Nordrhein-Westfalen, 20.03.2008 - 16 A 1847/04
- VerfGH Thüringen, 02.11.2011 - VerfGH 13/10
Finanzausstattung der Kommunen in Thüringen
- VG Gelsenkirchen, 30.04.2005 - 15 K 1594/01
- LVerfG Mecklenburg-Vorpommern, 23.02.2012 - LVerfG 37/10
Zulässigkeit einer und Anforderungen an eine Stadt-Umland-Umlage
- VerfGH Sachsen, 26.08.2010 - 129-VIII-09
- LVerfG Mecklenburg-Vorpommern, 16.09.2002 - LVerfG 8/02
Einstweilige Anordnung bei Fraktionsausschluss
- OVG Thüringen, 20.07.2000 - 1 N 1147/97
Schulrecht; Schulrecht; Schulrecht; Bestimmtheit; Verordnung; Ermächtigung; …
- VG Gelsenkirchen, 30.04.2004 - 15 K 1728/01
