Rechtsprechung
   BGH, 25.06.1975 - VIII ZR 244/73   

Volltextveröffentlichungen

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1975, 1693
  • WM 1969, 1391
  • WM 1975, 895



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Wird zitiert von ... (56)  

  • BGH, 29.11.2006 - VIII ZR 92/06  

    Kaufrecht - Keine Garantieübernahme ohne Einstandswillen für Beschaffenheit

    Er kann und darf daher davon ausgehen, dass eine ohne Einschränkung oder deutlichen gegenteiligen Hinweis gemachte Kilometerangabe sich auf die für ihn entscheidende Laufleistung des Fahrzeugs bezieht (Senat, Urteil vom 25. Juni 1975 - VIII ZR 244/73, WM 1975, 895, unter III 1; OLG Naumburg, MDR 1997, 1026; OLG Köln, OLGR Köln 1991, 19).

    Die Frage, ob die Angabe der Laufleistung lediglich als Beschaffenheitsangabe (§ 434 Abs. 1 Satz 1 BGB) oder aber als Beschaffenheitsgarantie (§ 444 Alt. 2 BGB) zu werten ist, ist unter Berücksichtigung der beim Abschluss eines Kaufvertrages über ein Gebrauchtfahrzeug typischerweise gegebenen Interessenslage zu beantworten (vgl. Senat, Urteil vom 25. Juni 1975 - VIII ZR 244/73, WM 1975, 895, unter III 2).

    Der Senat hat deshalb zum alten, bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Kaufrecht in ständiger Rechtsprechung entschieden, der Kaufinteressent könne und dürfe den Angaben des Gebrauchtwagenhändlers über die Laufleistung des Fahrzeugs besonderes Vertrauen entgegenbringen und davon ausgehen, der Händler wolle sich für die Kilometerangabe "stark machen", mithin zusichern - in heutiger Terminologie: garantieren -, dass die bisherige Laufleistung nicht wesentlich höher liege als die angegebene (vgl. Senat, Urteil vom 25. Juni 1975 - VIII ZR 244/73, WM 1975, 895, unter III 2 und 3; Urteil vom 13. Mai 1998 - VIII ZR 292/97, WM 1998, 1590, unter II; Urteil vom 15. Februar 1984 - VIII ZR 327/82, WM 1984, 534, unter II 1; Urteil vom 18. Februar 1981 - VIII ZR 72/80, WM 1981, 380, unter II 1 b aa).

  • OLG Braunschweig, 05.09.1996 - 1 U 22/96  

    Angabe des Kilometerstandes als Eigenschaftszusicherung beim Gebrauchtwagenkauf

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  • BGH, 11.06.1979 - VIII ZR 224/78  

    Formularmäßige Haftungsfreizeichnung bei Verkauf eines Gebrauchtwagens durch

    b) Der Bundesgerichtshof und insbesondere der erkennende Senat haben bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Regelung des Rechts der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBG) die hier streitige Klausel und den in ihr enthaltenen vollständigen Gewährleistungsausschluss im Gebrauchtwagenhandel - und zwar auch gegenüber Nichtkaufleuten - als rechtswirksam angesehen (Senatsurteile vom 11. Februar 1958 - VIII ZR 85/57 -, LM HGB § 346 (C) Nr. 8 = BB 1958, 283; vom 21. März 1966 - VIII ZR 44/64 -, WM 1966, 473 = NJW 1966, 1070; vom 8. Oktober 1969 - VIII ZR 20/68 -, WM 1969, 1391 = NJW 1970, 29; vom 25. Juni 1975 - VIII ZR 244/73 -, WM 1975, 895 = NJW 1975, 1693; vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 -, WM 1977, 584 = NJW 1977, 1055; vom 29. Juni 1977 - VIII ZR 43/76 -, WM 1977, 1048 = NJW 1977, 1914 sowie vom 10. Oktober 1977 - VIII ZR 110/76 -, WM 1977, 1351 = NJW 1978, 261).

    aa) Maßgebend für diese Rechtsprechung war einmal die Erwägung, dass es schon nach sehr kurzer Zeit häufig nicht mehr feststellbar ist, ob ein Fehler bereits bei Kaufabschluss vorhanden war oder - wenn auch bedingt durch eine schon bestehende Abnutzung - erst nach dem für die Gewährleistung maßgeblichen Zeitpunkt des Gefahrübergangs entstanden ist (Senatsurteil vom 8. Oktober 1969 - VIII ZR 20/68 -, WM 1969, 1391 = NJW 1970, 29).

    Der Senat hat angesichts der Signalwirkung, die einige im Gebrauchtwagenhandel übliche Angaben (Kilometerstand, Art der Vorbenutzung pp.) für den Kaufabschluss haben, an das Vorliegen auch einer nur stillschweigenden Zusicherung keine hohen Anforderungen gestellt (vgl. etwa Senatsurteile vom 25. Juni 1975 - VIII ZR 244/73 -, WM 1975, 895 = NJW 1975, 1693; vom 10. Oktober 1977 - VIII ZR 110/76 -, WM 1977, 1351 = NJW 1978, 261 sowie vom 5. Juli 1978 - VIII ZR 172/77 -, WM 1978, 1172 = NJW 1978, 2241).

    Frage, ob bei Eigenschaftszusicherungen ein formularmäßiger Haftungsausschluss nicht nur gegenüber Schadensersatzansprüchen (§§ 463, 480 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 11 Nr. 11 AGBG; vgl. dazu BGHZ 50, 200, 207), sondern auch gegenüber einem etwaigen Wandlungs- bzw. Minderungsbegehren des Käufers unwirksam ist (vgl. dazu Senatsurteil vom 10. Oktober 1977 - VIII ZR 110/76 -, aaO.) - im Regelfall jedenfalls auf die in dieser Zusicherung liegende Individualabrede berufen, die von der formularmäßigen Freizeichnung nicht erfasst wird (§ 4 AGBG; vgl. Senatsurteil vom 25. Juni 1975 - VIII ZR 244/73 -, aaO.).

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