Rechtsprechung
   BGH, 02.10.1986 - III ZR 130/85   

Volltextveröffentlichungen (4)

  • FIS Money Advice (Volltext/Auszüge)
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Sittenwidrigkeit eines in einer Niedrigzinsperiode abgeschlossenen Ratenkreditvertrages

  • Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Sittenwidrigkeit eines Ratenkreditvertrags wegen überhöhter Zinsforderung

  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Sittenwidrigkeit eines Ratenkreditvertrags auch in Niedrigzinsperiode bei Überschreitung des Marktzinses um 100 % und weiteren schwerwiegenden vertraglichen Belastungen des Kreditnehmers

Kurzfassungen/Presse (2)

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1987, 183
  • NJW-RR 1987, 107 (Ls.)
  • ZIP 1987, 225
  • MDR 1987, 296
  • WM 1986, 1517
  • BB 1987, 23



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Wird zitiert von ... (15)  

  • BGH, 24.03.1988 - III ZR 30/87  

    Sittenwidrigkeit eines Ratenkreditvertrages

    Die übliche Bearbeitungsgebühr hat das Berufungsgericht dagegen mit 3 % des Nettokredits = 900, - DM beziffert, obwohl beide Parteien hierfür nur 2 % angesetzt hatten, wie es den Monatsberichten der Deutschen Bundesbank für die Vertragszeit und der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats - auch für Kredite mit längerer Laufzeit - entspricht (vgl. Senatsurteile vom 2. Oktober 1986 aaO und BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Ratenkredit 2 - vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 = WM 1987, 463; vom 5. März 1987 aaO und vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86 = WM 1988, 184 zur Veröffentlichung in BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Ratenkredit 11 + 12 - vorgesehen).

    Da es sich hierbei nicht um eine starre Grenze handelt, ist eine Anwendung des § 138 Abs. 1 BGB auch dann noch zu billigen, wenn die relative Zinsdifferenz zwischen 90 % und 100 % liegt und die von der Bank festgelegten sonstigen Kreditbedingungen die Belastung des Kreditnehmers ins Untragbare steigern (Senatsurteile vom 8. Juli 1982 - III ZR 60/81 = WM 1982, 921, 923, vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 = BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Ratenkredit 3 - = WM 1986, 1517, 1518 und vom 24. September 1987 - III ZR 188/86 = WM 1987, 1354, 1355).

    Es bleibt Sache des Kreditgebers, darzulegen und notfalls zu beweisen, daß der Kreditnehmer sich auf den ihn objektiv übermäßig belastenden Vertrag nicht nur wegen seiner wirtschaftlich schwächeren Lage, Rechtsunkundigkeit und Geschäftsungewandtheit eingelassen hat oder daß der Kreditgeber das jedenfalls nicht erkannt oder ohne Leichtfertigkeit verkannt hat (Senatsurteile BGHZ 98, 174, 178 und vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 - BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Ratenkredit 4 -).

    Nach der Rechtsprechung des Senats reicht es aber zur Widerlegung der - für die persönlichen Voraussetzungen des § 138 Abs. 1 BGB sprechenden - Vermutung nicht aus, daß die vereinbarten Raten für den Schuldner aufgrund seiner Einkünfte noch tragbar waren und daß er früher bereits andere Ratenkreditverträge abgeschlossen hatte (vgl. Senatsurteile vom 10. Juli 1986 - III ZR 133/85 = WM 1986, 991, 993, vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 = BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Ratenkredit 4 = WM 1986, 1517, 1518 und vom 2. Dezember 1982 - III ZR 90/81 = ZIP 1983, 282, 285).

  • BGH, 24.03.1988 - III ZR 24/87  

    Auffälliges Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung beim Ratenkredit;

    c) Bei vermittelten Krediten sind die Maklerkosten grundsätzlich nur beim Vertragszins, nicht aber beim Marktzins zu berücksichtigen (Senatsurteile vom 2. Oktober 1986 aaO. = BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Ratenkredit 6 - und vom 5. März 1987 aaO.; zur Entwicklung der Rechtsprechung vgl. Urteil vom 24. September 1987 - III ZR 187/86 = WM 1987, 1245 zu II 4 c aa, zur Veröffentlichung in BGHZ 101, 380 bestimmt).

    Da es sich hierbei nicht um eine starre Grenze handelt, ist eine Anwendung des § 138 Abs. 1 BGB auch dann noch zu billigen, wenn die relative Zinsdifferenz zwischen 90 % und 100 % liegt und den Kreditnehmer unbillig belastende sonstige Umstände hinzukommen (vgl. Senatsurteile vom 8. Juli 1982 - III ZR 60/81 = WM 1982, 921, 923, vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 = WM 1986, 1517, 1518 und vom 24. September 1987 - III ZR 188/86 = WM 1987, 1354, 1355).

  • BGH, 12.02.1987 - III ZR 251/85  

    Umschuldung eines sittenwidrigen Kreditvertrages

    Das entspricht der gefestigten Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. zuletzt Senatsurteile vom 10. Juli 1986 - III ZR 133/85 und 47785 = WM 1986, 991 und 1017; vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 und 163/85 = WM 1986, 1517, 1519 und vom 6. November 1986 - III ZR 70/86 = WM 1987, 101 ).

    Der Senat hat diese Auffassung insbesondere auch für Ratenkredite, die von Teilzahlungsbanken in der Niedrigzinsperiode der Jahre 1975-1979 für Laufzeiten von über 24 Monaten gewährt worden sind, ausdrücklich gebilligt (Senatsurteile a.a.O.) und ein auffälliges Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistungen auch in Fällen bejaht, in denen der Marktzins nur 8-9 % betrug und der Vertragszins rund doppelt so hoch lag (vgl. Urteil vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 = WM 1986, 1517 ).

mehr
  • BGH, 05.11.1987 - III ZR 98/86  

    Bestimmung des auffälligen Mißverhältnisses beim Ratenkreditvertrag;

    Nach der gefestigten Rechtsprechung des Senats kann von einem solchen Mißverhältnis grundsätzlich nur dann gesprochen werden, wenn der Vertragszins mindestens doppelt so hoch ist wie der marktübliche Zins (z.B. Urteile vom 8. Juli 1982 aaO.; vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 - BGHR BGB § 138 I - Ratenkredit 3 = WM 1986, 1517, 1518; vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 - WM 1987, 463, 465).

    Insoweit geht es zwar im Ansatz zutreffend von der auch in Fällen der vorliegenden Art geltenden Vermutung aus, daß ein Privatkonsument sich auf objektiv sittenwidrige Kreditkonditionen nur wegen seiner wirtschaftlich schwächeren Lage, Rechtsunkundigkeit und Geschäftsungewandtheit einläßt (Senatsurteil vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 - BGHR BGB § 138 Abs. 1 Ratenkredit 4 = WM 1986, 1517, 1518 m.w.Nachw.).

  • BGH, 07.12.1989 - III ZR 270/88  

    BGB § 197

    Die Auffassung des erkennenden Senats (vgl. auch NJW 1987, 183/184 und NJW-RR 1988, 757 = WM 1988, 611, 613) ist jedoch inzwischen - auch über das Gebiet der Ratenkreditkosten hinaus (vgl. BGH, WM 1989, 1023 (1027/1028) = BGHRBGBB § 197 - Energiekosten 1; OLG Hamburg, NJW 1988, 1097 (1098)) - Grundlage der Rechtsprechung geworden.

    Die Auffassung des erkennenden Senats (vgl. auch NJW 1987, 183/184 und NJW-RR 1988, 757 = WM 1988, 611, 613) ist jedoch inzwischen - auch über das Gebiet der Ratenkreditkosten hinaus (vgl. BGH, WM 1989, 1023 (1027/1028) = BGHRBGBB § 197 - Energiekosten 1; OLG Hamburg, NJW 1988, 1097 (1098)) - Grundlage der Rechtsprechung geworden.

  • BGH, 20.02.1990 - XI ZR 195/88  

    Berücksichtigung der Nichtigkeit eines Vorkredits im Rahmen einer Umschuldung

    Entscheidende Punkte sind erst in den folgenden Jahren schrittweise geklärt worden, insbesondere auch die Frage, wie Vermittlungs- und Restschuldversicherungskosten beim Zinsvergleich zu berücksichtigen sind, ob bestimmte Zinsdifferenzen als Richtwerte für die Feststellung eines auffälligen Mißverhältnisses dienen können und ob insoweit für Niedrig- oder Hochzinsphasen Sonderregelungen gelten (vgl. insbesondere BGHZ 80, 153; Urteile vom 8. Juli 1982 - III ZR 60/81 = WM 1982, 921; vom 30. Juni 1983 - III ZR 114/82 = WM 1983, 551; vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 und 163/85 = WM 1986, 1517, 1519; BGHZ 104, 102 und vom 24. März 1988 - III ZR 24/87 = WM 1988, 647 ).
  • BGH, 15.01.1987 - III ZR 217/85  

    Auswirkungen der Sittenwidrigkeit eines Ratenkreditvertrages auf einen

    Insoweit kann sich das Berufungsurteil auf die gefestigte Rechtsprechung des anerkennenden Senats stützen (vgl. BGHZ 80, 153 mit Anmerkung Boujong LM BGB § 138 Bc Nr. 31; zuletzt Senatsurteile vom 10. Juli 1986 - III ZR 133/85 und 47/85 = WM 1986, 991, 1017, vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 und 163/85 = WM 1986, 1517, 1519 und vom 6. November 1986 - III ZR 70/86 -, zur Veröffentlichung bestimmt).
  • BGH, 12.02.1987 - III ZR 178/85  

    Haftung des Verkäufers beim finanzierten Abzahlungskauf

    Diese Würdigung war zwischen den Parteien in den Rechtsmittelinstanzen nicht mehr im Streit; sie entspricht der gefestigten Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. Senatsurteile BGHZ 80, 153; BGHZ 98, 174 ; vom 10. Juli 1986 - III ZR 47/85 = WM 1986, 1017 ; vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 = WM 1986, 1517 und III ZR 163/85 = WM 1986, 1519 ).
  • BGH, 24.09.1987 - III ZR 188/86  

    Sittenwidrigkeit eines Ratenkreditvertrages

    In seinem späteren Urteil vom 2. Oktober 1986 (III ZR 130/85 = BGHR BGB § 138 I - Ratenkredit 3 = NJW 1987, 183 ) hat der Senat seine Auffassung bekräftigt, daß selbst bei einem Marktzins von 8-9 % eine rund doppelt so hohe Zinsforderung (in jenem Fall: 96 %) einen Ratenkreditvertrag sittenwidrig erscheinen läßt, wenn die übrigen Vertragsbedingungen zahlreiche schwerwiegende Belastungen des Kreditnehmers enthalten (vgl. auch Senatsurteil vom 2. Oktober 1986 - III ZR 163/85 = BGHR aaO. - Ratenkredit 2 = NJW 1987, 181 ).
  • BGH, 03.12.1987 - III ZR 103/86  

    Auswirkungen der Sittenwidrigkeit eines Kreditvertrages auf die Beurteilung eines

    Beim ersten Kreditvertrag hält das Berufungsgericht die Vermutung, daß ein Privatkonsument sich auf objektiv sittenwidrige Kreditkonditionen nur wegen seiner wirtschaftlich schwächeren Lage, Rechtsunkundigkeit und Geschäftsgewandtheit einlasse (Senatsurteil vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 - BGHR BGB § 138 I - Ratenkredit 4 = WM 1986, 1517, 1518 m.w.N.), für widerlegt.
  • BFH, 04.10.1988 - VII R 191/85  
  • BGH, 18.01.1990 - III ZR 26/89  

    BGB § 138 Abs. 1

  • BGH, 09.11.1989 - III ZR 108/88  

    Zinsvergleich bei langfristigen Ratenkrediten ohne Anpassungsklausel

  • OLG Köln, 23.05.2012 - 13 U 150/11  

    Rückforderung der für die einvernehmliche Auflösung eines Zins-Swap-Geschäfts

  • OLG Oldenburg, 05.06.1989 - 13 U 5/89  

    Sittenwidrigkeit, Zinsen, Zinshöhe, Marktzins, Kreditbedingungen,

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