Rechtsprechung
| OLG Dresden, 10.07.2003 - WVerg 15/02 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Justiz Sachsen
VOB/A § 24; VOB/A § 25; VOB/A § 26
Aufhebung einer Ausschreibung; Nachverhandlungen; Wertungsstufen; Ausschluss eines Angebots - oeffentliche-auftraege.de
Wertungsstufen der VOB/A: Berücksichtigung von zwingenden bzw. in das Ermessen gestellten Ausschlussgründen einer bereits abgeschlossenen Wertungsstufe bei späteren Wertungsstufen
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Vergabe - Wertungsermessen der Vergabestelle bei § 25 Nr. 1 Abs. 1b VOB/A?
Kurzfassungen/Presse
- lto.de (Kurzinformation)
Erklärungsdefizit führt zum Ausschluss des Angebotes
Besprechungen u.ä.
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)
Fehlende Hersteller- und Typenbezeichnungen führen zum Ausschluss des Angebotes! (IBR 2003, 622)
Verfahrensgang
Zeitschriftenfundstellen
- NZBau 2003, 573
- IBR 2003, 622
- ZfBR 2003, 810
Wird zitiert von ... (37)
- OLG Dresden, 31.03.2004 - WVerg 2/04
Vergabe - Ausschluss eines unvollständigen Angebots
Die VOL/A erlaubt dabei im Rahmen des verbleibenden Wertungsermessens der Vergabestelle die Berücksichtigung von Angeboten, bei denen der Auftraggeber mit guten Gründen eine wettbewerbliche Relevanz der fehlenden Bieterangaben verneint (eine Einschränkung, die der Senat im Übrigen auch für den Anwendungsbereich der §§ 25 Nr. 1 Abs. 1 b, 21 Nr. 1 Abs. 1 S. 3 VOB/A nach dem mit diesen Vorschriften verbundenen vergaberechtlichen Zweck für sinnvoll hielte (vgl. die Senatsbeschlüsse vom 10.07.2003, WVerg 15/02 und 16/02). - VK Sachsen, 16.01.2008 - 1/SVK/084-07
Vergabe - Fehlende Erklärungen: Ausschluss!
Unter Hinweis auf das Urteil des BGH (IBR 2005, 562) und des OLG Dresden (IBR 2004, 456; IBR 2003, 622 und IBR 2003, 568) komme ein Wertungsausschluss nur dann in Frage, wenn in einem Angebot Angaben fehlten, die wertungsrelevant seien und die Vergleichbarkeit der Angebote rechtfertigten.Die Wertungsvorschrift des § 25 Nr. 1 Abs. 1 lit. b) VOB/A gibt der Vergabestelle kein Wertungsermessen, sondern zwingt zum Ausschluss solcher Angebote, deren Inhalt nicht den Anforderungen des § 21 Nr. 1 Abs. 1 Satz 3 VOB/A entspricht (OLG Dresden, Beschluss vom 10.07.2003 - WVerg 0015/02).
Es lässt nun ausdrücklich offen, ob die vom Senat im praktischen Ergebnis für richtig gehaltene Einschränkung des zwingenden Wertungsausschlusses bei auslegungsfähigem Angebotsinhalt und nur formal unvollständigen Erklärungen im Sinne des § 21 Nr. 1 Abs. 1 Satz 3 VOB/A sich im Lichte des Beschlusses des Bundesgerichtshofs vom 18.2.2003 weiterhin aufrechterhalten lässt (OLG Dresden, B. v. 10.7.2003 - Az.: WVerg 15/02).
- OLG Dresden, 10.07.2003 - WVerg 16/02
Vergabe - Ausschluss wegen fehlender produktidentifizierender Angaben
Dementsprechend rückte die Antragstellerin, in der Wertungsreihenfolge der Vergabestelle rechnerisch ursprünglich an vierter Stelle liegend, in der Bieterreihenfolge ebenso vor wie die (zunächst drittplatzierte) Antragstellerin des Parallelverfahrens WVerg 15/02.
- OLG Schleswig, 05.04.2005 - 6 Verg 1/05
Vergabe - Mindestanforderungen und Gleichwertigkeit eines Nebenangebotes
bejaht worden; dies schließt indes ungeachtet der Folge der "Wertungsstufen" in § 25 VOB/A eine Überprüfung dieser (Zwischen)Entscheidung nicht aus (vgl. OLG Dresden, Beschl. v. 10.07.2003, WVerg 15/02, NZBau 2003, 573;… OLG Schleswig, Urt. v. 17.02.2000, 11 U 91/98, NZBau 2000, 207 [Ls. 6]). - BayObLG, 18.09.2003 - Verg 12/03
Vergabe - Ausschluss eines Unterangebotes
d) Zwar ist die Zuverlässigkeit der Antragstellerin im Rahmen der zweiten Wertungsstufe bereits geprüft und bejaht worden, doch kann der Ausschluss eines Bieters wegen fehlender Zuverlässigkeit auch noch dann in der dritten Wertungsstufe erfolgen, wenn sich erst im Rahmen dieser Stufe Anhaltspunkte dafür ergeben, dass es dem Bieter an Zuverlässigkeit mangelt (vgl. BayObLG VergabeR 2002, 644; OLG Düsseldorf IBR 2003, 494; OLG Dresden WVerg 15/02 und 16/02 Beschluss vom 10.7.2003). - BayObLG, 15.09.2004 - Verg 26/03
Vergabe - Unnötige Zeugnisse müssen nicht vorgelegt werden!
Ist demnach eine Wettbewerbsrelevanz offensichtlich ausgeschlossen, kann also das Fehlen der geforderten Erklärungen unter keinem denkbaren Gesichtspunkt zu einer Wettbewerbsbeeinträchtigung führen (OLG Dresden Beschluss vom 10.7.2003, Az. WVerg 15/02 und 16/02; VK Münster Beschluss vom 9.5.2003, VK 7/03; OLG Saarbrücken Beschluss vom 29.10.2003, Az. 1 Verg 2/03; BayObLG Beschluss vom 28.5.2003; AZ. Verg 6/03 für einen üblicherweise erst nach Auftragserteilung vorzulegenden Bauzeitenplan), ist das Angebot des Bieters nicht als unvollständig zu behandeln. - OLG Frankfurt, 16.09.2003 - 11 Verg 11/03
Vergabe - Ausschluss wegen fehlender Typenbezeichnung
Die vergaberechtliche Relevanz dieser Umstände ergibt sich ausweislich der Überlegungen des Bundesgerichtshofs bereits als Schlussfolgerung daraus, dass ihre Angabe nach Maßgabe der Ausschreibungsunterlagen zulässigerweise gefordert war (… BGH a.a.O.; OLG Dresden, Beschluss vom 10.07.2003 - WVerg 0015/02). - VK Sachsen, 11.11.2004 - 1/SVK/105-04
Vergabe - Abweichungen jeglicher Art qualifizieren als Nebenangebot
Entsprechend der Entscheidung des OLG Dresden, Beschluss vom 10.07.2003, Az: WVerg 0015/02 ist der Ausschlusstatbestand des § 25 Nr. 1 Abs. 1 b VOB/A Abschnitt 2 auch nicht etwa erst dann gegeben, wenn das betreffende Angebot im Ergebnis nicht mit den anderen abgegebenen Angeboten verglichen werden kann. - VK Niedersachsen, 01.02.2008 - VgK-48/07
Vergabe - Führt fehlende Typenbezeichnung zwingend zum Ausschluss?
Die vergaberechtliche Relevanz dieser Umstände ergibt sich ausweislich der zitierten Entscheidungen des Bundesgerichtshofs bereits als Schlussfolgerung daraus, dass ihre Angabe nach Maßgabe der Ausschreibungsunterlagen zulässigerweise gefordert war (BGB, am angegebenen Ort; OLG Dresden, Beschluss vom 10.07.2003, Az.: WVerg 0015/02). - VK Sachsen, 17.12.2007 - 1/SVK/073-07
Vergabe - Zulässigkeit des Verhandlungsverfahrens
- VK Niedersachsen, 20.12.2004 - 203-VgK-54/04
Vergabe - Forderung nach Hersteller- und Typangaben
- VK Sachsen, 18.08.2006 - 1/SVK/077-06
Vergabe - Aufhebung der Ausschreibung
- VK Sachsen, 20.09.2006 - 1/SVK/085-06
Vergabe - Alle Mitglieder einer Bietergemeinschaft müssen Eignung nachweisen!
- VK Sachsen, 17.07.2007 - 1/SVK/046-07
Vergabe - Was sind schwere Verfehlungen?
- VK Sachsen-Anhalt, 23.08.2005 - 1 VK LVwA 31/05
Vergabe - Kein Anspruch auf Nachverhandlung
- VK Sachsen, 07.08.2007 - 1/SVK/051-07
Vergabe - Fehlende Bietererklärung: Kein genereller Angebotsausschluss!
- VK Südbayern, 13.05.2008 - Z3-3-3194-1-14-04/08
Vergabe - Rüge zur Unerheblichkeit der Produktangaben
- VK Düsseldorf, 30.09.2003 - VK-25/03
- VK Sachsen, 18.06.2009 - 1/SVK/017-09
Vergabe - Ausschluss wegen fehlender Erklärung, wenn eindeutig gefordert?
- VK Hessen, 06.07.2009 - 69d-VK-20/09
Vergabe - Herstellerprospekte genügen nicht den Anforderungen an ein Prüfzeugnis
- VK Nordbayern, 20.08.2008 - 21.VK-3194-39/08
Vergabe - Ausschluss wegen unvollständiger Angaben
- VK Sachsen, 20.09.2011 - 1/SVK/0035-11
Vergabe - Fehlende Nachweise: Keine Nachforderung - kein Ausschluss!
- VK Brandenburg, 05.04.2005 - VK 9/05
Vergabe - Mindestbedingungen für Nebenangebote bei losweiser Ausschreibung
- VK Bund, 12.05.2005 - VK 2-24/05
- VK Hessen, 24.10.2005 - 69d-VK-62/05
Vergabe - Fehlende Typenbezeichnung: Zwingender Ausschluss!
- VK Nordbayern, 10.11.2006 - 21.VK-3194-33/06
Vergabe - Fehlende Typenbezeichnung: Ausschluss
- VK Sachsen, 07.07.2009 - 1/SVK/028-09
Vergabe - Informationsschreiben: Erfolgreicher Bieter muss genannt werden!
- VK Rheinland-Pfalz, 09.10.2009 - VK 2-38/09
Vergabe - Rechtswidriger Verzicht auf eine europaweite Vergabe
- VK Sachsen, 04.11.2003 - 1/SVK/042-03
- VK Südbayern, 13.07.2004 - 46-06/04
Vergabe - Wann ist Abweichung von vorgesehener Spezifikationen zulässig?
- VK Brandenburg, 17.08.2004 - VK 23/04
Vergabe - Kein Nachprüfungsantrag bei Verzicht auf Ausschreibung
- VK Brandenburg, 30.08.2004 - VK 34/04
Vergabe - Aufhebung der Aufhebung der Ausschreibung
- VK Brandenburg, 05.07.2006 - 1 VK 23/06
- VK Sachsen, 08.11.2011 - 1/SVK/041-11
Vergabe - Anderes Produkt angeboten: Ausschluss trotz Gleichwertigkeit!
- VK Rheinland-Pfalz, 27.10.2003 - VK 21/03
Vergabe - Bieterausschluss als "wirtschaftlicher Nachteil" i.S.d. § 107 …
- VK Sachsen, 04.11.2003 - 1/SVK/142-03
Vergabe - Bewirken Änderungen an den Verdingungsunterlagen den Ausschluss?
- VK Niedersachsen, 18.03.2004 - VgK-01/04
Vergabe - Wertungsausschluss bei unzureichende Fabrikatsangaben
Rechtsprechung
| OLG Dresden, 03.12.2002 - WVerg 15/02 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- oeffentliche-auftraege.de
Aufhebung einer Ausschreibung: Vorlage an den Bundesgerichtshof
- ibr-online
Vergabe - "Aufhebung der Aufhebung" im Nachprüfungsverfahren
Kurzfassungen/Presse
- Jurion(Abodienst) (Verschiedene Textarten)
Zur Anfechtbarkeit der Aufhebung einer Ausschreibung
Besprechungen u.ä.
- ibr-online (Entscheidungsbesprechung)
Aufhebung der Ausschreibung: Primärrechtsschutz? (IBR 2003, 36)
Verfahrensgang
Zeitschriftenfundstellen
- NZBau 2003, 169
- IBR 2003, 36
- VergabeR 2003, 45
- ZfBR 2003, 189
Wird zitiert von ... (7)
- BGH, 18.02.2003 - X ZB 43/02
Vergabe - Aufhebung der Aufhebung ist zulässig!
Das Oberlandesgericht hat das Verfahren dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung vorgelegt (Beschl. abgedr. ZfBR 2003, 189). - OLG Dresden, 10.07.2003 - WVerg 15/02
Vergabe - Wertungsermessen der Vergabestelle bei § 25 Nr. 1 Abs. 1b VOB/A?
Auf den Vorlagebeschluss des Senats vom 03.12.2002 (NZBau 2003, 169), der die europarechtliche Sichtweise der Vergabekammer nicht teilt, hat der Bundesgerichtshof in seiner die Vorlage für unzulässig erklärenden Entscheidung vom 18.02.2003 (VergR 2003, 313) darauf hingewiesen, dass die Anrufung der Vergabenachprüfungsorgane gegen die Aufhebung einer Ausschreibung schon auf der Grundlage des nationalen Vergaberechts nicht deshalb unstatthaft sei, weil die Aufhebung das Vergabeverfahren irreversibel beendet habe. - OLG Dresden, 10.07.2003 - WVerg 16/02
Vergabe - Ausschluss wegen fehlender produktidentifizierender Angaben
Auf den Vorlagebeschluss des Senats vom 03.12.2002 (NZBau 2003, 169), der die europarechtliche Sichtweise der Vergabekammer nicht teilt, hat der Bundesgerichtshof in seiner die Vorlage für unzulässig erklärenden Entscheidung vom 18.02.2003 (VergR 2003, 313) darauf hingewiesen, dass die Anrufung der Vergabenachprüfungsorgane gegen die Aufhebung einer Ausschreibung schon auf der Grundlage des nationalen Vergaberechts nicht deshalb unstatthaft sei, weil die Aufhebung das Vergabeverfahren irreversibel beendet habe.
- VK Thüringen, 13.02.2003 - 216-4002.20-003/03-EF-S
Vergabe - Bildung einer Bietergemeinschaft im Offenen Verfahren
In Reaktion dieser europäischen Rechtsprechung ist in dem Stand der Entwicklung der obergerichtlichen Rechtsprechung gegenwärtig streitig, ob damit nun ohne weiteres von der Zulässigkeit eines entsprechenden Nachprüfungsantrages auszugehen ist (so das Hanseatische Oberlandesgericht in seinem Beschluss vom 04.11.2002 - 1 Verg 3/02-), oder dass diese Rechtsprechung gerade nicht bedeutet, dass nunmehr jede Aufhebungsentscheidung nach Maßgabe der einzelstaatlichen Aufhebungsvorschriften (hier : § 26 VOB/A) auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren wäre (so OLG Dresden, (Vorlage-) Beschluss vom 03.12.2002 -WVerg 0015/02-). - OLG Schleswig, 09.03.2010 - 1 Verg 4/09
Aufhebung der Ausschreibung wegen in der Sphäre des Auftraggebers liegender …
1.) Nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (VergabeR 2002, 361 ff.), der sich der Bundesgerichtshof (VergabeR 2003, 45 f.) angeschlossen hat, ist die Entscheidung eines öffentlichen Auftraggebers, ein Vergabeverfahren aufzuheben - unabhängig vom Bestehen möglicher Schadensersatzansprüche - grundsätzlich einem Nachprüfungsverfahren zugänglich. - VK Brandenburg, 16.06.2003 - VK 20/03
Vergabe - Verzicht auf VOF-Verhandlungsverfahren
In diesem Sinn sind die Vorschriften der §§ 102 ff. GWB über das Nachprüfungsverfahren auszulegen (BGH, Beschluss vom 18.02.2003 - X ZB 43/02 - HansOLG, Beschluss v. 04.11.2002 - 1 Verg 3/02 - OLG Brandenburg, Beschluss v. 19.12.2002 - Az. Verg W 9/02 - VK Hamburg, Beschluss v. 25.07.2002 - VgK FB 1/02 - VK Brandenburg, Beschluss v. 17.09.2002 - VK 50/02 - VK Sachsen, Beschluss v. 21.08.2002 - 1/SVK/077-02; VK Düsseldorf, Beschluss v. 14.10.2002 - VK 30/2002-B - bislang a.A. OLG Dresden, Beschluss v. 03.12.2002 - WVerg 15/02 - VK Nordbayern, Beschluss v. 28.10.2002 - 320.VK-3194-33/02 - VK Berlin, Beschluss v. 05.11.2002 - VK B2-51/02 - VK Bund, Beschluss v. 13.11.2002 - VK 2-78/02 -) . - VK Schleswig-Holstein, 23.06.2003 - VK-SH 17/03
Vergabe - Antragsbefugnis: Aussicht auf Zuschlagserteilung erforderlich
Wie Verfahren vor verschiedenen Oberlandesgerichten zur Überprüfung von Vergabekammerentscheidungen zeigen, befassten sich deutsche Gerichte danach mit der Frage des rechtlichen Prüfungsumfangs im Nachprüfungsverfahren nach Aufhebung eines Vergabeverfahrens (vgl. hierzu den Beschluss des Hanseatischen OLG Hamburg vom 04.11.2002, VergabeR 2003, Seite 40 sowie den Beschluss des OLG Dresden vom 3. Dezember 2002, VergabeR 2003, Seite 45, die zur Divergenzvorlage an den Bundesgerichtshof führten).
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