Bürgerliches Gesetzbuch

   Buch 1 - Allgemeiner Teil (§§ 1 - 240)   
   Abschnitt 3 - Rechtsgeschäfte (§§ 104 - 185)   
   Titel 2 - Willenserklärung (§§ 116 - 144)   
§ 133
Auslegung einer Willenserklärung

Bei der Auslegung einer Willenserklärung ist der wirkliche Wille zu erforschen und nicht an dem buchstäblichen Sinne des Ausdrucks zu haften.

Rechtsprechung zu § 133 BGB

Rechtsprechungsübersichten:Redaktionell ausgewählte Entscheidungen:
  • BGH, rot gepflasterte Teilfläche, 7.12.01 (NJW 2002, 1038) 
    §§ 925 I, 873 BGB, Regeln über die falsa demonstratio gelten auch bei der Auflassung: haben alle Beteiligten eine Erklärung übereinstimmend in demselben Sinn verstanden, so geht der wirkliche Wille (§ 133 BGB) des Erklärenden dem Wortlaut vor;
    § 56 ZPO, gewillkürte Prozeßstandschaft ist auch dann zulässig, wenn das geltend gemachte Recht nicht selbständig abtretbar ist (hier: Grundbuchberichtigungsanspruch nach § 894 BGB);
    § 28 GBO, Zulässigkeit einer verbundenen Klage auf Genehmigung des Veränderungsnachweises und auf Eintragungsbewilligung

  • BGH, Internet-Auktion, 7.11.01 (NJW 2002, 363) 
    §§ 145 ff BGB, zum Vertragsschluß bei Vertragsofferten im Internet (hier: durch einen Verkäufer auf ricardo.de), die an die Allgemeinheit gerichtet sind;
    zur Frage der Anwendbarkeit von § 156 BGB auf Internet-Auktionen;
    §§ 133, 157 BGB, wirksame Willenserklärung setzt Erklärungsbewußtsein nicht voraus

  • BGH, Dachgarten, 5.2.99 (NJW 1999, 1702)
    Privaturkunde, Auslegung, § 133 BGB;
    § 325 BGB <Fassung bis 31.12.01>, Schadenersatz wegen Nichterfüllung des gesamten Vertrages bei Teilunmöglichkeit

  • BGH, Streitgegenstands-Verwechslung, 18.6.96 (NJW-RR 1996, 1210)
    § 511 ZPO <Fassung bis 31.12.01>, Berufung ist nur zulässig, wenn sie die Beseitigung der Beschwer zum Ziel hat, keine Auswechslung des Streitgegenstands;
    zur Auslegung von Prozeßerklärungen (§§ 133, 157 BGB): im Zweifel ist das gewollt, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht;
    §§ 545 ff, 561 ZPO <Fassung bis 31.12.01> (§§ 542 ff, 559 ZPO <Fassung ab 1.1.02>), das Revisionsgericht kann Prozeßerklärungen selbständig auslegen

  • BGH, Teilerlaß mit Gremiumsvorbehalt, 14.2.95 (NJW 1995, 1281)
    § 133, Schweigen als Annahmeerklärung, Bezug zu abgeschlossenen Vorverhandlungen

  • BGH, Wertpapierkuvert, 29.11.94 (NJW 1995, 953) 
    §§ 133, 157, Willenserklärung ohne Erklärungsbewußtsein, nicht zulasten des Erklärungsempfängers

  • BGH, Notaranderkonto, 16.2.94 (NJW 1994, 1403)
    § 19 BNotO, Amtspflichtverletzung, Schaden, Tilgungswirkung, § 362 I, II, §§ 133, 157 BGB, Auszahlungsreife, Anwartschaftsrecht

  • BGH, Bürgschaftsbestätigung, 7.6.84 (BGHZ 91, 324) 
    §§ 133, 157, wirksame Willenserklärung trotz fehlenden Erklärungsbewußtseins, § 119 I, § 121 I

  • BGH, übersehene Parzelle, 25.3.83 (BGHZ 87, 150) 
    § 313 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 311b I BGB <Fassung ab 1.1.02>), Unschädlichkeit einer irrtümlichen Falschbezeichnung (falsa demonstratio) des Kaufgegenstands: auch im Anwendungsbereich des § 313 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 311b I BGB <Fassung ab 1.1.02>) gilt nicht das objektiv Erklärte, sondern das übereinstimmend Gewollte (§ 133 BGB)

  • BGH, Großwildjagd in Afrika, 26.6.80 (BGHZ 77, 310)
    zur Anwendbarkeit des Regelungsgehalts des § 651a II BGB vor seinem Inkrafttreten aufgrund der allgemeinen Vorschriften (§§ 133, 157, 242 BGB)

  • BGH, ausgeliehener LKW-Fahrer, 22.6.56 (BGHZ 21, 102)
    §§ 133, 157, Rechtsbindungswille, unentgeltlicher Dienstverschaffungsvertrag, pVV (vgl. nunmehr § 280 I BGB <Fassung ab 1.1.02>), (keine) Haftungsprivilegierung

Literatur im Internet zu § 133 BGB

Querverweise

Redaktionelle Querverweise zu § 133 BGB:
    BGB
      Allgemeiner Teil
        Rechtsgeschäfte
          Vertrag
            § 157 (Auslegung von Verträgen)

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