Bürgerliches Gesetzbuch

   Buch 1 - Allgemeiner Teil (§§ 1 - 240)   
   Abschnitt 3 - Rechtsgeschäfte (§§ 104 - 185)   
   Titel 2 - Willenserklärung (§§ 116 - 144)   
§ 138
Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher

(1) Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig.

(2) Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen. 

Hinweis:

Beachte das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten (Prostitutionsgesetz - ProstG) vom 20.12.01 (BGBl I. S. 3983), in Kraft getreten am 1.1.02, mit folgendem Wortlaut:

§ 1

Sind sexuelle Handlungen gegen ein vorher vereinbartes Entgelt vorgenommen worden, so begründet diese Vereinbarung eine rechtswirksame Forderung. Das Gleiche gilt, wenn sich eine Person, insbesondere im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses, für die Erbringung derartiger Handlungen gegen ein vorher vereinbartes Entgelt für eine bestimmte Zeitdauer bereithält.

§ 2

Die Forderung kann nicht abgetreten und nur im eigenen Namen geltend gemacht werden. Gegen eine Forderung gemäß § 1 Satz 1 kann nur die vollständige, gegen eine Forderung nach § 1 Satz 2 auch die teilweise Nichterfüllung, soweit sie die vereinbarte Zeitdauer betrifft, eingewendet werden. Mit Ausnahme des Erfüllungseinwandes gemäß des § 362 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und der Einrede der Verjährung sind weitere Einwendungen und Einreden ausgeschlossen.

§ 3

Bei Prostituierten steht das eingeschränkte Weisungsrecht im Rahmen einer abhängigen Tätigkeit der Annahme einer Beschäftigung im Sinne des Sozialversicherungsrechts nicht entgegen.

Rechtsprechung zu § 138 BGB

Rechtsprechungsübersichten:Redaktionell ausgewählte Entscheidungen:
  • BGH, Altfälle Familienbürgschaften, 11.7.02 
    § 79 II BVerfGG ist in dem Sinne erweiternd auszulegen, daß alle drei in § 79 I BVerfGG genannten Konstellationen erfaßt sind (vgl. § 31 BVerfGG) (obiter dictum);
    § 79 I, II BVerfGG gilt jedoch nicht für den Fall, daß das BVerfG lediglich die Anwendung einer Rechtsnorm durch die Rechtssprechung als verfassungswidrig beanstandet hat (mit der Folge einer reinen Rechtsprechungsänderung);
    §§ 765, 138 BGB, § 767 II ZPO

  • BGH, Telefonsexrechnung über 108.000 DM, 13.6.02
    § 138 BGB, evtl. Sittenwidrigkeit einer Telefonsexleistung kann dem Telekommunikationsdienstleister nicht entgegengehalten werden (vgl. § 5 I, III TDG a.F, jetzt §§ 8, 9 TDG) (Bestätigung von BGH, «0190 - Telefonsex»), zur Beachtlichkeit des Einwands partieller Geschäftsunfähigkeit (§ 104 Nr. 2 BGB) wegen emotionaler Abhängigkeit

  • BGH, Prügel durch Zuhälter, 21.2.02
    §§ 239a, 255 StGB, Tatbestandsirrtum (§ 16 I StGB) des Zuhälters, wenn er rechtsirrtümlich glaubt, eine Forderung aus Prostitution "habe Bestand und sei rechtswirksam", § 138 BGB, zum Wandel der Sexualmoral bereits vor Inkrafttreten des Prostutionsgesetzes zum 1.1.02

  • BGH, 0190 - Telefonsex, 22.11.01 (NJW 2002, 361)
    § 138 BGB, zur Frage der Wirksamkeit von Verträgen über Telefonsex (hier im Hinblick auf den noch nicht in Kraft getretenen § 1 ProstG offengelassen), Einwand der Unwirksamkeit kann dem Telekommunikationsdienstleister jedenfalls nicht entgegengehalten werden

  • BAG, eingefrorenes Ingenieurinnengehalt, 23.5.01
    § 138 BGB, § 291 I 1 Nr. 3 StGB, Lohnwucher, noch kein "auffälliges Mißverhältnis", wenn der gezahlte Lohn mehr als 2/3 des üblichen Lohnes (§ 612 II BGB) beträgt;
    § 242 BGB, arbeitsrechtlicher Gleichbehandlungsgrundsatz - Vertragsfreiheit

  • BAG, Bußgelder Berufskraftfahrer, 25.1.01 (NJW 2001, 1962) 
    § 138 BGB, Zusage einer Erstattung von Bußgeldzahlungen durch Arbeitgeber ist sittenwidrig;
    § 826 BGB, in Ausnahmefällen mögliche Regreßhaftung des Arbeitgebers, der den Arbeitnehmer durch konkrete Anordnung zu einem ordnungswidrigen Verhalten veranlaßt

  • BGH, übervorteilte Grundstücksverkäuferin, 19.1.01 (BGHZ 146, 298) 
    § 138 I, wucherähnliches Rechtsgeschäft, Indizwirkung eines groben Mißverhältnisses für die subjektiven Sittenwidrigkeitsvoraussetzungen;
    § 818 III BGB, Ausschluß der Saldotheorie über die Fälle des § 819 I BGB hinaus auch bei grob fahrlässiger Unkenntnis

  • BSG, BTX-Sexdialoge, 10.8.00 (NJW 2001, 1965)
    § 138 BGB, differenzierte Beurteilung von gewerblichen Tätigkeiten mit sexuellem Bezug;
    §§ 611 ff BGB, Grundsätze des faktischen Arbeitsverhältnisses sind sozialrechtlich beachtlich;
    Berücksichtigung von § 40 AO bei der sozialrechtlichen Beurteilung

  • BGH, Sondermünzen, 22.12.99 (NJW 2000, 1254)
    § 138, Sittenwidrigkeit der Preisgestaltung;
    c.i.c. (nunmehr § 311 II BGB <Fassung ab 1.1.02>) beim Kaufvertrag wegen Irrtumserregung über eine zu erwartende Wertsteigerung

  • BGH, Transferentschädigung Deutscher Eishockey-Bund II, 27.9.99 (NJW 2000, 1028)
    § 138 BGB iVm Art. 12 GG

  • BGH, Transferentschädigung Amateur-Fußballspieler, 27.9.99 (NJW 1999, 3552)
    § 138 BGB iVm Art. 12 GG,

  • BGH, EOP-Methode, 28.4.99 (BGHZ 141, 257)
    § 138 BGB, Sittenwidrigkeitskontrolle von Miet- und Pachtzinsen

  • BGH, Milchlieferungen, 21.4.99 (NJW 1999, 2588)
    verlängerter EV mit Globalzession, § 138

  • OLG Stuttgart, 0190 - Telefonsex [OLG Stuttgart], 21.4.99 (NJW-RR 1999, 1430)
    § 138 I BGB, Deutsche Telekom als Inkassostelle, gleichwohl kann sich der Telekonkunde ihr gegenüber auf die Sittenwidrigkeit des Telefonsex-Vertrags berufen (Hinweis: anders die spätere Entscheidung des BGH, «0190 - Telefonsex»)

  • BGH, Bürgschaft in Frankreich, 24.2.99 (BGHZ 140, 395)
    Art. 27 Nr. 1 EuGVÜ (Hinweis: entspricht Art. 34 Nr. 1 EuGVVO) (ordre public),Art. 34 III EuGVÜ (Hinweis: entspricht Art. 36 EuGVVO), § 765, § 138 I BGB, zur Frage der Anwendbarkeit der Rechtsprechung zu Familienbürgschaften (grundrechtlicher Schutz der Vertragsfreiheit) auf Verträge, die ausländischem Recht unterliegen (vgl. Art. 6 EGBGB), wenn im Ausland bereits ein Zahlungsurteil vorliegt, das in Deutschland vollstreckt werden soll: strengerer Maßstab;
    Art. 25 EuGVÜ (Hinweis: entspricht Art. 32 EuGVVO), auch einstweilige Verfügungen können "Entscheidungen" sein, wenn sie aufgrund eines zweiseitig angelegten Verfahrens ergehen;
    Art. 27 Nr. 2 EuGVÜ (Hinweis: entspricht Art. 34 Nr. 2 EuGVVO) betrifft nicht nur Versäumnisentscheidungen, sondern auch Fälle des Auftretens eines nicht vom Beklagten beauftragten Vertreters, Nichteinlegung eines möglichen Rechtsmittels im Entscheidungsstaat hindert die Anwendung von Art. 27 Nr. 2 EuGVÜ nicht (Hinweis: anders nun gem. Art. 34 Nr. 2 EuGVVO)

  • BGH, Teehandel, 8.12.98 (NJW 1999, 940)
    § 138 I BGB, zur Sittenwidrigkkeit einer Globalzession ohne dingliche Teilverzichtsklausel (Schutz eines verlängerten Eigentumsvorbehalts), Wirkung der Nichtigkeit erga omnes;
    zur Rückabwicklung einer nichtigen Sicherungszession nach internationalem Privatrecht, Art. 38, 33 EGBGB

  • BGH, Erbunfähigkeitsklausel Haus Hohenzollern, 2.12.98 (NJW 1999, 566)
    § 138 I BGB, Art. 3 III, 14 I 1 GG

  • BGH, Aussicht auf Erbschaft, 8.10.98 (NJW 1999, 58)
    § 765, Ehegattenbürgschaft, § 138 I, Abbedingung des § 776 durch AGB

  • LG Bonn, Radarwarngerät, 25.6.98 (NJW 1998, 2681)
    §§ 138, 817 S. 2;
    (Hinweis: vgl. seit 1.1.02 die gesetzliche Regelung des § 23 Ia StVO)

  • BGH, Telefonsexkarten, 9.6.98 (NJW 1998, 2895) 
    § 138 I BGB, Sittenwidrigkeit von Telefonsex-Verträgen, diese erstreckt sich auch auf zweckgebundene Hilfsgeschäfte (§ 139 BGB), (Hinweis: vgl. nunmehr § 1 ProstG);
    bei sittenwidrigem Darlehen kein Ausschluß der Rückforderung durch § 817 S. 2 BGB;
    Telefonsex zählt nicht zu den sexuellen Handlungen iSv §§ 119, 120 OWiG

  • BGH, Radio Luxemburg, 14.5.98 (NJW 1998, 2531)
    Sittenwidrigkeit § 138 BGB - § 1 UWG

  • BGH, Sicherheitenpoolvertrag, 19.3.98 (BGHZ 138, 291)
    Globalabtretungen, § 30 GmbHG, § 138 BGB

  • VGH, Veräußerung des Altlastengrundstücks II, 20.1.98 (VBlBW 1998, 312) 
    § 7 PolG, § 24 LAbfG, keine nachwirkende Zustandshaftung nach Entäußerung, Übertragung eines Altlastengrundstücks an eine vermögenslose Gesellschaft, um sich der Polizeipflichtigkeit und Kostentragung zu Lasten der Allgemeinheit zu entziehen, ist gem. § 138 BGB nichtig (Hinweis: vgl. nun auch § 4 VI BBodSchG)

  • BGH, "World Trading System", 22.4.97 (NJW 1997, 2314)
    § 138, Sittenwidrigkeit eines Pyramidenspiels, Schneeballsystem, (hier nicht) § 817 S. 2, (nicht) § 762 I 2

  • BGH, Teilzeitwohnrechtevertrag auf Gran Canaria, 19.3.97 (BGHZ 135, 124) 
    Art. 27 ff, 29 EGBGB, Vereinbarung des Rechts der Insel Man (Isle of Man) (Hinweis: vgl. zu dem gemeinschaftsrechtlichen Status der Insel Man Art. 299 VI c) EG), Art. 27 III, 31 I EGBGB;
    Art. 29 I EGBGB, "Erbringung von Dienstleistungen" erfaßt trotz gebotener weiter Auslegung nicht Teilzeitwohnrechte;
    Art. 29 I Nr. 2 EGBGB, Begriff der "Entgegennahme": Zugang, nicht Vertragsannahme;
    auch über Art. 34 EGBGB kommen die §§ 1 ff HWiG nicht zur Anwendung, wenn keine Vertragsschlußmodalität mit Inlandsbezug nach Art. 29 I Nr. 1 bis 3 EGBGB vorliegt (Hinweis: beachte nun die Neuregelung in Art. 29a I, III EGBGB);
    auch § 138 BGB ist keine Eingriffsnorm (international zwingende Norm) iSv Art. 34 EGBGB (Vorrang des Art. 6 EGBGB, der enger ist als § 138 BGB);
    Art. 31 II EGBGB betrifft nur die Frage des Zustandekommens der Einigung, nicht deren Wirksamkeit (oder die Frage eines Widerrufsrechts);
    (Hinweis zum Verfahrensfortgang: nach Rückverweisung verurteilte das OLG Celle mit Urteil vom 26.7.01, Az. 17 U 28/95, nach dem Recht der Insel Man die Verbraucher zur Zahlung)

  • BGH, Lebensgefährtin des Getränkegroßhändlers, 23.1.97 (NJW 1997, 1005)
    § 765, § 138 I

  • BGH, Flugboote, 16.1.97 (NJW 1997, 1980)
    § 765, § 138 I, Überrumpelung

  • BAG, Transferentschädigung Deutscher Eishockey-Bund, 20.11.96 (BAGE 84, 344) 
    § 628 II BGB, normativer Schadensbegriff, Freistellung von der "Schuldnerstellung";
    § 138 BGB iVm Art. 12 GG, "kartellierter Ligen-Spielbetrieb"

  • BGH, Kanalbauunternehmen des Vaters, 10.10.96 (NJW 1997, 52)
    § 765, § 138 I, § 1618a

  • BGH, Titelhandel Gräfin v. Y., 10.10.96 (NJW 1997, 47)
    § 138 I, GoA, § 667, § 817 S. 2

  • BGH, Gaststätte des Ehemanns, 25.4.96 (NJW 1996, 2088)
    § 765, § 138, Ehegattenbürgschaft, Wegfall der Geschäftsgrundlage (vgl. nunmehr § 313 BGB <Fassung ab 1.1.02>)

  • OLG Celle, Unternehmer-Life-Spiel, 20.3.96 (NJW 1996, 2660)
    Schneeballsystem, § 138, § 817 S. 2 BGB;
    §§ 823 II, 826 BGB, §§ 284, 286 StGB

  • BGH, Umlaufmittelkredit des Ehemanns, 18.1.96 (NJW 1996, 1274)
    § 765, Bürgschaft der Ehefrau, § 138 I, hohe Anforderungen an das Sittenwidrigkeitsurteil

  • BGH, zu teuere Doppelhaushälfte, 12.1.96 (NJW 1996, 1204)
    § 138 I BGB, c.i.c. (nunmehr § 311 II BGB <Fassung ab 1.1.02>), (nur) Vertrauensschaden, Behalten der Leistung

  • BGH, Bürgende Ex-Ehefrau, 5.1.95 (BGHZ 128, 230) 
    § 765, § 138 I BGB, Anforderungen;
    Wegfall der Geschäftsgrundlage (vgl. nunmehr § 313 BGB <Fassung ab 1.1.02>)

  • BVerfG, Bürgschaft II, 5.8.94 (NJW 1994, 2749)
    § 765 BGB, § 138 I BGB

  • BGH, Autokäufe des Ehemanns, 26.4.94 (NJW 1994, 1726)
    Schuldbeitritt, AbzG;
    § 138 I, Vermögenslosigkeit, Einschränkung der Vertragsfreiheit

  • BGH, 24jähriger bürgender Sohn, 24.2.94 (BGHZ 125, 206) 
    § 765, Bestimmtheit, § 138 I, § 1618a

  • BGH, 21jährige bürgende Tochter, 24.2.94 (NJW 1994, 1341)
    § 765, § 138 I, § 1618a BGB, Art. 2 I, 1 I GG

  • BVerfG, Bürgschaft, 19.10.93 (BVerfGE 89, 214) 
    § 765 BGB, § 138 I BGB, Art. 2 I, Grundrechte im Zivilrecht, "mittelbare Drittwirkung";
    Privatautonomie

  • BGH, Titelhandel Honorarkonsul, 5.10.93 (NJW 1994, 187)
    § 138 I, Kenntnis der Umstände, Art. 17 WechselG, §§ 821, 812 II, 817 S. 2 HS 2

  • BGH, Heimlicher Kauf des Elternhauses II, 30.4.91 (NJW 1991, 1952) 
    § 2287, § 826, § 138 I, II, Verleitung zum Vertragsbruch

  • BGH, Rücknahme der Strafanzeige, 22.1.91 (NJW 1991, 1046)
    § 779, Vergleich, § 138 I, Ausnutzung psychische Zwangslage, Verhältnis zu § 123

  • BGH, 8 Pkw, 30.10.90 (NJW 1991, 353)
    § 929 BGB, Sicherungsübereignung, Nichtakzessorietät, Auslegung Sicherungsvertrag, Beweislast;
    § 138, Übersicherung, Wertansatz

  • BGH, Vorerbschaft für behinderte Tochter, 21.3.90 (BGHZ 111, 36)
    "Behindertentestament", § 138, § 2214 BGB, Art. 14 GG;
    § 92c BSHG, § 25 II Nr. 1 BSHG

  • BGH, Hinauskündigung nach Tod des Vaters, 19.9.88 (BGHZ 105, 213)
    KG, vertragliches Ausschließungsrecht, § 138;
    § 139, geltungserhaltende Reduktion

  • BGH, Grundstück zum Spottpreis, 16.3.88 (BGHZ 104, 18)
    § 313 S. 1 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 311b I BGB <Fassung ab 1.1.02>), zur Beurkundungsbedürftigkeit von Nebenabreden, zur Frage der Herstellung einer rechtlichen Einheit zwischen mehreren getrennt beurkundeten Rechtsgeschäften, § 139 BGB;
    § 138 BGB, deklaratorisches Schuldanerkenntnis

  • BGH, Reservierungsvereinbarung mit Makler, 10.2.88 (BGHZ 103, 235)
    § 313 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 311b I BGB <Fassung ab 1.1.02>);
    § 138 BGB, Verleitung zum Vertragsbruch

  • BGH, Geheimvertrag, 14.12.87 (NJW 1988, 902)
    § 138, kollusive Vereitelung von Rechten Dritter, Verhältnis zu § 123

  • BGH, Dirnenlohn III, 28.4.87 (NStZ 1987, 407)
    § 263 StGB, Vermögensbegriff, kein strafrechtlicher Schutz nichtiger Ansprüche, § 138 BGB

  • BGH, Bierlieferungen an Bordell, 22.1.87 (NJW-RR 1987, 999)
    § 134 BGB (hier i.V.m. § 184a StGB, § 120 I OWiG), § 138 BGB, nicht jede objektive Förderung einer strafbaren Handlung ist gesetzeswidrig, hier: erlaubtes Hilfsgeschäft

  • BGH, Château d"amour, 15.1.87 (NJW 1987, 2014) 
    keine Anwendung von § 11 Nr. 15 AGBG (Hinweis: jetzt § 309 Nr. 12 BGB <Fassung ab 1.1.02>) auf ein abstraktes Schuldanerkenntnis (§ 781 BGB) nach Nachtklub-Besuch, da das Schuldanerkenntnis als selbständiges Rechtsgeschäft gem. § 8 AGBG (jetzt § 307 III BGB <Fassung ab 1.1.02>) nicht der Inhaltskontrolle unterliegt;
    § 138 BGB, Abwälzung der Beweislast als Umstand, der maßgeblich zur Beurteilung als sittenwidrig führen kann;
    Verstoß gegen § 138 BGB führt grds. zur Gesamtnichtigkeit des Rechtsgeschäfts, das die Grenzen des Erlaubten überschreitet (§ 139 BGB), Teilnichtigkeit nur in Ausnahmefällen;
    auch gegen das abstrakte Schuldanerkenntnis (§ 781 BGB) ist die Bereicherungseinrede (§§ 812, 821 BGB) gegeben

  • BGH, Gastwirtschaft im Einkaufszentrum, 12.11.86 (BGHZ 99, 101)
    Franchising, § 138 I BGB, unwirksamer Vertrag, fahrlässige c.i.c. (nunmehr § 311 II BGB <Fassung ab 1.1.02>), Freistellungsanspruch, Beweislast, § 254 BGB

  • BGH, Ratenkredit, 10.7.86 (BGHZ 98, 174)
    §§ 138 I, 812 BGB, § 197 BGB <Fassung bis 31.12.01>, kurze Verjährung, Auslegungsmethoden, "Rechtsfrieden"

  • BGH, Inventar der Privatwohnung, 20.3.86 (NJW 1986, 1985)
    §§ 929, 930, Bestimmtheitsgrundsatz;
    § 138 I, Übersicherung;
    § 419

  • BGH, Fernsehfachgeschäft, 7.11.85 (NJW 1986, 928)
    § 765, Bestimmtheitsgrundsatz, geschiedene Ehefrau, § 138 I

  • BGH, Bestechung in Nigeria, 8.5.85 (BGHZ 94, 268)
    § 138 BGB, Sittenwidrigkeit eines Vertrages über die Vermittlung eines Regierungsauftrags im Wege der Bestechung;
    § 362 BGB, eine nur zur Abwendung der Zwangsvollstreckung bewirkte Erfüllung führt im Prozeß nicht zur Erledigung der Hauptsache

  • BGH, Fluchthelfervertrag, 29.9.77 (BGHZ 69, 295)
    Hilfe bei der unerlaubten Ausreise aus der DDR, §§ 134, 138 I, II BGB, Art. 11 GG

  • BGH, Glasarbeiten, 19.9.77 (BGHZ 69, 254)
    § 398 BGB, Anforderungen an die Bestimmbarkeit bei Vorausabtretungen;
    § 138 BGB;
    echtes Factoring ist Forderungskauf, bei diesem ist Globalzession ohne Rücksichtnahme auf Warenkreditgeber (Lieferanten, die mit verlängertem Eigentumsvorbehalt arbeiten) nicht sittenwidrig

  • BGH, Vermögensübertragungsvertrag nach Erbvertrag, 5.7.72 (BGHZ 59, 343) 
    § 2287 BGB, Benachteiligungsabsicht, wenn Erblasser kein (im Hinblick auf die erbvertragliche Bindung) "beachtenswertes lebzeitiges Eigeninteresse" an der Schenkung hat;
    zur Anwendbarkeit von § 138 BGB neben § 2287 BGB;
    § 2287 BGB erfaßt auch gemischte Schenkungen;
    § 2287 BGB ist auch auf das wechselbezügliche gemeinschaftliche Testament anwendbar

  • BGH, Nigerianisches Kulturgut, 22.6.72 (BGHZ 59, 82)
    Berücksichtigung drittstaatlicher Eingriffsnormen im internationalen Privatrecht (Art. 3 ff EGBGB) trotz Anwendbarkeit deutschen Sachrechts (hier: über § 138 BGB)

  • BGH, Geliebtentestament, 31.3.70 (BGHZ 53, 369)
    § 138, Sittenwidrigkeitsurteil aufgrund Gesamtwürdigung

  • BGH, Freier, 20.3.53 (BGHSt 4, 105)
    §§ 253, 255 StGB, "zu Unrecht" bedeutet: im Widerspruch zum materiellen Recht (§ 138 BGB);
    §§ 16, 17 StGB, § 240 StGB, § 229 BGB

  • BGH, Drehbank, 25.11.51 (BGHSt 2, 364) 
    § 263 StGB, verkürzte Ausbezahlung des Diebs durch den Hehler, "wirtschaftlicher Vermögensbegriff": auch nichtige Forderungen (§§ 134, 138 BGB) können strafrechtlich geschützt sein;
    (Hinweis: vgl. demgegenüber neuerdings die Entscheidung vom 2.5.01, «abgenötigte Kurierfahrten»)

  • RG, Wucher, 13.3.36 (RGZ 150, 1)
    § 138 I BGB, auffälliges Mißverhältnis, Volksempfinden, nationalsozialistische Weltanschauung, "leichtfertiges Sichverschließen"

Literatur im Internet zu § 138 BGB

Querverweise

Auf § 138 BGB verweisen folgende Vorschriften: Redaktionelle Querverweise zu § 138 BGB:
    BGB
      Recht der Schuldverhältnisse
        Schuldverhältnisse aus Verträgen
          Draufgabe, Vertragsstrafe
            § 344 (Unwirksames Strafversprechen)
        Einzelne Schuldverhältnisse
          Ungerechtfertigte Bereicherung
            § 817 (Verstoß gegen Gesetz oder gute Sitten)
          Unerlaubte Handlungen
            § 826 (Sittenwidrige vorsätzliche Schädigung)
    Wirtschaftsstrafgesetz (WiStG)
      Ahndung von Zuwiderhandlungen im Bereich des Wirtschaftsrechts
        § 4 (Preisüberhöhung in einem Beruf oder Gewerbe) (zu § 138 II)
        § 5 (Mietpreisüberhöhung) (zu § 138 II)
    Börsengesetz (BörsG)
      Börsenhandel und Börsenpreisfeststellung
        § 26 (Verleitung zu Börsenspekulationsgeschäften) (zu § 138 II)

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