Bürgerliches Gesetzbuch

   Buch 2 - Recht der Schuldverhältnisse (§§ 241 - 853)   
   Abschnitt 8 - Einzelne Schuldverhältnisse (§§ 433 - 853)   
   Titel 27 - Unerlaubte Handlungen (§§ 823 - 853)   
§ 826
Sittenwidrige vorsätzliche Schädigung

Wer in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise einem anderen vorsätzlich Schaden zufügt, ist dem anderen zum Ersatz des Schadens verpflichtet.

Rechtsprechung zu § 826 BGB

Rechtsprechungsübersichten:Redaktionell ausgewählte Entscheidungen:
  • BGH, Geschäftsführer mit Doppelrolle, 24.2.03 
    § 31 BGB gilt auch (entsprechend) für die BGB-Gesellschaft (§§ 705 ff BGB);
    § 826 BGB, sittenwidrige vorsätzliche Schädigung durch unbegründete und haltlose Inanspruchnahme einer Bürgschaft auf erstes Anfordern (§§ 765 ff BGB)

  • BGH, unsichere Klage durch den Konkursverwalter, 26.6.01 (NJW 2001, 3187)
    § 82 KO (vgl. nun § 60 InsO), grundsätzlich keine - spezifisch konkursrechtliche - Pflicht des Konkursverwalters zur Prüfung der Erfolgsaussicht von Aktivprozessen (im Hinblick darauf, dem Beklagten keine Kosten zu verursachen) (beachte nun die Neuregelung durch § 61 InsO);
    § 826 BGB, für die Abgrenzung zwischen Vorsatz und bewußter Fahrlässigkeit gelten die gleichen Grundsätze wie im Strafrecht (§ 15 StGB);
    § 826 BGB, "Sittenwidrigkeit" kann auch in grober Leichtfertigkeit liegen

  • BAG, Bußgelder Berufskraftfahrer, 25.1.01 (NJW 2001, 1962) 
    § 138 BGB, Zusage einer Erstattung von Bußgeldzahlungen durch Arbeitgeber ist sittenwidrig;
    § 826 BGB, in Ausnahmefällen mögliche Regreßhaftung des Arbeitgebers, der den Arbeitnehmer durch konkrete Anordnung zu einem ordnungswidrigen Verhalten veranlaßt

  • BGH, fingierte Rechnung, 14.6.00 (NJW 2000, 2896)
    § 826, kollusive Absprachen zwischen dem Schädiger und einem Mitarbeiter des Geschädigten, § 393

  • BGH, Bürgschaftsübernahme durch Ortsbürgermeister, 16.3.00 (NJW 2000, 2810)
    § 839 BGB, Art. 34 GG, Abgrenzung zwischen Handeln im hoheitlichen und im privaten Wirkungskreis;
    § 826 BGB;
    § 70 II 1 ZVG, "sofortige" Leistung;
    § 249, Berücksichtigung von hypothetischen Reserveursachen

  • BGH, Programmsperre, 15.9.99 (NJW-RR 2000, 393)
    § 826 BGB, Rechte des Zweiterwerbers eines Computerprogramms gegen den Hersteller, zum Schädigungsvorsatz;
    § 69c Nr. 3 UrhG, Erschöpfungsgrundsatz

  • BGH, Reiterzentrum, 9.2.99 (NJW 1999, 1257)
    Vollstreckungsbescheid, § 826, sittenwidrige Titelausnutzung

  • OLG Celle, Unternehmer-Life-Spiel, 20.3.96 (NJW 1996, 2660)
    Schneeballsystem, § 138, § 817 S. 2 BGB;
    §§ 823 II, 826 BGB, §§ 284, 286 StGB

  • BGH, Grundschuldbestellung durch Ehefrau, 19.10.93 (NJW 1994, 128)
    § 826 BGB, Mitwirkung am Vertragsbruch ist nicht ohne weiteres sittenwidrig, sondern nur bei gezieltem kollusiven Zusammenwirken;
    § 771 ZPO, durch Vormerkung (§ 883 BGB) gesicherter Verschaffungsanspruch begründet kein Widerspruchsrecht

  • BGH, Verkehrswertgutachten, 24.9.91 (NJW 1991, 3282)
    § 826, Sittenwidrigkeit, Vorsatz

  • BGH, Heimlicher Kauf des Elternhauses II, 30.4.91 (NJW 1991, 1952) 
    § 2287, § 826, § 138 I, II, Verleitung zum Vertragsbruch

  • BGH, Heimlicher Kauf des Elternhauses I, 21.6.89 (BGHZ 108, 73)
    § 2287 - § 826

  • BGH, Gebrauchsanweisung, 11.10.88 (NJW 1989, 1029)
    § 676 aF (§ 675 II nF), (kein) konkludenter Beratungsvertrag;
    § 826

  • BGH, Vollstreckungsbescheid gegen Kommanditisten, 22.12.87 (BGHZ 103, 44)
    § 826 BGB, Fallgruppen der sittenwidrigen Titelerschleichung/-ausnutzung, § 110 HGB

  • BGH, Vollstreckungsbescheid aufgrund Wucherkredits, 24.9.87 (BGHZ 101, 380) 
    § 796 II ZPO, materielle Rechtskraft des Vollstreckungsbescheids;
    § 826 BGB, sittenwidrige Titelerschleichung

  • BGH, Fluglotsenstreik - Gewerkschaftshaftung, 31.1.78 (BGHZ 70, 277)
    § 826 BGB, Art. 9 III GG

  • BVerfG, Lüth, 15.1.58 (BVerfGE 7, 198) 
    Art. 5 I GG, § 826 BGB, Boykottaufruf (gegen Veit Harlan, NS-Regisseur), mittelbare Drittwirkung der Grundrechte ("Ausstrahlungswirkung der Grundrechte auf das bürgerliche Recht", Art. 1 III GG);
    Art. 5 I GG, Begriff des "allgemeinen Gesetzes";
    § 26 BVerfGG, zur Frage, ob das BVerfG an die tatsächlichen Feststellungen in einem angegriffenen Urteil gebunden ist

  • BGH, einverständlich falsche Vaterschaftsfeststellung durch Versäumnisurteil, 1.4.54 (BGHZ 13, 71)
    § 826 BGB, zu den (hier verneinten) Voraussetzungen für eine sittenwidrige Titelausnutzung, für Versäumnisurteile (§ 331 ZPO) gelten keine anderen Kriterien als für streitige Urteile

  • BGH, Dokumentarfilm, 24.2.54 (BGHZ 12, 308)
    §§ 709, 432 BGB, keine Feststellungsklage über Gesellschaftsforderungen durch einen einzelnen BGB-Gesellschafter, sondern nur durch den/die Geschäftsführer;
    § 266 StGB, Treubruch in der Innengesellschaft;
    § 826 BGB, Beteiligung am Vertragsbruch (hier Haftung bejaht)

  • RG, Theaterkritiker, 7.11.31 (RGZ 133, 388)
    § 826, (hier kein) Kontrahierungszwang

  • RG, Edelmannswort, 21.5.27 (RGZ 117, 121) 
    § 313 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 311b I BGB <Fassung ab 1.1.02>), § 125 BGB, § 242 BGB, Voraussetzungen, unter denen die Berufung auf die Form rechtsmißbräuchlich ist, §§ 826, 249 BGB, c.i.c. (nunmehr § 311 II BGB <Fassung ab 1.1.02>)

Literatur im Internet zu § 826 BGB

Querverweise

Auf § 826 BGB verweisen folgende Vorschriften:
    BGB
      Recht der Schuldverhältnisse
        Einzelne Schuldverhältnisse
          Unerlaubte Handlungen
            § 829 (Ersatzpflicht aus Billigkeitsgründen)
    Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche (EGBGB)
      Inkrafttreten und Übergangsrecht aus Anlaß der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und dieses Einführungsgesetzes in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet
        Art. 232 (Zweites Buch. Recht der Schuldverhältnisse)
Redaktionelle Querverweise zu § 826 BGB:
    BGB
      Allgemeiner Teil
        Rechtsgeschäfte
          Willenserklärung
            § 138 (Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher)

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