Grundgesetz

   II. Der Bund und die Länder (Art. 20 - 37)   
Artikel 33

(1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.

(2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.

(3) Der Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sowie die im öffentlichen Dienste erworbenen Rechte sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.

(4) Die Ausübung hoheitsrechtlicher Befugnisse ist als ständige Aufgabe in der Regel Angehörigen des öffentlichen Dienstes zu übertragen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis stehen.

(5) Das Recht des öffentlichen Dienstes ist unter Berücksichtigung der hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums zu regeln und fortzuentwickeln.

Rechtsprechung zu Art. 33 GG

Rechtsprechungsübersichten:Redaktionell ausgewählte Entscheidungen:
  • BVerfG, kopftuchtragende Lehrerin, 24.9.03 
    Art. 33 II, III, V GG, Art. 7 GG, eine Lehramtsbewerberin, die im Unterricht aus persönlich-religiösen Gründen ein Kopftuch tragen will, ist nicht schon deshalb persönlich ungeeignet (anders die aufgehobene Entscheidung «kopftuchtragende Lehrerin (BVerwG)» und abweichende Meinung von drei BVerfG-Richtern);
    Art. 4 I GG, eine Einschränkung der positiven Glaubensfreiheit von Lehramtsbewerbern mit Rücksicht auf die negative Glaubensfreiheit von Kindern und auf das Erziehungsrecht der Eltern (Art. 6 II 1 GG) setzt ein Parlamentsgesetz voraus ("Parlamentsvorbehalt"), (vgl. hierzu jüngst auch BVerwG, «Gefahrtier-Verordnung»)

  • BayVGH, Schulkreuz ablehnender Lehrer, 21.12.01
    Art. 4 I, 33 V GG, Anspruch eines Lehrers auf Entfernen von Kreuzen aus Klassenräumen

  • VGH, kopftuchtragende Lehrerin [VGH], 26.6.01 (NJW 2001, 2899)
    Art. 33 II, III GG, eine Lehramtsbewerberin, die im Unterricht aus persönlich-religiösen Gründen ein Kopftuch tragen will, ist deshalb persönlich ungeeignet, Art. 4 I GG;
    (Hinweis: Entscheidung bestätigt durch «kopftuchtragende Lehrerin (BVerwG)», anders BVerfG, «kopftuchtragende Lehrerin»)

  • VG Lüneburg, kopftuchtragende Lehrerin [VG Lüneburg], 16.10.00 (NJW 2001, 767)
    Art. 33 II, III GG, eine Lehramtsbewerberin, die im Unterricht aus persönlich-religiösen Gründen ein Kopftuch tragen will, ist deshalb nicht persönlich ungeeignet, Art. 4 I GG, Art. 9 MRK (Hinweis: anders «kopftuchtragende Lehrerin (BVerwG)», teilweise bestätigt jedoch durch «kopftuchtragende Lehrerin»)

  • VG Stuttgart, kopftuchtragende Lehrerin [VG Stuttgart], 24.3.00 (NVwZ 2000, 959)
    § 11 LBG, Art. 33 II GG, persönliche Ungeeignetheit einer Lehramtsbewerberin, die im Unterricht aus persönlich-religiösen Gründen ein Kopftuch tragen will, Art. 4 I GG, Art. 9 MRK, Art. 12, 15, 17 Verf

  • BVerwG, Ämterpatronage, 9.12.99
    § 839 III BGB gilt entsprechend für einen Schadenersatzanspruch wegen rechtswidriger Nichtauswahl eines Beamten für die Teilnahme am Verfahren zum Aufstieg in den höheren Dienst (Art. 33 II GG)

  • BVerwG, entgangene Beförderung, 28.5.98 (NJW 1998, 3288)
    Art. 33 II GG, beamtenrechtlicher Schadenersatzanspruch wegen Verletzung der Auswahlkriterien, § 839 III BGB analog, Obliegenheit der Inanspruchnahme von Primärrechtsschutz;
    § 13 IV 2 GKG

  • BAG, arbeitsrechtliche Konkurrentenklage, 2.12.97 (NZA 98, 884)
    Art. 33 II GG, § 13 GVG, § 40 VwGO, Recht auf Zugang in den öffentlichen Dienst im Rahmen des Angestelltenverhältnisses kann durch eine bürgerlich-rechtliche Leistungsklage auf Neuauswahl vor den Arbeitsgerichten geltend gemacht werden, Erledigung des Rechtsstreit bei endgültiger Stellenbesetzung zugunsten des Konkurrenten;
    keine Nichtigkeit (§ 134 BGB) des Arbeitsvertrages, der unter Verstoß gegen Art. 33 II GG zustande gekommen ist

  • BVerfG, Bürgermeister-Altersgrenze, 25.7.97 (BayVBl 1998, 20)
    Art. 3, Allgemeinheit der Wahl, Ungleichbehandlung mit Ministern, sachlicher Grund, Verhältnismäßigkeit, Einschätzungsprärogative, Art. 33 II

  • BVerfG, Fink, 8.7.97 (BVerfGE 96, 189)
    Art. 12 I GG iVm Art. 33 II GG, Kündigung eines Hochschulprofessors wegen Stasi-Mitarbeit

  • BVerfG, Parteilehrer, 8.7.97 (BVerfGE 96, 152)
    Kündigung von DDR-Lehrern, Art. 33 II

  • BVerfG, DDR-Hochschullehrer II, 8.7.97 (BVerfGE 96, 205)
    Gesetz zur Verlängerung der Kündigungsmöglichkeiten in der öffentlichen Verwaltung, Art. 12 iVm Art. 5 III, Art. 33 II

  • BayObLG, Verkehrsmessung durch Private, 5.3.97 (BayVBl 97, 412)
    § 244 II StPO, Beweiserhebungs-, -verwertungsverbot, Art. 33 IV GG

  • BAG, Sachgebietsleiter beim Gartenbauamt, 5.3.96 (BAGE 82, 211) 
    Art. 33 II, 3 III GG, Quotenregelung, Gleichberechtigungs-RiLi;
    §§ 823, 847 BGB (seit 1.8.02: § 253 II BGB), § 611a BGB aF

  • BGH, vereitelte Konkurrentenklage, 6.4.95 (BGHZ 129, 226)
    § 839 BGB, Art. 33 II, 19 IV GG, Amtshaftung wegen nicht rechtzeitiger Mitteilung, welcher anderer Bewerber um eine ausgeschriebene Stelle unter Übergehung des Klägers ausgewählt wurde, angemessene Frist zur Ermöglichung von Rechtsschutz vor Ernennung des Konkurrenten;
    Kausalität, zu Beweiserleichterungen im Amtshaftungsprozeß

  • BVerfG, Sonderkündigungstatbestand mangelnder persönlicher Eignung, 21.2.95 (BVerfGE 92, 140)
    im Einigungsvertrag vorgesehener Sonderkündigungstatbestand für den öffentlichen Dienst ist mit dem Grundgesetz vereinbar, Art. 12 iVm Art. 33 II, Erfordernis einer Würdigung im Einzelfall, übliche Loyalität und Kooperation im DDR-Staatsdienst begründen für sich keine mangelnde Eignung;
    § 90 II BVerfGG, Rechtswegerschöpfung trotz Nichteinlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesarbeitsgericht (§ 72a ArbGG)

  • BVerfG, Streikeinsatz von Beamten, 2.3.93 (BVerfGE 88, 103) 
    Art. 9 III, Art. 33 IV, Gesetzesvorbehalt für Beamteneinsatz

  • BVerfG, 100%-Erstattungsgrenze, 13.11.90 (BVerfGE 83, 89)
    Art. 33 V

  • BVerfG, Ausschluß der beamtenrechtlichen Neubescheidungsklage, 19.9.89 (NJW 1990, 501)
    Art. 19 IV GG, die Rspr. des BVerwG, wonach der unter Verstoß gegen Art. 33 II GG übergangene Bewerber gegen die Ernennung des Mitbewerbers nicht nachträglich, sondern nur vorbeugend (§ 123 VwGO) gerichtlich vorgehen kann, ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden

  • BVerwG, Studiendirektorstelle, 25.8.88 (BVerwGE 80, 127) 
    Art. 33 II GG, rechtswidrige Beamtenernennung ist nicht anfechtbar;
    §§ 61 Nr. 3, 78 I Nr. 2 VwGO regeln eine Prozeßstandschaft von Behörden für die Körperschaft, der sie angehören;
    § 65 VwGO, keine Beiladung einer Landesbehörde (Bundesbehörde) bei einer Klage gegen das Land (Bund)

  • BVerfG, Richterdisziplinierung, 6.6.88 (NJW 1989, 93)
    Art. 5 I, Art. 33 V GG, Pflicht von Beamten und Richtern zu Zurückhaltung bei Äußerungen über allgemeinpolitische Fragen

  • BVerfG, Notarstellen, 18.6.86 (BVerfGE 73, 280)
    § 4 BNotO;
    Art. 12, 33 GG, Auswahlverfahren, Gesetzesvorbehalt

  • BVerfG, Amtsbezeichnung der Hochschullehrer, 29.6.83 (BVerfGE 64, 323)
    Art. 33 V GG, Amtsbezeichnungen müssen "wirklichkeitsgerecht" sein

  • BVerfG, "Studienrat", 14.12.82 (BVerfGE 62, 374)
    Art. 33 V GG, Schutz von Amtsbezeichnungen

  • BGH, Liechtenstein, 28.2.80 (BGHZ 76, 375)
    Art. 34 GG, Art. 60 II BayAGBGB (Hinweis: nunmehr überholt durch Art. 86 EGBGB), Art. 3, 33 V GG;
    enteignungsgleicher Eingriff, Art. 19 III GG, einfachgesetzliche Gleichbehandlung

  • BVerfG, Datenzentrale Schleswig-Holstein, 15.12.76 (BVerfGE 43, 154)
    Art. 33 V, Fürsorgepflicht des Dienstherrn

  • BVerfG, Radikalenbeschluß, 22.5.75 (BVerfGE 39, 334)
    Art. 33 V, 5 II, 12

  • BVerfG, Niedersächsisches Landesbesoldungsgesetz, 29.1.74 (BVerfGE 36, 342)
    Art. 33 V;
    Art. 100 I, III;
    Art. 31, Art. 142, Art. 28, Bundesverfassungsrecht bricht inhaltsgleiches Landesverfassungsrecht nicht

  • BVerfG, Bremer Personalvertretung, 27.4.59 (BVerfGE 9, 268)
    Art. 28 I 1 GG, Gewaltenteilung;
    Art. 33 IV, V GG

  • BVerfG, hauptamtlicher Bürgermeister, 17.10.57 (BVerfGE 7, 155)
    Art. 33 V GG, hergebrachte Grundsätze des Beamtentums, hier: kommunale Zeitbeamte

Literatur im Internet zu Art. 33 GG

Querverweise

Auf Art. 33 GG verweisen folgende Vorschriften:
    GG
      Die Rechtsprechung
Redaktionelle Querverweise zu Art. 33 GG:
    GG
      Die Grundrechte
        Art. 3 (zu Art. 33 I, II, III)
     
      Die Gesetzgebung des Bundes
        Art. 73 Nr. 8 (zu Art. 33 V)
        Art. 74 I Nr. 27 (zu Art. 33 V)
     
      Die Rechtsprechung
        Art. 98 (zu Art. 33 V)
     
      Übergangs- und Schlußbestimmungen
        Art. 137 I (zu Art. 33 V)
        Art. 140 (Art. 136 II WRV) (zu Art. 33 III)
        Art. 143b III (zu Art. 33 V)
    EG-Vertrag (EG)
      Die Politiken der Gemeinschaft
        Die Freizügigkeit, der freie Dienstleistungs- und Kapitalverkehr
          Die Arbeitskräfte
            Art. 39 IV (ex-Art. 48) (zu Art. 33 IV, V)
    Landesbeamtengesetz (LBG)
      § 11 (zu Art. 33 II)
    Bundesnotarordnung (BNotO)
      Das Amt des Notars
        Bestellung zum Notar
          § 6 I 1 (zu Art. 33 II)
     
      Übergangs- und Schlußbestimmungen
        § 114 III 2 (zu Art. 33 II)

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