Grundgesetz
| I. Die Grundrechte (Art. 1 - 19) |
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.
Rechtsprechung zu Art. 4 GG
Rechtsprechungsübersichten:
- 157 Entscheidungen zu Art. 4 GG im Volltext bei
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- BVerfG, kopftuchtragende Lehrerin, 24.9.03
Art. 33 II, III, V GG, Art. 7 GG, eine Lehramtsbewerberin, die im Unterricht aus persönlich-religiösen Gründen ein Kopftuch tragen will, ist nicht schon deshalb persönlich ungeeignet (anders die aufgehobene Entscheidung «kopftuchtragende Lehrerin (BVerwG)» und abweichende Meinung von drei BVerfG-Richtern);
Art. 4 I GG, eine Einschränkung der positiven Glaubensfreiheit von Lehramtsbewerbern mit Rücksicht auf die negative Glaubensfreiheit von Kindern und auf das Erziehungsrecht der Eltern (Art. 6 II 1 GG) setzt ein Parlamentsgesetz voraus ("Parlamentsvorbehalt"), (vgl. hierzu jüngst auch BVerwG, «Gefahrtier-Verordnung»)
- BAG, kopftuchtragende Kaufhausverkäuferin, 10.10.02
Art. 4 GG, Direktionsrecht des Arbeitgebers (§ 315 BGB, seit 1.1.2003: § 106 GewO): die Weigerung einer Verkäuferin, entgegen ihrer religiösen Vorstellungen auf das Tragen eines Kopftuchs zu verzichten, ist grds. kein Kündigungsgrund
- BVerwG, kopftuchtragende Lehrerin [BVerwG], 4.7.02
Art. 33 II, III, V GG, Art. 7 GG, eine Lehramtsbewerberin, die im Unterricht aus persönlich-religiösen Gründen ein Kopftuch tragen will, ist deshalb persönlich ungeeignet, Art. 4 I GG, Einschränkung der positiven Glaubensfreiheit von Lehramtsbewerbern mit Rücksicht auf die negative Glaubensfreiheit von Kindern und auf das Erziehungsrecht der Eltern (Art. 6 II 1 GG) (Entscheidung aufgehoben durch BVerfG, «kopftuchtragende Lehrerin»)
- BVerfG, Osho I, 26.6.02
Art. 4 I, II GG, kritische Informationen durch die Bundesregierung über Religionsgemeinschaften/Jugendsekten sind grds. zulässig (insoweit Übereinstimmung mit der angefochtenen Entscheidung des BVerwG, «Jugendsekte - Osho-Rajneesh»), jedoch nur unter Wahrung religiös-weltanschaulicher Neutralität;
Art. 1 III GG, Schutz vor faktisch-mittelbaren Grundrechtsbeeinträchtigungen;
Art. 30 GG, Bundeskompetenzen bei informalem Regierungshandeln (Art. 65 GG)
- VGH, Straßenwerbung Scientology II, 31.1.02
§§ 13, 16 StrG, Straßennutzung durch Sekte, Grenzen des (kommunikativen) Gemeingebrauchs bei Fußgängerzonen: diese sind nicht eine Art "Kommunikationsmedium";
§ 16 VIII 1 StrG und § 8 Abs. 7a S. 1 FStrG erlauben auch ein Verbot von zukünftigen, zu erwartenden unzulässigen Sondernutzungen;
Art. 4 GG, zur Bindung von Sekten an öffentlich-rechtliche Erlaubnispflichten;
Art. 5 I GG steht einem Erlaubnisvorbehalt im Falle eines überraschenden Ansprechens nicht entgegen (Abgrenzung zu BVerfG, «Flugblattverteilung in Fußgängerzone»);
zum gebundenen Ermessen nach § 16 II 1 StrG (§ 40 VwVfG);
§ 86 VwGO, Nichterweislichkeit einer Tatsache geht stets zulasten der Behörde, die durch Verbote oder Gebote in die Rechtsposition eines Rechtssubjekts eingreift (materielle Beweislast);
§ 20 LVwVG ermächtigt nicht zur Androhung von Zwangsmitteln für jeden Fall der Zuwiderhandlung gegen einen Verwaltungsakt
- VGH, Straßenwerbung Scientology III, 31.1.02
§§ 13, 16 StrG, gewerbliche Straßennutzung, Grenzen des (kommunikativen) Gemeingebrauchs bei Fußgängerzonen, Art. 4 GG, zur Bindung von Sekten an öffentlich-rechtliche Erlaubnispflichten
- BVerfG, islamische Metzgerei-GmbH, 18.1.02
Art. 4 GG, Aufhebung der BVerwG-Entscheidung «Schächten» entsprechend den Grundsätzen von «Schächten (BVerfG)» ;
Art. 19 III GG, zur Frage, ob eine inländische juristische Person sich auch dann auf ein Deutschen-Grundrecht (hier: Art. 12 GG) berufen kann, wenn sämtliche Gesellschafter Ausländer sind (hier offengelassen)
- BVerfG, Schächten [BVerfG], 15.1.02 (NJW 2002, 663)
Schutz der Berufsfreiheit von Ausländern (für die Art. 12 GG nicht gilt) aus Art. 2 GG;
Art. 4 GG: § 4a II Nr. 2 TierSchG ist so auszulegen, daß muslimische Metzger eine Ausnahmegenehmigung für das Schächten erhalten können;
(Hinweis: durch Änderung von Art. 20a GG zum 1.8.02 ist der Tierschutz ausdrücklich in das Grundgesetz aufgenommen worden)
- BayVGH, Schulkreuz ablehnender Lehrer, 21.12.01
Art. 4 I, 33 V GG, Anspruch eines Lehrers auf Entfernen von Kreuzen aus Klassenräumen
- VGH, kopftuchtragende Lehrerin [VGH], 26.6.01 (NJW 2001, 2899)
Art. 33 II, III GG, eine Lehramtsbewerberin, die im Unterricht aus persönlich-religiösen Gründen ein Kopftuch tragen will, ist deshalb persönlich ungeeignet, Art. 4 I GG;
(Hinweis: Entscheidung bestätigt durch «kopftuchtragende Lehrerin (BVerwG)», anders BVerfG, «kopftuchtragende Lehrerin»)
- BVerfG, Zeugen Jehovas, 19.12.00 (BVerfGE 102, 370)
Art. 140 GG (Art. 137 V WRV), Art. 4 GG, kein Erfordernis einer über die Rechtstreue (in Bezug auf die Grundsätze der Verfassung, Art. 79 III GG) hinausgehenden "Staatsloyalität" für die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts, kein Erfordernis einer demokratischen Binnenstruktur;
§ 90 BVerfGG, bei einer zulässigen VB gegen eine Gerichtsentscheidung kann diese unter jedem in Betracht kommenden Gesichtspunkt auf ihre verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit geprüft werden
- BVerwG, Schächten II, 23.11.00 (BVerwGE 112, 227)
zur Auslegung von § 4a II Nr. 2 2. Alt. TierSchG (Anm: Entscheidung weitgehend überholt durch «Schächten (BVerfG)»);
zur Frage, ob Art. 20a GG aF den Tierschutz einschließt (Hinweis: durch Grundgesetzänderung zum 1.8.02 ist der Tierschutz ausdrücklich in das Grundgesetz aufgenommen worden);
Art. 4 GG, die Religionsausübung steht gem. Art. 140 GG iVm Art. 136 I WRV unter dem Vorbehalt des allgemeinen Gesetzes (Abweichung von der Rechtsprechung des BVerfG)
- VG Lüneburg, kopftuchtragende Lehrerin [VG Lüneburg], 16.10.00 (NJW 2001, 767)
Art. 33 II, III GG, eine Lehramtsbewerberin, die im Unterricht aus persönlich-religiösen Gründen ein Kopftuch tragen will, ist deshalb nicht persönlich ungeeignet, Art. 4 I GG, Art. 9 MRK (Hinweis: anders «kopftuchtragende Lehrerin (BVerwG)», teilweise bestätigt jedoch durch «kopftuchtragende Lehrerin»)
- VG Stuttgart, kopftuchtragende Lehrerin [VG Stuttgart], 24.3.00 (NVwZ 2000, 959)
§ 11 LBG, Art. 33 II GG, persönliche Ungeeignetheit einer Lehramtsbewerberin, die im Unterricht aus persönlich-religiösen Gründen ein Kopftuch tragen will, Art. 4 I GG, Art. 9 MRK, Art. 12, 15, 17 Verf
- BVerfG, Tierversuche im Biologiestudium [BVerfG], 20.3.00 (NVwZ 2000, 909)
Art. 4 GG, Art. 5 III 1 GG;
(Hinweis: erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen die Entscheidung des BVerwG «Tierversuche im Biologiestudium»)
- BVerwG, Briefe zerreißender Briefzusteller, 29.6.99 (NJW 2000, 88)
Art. 4 GG, keine Berufung auf Gewissenskonflikt bei Vermeidbarkeit;
§ 119 BDO
- BVerwG, Kruzifix in der Schule [BVerwG], 21.4.99 (BVerwGE 109, 40)
Art. 4 GG
- BVerfG, Schulfach "Werte und Normen", 17.2.99
Art. 4, Art. 100 GG
- BVerwG, politisches und religiöses Werbeverbot an Taxen, 28.10.98 (NJW 1999, 805)
§ 26 IV BOKraft, Art. 4, 5 GG, Bestimmtheitsanforderungen für einen Grundrechtseingriff, Schutz der "negativen Informations- und Glaubensfreiheit", Konfliktvermeidung
- BVerwG, "Das Maria-Syndrom", 11.12.97 (NJW 1999, 304)
- BVerwG, Zeugen Jehovas I [BVerwG], 26.6.97 (BVerwGE 105, 117)
Art. 140 GG (Art. 137 V WRV), keine Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft, wenn die Religionsgemeinschaft die Grundlagen der staatliche Existenz prinzipiell in Frage stellt (hier: Ablehnung von Wahlen und von Wehr- und Ersatzdienst), Art. 4 GG;
Hinweis: aufgehoben durch BVerfG, «Zeugen Jehovas»
- BVerwG, Tierversuche im Biologiestudium, 18.6.97 (BVerwGE 105, 73)
Art. 4 GG, Gewissensfreiheit, Art. 5 III 1 GG, Lehrfreiheit, Abwägung;
Art. 20a GG aF (Hinweis: durch Grundgesetzänderung zum 1.8.02 ist der Tierschutz ausdrücklich in das Grundgesetz aufgenommen worden), § 10 I TierSchG;
"substantiierte Darlegung";
(Hinweis: Verfassungsbeschwerde gegen diese Entscheidung erfolglos: «Tierversuche im Biologiestudium (BVerfG)»)
- OVG Niedersachsen, ganzjähriges Taubenfütterungsverbot, 6.2.97
Polizeiverordnung, abstrakte Gefahr, § 12a BSeuchG, (keine) Spezialität, § 1 TierSchG, Art. 2 I GG, Art. 4 I GG
- VGH, Straßenwerbung Scientology, 12.7.96 (NVwZ 1998, 91)
§§ 13, 16 StrG, gewerbliche Straßennutzung, Grenzen des (kommunikativen) Gemeingebrauchs bei Fußgängerzonen, Art. 4 GG, zur Bindung von Sekten an öffentlich-rechtliche Erlaubnispflichten (Hinweis: vgl. auch die neuere VGH-Entscheidung «Straßenwerbung Scientology II»);
Art. 5 I 1 GG, auschließlich gewerbliche Werbung unterfällt nicht der Meinungsfreiheit (anders bei Meinungsäußerungen im Zusammenhang mit Werbung) (Hinweis: vgl. hierzu BVerfG «Tabakwarnhinweise» und «Benetton-Schockwerbung»)
- BVerwG, Schächten, 15.6.95 (BVerwGE 99, 1)
Art. 4, 2, 3 III GG, § 4a II Nr. 2 TierSchG geht in seiner 2. Alt. über das verfassungsrechtlich Notwendige hinaus, "zwingende Vorschriften" einer Religionsgemeinschaft müssen objektiv festgestellt werden;
(Hinweis: in wesentlichen Teilen abweichend: «Schächten (BVerfG)», demgemäß wurde die Entscheidung aufgehoben durch BVerfG, «islamische Metzgerei-GmbH», vgl. auch die BVerwG-Entscheidung «Schächten II»)
- BFH, Aargauer Reformierter, 18.5.95
Art. 4, 140 GG, es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, daß ein von außerhalb Deutschlands zuziehender evangelischer Christ ohne Willenserklärung Mitglied einer deutschen evangelischen Kirche wird
- BVerfG, Kruzifix, 16.5.95 (BVerfGE 93, 1)
Abwehrrecht von Schülern und Eltern gegen Kreuz im Klassenzimmer;
Art. 4, 6, 7 GG, Grundsatz der "praktischen Konkordanz"
- BVerwG, Sektenveranstaltungen, 16.2.95 (NJW 1995, 1850)
§ 14 GewO, Art. 4 GG, Einbindung in den gewerberechtlichen Ordnungsrahmen
- BGH, "römisch-katholisch", 24.11.93 (BGHZ 124, 173)
- BVerwG, Muslimin im Sportunterricht, 25.8.93 (BVerwGE 94, 82)
Art. 4 GG, Abwägung mit Art. 7 I GG
- BVerfG, Steuerverweigerung aus Gewissensgründen, 26.8.92 (NJW 1993, 455)
Art. 4 GG, kein grundrechtlich geschützter Einfluß des Steuerzahlers auf die Steuerverwendung über § 227 AO (strikte Trennung zwischen Erhebung und Verwendungsentscheidung, vgl. Art. 110 GG)
- BVerwG, Jugendsekte II, 27.3.92 (BVerwGE 90, 112)
Art. 4 GG, Religionsfreiheit, faktischer Grundrechtseingriff, Gesetzesvorbehalt, Neutralitätsgebot;
Feststellungsklage
- BVerwG, Jugendsekte - Osho-Rajneesh, 13.3.91 (NJW 1991, 1770)
Art. 4 GG, Eingriffsrechtfertigung durch Art. 65 GG, "informales" Regierungshandeln (Hinweis: vorliegender Nichtannahmebeschluß wurde gegenstandslos durch die stattgebende Verfassungsbeschwerde-Entscheidung des BVerfG, «Osho I»)
- BVerfG, Bahá"í, 5.2.91 (BVerfGE 83, 341)
Art. 4 I, II GG, religiöse Vereinigungsfreiheit
- BVerfG, Totalverweigerung, 11.7.89 (BVerfGE 80, 354)
§ 3 I WPflG, Wehrpflicht als Oberbegriff des Zivildienstes, Art. 12a II 3, III 1 GG, Art. 4 III GG
- BAG, Medikamententwicklung für Nuklearkrieg, 24.5.89 (BAGE 62, 59)
Art. 4 GG, Gewissenskonflikt des Arbeitnehmers schränkt das Weisungsrecht des Arbeitgebers (§ 315 BGB, seit 1.1.2003: § 106 GewO) ein (rechtstechnisch: Unvermögen iSv § 297 BGB), bei fehlender anderweitiger Beschäftigungsmöglichkeit kommt allerdings personenbedingte Kündigung in Betracht
- BVerwG, Jugendsekte I, 23.5.89 (BVerwGE 82, 76)
Art. 4 GG, Folgenbeseitigungsanspruch, Regierungsäußerungen, Schutzpflichten, Verhältnismäßigkeit
- BVerwG, Lehrer mit "Baghwan-Kleidung", 8.3.88 (NVwZ 1988, 937)
Art. 4 I, II GG, positive - negative Religionsfreiheit
- BVerfG, Kriegsdienstverweigerung II, 24.4.85 (BVerfGE 69, 1)
Art. 4 III GG
- BVerwG, Angelus-Läuten, 7.10.83 (BVerwGE 68, 62)
§ 40 VwGO, Art. 140, 4 GG, Verwaltungsrechtsweg gegen "hoheitliches Glockenläuten" durch die Kirchen;
BImSchG
- BVerwG, "Das Gewissen entscheidet nur über meine eigenen Taten...", 1.2.82 (BVerwGE 64, 369)
"... Zur Beurteilung der Taten anderer müßte ich deren Gewissen kennen", Art. 4 III 1 GG, Recht auf Kriegsdienstverweigerung setzt eine absolute Gewissensentscheidung voraus, der Verweigerer muß fremde Tötungen für genauso verwerflich halten wie eigene
- BVerfG, Schulgebet, 16.10.79 (BVerfGE 52, 223)
- BVerfG, Wehrpflichtnovelle, 13.4.78 (BVerfGE 48, 127)
Art. 4 III, 12a, Art. 3 I GG, Wehrgerechtigkeit, keine "Wehrdienstverweigerung per Postkarte";
Art. 78, 87b II 1 GG, Zustimmungsbedürftigkeit auch bei "Systemverschiebung" zu Lasten der Länder
- BGH, Auslieferung des jugoslawischen Wehrdienstverweigerers, 24.5.77 (BGHSt 27, 191)
Art. 4 III GG
- BVerfG, Gemeinsame Schule [Bayern], 17.12.75 (BVerfGE 41, 65)
Art. 135 BayVerf, Art. 4, 6 GG, positive und negative Bekenntnisfreiheit
- BVerfG, Simultanschule, 17.12.75 (BVerfGE 41, 29)
Art. 4, Art. 6 I, II, Art. 7, negative und positive Religionsfreiheit, Konkordanzprinzip, Art. 15 bwVerf
- BVerfG, Gemeinschaftsschule [Nordrhein-Westfalen], 17.12.75 (BVerfGE 41, 88)
- BVerfG, Kreuz im Gerichtssaal, 17.7.73 (BVerfGE 35, 366)
Art. 4 GG
- BVerfG, Eidesverweigerung aus Glaubensgründen, 11.4.72 (BVerfGE 33, 23)
Art. 4 I, Art. 140 GG i.V.m. Art. 136 WRV
- BVerfG, Gesundbeter, 19.10.71 (BVerfGE 32, 98)
Art. 4 I, 2 II, verfassungsimmanente Schranken der Glaubensfreiheit, § 323c StGB, Sinn staatlichen Strafens bei Konflikt mit Glaubensüberzeugungen
- BVerfG, verweigerte Waffenentgegennahme, 26.5.70 (BVerfGE 28, 243)
Art. 4 III 1, verfassungsimmanente Schranken, kein Verstoß gegen die Gewissensfreiheit durch soldatenrechtliche Sanktionierung eines noch nicht anerkannten Kriegsdienstverweigerers wegen Ungehorsams (§ 11 SG);
§ 93 I BVerfGG, keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Versäumung der Frist zur Einlegung der Verfassungsbeschwerde;
§ 90 BVerfGG, zur Prozeßfähigkeit im Verfassungsbeschwerdeverfahren (hier: minderjähriger Soldat)
- BVerfG, Aktion Rumpelkammer, 16.10.68 (BVerfGE 24, 236)
Art. 4 I, II GG, persönlicher Schutzbereich der Glaubensfreiheit, Recht auf Veranstaltung von Sammlungen
- BVerfG, Kirchenlohnsteuer [Ehegatte], 14.12.65 (BVerfGE 19, 226)
Art. 4, 140 GG, grundsätzliche Neutralitätspflicht des Staates im kirchlich-religiösen Bereich
- BVerfG, Kriegsdienstbereitschaft "in einem freien, geeinten Vaterland", 20.12.60 (BVerfGE 12, 45)
Art. 4 III GG, "situationsbedingte" Kriegsdienstverweigerung nicht geschützt;
Verfassungsmäßigkeit der allgemeinen Wehrpflicht, Verhältnismäßigkeit gegenüber Freiwilligenarmee (vgl. jetzt Art. 12a GG);
verfassungskonforme Auslegung
- BVerfG, Ludendorff - Bund für Gotteserkenntnis, 8.11.60 (BVerfGE 12, 1)
Art. 4 GG schützt - in Grenzen - auch Abwerbung anderer von deren Glauben
Literatur im Internet zu Art. 4 GG
- Homeschooling - Sorgerechtseingriff wegen Schulpflichtverletzung aus religiösen Gründen
von DiAG a.D. Dr. jur. Wolfgang Raack
Forum Familienrecht 8/2006, S. 295-300
über www.forum-familienrecht.de - Richterinnen mit Kopftuch von Kirsten Wiese
Humanistische Union, Mitteilungen Nr. 201 (2008), S. 18-22
- Staat und Religion nach dem Grundgesetz von Prof. Dr. Dr. Dr. Axel Freiherr von Campenhausen (Aufsatz)
Der Beitrag ist eine kurze Einführung in das deutsche Staatskirchenrecht. Der Autor stellt dabei die geschichtliche Entstehung und die Ausprägung vornehmlich seit der Weimarer Reichsverfassung bis in die Gegenwart dar.
www.humboldt-forum-recht.de - Art. 4 GG wird im freien Lexikon Wikipedia unter folgenden Stichworten zitiert:
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Querverweise
Auf Art. 4 GG verweisen folgende Vorschriften:
Redaktionelle Querverweise zu Art. 4 GG:
- Europäische Menschenrechtskonvention (MRK)
- Rechte und Freiheiten
- Art. 9 (Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit)
- Wehrpflichtgesetz (WPflG)
- § 25 (zu Art. 4 III 1)
- Kriegsdienstverweigerungsgesetz (KDVG)
- §§ 1 ff (zu Art. 4 III 2)
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