Grundgesetz

   VII. Die Gesetzgebung des Bundes (Art. 70 - 82)   
Artikel 80

(1) Durch Gesetz können die Bundesregierung, ein Bundesminister oder die Landesregierungen ermächtigt werden, Rechtsverordnungen zu erlassen. Dabei müssen Inhalt, Zweck und Ausmaß der erteilten Ermächtigung im Gesetze bestimmt werden. Die Rechtsgrundlage ist in der Verordnung anzugeben. Ist durch Gesetz vorgesehen, daß eine Ermächtigung weiter übertragen werden kann, so bedarf es zur Übertragung der Ermächtigung einer Rechtsverordnung.

(2) Der Zustimmung des Bundesrates bedürfen, vorbehaltlich anderweitiger bundesgesetzlicher Regelung, Rechtsverordnungen der Bundesregierung oder eines Bundesministers über Grundsätze und Gebühren für die Benutzung der Einrichtungen des Postwesens und der Telekommunikation, über die Grundsätze der Erhebung des Entgelts für die Benutzung der Einrichtungen der Eisenbahnen des Bundes, über den Bau und Betrieb der Eisenbahnen, sowie Rechtsverordnungen auf Grund von Bundesgesetzen, die der Zustimmung des Bundesrates bedürfen oder die von den Ländern im Auftrage des Bundes oder als eigene Angelegenheit ausgeführt werden.

(3) Der Bundesrat kann der Bundesregierung Vorlagen für den Erlaß von Rechtsverordnungen zuleiten, die seiner Zustimmung bedürfen.

(4) Soweit durch Bundesgesetz oder auf Grund von Bundesgesetzen Landesregierungen ermächtigt werden, Rechtsverordnungen zu erlassen, sind die Länder zu einer Regelung auch durch Gesetz befugt.

Rechtsprechung zu Art. 80 GG

Rechtsprechungsübersichten:Redaktionell ausgewählte Entscheidungen:
  • BVerwG, Wahlordnung Schleswig-Holsteinisches Mitbestimmungsgesetz, 5.1.00 (BVerwGE 110, 253)
    Art. 80 GG

  • BVerfG, Hennenhaltung, 6.7.99 (BVerfGE 101, 1)
    §§ 2, 2a TierSchG;
    Art. 80 I 3, Zitiergebot bei mehreren Ermächtigungsgrundlagen;
    Art. 93 I Nr. 2 GG, Bundesrechtsverordnungen werden vom BVerfG im Verfahren der abstrakten Normenkontrolle auch auf ihre Vereinbarkeit mit dem einfachen Bundesrecht geprüft

  • BVerfG, Umlaufverfahren, 11.10.94 (BVerfGE 91, 148)
    §§ 2, 7 AWG;
    Art. 80, 82 GG

  • BVerfG, Schulentlassung, 20.10.81 (BVerfGE 58, 257) 
    Art. 12, 2 GG, Vorbehalt des Gesetzes, Wesentlichkeitstheorie, Art. 80 GG;
    § 31 BVerfGG, Übergangsregelung durch das Bundesverfassungsgericht

  • BVerfG, Hessisches Richtergesetz, 10.10.72 (BVerfGE 34, 52)
    Art. 80, Art. 28 GG, Rechtsstaatsprinzip

  • BVerfG, Facharzt, 9.5.72 (BVerfGE 33, 125) 
    Art. 74 Nr. 19, hist. Auslegung;
    Art. 12, Satzungsgewalt, Art. 80

  • BVerfG, Apostille, 9.10.68 (BVerfGE 24, 184)
    Art. 80 II, 77 IIa, Zustimmungsgesetz

  • BVerfG, kugelsichere Trennwände, 21.12.66 (BVerfGE 21, 72)
    § 57 I Nr. 2 PBefG, BOKraft, Art. 12, 80 I 2 GG

  • BVerfG, Kartellgebühren-VO, 11.10.66 (BVerfGE 20, 257)
    Berlin-Vorbehalt;
    Art. 80, § 80 UWG aF

  • BVerfG, Gewerbsunzucht, 23.3.65 (BVerfGE 18, 407)
    Rechtsverordnungen von Landesorganen aufgrund von Art. 80 GG sind Landesrecht

  • BVerfG, Preisgesetz, 12.11.58 (BVerfGE 8, 276) 
    Zulässigkeit eines Verlängerungsgesetzes;
    Art. 84 I, Art. 80 I 2 GG, prinzipielle Zulässigkeit von "Zustimmungsverordnungen" (Rechtsverordnungen, die der Zustimmung durch den Bundestag bedürften);
    Art. 77 IIa GG, Zustimmungsbedürftigkeit durch den Bundesrat, Umfang der Nichtigkeit;
    Rechtsstaatsprinzip, Art. 20 III GG, Anforderungen an gesetzliche Eingriffsermächtigungen

  • BVerfG, Bestimmtheit einer Rechtsverordnung, 10.7.58 (BVerfGE 8, 71)
    Art. 80 GG, Rechtsverordnung darf den Umfang der Grundrechtsbeschränkung nicht völlig dem Verwaltungsermessen überlassen

  • BVerwG, Kommunale Spielautomatensteuer, 7.3.58 (BVerwGE 6, 247)
    Art. 14, 28 II, 80 I, 105 II Nr. 1 GG, Erdrosselungssteuer

  • BVerfG, lex Salamander, 5.3.58 (BVerfGE 7, 282)
    Art. 80 GG, Anforderungen an die Ermächtigungsnorm

Literatur im Internet zu Art. 80 GG

Querverweise

Redaktionelle Querverweise zu Art. 80 GG:
    GG
      Übergangs- und Schlußbestimmungen

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