Gerichtsverfassungsgesetz

   14. Titel - Öffentlichkeit und Sitzungspolizei (§§ 169 - 183)   
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Die Verhandlung vor dem erkennenden Gericht einschließlich der Verkündung der Urteile und Beschlüsse ist öffentlich. Ton- und Fernseh-Rundfunkaufnahmen sowie Ton- und Filmaufnahmen zum Zwecke der öffentlichen Vorführung oder Veröffentlichung ihres Inhalts sind unzulässig.

Rechtsprechung zu § 169 GVG

Rechtsprechungsübersichten:Redaktionell ausgewählte Entscheidungen:
  • BVerfG, Rundfunkübertragung aus dem Gerichtssaal, 24.1.01 (BVerfGE 103, 44)
    § 169 S. 2 GVG verstößt nicht gegen die Informations- und Pressefreiheit (Art. 5 I GG)

  • BGH, Reisebusse, 29.3.00 (NJW 2000, 2508)
    § 169 GVG, § 539 ZPO <Fassung bis 31.12.01>, keine Verwertung einer verfahrensfehlerhaften erstinstanzlichen Beweiserhebung in der Berufungsinstanz, § 551 Nr. 6 ZPO <Fassung bis 31.12.01> (nun § 547 Nr. 5 ZPO <Fassung ab 1.1.02>)

  • BGH, Verständigung im Strafverfahren III, 28.8.97 (BGHSt 43, 195) 
    § 46 StGB, Art. 20 III GG, § 261 StPO, Zusage einer Strafobergrenze im Falle eines glaubhaften Geständnisses ist zulässig, nicht jedoch einer festen Strafe, Grundsatz der Öffentlichkeit (§ 169 GVG) muß auch hinsichtlich der Verständigung eingehalten werden, § 273 I StPO, Absprache muß im Protokoll festgehalten werden, § 302 StPO, Rechtsmittelverzicht darf nicht Gegenstand der Absprache sein

  • BVerfG, Fernsehaufnahmen während der Gerichtsverhandlung, 11.1.96 (NJW 1996, 581)
    §§ 169 S. 2, 176 GVG, Art. 5 I S. 2 GG, hier: einstweilige Anordnung (Hauptsachentscheidung: «Rundfunkübertragung aus dem Gerichtssaal»)

  • BGH, "das Hausrecht geht dem Öffentlichkeitsrecht vor", 14.6.94 (BGHSt 40, 191) 
    § 169 S. 1 GVG, § 338 Nr. 6 StPO, kein Verstoß gegen die Öffentlichkeit der Verhandlung, wenn ein Augenschein (§ 86 StPO) auf privatem Grund stattfindet und der Eigentümer Unbeteiligten den Zutritt nicht gewährt (vgl. Art. 13 GG), (vgl. nunmehr auch § 144 I 2 ZPO <Fassung ab 1.1.02>);
    § 266 I StPO, Einstellung des Verfahrens in der Revisionsinstanz (§ 260 III StPO), wenn wegen einer Tat verurteilt wurde, zu der ein förmlicher Einbeziehungsbeschluß zur Nachtragsanklage fehlt

  • BGH, Dame mit Schlapphut, 13.5.82 (NStZ 1982, 389)
    §§ 169, 176, 177 GVG, Mitschreiben während der Hauptverhandlung durch einen Zuhörer stellt keine Störung dar und rechtfertigt keine Verweisung aus dem Sitzungssaal

  • BGH, Fernsehaufnahme der Urteilsverkündung, 13.2.68 (BGHSt 22, 83)
    § 169 S. 2 GVG, § 338 Nr. 6 StPO, Anforderungen an das "Beruhen-Können", "Herostratentum"

Literatur im Internet zu § 169 GVG

Querverweise

Auf § 169 GVG verweisen folgende Vorschriften: Redaktionelle Querverweise zu § 169 GVG:
    Gesetz über den Staatsgerichtshof (StGHG)
      § 10 (zu §§ 169 ff)
    Zivilprozessordnung (ZPO)
      Allgemeine Vorschriften
        Verfahren
          Mündliche Verhandlung
            § 160 I Nr. 5 (Inhalt des Protokolls) (zu §§ 169 ff)
     
      Verfahren im ersten Rechtszug
        Verfahren vor den Landgerichten
          Urteil
            § 311 (Form der Urteilsverkündung)
          Allgemeine Vorschriften über die Beweisaufnahme
            § 357 (Parteiöffentlichkeit) (zu §§ 169 ff)
     
      Rechtsmittel
        Revision
          § 547 Nr. 5 (Absolute Revisionsgründe) (zu §§ 169 ff)
    Strafprozeßordnung (StPO)
      Verfahren im ersten Rechtszug
        Hauptverhandlung
          § 260
          § 272 Nr. 5 (zu §§ 169 ff)
     
      Rechtsmittel
        Revision
          § 338 Nr. 6 (zu §§ 169 ff)
     
      Beteiligung des Verletzten am Verfahren
        Sonstige Befugnisse des Verletzten
          § 406g (zu §§ 169 ff)
    Jugendgerichtsgesetz (JGG)
      Jugendliche
        Jugendgerichtsverfassung und Jugendstrafverfahren
          Jugendstrafverfahren
            Das Hauptverfahren
              § 48 (Nichtöffentlichkeit)
     
      Heranwachsende
        Gerichtsverfassung und Verfahren
          § 109 I 3 (Verfahren)

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