Jugendschutzgesetz
| Abschnitt 1 - Allgemeines (§§ 1 - 3) |
(1) Im Sinne dieses Gesetzes
| 1. | sind Kinder Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind, | |
| 2. | sind Jugendliche Personen, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind, | |
| 3. | ist personensorgeberechtigte Person, wem allein oder gemeinsam mit einer anderen Person nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Personensorge zusteht, | |
| 4. | ist erziehungsbeauftragte Person, jede Person über 18 Jahren, soweit sie auf Dauer oder zeitweise aufgrund einer Vereinbarung mit der personensorgeberechtigten Person Erziehungsaufgaben wahrnimmt oder soweit sie ein Kind oder eine jugendliche Person im Rahmen der Ausbildung oder der Jugendhilfe betreut. |
(2) Trägermedien im Sinne dieses Gesetzes sind Medien mit Texten, Bildern oder Tönen auf gegenständlichen Trägern, die zur Weitergabe geeignet, zur unmittelbaren Wahrnehmung bestimmt oder in einem Vorführ- oder Spielgerät eingebaut sind. Dem gegenständlichen Verbreiten, Überlassen, Anbieten oder Zugänglichmachen von Trägermedien steht das elektronische Verbreiten, Überlassen, Anbieten oder Zugänglichmachen gleich, soweit es sich nicht um Rundfunk im Sinne des § 2 des Rundfunkstaatsvertrages handelt.
(3) Telemedien im Sinne dieses Gesetzes sind Medien, die nach dem Telemediengesetz übermittelt oder zugänglich gemacht werden. Als Übermitteln oder Zugänglichmachen im Sinne von Satz 1 gilt das Bereithalten eigener oder fremder Inhalte.
(4) Versandhandel im Sinne dieses Gesetzes ist jedes entgeltliche Geschäft, das im Wege der Bestellung und Übersendung einer Ware durch Postversand oder elektronischen Versand ohne persönlichen Kontakt zwischen Lieferant und Besteller oder ohne dass durch technische oder sonstige Vorkehrungen sichergestellt ist, dass kein Versand an Kinder und Jugendliche erfolgt, vollzogen wird.
(5) Die Vorschriften der §§ 2 bis 14 dieses Gesetzes gelten nicht für verheiratete Jugendliche.
Rechtsprechung zu § 1 JuSchG
27 Entscheidungen zu § 1 JuSchG in unserer Datenbank. Die relevantesten 10:
- OLG München, 29.07.2004 - 29 U 2745/04
Internet-DVD-Versanddienst
- OLG Bamberg, 16.12.2008 - 2 Ss OWi 1325/08
Prüfungspflicht eines Gewerbetreibenden hinsichtlich der Berechtigung der ...
- OVG Bremen, 26.09.2007 - 1 B 287/07
Anforderungen an Begleitung durch Erziehungsbeauftragten in Diskotheken
- BGH, 12.07.2007 - I ZR 18/04
Jugendgefährdende Inhalte auf Internet-Auktionsplattformen
- BGH, 18.10.2007 - I ZR 165/05
Wettbewerbswidrigkeit der Verwendung eines unzureichenden ...
- SG Berlin, 13.01.2012 - S 70 AL 4653/10
Arbeitslosengeldanspruch - Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe - Herstellung einer ...
- VG Stuttgart, 24.10.2008 - 4 K 3985/08
Einstweiliger Rechtsschutz gegen Untersagungsauflage im Gaststättenrecht
- VG Neustadt, 09.03.2009 - 4 L 100/09
Gaststättenrecht; Verwaltungsprozessrecht
- VGH Bayern, 27.11.2009 - 6 B 08.524
Herstellungsbeitrag für kommunalen Spielplatz
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Literatur im Internet zu § 1 JuSchG
- Versandhandel oder Versand?
von Thomas Fuchs (Aufsatz, PDF-Format)
Das Strafgesetzbuch (§ 184 Abs. 1 Nr. 3, Nr. 4 StGB), das Jugendschutzgesetz und das Arzneimittelgesetz enthalten Vorschriften, nach denen der Versand von bestimmten Gegenständen verboten ist. Auffälligerweise werden zu diesem Zweck unterschiedliche Begriffe gebraucht, nämlich einerseits "Versandhandel" und andererseits "Versand". Der Aufsatz beleuchtet die damit verbundenen Bedeutungsunterschiede und kommt zu dem Ergebnis, dass diejenigen Vorschriften, die von dem Begriff "Versandhandel" ausgehen, überprüft werden sollten.
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Querverweise
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
- Familienrecht
- Bürgerliche Ehe
- Eingehung der Ehe
- Ehefähigkeit
- § 1303 (Ehemündigkeit) (zu § 1 V)