Landesbauordnung
| 6. Teil - Einzelne Räume, Wohnungen und besondere Anlagen (§§ 34 - 40) |
(1) Bauliche Anlagen sowie andere Anlagen, die überwiegend von behinderten oder alten Menschen genutzt werden, wie
| 1. | Einrichtungen zur Frühförderung behinderter Kinder, Sonderschulen, Tages- und Begegnungsstätten, Einrichtungen zur Berufsbildung, Werkstätten, Wohnungen und Heime für behinderte Menschen, | |
| 2. | Altentagesstätten, Altenbegegnungsstätten, Altenwohnungen, Altenwohnheime, Altenheime und Altenpflegeheime, |
sind so herzustellen, dass sie von diesen Personen zweckentsprechend ohne fremde Hilfe genutzt werden können (barrierefreie Anlagen).
(2) Die Anforderungen nach Absatz 1 gelten auch für
| 1. | Gebäude der öffentlichen Verwaltung und Gerichte, | |
| 2. | Schalter- und Abfertigungsräume der Verkehrs- und Versorgungsbetriebe, der Post- und Telekommunikationsbetriebe sowie der Banken und Sparkassen, | |
| 3. | Kirchen und andere Anlagen für den Gottesdienst, | |
| 4. | Versammlungsstätten, | |
| 5. | Museen und öffentliche Bibliotheken, | |
| 6. | Sport-, Spiel- und Erholungsanlagen, Schwimmbäder, | |
| 7. | Camping- und Zeltplätze mit mehr als 50 Standplätzen, | |
| 8. | Jugend- und Freizeitstätten, | |
| 9. | Messe-, Kongress- und Ausstellungsbauten, | |
| 10. | Krankenhäuser, Kureinrichtungen und Sozialeinrichtungen, | |
| 11. | Bildungs- und Ausbildungsstätten aller Art, wie Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen, | |
| 12. | Kindertageseinrichtungen und Kinderheime, | |
| 13. | öffentliche Bedürfnisanstalten, | |
| 14. | Bürogebäude, | |
| 15. | Verkaufsstätten und Ladenpassagen, | |
| 16. | Beherbergungsbetriebe, | |
| 17. | Gaststätten, | |
| 18. | Praxen der Heilberufe und der Heilhilfsberufe, | |
| 19. | Nutzungseinheiten, die in den Nummern 1 bis 18 nicht aufgeführt sind und nicht Wohnzwecken dienen, soweit sie eine Nutzfläche von mehr als 1 200 m haben, | |
| 20. | allgemein zugängliche Großgaragen sowie Stellplätze und Garagen für Anlagen nach Nummern 1 bis 12 und 14 bis 19. |
(3) Bei Anlagen nach Absatz 2 können Ausnahmen zugelassen werden, soweit die Anforderungen nur mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand erfüllt werden können. Bei Schulen und Kindertageseinrichtungen dürfen Ausnahmen nach Satz 1 nur bei Nutzungsänderungen und baulichen Änderungen zugelassen werden.
(4) § 29 Abs. 2 gilt auch für Gebäude mit Aufenthaltsräumen, deren Fußboden weniger als 12,5 m über der Eingangsebene liegt, soweit Geschosse nach Absatz 1 oder 2 stufenlos erreichbar sein müssen.
Rechtsprechung zu § 39 LBO
- Entscheidung zu § 39 LBO im Volltext bei

Literatur im Internet zu § 39 LBO
- Baurechtliche Normen zum Bauen für Menschen mit Behinderungen von Dr. Thomas Spiegels (Vortrag)
Zu den Definitionen des Behindertengleichstellungsgesetzes zur Behinderung und Barrierefreiheit, zu den allgemein dort geregelten Pflichten des Staates sowie zum Bauplanungs- und Bauordnungsrechts beim Bauen für Menschen mit Behinderungen
BauNetz - Barrierefreies Bauen
von Wirtschaftsministerium
Leitfaden zum barrierefreien Bauen im öffentlichen Raum, in öffentlich zugängigen Gebäuden, in Arbeitsstätten und Wohnungen. Die Broschüre richtet sich an Architekten, Fachingenieure und Bauherren
über www.wm.baden-wuerttemberg.de - § 39 LBO wird im freien Lexikon Wikipedia unter folgenden Stichworten zitiert:
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Querverweise
- LBO
- Das Grundstück und seine Bebauung
- § 9 (Nichtüberbaute Flächen der bebauten Grundstücke, Kinderspielplätze)
- Verwaltungsverfahren, Baulasten
- § 56 (Abweichungen, Ausnahmen und Befreiungen)
- LBO
- Allgemeine Vorschriften
- § 3 IV (Allgemeine Anforderungen)
- Der Bau und seine Teile
- § 29 II (Aufzugsanlagen)
- Gaststättengesetz (GastG)
- § 4 I Nr. 2a (Versagungsgründe) (zu § 39 II Nr. 17)
- Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)
- § 8
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