Mutterschutzgesetz
| 2. Abschnitt - Beschäftigungsverbote (§§ 3 - 8) |
(1) Werdende und stillende Mütter dürfen nicht mit Mehrarbeit, nicht in der Nacht zwischen 20 und 6 Uhr und nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden.
(2) Mehrarbeit im Sinne des Absatzes 1 ist jede Arbeit, die
| 1. | von Frauen unter 18 Jahren über 8 Stunden täglich oder 80 Stunden in der Doppelwoche, | |
| 2. | von sonstigen Frauen über 8½ Stunden täglich oder 90 Stunden in der Doppelwoche |
hinaus geleistet wird. In die Doppelwoche werden die Sonntage eingerechnet.
(3) Abweichend vom Nachtarbeitsverbot des Absatzes 1 dürfen werdende Mütter in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft und stillende Mütter beschäftigt werden
| 1. | in Gast- und Schankwirtschaften und im übrigen Beherbergungswesen bis 22 Uhr, | |
| 2. | in der Landwirtschaft mit dem Melken von Vieh ab 5 Uhr, | |
| 3. | als Künstlerinnen bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und ähnlichen Aufführungen bis 23 Uhr. |
(4) Im Verkehrswesen, in Gast- und Schankwirtschaften und im übrigen Beherbergungswesen, im Familienhaushalt, in Krankenpflege- und in Badeanstalten, bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen, anderen Schaustellungen, Darbietungen oder Lustbarkeiten dürfen werdende oder stillende Mütter, abweichend von Absatz 1, an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden, wenn ihnen in jeder Woche einmal eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden im Anschluss an eine Nachtruhe gewährt wird.
(5) An in Heimarbeit Beschäftigte und ihnen Gleichgestellte, die werdende oder stillende Mütter sind, darf Heimarbeit nur in solchem Umfang und mit solchen Fertigungsfristen ausgegeben werden, dass sie von der werdenden Mutter voraussichtlich während einer 8-stündigen Tagesarbeitszeit, von der stillenden Mutter voraussichtlich während einer 7¼stündigen Tagesarbeitszeit an Werktagen ausgeführt werden kann. Die Aufsichtsbehörde kann in Einzelfällen nähere Bestimmungen über die Arbeitsmenge treffen; falls ein Heimarbeitsausschuss besteht, hat sie diesen vorher zu hören.
(6) Die Aufsichtsbehörde kann in begründeten Einzelfällen Ausnahmen von den vorstehenden Vorschriften zulassen.
Rechtsprechung zu § 8 MuSchG
50 Entscheidungen zu § 8 MuSchG in unserer Datenbank. Die relevantesten 10:
- FG Köln, 26.06.2008 - 15 K 4337/07
Lohnzuschläge - Schichtzulagen bei tatsächlicher Nichtleistung aufgrund MuSchG
Zum selben Verfahren:
- BFH, 27.05.2009 - VI B 69/08
Keine Diskriminierung von Frauen durch Steuerbefreiungsvorschrift des § 3b ...
- BFH, 27.05.2009 - VI B 69/08
- BAG, 12.12.1990 - 5 AZR 16/90
Sonntagsarbeit; Zulässigkeit in Krankenanstalt für Schwangere
- BAG, 08.09.1988 - 2 AZR 102/88
Auswirkung des § 8 MuSchG auf Wirksamkeit und Anfechtung des Vertrages
- BAG, 24.06.1960 - 1 AZR 96/58
- BAG, 08.08.1990 - 5 AZR 584/89
Mutterschaftsgeld bei Verdiensterhöhung durch Bereitschaftsdienste
- BAG, 10.01.1996 - 5 AZR 316/94
Mutterschutz - Arbeitsausfall - Ausgleich durch Aushilfen
- BAG, 03.12.2002 - 9 AZR 462/01
Befreiung von Mehrarbeit nach § 124 SGB IX; Begriff der Mehrarbeit; ...
- BSG, 25.08.1960 - 3 RK 50/57
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