Strafgesetzbuch
| Allgemeiner Teil (§§ 1 - 79b) |
| 2. Abschnitt - Die Tat (§§ 13 - 37) |
| 1. Titel - Grundlagen der Strafbarkeit (§§ 13 - 21) |
(1) Wer bei Begehung der Tat einen Umstand nicht kennt, der zum gesetzlichen Tatbestand gehört, handelt nicht vorsätzlich. Die Strafbarkeit wegen fahrlässiger Begehung bleibt unberührt.
(2) Wer bei Begehung der Tat irrig Umstände annimmt, welche den Tatbestand eines milderen Gesetzes verwirklichen würden, kann wegen vorsätzlicher Begehung nur nach dem milderen Gesetz bestraft werden.
Rechtsprechung zu § 16 StGB
Rechtsprechungsübersichten:
- 18 Entscheidungen zu § 16 StGB im Volltext bei
geordnet nach Relevanz oder nach Datum - 137 Entscheidungen der BGH-Strafsenate zu § 16 StGB im Volltext bei
geordnet nach Datum
- BGH, Prügel durch Zuhälter, 21.2.02
§§ 239a, 255 StGB, Tatbestandsirrtum (§ 16 I StGB) des Zuhälters, wenn er rechtsirrtümlich glaubt, eine Forderung aus Prostitution "habe Bestand und sei rechtswirksam", § 138 BGB, zum Wandel der Sexualmoral bereits vor Inkrafttreten des Prostutionsgesetzes zum 1.1.02
- OLG Hamm, Tischlermeister mit Kettensäge, 15.1.02
§ 303 StGB, Fremdheit der Sache, zur Abgrenzung zwischen Tatbestandsirrtum (§ 16 StGB) und Verbotsirrtum (§ 17 StGB) bei der Zerstörung einer vom Täter selbst eingebauten Sache (§§ 946 ff BGB)
- BGH, Würgegriff des Kaufhausdetektivs, 10.2.00 (BGHSt 45, 378)
§ 227 StGB, § 127 StPO, Verhältnismäßigkeit, § 32 StGB, Notwehrlage in Ausübung des Festnahmerechts;
§ 16 StGB, Erlaubnistatbestandsirrtum bei Verkennung der Erforderlichkeit der Notwehrhandlung
- BGH, "gleich mitsterilisieren", 4.10.99 (BGHSt 45, 219)
- BGH, Haschisch-Schulden, 26.2.98 (NStZ-RR 1998, 235)
§§ 249, 253, 255 StGB, keine Zueignungsabsicht bzw. stoffgleiche Bereicherungsabsicht, wenn eine Sache abgenötigt wird, um als Druckmittel zu dienen;
§ 16 StGB, Rechtswidrigkeit ist in §§ 249, 253, 255 StGB normatives Tatbestandsmerkmal, Tatbestandsirrtum, wenn Täter eine nichtige Forderung (§ 134 BGB) für durchsetzbar hält
- BGH, Sprengfalle, 7.10.97 (NStZ 1998, 294)
§§ 211, 22, 16, Abgrenzung aberratio ictus - error in persona bei Distanztat, "mittelbare optische Wahrnehmung";
Versuchsbeginn bei Distanztat;
Anstifterhaftung bei error in personam
- BGH, Arztunterlagen, 17.10.96 (BGHSt 42, 268)
§ 263, Vermögensvorteil, § 16, Irrtum, untauglicher Versuch
- BGH, Verbotene Zusammenarbeit mit LKA, 7.3.96 (NStZ 1996, 338)
Betäubungsmittelbesitz, Täterschaft - Teilnahme, natürliche Handlungseinheit;
§ 16 - § 17, Vermeidbarkeit
- BGH, Nachbarstreit, 11.9.95 (NStZ 1996, 29)
§ 32, Erforderlichkeit, Waffe, Androhung, § 16, Verteidigungswille
- BGH, Surgibone, 29.6.95 (NStZ 1996, 34)
§ 16 StGB analog bei Erlaubnistatbestandsirrtum (hier: Irrtum über die tatsächlichen Voraussetzungen einer rechtfertigenden Einwilligung);
§ 223 StGB, § 823 I BGB, (strafrechtliche) Arzthaftung, zum Umfang der Aufklärungspflicht des Arztes über Behandlungsalternativen, zur Frage der hypothetischen Einwilligung bei Aufklärungspflichtverletzungen, Einschränkungen der Strafbarkeit unter Schutzzweckgesichtspunkten
- BGH, Nachtbar-Überfall, 15.11.94 (NJW 1995, 973)
§ 32, "gegenwärtig", "erforderlich", § 16;
§ 33, angekündigter Angriff, (kein) planmäßiges Sicheinlassen
- BGH, Pistolenschüsse, 1.9.92 (BGHSt 38, 353)
§ 211, "gemeingefährlich", Berücksichtigung von abstrakter Gefährlichkeit und konkreter Tatsituation;
§ 16, aberratio ictus bei bedingtem Vorsatz, Tateinheit zwischen versuchtem Totschlag zulasten des verfehlten Opfers und vollendeter Körperverletzung zulasten des getroffenen Opfers
- BGH, Zürcher Passage, 15.5.92 (BGHSt 38, 295)
§ 16, aberratio ictus;
§ 251, Gefahrverwirklichungszusammenhang auch bei Tod in der Beendigungsphase;
§ 52;
Kronzeugenregelung
- BGH, Hoferbe, 25.10.90 (BGHSt 37, 214)
§§ 211, 26, 16, Abgrenzung error in persona - aberratio ictus bei Irrtum des Vordermanns, Rahmen der Vorhersehbarkeit beim Hintermann (Anstifter)
- BGH, Moos raus !, 12.1.62 (BGHSt 17, 87)
- BGH, Fangbriefe, 3.5.56 (BGHSt 9, 240)
§ 16, aberratio ictus, § 164
- BGH, Freier, 20.3.53 (BGHSt 4, 105)
§§ 253, 255 StGB, "zu Unrecht" bedeutet: im Widerspruch zum materiellen Recht (§ 138 BGB);
§§ 16, 17 StGB, § 240 StGB, § 229 BGB
- BGH, Züchtigung, 6.6.52 (BGHSt 3, 105)
- BGH, Strafverteidigerhonorar, 18.3.52 (BGHSt 2, 194)
- RG, Wanderstock, 30.11.23 (RGSt 58, 27)
§ 32, Erforderlichkeit, § 16, aberratio ictus, Fahrlässigkeit
- RG, Bluter, 31.5.20 (RGSt 54, 349)
§ 16, aberratio ictus
Literatur im Internet zu § 16 StGB
- Die allgemeine Irrtumsdogmatik vor neuen Herausforderungen - der Variantenirrtum im Rahmen der Umweltschutztatbestände
von Wiss. Mitarbeiter Christian Matejko, Gießen (Aufsatz, PDF-Format)
ZIS 2006, 205
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