Rechtsprechung
| BVerwG, 09.08.1996 - 6 C 3.95 |
Abiturprüfung in Biologie
Art. 12 GG, gerichtliche Nachprüfung von Prüfungsentscheidungen
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Prüfungsrecht - Abiturprüfung, Zulässigkeit und Eignung von Prüfungsfragen, Umfang der gerichtlichen Überprüfung
Kurzfassungen/Presse
- Jurion (Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Oldenburg, 14.01.1993 - 6 A 241/92
- OVG Niedersachsen, 18.05.1994 - 13 L 998/93
- BVerwG, 09.08.1996 - 6 C 3.95
Zeitschriftenfundstellen
- DVBl 1996, 1381
- NVwZ-RR 1998, 176
- DÖV 1997, 649
Wird zitiert von ... (42)
- OVG Saarland, 30.06.2003 - 3 Q 70/02
Prüfungsrecht, Prüfung, Juristische, Aufgabenstellung, Eindeutigkeit, …
BVerwG, Urteil vom 09.08.1996 - 6 C 3/95 -, Seite 7 des Juris-Ausdrucks zur Kontrolle von Abituraufgaben im Fach Biologie.Soweit eine Prüfungsaufgabe nach allgemeinem Prüfungsrecht geeignet sein muß, die Prüflinge, die das Ausbildungsziel erreicht haben, von denen zu unterscheiden, die es nicht erreicht haben, und verständlich gestellt und widerspruchsfrei sein muß, BVerwG, Urteil vom 09.08.1996 - 6 C 3/95 -; ebenso Zimmerling/Brehm, Prüfungsrecht, 2. Auflage 2001, RdNr. 516 bedeutet dies für den vorliegenden Fall, daß der zur Problemlösung gestellte Sachverhalt mit Verständnis für das Recht erfaßbar sein muß.
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur Mißerfolgsquote in Prüfungen BVerwG, Beschluß vom 06.11.1987 - 7 B 198/87 - und Urteil vom 09.08.1996 - 6 C 3/95 - hat die Mißerfolgsquote in einem Prüfungsteil keine unmittelbar entscheidungserhebliche Bedeutung.
- VG Hamburg, 26.01.2000 - 20 VG 3073/99
Wiederholung einer mündlichen Abiturprüfung
Dieser dem Verfassungsrecht entnommene Anspruch wird Prüflingen in berufsbezogenen Prüfungen, aber auch in Abiturprüfungen (vgl. BVerwG, Urteil vom 9.8.1996, NVwZ-RR 1998, 176 ff.) gewährt, um einen Ausgleich dafür zu schaffen, dass aufgrund des Bewertungsspielraums der Prüfer die richterlichen Kontrolle nur eingeschränkt möglich ist (vgl. BVerfG, Beschluss vom 17.4.1991, BVerfGE 84, 34 ff.; BVerwG, Urteil vom 9.12.1992, BVerwGE 91, 262 ff.; BVerwG, Urteil vom 24.2.1993, NVwZ 1993, 682 ff.).Zu unterstellen ist hier, dass die Klägerin in ihrem Recht auf Chancengleichheit verletzt ist, weil schon die ihr gestellten Prüfungsaufgaben an Mängeln litten (BVerwG, Urteil vom 9.8.1996, DVBl. 1996, 1381 ).
Die Prüfungsaufgaben müssen insbesondere geeignet sein, die Kandidaten, die das Ausbildungsziel erreicht haben, von denen zu unterscheiden, die es nicht erreicht haben (m.w.N. BVerwG, Urteil vom 9.8.1996, DVBl. 1996, 1381 ).
- BVerwG, 05.08.2004 - 6 B 31.04 Die Ermessensfreiheit findet allerdings ihre Grenze, wenn die Entscheidung des Gerichts eine ihm nicht zur Verfügung stehende Sachkunde erfordert oder wenn sich dem Gericht aus anderen Gründen eine (weitere) Beweiserhebung aufdrängt (Urteile vom 6. November 1986 BVerwG 3 C 27.85 , BVerwGE 75, 119 und vom 9. August 1996 BVerwG 6 C 3.95 Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 372 = NVwZ-RR 1998, S. 176 ).
Die Klägerin verweist insoweit auf das Urteil vom 9. August 1996 BVerwG 6 C 3.95 (…a.a.O. ), wonach 'das Gericht aufgrund substantiierter Einwendungen notfalls mit sachverständiger Hilfe darüber zu entscheiden' habe, 'ob die vom Prüfer als falsch bewertete Lösung im Gegenteil richtig oder jedenfalls vertretbar war'.
- BVerwG, 16.04.1997 - 6 C 9.95 Fachlichen Meinungsverschiedenheiten hingegen muß das Gericht auch in diesem Zusammenhang nachgehen, notfalls unter Heranziehung von Sachverständigen (vgl. Urteil vom 9. August 1996 - BVerwG 6 C 3.95 - Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 372).
- OVG Sachsen, 18.08.2010 - 2 A 142/09
Erfordernis der Festlegung einzelner Lerninhalte und Lernziele für die …
Anders als beispielsweise bei den Fächern Sexualerziehung oder Ethikunterricht (vgl. BVerfG, Beschl. v. 21.12.1977, BVerfGE 47, 46, 78 ff.) musste der Inhalt und das Ziel des Prüfungsfachs Mathematik gesetzlich nicht konkret umschrieben werden, weil dadurch weder Persönlichkeits- noch Eltern- und Erziehungsrechte tangiert werden (vgl. BVerwG, Urt. v. 9.8.1996, DVBl. 1996, 1381 f.).Vielmehr entspricht es hergebrachter Übung, die nicht zu beanstanden ist, dass die Lerninhalte und Lernziele in Lehrplänen und Einheitlichen Prüfungsanforderungen festgelegt werden (vgl. BVerwG, Urt. 9.8.1996, DVBl. 1996, 1381 f.).
- VG Meiningen, 15.06.2006 - 1 K 549/05
Recht der Landesbeamten; Zur Bewertung einer Klausur der Prüfung für die Laufbahn …
Das beurteilt sich u. a. danach, ob sie auch verständlich und in sich widerspruchsfrei ist (BVerwG, U. v. 09.08.1996, 6 C 3.95 sowie U. v. 17.05.1995, 6 C 12.94).Unverständliche und in sich widersprüchliche Fragestellungen verstoßen gegen den das Prüfungsrecht beherrschenden, verfassungsrechtlich verbürgten Grundsatz der Chancengleichheit, der besagt, dass für vergleichbare Prüflinge so weit wie möglich vergleichbare Prüfungsbedingungen und Bewertungskriterien gegeben sein müssen (BVerwG, U. v. 09.08.1996, 6 C 3.95 sowie B. v. 27.03.1992, 6 B 6.92).
- BVerwG, 07.11.2001 - 6 B 55.01 Sollte sich die Beschwerde auf das Urteil vom 9. August 1996 - BVerwG 6 C 3.95 - (Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 372 = DVBl 1996, 1381) beziehen, fehlt es an der Darlegung, dass diese Entscheidung die von der Beschwerde zur Grundlage ihrer Rüge gemachten Rechtssätze enthält.
- BVerwG, 27.04.1999 - 2 C 30.98
Rügeverlust bei materiellen Prüfungsfehlern.
Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 84, 34 ; 84, 59 ) und des Bundesverwaltungsgerichts (Urteile vom 21. Oktober 1993 - BVerwG 6 C 12.92 - m.w.N., vom 30. Januar 1995 - BVerwG 6 C 1.92 - und vom 9. August 1996 - BVerwG 6 C 3.95 - ) zum Umfang der gerichtlichen Kontrolle von Prüfungsentscheidungen sind fachliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Prüfern und Prüfling der gerichtlichen Beurteilung nicht entzogen. - OVG Schleswig-Holstein, 27.08.1999 - 3 L 211/96 Zwar ist davon auszugehen, daß die Bewertung, ob eine Prüfungsaufgabe fachlich unmöglich ist, ob die Prüfungsaufgabe verständlich gestellt oder in sich widersprüchlich ist, der vollen gerichtlichen Nachprüfung unterliegt (BVerwG, Urt. v. 9.8.1996 6 C 3.95, Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 372).
Eine Prüfungsfrage muß außerdem verständlich und in sich widerspruchsfrei sein (BVerwG, Urt. v. 9.8.1996 6 C 3.95 Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 372 unter Hinweis auf BVerwG, Urt. v. 17.05.1995 6 C 2.94 , Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 349).
- BFH, 23.08.2001 - VII R 96/00
Störungen bei Steuerberaterprüfung
Die Feststellung, ob insoweit ein Prüfungsmangel vorliegt, ist den Gerichten nicht verwehrt, soweit sie sich darauf beschränkt zu prüfen, ob die Aufgabenstellung den Mindestanforderungen an eine eindeutige Aufgabenstellung entspricht (vgl. BVerwG, Urteile vom 26. November 1976 VII C 6.76, BVerwGE 51, 331, 338, und vom 9. August 1996 6 C 3.95, Deutsches Verwaltungsblatt 1996, 1381). - VGH Baden-Württemberg, 08.11.2002 - 9 S 2361/02
Aufnahmeprüfung für weiterführende Schulen - gerichtliche Überprüfung
- BVerwG, 12.03.2004 - 6 B 2.04
- BVerwG, 06.03.1998 - 6 B 9.98
Zeugnisnote in einem versetzungsrelevanten Fach; Gewichtung schriftlicher und …
- VGH Hessen, 29.04.2010 - 8 A 3247/09
Rüge der Bewertung einzelner Prüfungsteile
- BFH, 28.09.1998 - VII B 65/98
Steuerberatungsrecht; Zweitkorrektur einer Prüfungsarbeit; Verletzung des …
- VGH Hessen, 26.05.2010 - 8 A 1595/09
Einwendungen gegen einzelne Prüfungsleistungen
- VG Köln, 04.11.2004 - 6 K 5760/02
- VG Aachen, 11.08.2006 - 9 K 3901/04
- VG Karlsruhe, 24.03.2010 - 7 K 1873/09
Verdacht der Täuschung bei Übereinstimmung mit Musterlösung
- VGH Baden-Württemberg, 16.05.2000 - 9 S 2537/99
Bestehensregelung im zweiten juristischen Staatsexamen - Blockversagen
- VG Aachen, 25.04.2008 - 9 K 198/04
- OVG Nordrhein-Westfalen, 11.11.2011 - 14 B 1109/11
- VG Göttingen, 05.09.2002 - 1 A 1088/00
Prüfung zum Wirtschaftsprüfer; Prüfungsrecht; Misserfolgsquote; …
- VG Aachen, 17.02.2003 - 9 K 2680/00
Erfolglose Klage auf Bestehen der Reifeprüfung (Unzureichende Leistungen im Fach …
- VG Gelsenkirchen, 01.02.2006 - 4 K 3029/05
Zivilrechtsklausur, Anerkenntnis, Stufenklage
- VG Düsseldorf, 11.09.2006 - 18 L 1625/06
- VG Aachen, 23.01.2009 - 9 K 902/07
- OVG Rheinland-Pfalz, 16.08.2001 - 2 A 10441/01
- VG Düsseldorf, 10.06.2002 - 18 K 4927/99
- VG Hannover, 26.01.2005 - 6 A 355/04
Notwendigkeit einer Wiederholungsmöglichkeit bei berufsbezogenen Prüfungen (hier: …
- VG Düsseldorf, 05.07.2005 - 18 K 8086/03
- VG Düsseldorf, 23.08.2005 - 18 K 7258/04
- VG Düsseldorf, 16.11.2009 - 18 L 1654/09
Gesamtschule gymnasiale Oberstufe zentrale Prüfung in Klasse 10 fehlerhafte …
- VG Hannover, 13.12.2010 - 6 B 5596/10
Zur Benotung von Kursklausuren und schriftlicher Abiturprüfung bei Fortbestehen …
- VG Lüneburg, 18.08.2004 - 4 B 142/04
Schulrecht, Versetzung; Versetzung
- VG Düsseldorf, 20.06.2007 - 18 L 889/07
- VG Düsseldorf, 18.10.2001 - 1 L 2525/01
- VerfGH Sachsen, 10.12.2004 - 11-IV-04
- VGH Baden-Württemberg, 15.12.2006 - 9 S 2277/06
Zulassung zur zahnärztlichen Vorprüfung Prüfungsstoff Lehrstoff …
- VG Berlin, 30.03.2011 - 3 A 179.08
- VG Berlin, 21.07.2011 - 3 K 1154.10
- VG Berlin, 05.08.2011 - 3 K 59.10
