Rechtsprechung
   BGH, 01.07.2002 - II ZR 380/00   

Angebliche Sitzverlegung von der Kanalinsel

§ 14 Abs. 2 BGB, § 50 ZPO, Art. 3, 37 Nr. 2 EGBGB, eine ausländische GmbH, die ihren Sitz nach Deutschland verlegt und - unter Zugrundelegung der bislang herrschenden "Sitztheorie" - ihre Rechtsform verliert, ist in Deutschland (zumindest) eine - nach neuerer Rechtsprechung rechts- und parteifähige - GbR (§ 705 BGB) (Anmerkung: vgl. die noch abweichende Meinung des VII. Zivilsenats in «Sitzverlegung der niederländischen BV nach Deutschland» - vom II. Zivilsenat fehlt eine Stellungnahme, warum im Hinblick auf diese und weitere Entscheidungen eine Divergenzvorlage nach § 132 GVG nicht erforderlich war);

Art. 299 Abs. 6 c) EG, die Kanalinseln gehören iSv § 110 ZPO zur Europäischen Union

Volltextveröffentlichungen (15)

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  • openjur.de
  • Prof. Dr. Lorenz

    Parteifähigkeit einer nach ausländischem Recht gegründeten juristischen Person nach Sitzverlegung ins Inland; Sitz- und Gründungstheorie, Rechts- und Parteifähigkeit der BGB-Gesellschaft

  • Deutsches Notarinstitut

    BGB § 14 Abs. 2 n.F.
    Sitzverlegung einer ausländischen Gesellschaft nach Deutschland

  • Institut für Deutsches und Europäisches Unternehmensrecht

    Parteifähigkeit einer nach ausländischem Recht gegründeten juristischen Person nach Sitzverlegung ins Inland

  • NWB SteuerXpert START

    BGB § 14 Abs. 2 n.F.

  • jurawelt.com

    § 14 BGB
    Verlegung des Sitzes einer ausländischen Gesellschaft nach Deutschland: § 14 BGB n.F

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    BGB § 14 Abs. 2 (n.F.)
    Rechtsfähigkeit einer Gesellschaft ausländischen Rechts nach Verlegung des Verwaltungssitzes nach Deutschland

  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)

    Gesellschaftsrecht - Parteifähigkeit einer ausländischen Gesellschaft

  • Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
  • Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Rechts- und Parteifähigkeit einer »Limited Company« nach Sitzverlegung ins Inland

  • Betriebs-Berater

    Sitzverlegung einer ausländischen Gesellschaft nach Deutschland führt zur Anerkennung von deren aktiver und passiver Parteifähigkeit

  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Rechts- und Parteifähigkeit einer der GmbH vergleichbaren ausländischen Gesellschaft nach Sitzverlegung ins Inland

Kurzfassungen/Presse (5)

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  • gruner-siegel-partner.de (Kurzinformation)

    Ausländische Gesellschaften

  • Jurion(Abodienst) (Verschiedene Textarten)

    Parteifähigkeit von Personenvereinigungen ausländischen Rechts

Besprechungen u.ä. (3)

  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)

    Parteifähigkeit einer Limited Company mit Verwaltungssitz in Deutschland? (IBR 2002, 649)

  • uni-koeln.de (Entscheidungsanmerkung)

    Rechtsfähigkeit einer Scheinauslandsgesellschaft als Personengesellschaft

  • EWiR-online.de(Leitsatz frei, Besprechungstext 2,90 €) (Entscheidungsbesprechung)

    Rechts- und Parteifähigkeit einer der GmbH vergleichbaren ausländischen Gesellschaft nach Sitzverlegung ins Inland

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHZ 151, 204
  • NJW 2002, 3539
  • ZIP 2002, 1763
  • MDR 2002, 1382
  • WM 2002, 1929
  • BB 2002, 877
  • BB 2002, 2031
  • DNotZ 2003, 145
  • IBR 2002, 649
  • DB 2002, 2037
  • DB 2002, 2039
  • JR 2003, 156
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Wird zitiert von ... (27)  

  • OLG Hamburg, 30.03.2007 - 11 U 231/04  

    Die Rechtsfähigkeit einer Gesellschaft, die nicht unter die europäische

    Denn die Sitztheorie beantwortet nur die Vorfrage, welches Recht anzuwenden ist (vgl. BGHZ 151, 204, 206 f.; Altmeppen , DStR 2000, 1061, 1062; Kindler , a.a.O. Rn. 405; W.-H. Roth , ZIP 2000, 1597, 1599).

    In einer Entscheidung, die eine nach dem Recht der Kanalinsel Jersey gegründete Gesellschaft betraf, hat der Bundesgerichtshof noch vor Erlass des Urteils des EuGH in der Rechtssache "Überseering" entschieden, dass für solche Gesellschaften nach wie vor die Sitztheorie maßgeblich sei (BGHZ 151, 204 ff.).

    Damit liegt ein "Handeln unter falschem Recht" vor, das aufgrund des gesellschaftsrechtlichen Rechtsformenzwangs im Ergebnis wie eine Rechtsformverfehlung unter nationalem Recht zu behandeln ist (vgl. K. Schmidt , ZGR 1999, 20, 24 f.; W.-H. Roth , ZIP 2000, 1597, 1600; siehe auch BGHZ 151, 204, 206 f.).

    Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGHZ 151, 204, 206) führt vielmehr dazu, dass die Gesellschaft als fortbestehend anerkannt wird und sich nur das maßgebliche Gesellschaftsrecht ändert (sog. Statutenwechsel).

  • BGH, 13.03.2003 - VII ZR 370/98  

    Verfahrensrecht - Rechtsfähigkeit einer Gesellschaft aus der EU (Überseering)

    a) Diese Rechtsanwendung läßt sich nicht damit erreichen, daß die Klägerin nach deutschem Recht nach Verlegung des Verwaltungssitzes jedenfalls eine rechtsfähige Personengesellschaft und damit als solche vor den deutschen Gerichten aktiv und passiv parteifähig ist (vgl. BGH, Urteil vom 1. Juli 2000 - II ZR 380/00, BGHZ 151, 204 = NJW 2002, 3539).
  • BGH, 27.10.2008 - II ZR 158/06  

    Trabrennbahn

    Sie ist aber nach der Rechtsprechung des Senats als rechtsfähige Personengesellschaft deutschen Rechts zu behandeln, nämlich als offene Handelsgesellschaft oder Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die keiner Eintragung in ein deutsches Register bedürfen (BGHZ 151, 204; krit. Binz, BB 2005, 2361, 2363 ff.).
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  • AG Hamburg, 14.05.2003 - 67g IN 358/02  

    Auch nach Überseering ist eine Haftungsbeschränkung von Gesellschaftern

    Dies ergibt sich aus einer konsequenten Fortführung der Rechtsprechung des BGH (BGH v. 1.7.2002 - II ZR 380/00, ZIP 2002, 1763 = GmbHR 2002, 1021) und des EuGH sowie des BGH in den "Überseering"-Entscheidungen (EuGH v. 5.11.2002 - Rs. C-208/00, ZIP 2002, 2037 = GmbHR 2002, 1137; BGH v. 13.3.2003 - VII ZR 370/98, ZIP 2003, 718 = GmbHR 2003, 527 mit Komm. Stieb) zur Rechts- und Parteifähigkeit einer im Ausland gegründeten Gesellschaft.

    Das deutsche internationale Gesellschaftsrecht geht bislang von der sog. Sitztheorie aus (BGH v. 21.3.1986 - V ZR 10/85, BGHZ 97, 269 [271] = GmbHR 1986, 351; v. 17.10.1968 - VII ZR 23/69, BGHZ 51, 27 [28]; BGH v. 1.7.2002 - II ZR 380/00, ZIP 2002, 1763 = GmbHR 2002, 1021; EuGH v. 5.11.2002 - Rs. C-208/00, ZIP 2002, 2037 [2039] = GmbHR 2002, 1137).

    In der Entscheidung des BGH v. 1.7.2002 - II ZR 380/00, ZIP 2002, 1763 = GmbHR 2002, 1021 ist diese Ansicht allerdings aufgegeben worden.

  • BayObLG, 19.12.2002 - 2Z BR 7/02  

    Immobilien - Grundbuchfähigkeit von Gesellschaften aus anderen EG-Staaten

    Die Behandlung einer ausländischen juristischen Person als BGB-Gesellschaft (BGH WM 2002, 1929) hilft für das Grundbuchverfahren nicht weiter, weil die BGB-Gesellschaft als solche nicht im Grundbuch eingetragen werden kann (BayObLGZ 2002 Nr. 59 = ZIP 2002, 2175).

    Das bedeutet, dass sich die Rechtsverhältnisse der Gesellschaft nach dem Recht desjenigen Staates beurteilen, in dem sich der tatsächliche Sitz der Hauptverwaltung, der effektive Verwaltungssitz, befindet (BGHZ 97, 269/271; BGH WM 2002, 1929; BayObLGZ 1998, 195/197 f.; OLG Hamm Rpfleger 1995, 153/154).

  • LSG Nordrhein-Westfalen, 17.01.2005 - L 2 B 9/03  

    Arbeit & Soziales - Abgrenzung Arbeitnehmerüberlassung und Werkvertrag

    Deshalb kommt es nicht darauf an, dass - vorbehaltlich einer abweichenden zwischenstaatlichen Vereinbarung (vgl BGHZ 153, 353ff), die zwischen Deutschland und Ungarn nicht besteht (auch der deutsch-ungarische "Vertrag über freundschaftliche Zusammenarbeit und Partnerschaft in Europa" vom 06.02.1992, BGBl 1992 II S 474ff, enthält eine solche Regelung nicht), sich der Status einer in Deutschland tätigen ausländischen Gesellschaft nach inländischem, deutschem Recht beurteilt (sog Sitztheorie, vgl BGHZ 153, 353ff; 151, 204ff; 78, 318ff; 53, 18ff).

    Die Anwendung deutschen Rechts muss erst recht gelten, wenn - was hier nahe liegt - von vorneherein beabsichtigt war, unternehmerische Tätigkeit ausschließlich im Inland zu entfalten (BGHZ 53, 181ff) oder den Sitz nach Gründung im Ausland ins Inland zu verlegen (BGHZ 151, 204ff).

  • OLG Hamm, 26.05.2006 - 30 U 166/05  

    Parteifähig einer Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht - Wirksamkeit eines

    Die Beklagte moniert, dass die vom Landgericht zitierte BGH-Entscheidung NJW 2002, 3539 keine allgemeine Anerkennung gefunden habe.

    Diese Rechtsanwendung lasse sich nicht damit erreichen, dass die Klägerin nach deutschem Recht nach Verlegung des Verwaltungssitzes jedenfalls als eine rechtsfähige Personengesellschaft angesehen werde und als solche vor den deutschen Gerichten aktiv und passiv parteifähig sei (vgl. BGHZ 151, 204 = NJW 2002, 3539 = NZG 2002, 1009).

  • OLG Zweibrücken, 26.03.2003 - 3 W 21/03  

    Gesellschaftsrecht - Ausländische Gesellschaft: Eintragung ins Handelsregister

    Diese besagt, dass sich die Rechtsverhältnisse der Gesellschaft nach dem Recht desjenigen Staates beurteilen, in dem sich der tatsächliche Sitz der Hauptverwaltung, der effektive Verwaltungssitz befindet (BGHZ 97, 269, 271: BGHZ 151, 204, 206 = ZIP 2002, 1763, 1764 - WM 2002, 1929, jew. m. w. N.).
  • LG Duisburg, 20.02.2007 - 7 T 269/06  
    Das deutsche internationale Gesellschaftsrecht ging bislang von der sogenannten Sitztheorie aus (BGHZ 97, 269, 271; BGHZ 51, 27, 28; BGHZ 151, 204).

    2002 (BGHZ 151, 204) diese Ansicht zunächst zum Teil und schließlich in der Entscheidung vom 14.03.2005 (BGH, NJW 2005, 1648) vollends aufgegeben.

  • BGH, 27.06.2007 - XII ZB 114/06  

    Verfahrensrecht - Schein-Auslandsgesellschaft

    Zwar wurde in der Rechtsprechung ursprünglich die Meinung vertreten, dass eine ausländische rechtsfähige Gesellschaft, die ihren tatsächlichen Verwaltungssitz aus einem anderen Mitgliedstaat der EG nach Deutschland verlegt, hier nicht als ausländische juristische Person anzuerkennen, sondern als rechtsfähige Personengesellschaft deutschen Rechts zu behandeln sei (vgl. BGHZ 151, 204).
  • BGH, 27.01.2005 - I ZR 146/02  

    Sammelmitgliedschaft III

  • KG, 18.11.2003 - 1 W 444/02  

    Gesellschaftsrecht - Ausländische Gesellschaft: Eintragung ins Handelsregister

  • FG München, 11.02.2009 - 8 K 2914/08  

    Bezeichnung einer nach ausländischem Recht gegründeten Gesellschaft; Rechtsnatur

  • LG Essen, 06.10.2005 - 16 O 221/04  
  • LG Heidelberg, 02.03.2004 - 2 O 470/03  

    Ausländersicherheit: Befreiung einer Partei mit Sitz auf der Kanalinsel Jersey

  • BGH, 27.10.2008 - II ZR 290/07  

    Beschränkungen für schweizerische Aktiengesellschaften mit Sitz in Deutschland

  • OLG Köln, 31.01.2006 - 22 U 109/05  

    Internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte für Klagen gegen ausländische

  • OLG Stuttgart, 08.03.2006 - 14 U 18/05  

    Kapitalbeteiligung über eine Treuhänderin an einer OHG: Pflicht des Anlegers zur

  • OLG Naumburg, 06.12.2002 - 7 Wx 3/02  

    Verweigerung der Eintragung der Zweigniederlassung einer Limited nach englischem

  • OLG Oldenburg, 07.09.2004 - 9 U 45/04  

    Prozesskostensicherheit: Form der gerichtlichen Entscheidung über die

  • OLG Hamm, 12.09.2007 - 30 U 43/07  
  • OLG Koblenz, 21.06.2004 - 12 U 786/03  
  • OLG Rostock, 03.05.2005 - 4 U 182/01  

    Parteifähigkeit einer Zweigniederlassung - Wirksamkeit der Abtretung

  • OLG Frankfurt, 24.05.2007 - 26 W 51/07  

    Vollstreckungsimmunität bei der Zwangsvollstreckung aus gerichtlichen Titeln

  • BFH, 23.09.2009 - I B 95/09  

    Kroatische "d.o.o." als Adressat einer Prüfungsanordnung - Rechtliches Gehör

  • OLG München, 24.06.2010 - 29 U 3381/09  

    Begriff des gewöhnlichen Aufenthalts i.S. von § 110 Abs. 1 ZPO bei

  • BayObLG, 20.02.2003 - 1Z AR 160/02  

    Bestimmung der Zuständigkeit - internationale Zuständigkeit der

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