Rechtsprechung
| VGH Bayern, 24.11.1988 - 4 CE 88.2620 |
Ausschluß der 3. Bürgermeisterin aus der Fraktion
§ 32 Abs. 1 Satz 2 BGB, Anwendung vereinsrechtlicher Vorschriften auf den Ausschluß aus einer kommunalen Fraktion, Berücksichtigung als zivilrechtliche Vorfrage im Verwaltungsverfahren und -prozeß
Kurzfassungen/Presse
- Datenbank zur Rechtsprechung im Kommunalrecht (Leitsatz)
Ausschluss aus einer Ratsfraktion und seine Feststellung durch der Rat
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1989, 1755
- NVwZ 1989, 494
Wird zitiert von ... (6)
- VG Gießen, 30.05.2003 - 8 G 1662/03
Fraktionsausschluss
Hierzu ist erforderlich, dass dem Ausschluss des Fraktionsmitgliedes eine Anhörung des Betroffenen vorausgeht und zu der Sitzung, in der über den Ausschluss befunden werden soll, sämtliche Fraktionsmitglieder eine Ladung unter konkreter Benennung dieses Tagesordnungspunktes erhalten (vgl. VG Gießen, B. v. 16.10.1996 - 8 G 1477/96 -, Seite 8 f. und vom 03.03.2003 - 8 G 5136/02 -, Seite 3 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, B. v. 20.07.1992 - 15 B 1643/92 -, NVwZ 1993, 399; Bayer. VGH, B. v. 24.11.1988 - 4 CE 88.2620-, NVwZ 1989, 494; Erdmann, DÖV 1988, 907, 910; Aulehner, JA 1989, 478, 483; Rothe, DVBl. 1988, 382, 385).Darüber hinaus sind dem ausgeschlossenen Mitglied die Ausschlussgründe schriftlich mitzuteilen (…VG Gießen, B. v. 16.10.1996, a.a.O., …und vom 03.03.2003, a.a.O.; VG Wiesbaden, B. v. 10.11.1994 - 3 G 1093/94 -, HSGZ 1995, 109; Bayer. VGH, B. v. 24.11.1988, a.a.O.; Schmidt-Jortzig/Hansen, NVwZ 1994, 116, 118;… Erdmann, a.a.O., S. 910).
Ein wichtiger Grund für den Ausschluss aus einer Fraktion ist dann gegeben, wenn das Verhalten eines Fraktionsmitgliedes eine vertrauensvolle und erfolgreiche Fraktionsarbeit so erheblich stört, dass eine weitere gedeihliche Zusammenarbeit nicht mehr möglich erscheint, was beispielsweise dann der Fall ist, wenn ein Fraktionsmitglied durch eine Abweichung in zentralen Fragen, auf die sich der politische Konsens bezieht, das Vertrauensverhältnis nachhaltig stört und damit einer weiteren Zusammenarbeit den Boden entzieht (vgl. Hess. VGH, B. v. 05.01.1998 - 8 TG 3361/97 -, NVwZ 1999, 1369; B. v. 13.12.1989 - 6 TG 3175/89 -, NVwZ-RR 1990, 391; Bayer. VGH, B. v. 24.11.1988 - 4 CE 88.2620 -, NVwZ 1989, 494).
- OVG Berlin-Brandenburg, 17.10.2011 - 10 S 22.11
Subventionsrecht; Beihilfekontrollverfahren durch Europäische Kommission; …
Zwar wird in der Rechtsprechung (vgl. Thüringer OVG…, Beschluss vom 5. Dezember 1996 - 2 EO 426/95 -, ThürVBl. 1997, 133, juris Rn. 30; OVG Nordrhein-Westfalen…, Beschluss vom 20. Juli 1992 - 15 B 1643/92 -, NVwZ 1993, 399, juris Rn. 17; Bayerischer VGH, Beschluss vom 24. November 1988 - 4 CE 88.2620 -, NVwZ 1989, 494 [495]) und Literatur (…vgl. Kopp/Ramsauer, a.a.O., § 28 Rn. 4a;… Bonk/Kallerhoff, a.a.O., § 28 Rn. 25;… Ritgen in Knack/Henneke, VwVfG, 9. Aufl. 2010, § 28 Rn. 9;… Herrmann in Bader/Ronellenfitsch, VwVfG, 2010, § 28 Rn. 5;… Schwarz in Fehling/Kastner, HK-VerwR, 2. Aufl. 2010, VwVfG § 28 Rn. 8) eine entsprechende Geltung des § 28 VwVfG auch außerhalb des unmittelbaren Anwendungsbereichs bei anderen hoheitlichen Maßnahmen der Verwaltung als Verwaltungsakten befürwortet. - OVG Nordrhein-Westfalen, 20.07.1992 - 15 B 1643/92 - 4 CE 88.2620 -, NVwZ 1989, 494 - sind in dem Beschluß vom 21. November 1988 bereits gewürdigt worden.
- VerfGH Berlin, 22.11.2005 - VerfGH 53/05
Verfassungsmäßiger Ausschluss eines Abgeordneten aus der FDP-Fraktion
Es entspricht allgemeiner Auffassung, dass ein Fraktionsausschluss an materielle Voraussetzungen gebunden und nicht nach Belieben der Fraktion zulässig ist, wobei ganz überwiegend insoweit auf das Vorliegen eines qualifizierten Grundes abgestellt wird (…vgl. MVVerfG, a. a. O., S. 519 m. w. N.;… C. Lenz, a. a. O., S. 368; für den Ausschluss aus Fraktionen kommunaler Vertretungskörperschaften: BayVGH, NVwZ 1989, 494 ; HessVGH, NVwZ 1990, 391 ; OVG Lüneburg, NVwZ 1994, 506 ; OVG NW, NVwZ 1993, 399 ; HessVGH, NVwZ 1999, 1369 ). - VGH Hessen, 05.01.1998 - 8 TG 3361/97
Ausschluß eines Mitgliedes aus der Fraktion - Verfahren und inhaltliche …
Ein wichtiger Grund für den Ausschluß aus einer Fraktion ist dann gegeben, wenn ein Fraktionsmitglied durch eine Abweichung in zentralen Fragen, auf die sich der politische Konsens bezieht, das Vertrauensverhältnis nachhaltig stört und damit einer weiteren Zusammenarbeit den Boden entzieht (Hess. VGH, Beschluß vom 13. Dezember 1989 - 6 TG 3175/89 - NVwZ-RR 1990, 391 f.; vgl. auch VGH München, Beschluß vom 24. November 1988 - 4 CE 88.2620 - NVwZ 1989, 494 f.). - VGH Hessen, 09.07.1998 - 8 TZ 2348/98
Recht der Fraktionen zur Abberufung der von ihnen benannten Ausschußmitglieder; …
Ernstliche Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung des Verwaltungsgerichts folgen auch nicht aus dem im zweiten Absatz auf Seite 3 des Prozeßkostenhilfeantrags erhobenen Einwand, das Verwaltungsgericht lehne in seiner Entscheidung fälschlicherweise ein Prüfungsrecht hinsichtlich der rechtlichen Wirksamkeit der dem Stadtverordnetenvorsteher durch die Fraktion die Republikaner mitgeteilten Abberufung des Antragstellers ab, der VGH München habe eine solche Prüfungspflicht für einen Gemeinderat in seiner Entscheidung vom 24. November 1988 (- 4 CE 88.2620 - NVwZ 1989, 494 f.) bejaht, nichts anderes könne nach § 58 HGO i.V.m. § 62 Abs. 2 HGO für den Stadtverordnetenvorsteher gelten.
