Rechtsprechung
| BGH, 26.10.1972 - VII ZR 181/71 |
Dachstuhl-Maßfehler
§ 633 Abs. 2 Satz 3 BGB <Fassung bis 31.12.01>, § 635 BGB <Fassung bis 31.12.01>, § 251 Abs. 2 BGB analog
Volltextveröffentlichungen
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Schadensersatzanspruch des Auftraggebers bei berechtigt verweigerter Mängelbeseitigung durch Auftragnehmer
Kurzfassungen/Presse (2)
- Jurion (Leitsatz)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
BGB § 633 Abs. 2
Unverhältnismäßigkeit der Aufwendungen für die Mängelbeseitigung
Zeitschriftenfundstellen
- BGHZ 59, 365
- NJW 1973, 138
- BauR 1973, 112
- ZfBR 1990, 184
- ZfBR 1989, 156
- ZfBR 1985, 26
Wird zitiert von ... (43)
- OLG Celle, 02.11.2011 - 14 U 52/11
Bauvertrag - Trotz Verstoß gegen DIN-Normen: Leistung mangelfrei!
(1) Selbst bei unterstellter Unverhältnismäßigkeit der Nachbesserung im Sinne des § 635 Abs. 3 BGB ist nach der ständigen Rechtsprechung des BGH grundsätzlich davon auszugehen, dass der Besteller nicht auf den Minderwert verwiesen werden, sondern (stattdessen) dem Unternehmer die zur Mangelbeseitigung erforderlichen Kosten berechnen kann (…BGH, Urt. v. 29.06.2006 - VII ZR 86/05, juris-Rdnr. 22;… BGH, Urt. v. 10.03.2005 - VII ZR 321/03, juris-Rdnr. 10 ff.;… BGH, Urt. v. 27.03.2003 - VII ZR 443/01, juris-Rdnr. 9 f.; BGH, Urt. v. 26.10.1972 - VII ZR 181/71, juris-Rdnr. 3 ff.).An dieses Korrektiv sind strenge Anforderungen zu stellen und alle Umstände des Falls, insbesondere der Grad des Verschuldens, zu berücksichtigen (BGH, Urt. v. 26.10.1972 - VII ZR 181/71, juris-Rdnr. 10 ff.).
Hat der Besteller objektiv ein berechtigtes Interesse an dieser Leistung, so kann ihm regelmäßig nicht wegen hoher Kosten die Kompensation für die fehlende Vertragserfüllung verweigert werden (zum Ganzen: BGH, Urt. v. 26.10.1972 - VII ZR 181/71, juris-Rdnr. 10 ff.;… BGH, Urt. v. 27.03.2003 - VII ZR 443/01, juris-Rdnr. 15;… BGH, Urt. v. 29.06.2006 - VII ZR 86/05, juris-Rdnr. 16;… Genius in: jurisPK-BGB, 5. Aufl. 2010, § 634 BGB Rdnr. 41).
- BGH, 29.06.2006 - VII ZR 86/05
Bauvertrag - Abwicklung und Folgen des großen Schadensersatzanspruchs
Verlangt der Besteller wegen des Mangels eines Bauwerks großen Schadensersatz wegen Nichterfüllung in der Weise, dass er unter Anrechnung des nicht bezahlten Werklohns Mehrkosten für die Errichtung eines neuen Bauwerks geltend macht, ist in entsprechender Anwendung des § 251 Abs. 2 BGB zu prüfen, ob die Aufwendungen dafür unverhältnismäßig sind (im Anschluss an BGH, Urteil vom 26. Oktober 1972 - VII ZR 181/71, BGHZ 59, 365, 366).*).aa) Der Senat hat in den Fällen, in denen der Besteller das Bauwerk behalten und die Mängelbeseitigungskosten als Schadensersatz verlangt hat (kleiner Schadensersatz), entschieden, dass dieser Schadensberechnung in entsprechender Anwendung des § 251 Abs. 2 BGB der Einwand entgegengehalten werden kann, die Aufwendungen zur Mängelbeseitigung seien unverhältnismäßig (BGH, Urteil vom 26. Oktober 1972 - VII ZR 181/71, BGHZ 59, 365, 366; Urteil vom 27. März 2003 - VII ZR 443/01, BGHZ 154, 301, 305; Urteil vom 10. März 2005 - VII ZR 321/03, BauR 2005, 1014 = NZBau 2005, 390 = ZfBR 2005, 461).
In einem solchen Fall würde es Treu und Glauben widersprechen, wenn der Besteller diese Aufwendungen dem Unternehmer anlasten könnte (BGH, Urteil vom 26. Oktober 1972 - VII ZR 181/71, aaO, S. 367).
- OLG Bamberg, 16.04.2007 - 4 U 198/05
Bauvertrag - „Kissenartige“ Aufwölbungen beim WDV: Nachbesserungsanspruch?
Da dieser Unverhältnismäßigkeitseinwand auch nach dem (mindestens ebenso strengen) Maßstab des § 251 11, 1 BGB (vgl. BGHZ 59, 365, 366ff. und dazu Staudinger-Peters (2000), Rdn. 194 zu § 633 BGB) zutrifft, kann wegen der Einzelheiten der Abwägung auf die Prüfung des Hilfsantrages und die dortige Darstellung der Grundsätze des § 251 11,1 BGB verwiesen werden (vgl. unten 4c).Es muss für den Unternehmer schlicht unzumutbar sein, die vom Besteller in nicht sinnvoller Weise gemachten Aufwendungen tragen zu müssen (BGHZ 59, 365; 114, 383; BGH NJW-RR 2003, 1021, 1022).
d) Die sich aus § 251 11,1 BGB ergebende Beschränkung des Anspruchsumfangs hat zur Folge, dass der Klägerin als Schadensersatz nur ein Ausgleich in Höhe der durch den Ausführungsmangel verursachten (merkantilen) Wertminderung des Gebäudes zusteht (BGHZ 50, 160, 165; 59, 365; BGH NJW-RR 1991, 1429; OLG Düsseldorf BauR 1999, 498, 501f.).
- OLG Karlsruhe, 07.11.2001 - 7 U 87/97
Werkvertragsrecht - Umfang und Beschränkung des Schadensersatzes
Auch kann dem Beklagten nicht entgegengehalten werden, dass die Beseitigung des Mangels einen unverhältnismäßigen Aufwand im Sinne von § 633 Abs. 2 S. 2 BGB erfordern würde, denn der vom Beklagte geforderte Schadensersatz wegen Nichterfüllung gem. § 635 BGB ist etwas anderes als das Verlangen nach Nachbesserung im Sinne von § 633 BGB, sodass es im Grundsatz durchaus gerechtfertigt ist, dass der Unternehmer nach § 635 BGB für einen Mangel schärfer haftet (BGHZ 59, 365, 366).Deshalb ist die entsprechende Anwendung des § 251 Abs. 2 BGB ausnahmsweise heranzuziehen, wenn es für den Unternehmer unzumutbar wäre, die Aufwendungen zur Herstellung der Mangelfreiheit in vollem Umfang zu tragen (vgl. BGHZ 59, 365, 367 f.; OLG Köln, NJW-RR 1993, 1492).
Hinzu kommt, dass das der Klägerin zuzurechnende Verschulden der Streithelferin nur gering ist (vgl. zu diesem Gesichtspunkt BGHZ 59, 365, 368).
- BGH, 08.11.1973 - VII ZR 86/73
Folgen der Abnahme, trotz Kenntnis des Mangels
Kontextvorschau leider nicht verfügbar - OLG Bamberg, 04.04.2005 - 4 U 95/04
Bauvertrag - Unverhältnismäßiger Aufwand nach Marmorschaden bei Lochbohrung?
a) Der Einwand der Kl. gründet auf der Vorschrift des § 251 II S. 1 BGB, deren entsprechende Anwendung auch bei Fallgestaltungen wie hier in Betracht kommt (vgl. BGHZ 59, 365; BGHZ 62, 388, 391; BGHZ 63, 295).Die Zumutbarkeitsgrenze ist durch eine umfassende Güter- und Interessenabwägung zu ermitteln, wobei an die Annahme von Unverhältnismäßigkeit strenge Anforderungen zu stellen sind (vgl. BGHZ 59, 365).
Es muss für den Unternehmer unzumutbar sein, die vom Besteller in nicht sinnvoller Weise gemachten Aufwendungen tragen zu müssen (BGHZ 59, 365; BGHZ 118, 383 und BGH, NJW-RR 2003, 1021, 1022).
- BGH, 10.03.2005 - VII ZR 321/03
Bauvertrag - Anspruch auf Mangelbeseitigung oder nur auf Minderung?
a) Der Besteller kann, sofern er für bestimmte Mängel keine Minderung fordert, im Rahmen des kleinen Schadensersatzanspruchs nach § 635 BGB entweder den mangelbedingten Minderwert des Werkes oder den Betrag geltend machen, der für die Beseitigung des Mangels erforderlich ist (st. Rspr.; BGH, Urteile vom 11. Juli 1991 - VII ZR 301/90, BauR 1991, 744 = ZfBR 1991, 265 und vom 26. Oktober 1972 - VII ZR 181/71, BGHZ 59, 365, 366).Im Grundsatz und in der Regel muß es jedoch bei den Folgen aus § 635 BGB verbleiben, so daß der Besteller im Wege des Schadensersatzes die Aufwendungen fordern kann, die erforderlich sind, um das geschuldete Werk in einen mangelfreien Zustand zu versetzen (BGH, Urteil vom 27. März 2003 - VII ZR 443/01, BGHZ 154, 301, 305 und Urteil vom 26. Oktober 1972 - VII ZR 181/71, BGHZ 59, 365, 367 f.).
- BGH, 04.07.1996 - VII ZR 24/95
Nachbesserungskosten: Unverhältnismäßigkeit
Nach der Senatsrechtsprechung BGH, Urt. v. 26.10.1972 - VII ZR 181/71 = BGHZ 59, 365, 367 =BauR 1973, 112 = NJW 1973, 138.Vielmehr ist der Einwand der Unverhältnismäßigkeit nur dann gerechtfertigt, wenn das Bestehen auf ordnungsgemäßer Vertragserfüllung sich mit Rücksicht auf das objektive Interesse an ordnungsgemäßer Erfüllung im Verhältnis zu dem dafür erforderlichen Aufwand unter Abwägung aller Umstände als Verstoß gegen Treu und Glauben darstellt BGH, Urt. v. 26.10.1972 - VII ZR 181/71 = BGHZ 59, 365, 367 = BauR 1973, 112 = NJW 1973, 138; BGH, Urt. v. 23.2.
- OLG Saarbrücken, 09.03.2004 - 7 U 342/03
Bauvertrag - Abnahme entbehrlich bei Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung
Denn der Auftraggeber kann dann, wenn ihm ein Nachbesserungsanspruch nicht (mehr) zusteht, die Kosten für die Mangelbeseitigung als Schadensersatz verlangen, § 635 BGB (BGHZ 59, S. 365; BGHZ 77, 134-139).Insoweit kommt es auch hier maßgebend auf das Verhältnis an, in dem die Aufwendungen zu den Vorteilen stehen (…vgl. Werner/Pastor, aaO, Rdnr. 1684, m.w.N.; BGHZ 59, S. 365; BGH ZIP 2003, 1203-1204).
- BGH, 06.12.2001 - VII ZR 241/00
Prüfvermerk des Architekten als Anerkenntnis? Nachbesserungs- oder …
(1) Eine Nachbesserung ist unverhältnismäßig, wenn der mit der Nachbesserung erzielte Erfolg bei Abwägung aller Umstände des Einzelfalles in keinem vernünftigen Verhältnis zur Höhe des dafür erforderlichen Geldaufwandes steht (BGH, Urteil vom 26. Oktober 1972 - VII ZR 181/71, BGHZ 59, 365, 367 = BauR 1973, 112 = NJW 1973, 130; Urteil vom 4. Juli 1996 - VII ZR 24/95, BauR 1996, 858 = ZfBR 1996, 313; Urteil vom 24. April 1997 - V I I Z R 1 1 0 / 8 6 (richtig: VII ZR 110/96) , BauR 1997, 638 = ZfBR 1997, 249). - BGH, 27.03.2003 - VII ZR 443/01
Bauvertrag - Schadensersatzanspruch kann Neuherstellungskosten umfassen
- BGH, 24.05.2007 - IX ZR 142/05
Rechtsanwälte - Hinweispflicht auf Schlüssigkeitsbedenken schon in 1. Instanz
- BGH, 23.02.1995 - VII ZR 235/93
Minderung: Bewertung des Nachbesserungsaufwandes
- BGH, 11.07.1991 - VII ZR 301/90
Mängel: Sog.
- BGH, 10.10.1985 - VII ZR 303/84
Nachbesserungsanspruch: Neuherstellung
- BGH, 02.10.1987 - V ZR 140/86
Mißbräuchlichkeit des Verlangens nach Herstellung eines vertraglich geschuldeten …
- BGH, 06.11.1986 - VII ZR 97/85
Schadensersatz wegen mangelhafter Ausführung; Veräußerung des Grundstückes
- BGH, 06.06.1991 - VII ZR 372/89
Verjährung von werkvertraglichen Gewährleistungsansprüchen eines …
- OLG Oldenburg, 16.06.1999 - 2 U 56/99
Pflasterarbeiten, Mängelbeseitigungskosten, Schadensersatz, …
- OLG Saarbrücken, 13.01.2004 - 4 U 276/03
Bauträger - Pflichten des Treuhänders/Baubetreuers
- OLG Nürnberg, 15.01.1992 - 9 U 3700/89
Formaldehyd- und Lindanausdünstungen eines Fertighauses als Baumangel
- OLG Stuttgart, 03.08.2010 - 10 U 26/10
Wohnungseigentum - Großer Schadensersatz: Rechtsmissbräuchliche Geltendmachung
- BGH, 03.03.1998 - X ZR 4/95
Übernahme der Aufsicht über die Herstellung einer Segelyacht; Verjährung von …
- OLG Hamm, 08.03.2001 - 21 U 24/00
Schallschutz: Geschuldetes Bau-Soll? DIN 4109 oder mehr bei Reihenhaus?
- OLG Düsseldorf, 10.06.1997 - 21 U 188/96
Stillschweigende Abnahme und Verweigerung der Mängelbeseitigung wegen …
- OLG Düsseldorf, 24.11.2000 - 22 U 7/00
Aufnahme durch Insolvenzverwalter nur teilweise?
- OLG Zweibrücken, 25.04.2005 - 7 U 53/04
Bauvertrag - Minderwertermittlung bei Granitplatten mit optischen Mängeln
- OLG Celle, 18.07.2002 - 22 U 197/01
Bauvertrag - Unverhältnismäßigkeit der Nachbesserung
- OLG Celle, 01.06.2006 - 6 U 233/05
Architekten & Ingenieure - Unverhältnismäßigkeit der Mängelbeseitigung
- OLG Frankfurt, 29.01.2003 - 17 U 9/97
Bauvertrag - Mangelhafte Tiefgarageneinfahrt
- BGH, 10.06.2010 - Xa ZR 3/07
Bauvertrag - Schadensersatzanspruch wegen mängelbedingten Stillstands
- OLG Frankfurt, 14.04.2005 - 15 U 89/99
Bauvertrag - Falsche Heizungsrohre: Schadensersatz in welcher Höhe?
- OLG Hamm, 17.01.1990 - 26 U 112/89
AGB - Neuherstellung einer fehlfarbenen Verklinkerung
- OLG Hamm, 24.01.1993 - 21 U 148/92
Baumängel: Verwendung von Schadensersatz
- OLG Düsseldorf, 04.08.1992 - 23 U 236/91
VOB-Vertrag: Unmöglichkeit der Mängelbeseitigung
- OLG Dresden, 13.12.2006 - 6 U 946/06
Bauvertrag - Mangelhaftigkeit eines Schwimmbades: Minderung oder Nacherfüllung?
- OLG Hamm, 07.04.1992 - 26 U 121/91
Mangel: Kleinere Wohnfläche, niedrigere Deckenhöhe
- OLG Bamberg, 29.06.1998 - 4 U 270/97
Welche Folgen haben geringfügige Abweichungen von DIN-Werten bei Estrichen?
- OLG Köln, 26.03.2002 - 3 U 95/01
Bauvertrag - Unverhältnismäßigkeit des Kostenaufwandes für eine Mängelbehebung
- OLG Düsseldorf, 20.07.2004 - 21 U 191/02
- OLG Zweibrücken, 11.04.2005 - 7 U 53/04
Rechtsfolgen der Verweigerung der Nachbesserung wegen unverhältnismäßig hoher …
- OLG Celle, 20.11.2002 - 7 U 3/02
Bauvertrag - Löcher in Bodenplatte: Nachbesserung oder Minderung?
- OLG Karlsruhe, 21.11.2002 - 12 U 115/02
Schadensersatz wegen Nichterfüllung eines Werklieferungsvertrages über …
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