Rechtsprechung
| BVerfG, 07.03.1990 - 1 BvR 1215/87 |
Deutschlandlied
Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG
Volltextveröffentlichungen (3)
- DFR
Nationalhymne
- Telemedicus (Volltext/Leitsatz)
Nationalhymne
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Schutz nationaler Symbole - Nationalhymne - und Kunstfreiheit
Verfahrensgang
- BayObLG, 31.08.1987 - RReg. 5 St 153/87
- BVerfG, 07.03.1990 - 1 BvR 1215/87
Zeitschriftenfundstellen
- BVerfGE 81, 298
- NJW 1990, 1985
- NStZ 1990, 276
- MDR 1990, 688
- DVBl 1990, 495
Wird zitiert von ... (13)
- BVerfG, 03.11.2000 - 1 BvR 581/00
Reichweite der Kunstfreiheit - Deutschland muss sterben
Die für die Beurteilung der Verfassungsbeschwerde maßgeblichen verfassungsrechtlichen Fragen sind durch das Bundesverfassungsgericht bereits entschieden (vgl. BVerfGE 30, 173 ; 67, 213 ; 75, 369 ; 81, 278 ; 81, 298 ).Daher schließt Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG eine Bestrafung nach § 90 a Abs. 1 StGB wegen Verunglimpfens oder böswilligen Verächtlichmachens der Bundesrepublik Deutschland nicht generell aus (vgl. BVerfGE 81, 278 f.; 81, 298 ff.).
b) Das Amtsgericht geht zunächst zutreffend davon aus, dass das Lied als Kunstwerk im Sinne von Art. 5 Abs. 3 GG anzusehen und die Handlung, derentwegen der Beschwerdeführer bestraft wurde, dem Schutzbereich des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG zuzuordnen ist (vgl. zum Folgenden auch BVerfGE 81, 298 ).
Dieser Wirkbereich ist auch hier betroffen (vgl. BVerfGE 81, 298 ).
- KG, 24.07.2009 - 1 Ss 235/09
Zur Tötung zweier Kaninchen im Rahmen einer künstlerischen Vorführung
Aber auch eine kunstfreundliche Auslegung des Tierschutzes unter Berücksichtigung der Strukturmerkmale der hier vorliegenden Kunstform (vgl. BVerfGE 81, 298, 306) führt nicht zu dem von ihnen gewünschten Ergebnis. - LG Dresden, 09.12.2004 - 3 O 4354/04
Untersagung von Äußerungen im Rahmen einer Theaterinszenierung
ff) Sind aber - wie hier - mehrere Interpretationen des Kunstwerkes möglich, so ist diejenige der Beurteilung zu Grunde zu legen, die andere Rechts-guter am wenigsten beeinträchtigt (BVerfGE 67, 213, 230; BVerfGE 81, 298, 307).
- BayObLG, 15.07.1993 - 3St RR 154/92 Doch kommt diese Verfassungsbestimmung nicht zur Anwendung, wenn der »Kunstbezug« künstlerisch (satirisch) verfremdeter Meinungsäußerungen nur gering ist, die Kunst dabei also im wahrsten Sinne des Wortes nur Beiwerk ist, die Meinungsäußerung demnach an erster Stelle steht und Hauptanliegen des Künstlers ist (BVerfG NJW 1990, 1985 ; Henschel NJW 1990, 1937/1943; Otto JR 1983, 1/10 und NJW 1986, 1206/1210).
- VG Hamburg, 24.02.2010 - 5 K 122/08 Während der Bundesgerichtshof die Anwendbarkeit von Art. 14 GG im Hinblick auf den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb bejaht (BGHZ 92, 34, 37; BGH, DVBl. 2001, 1671), hat das Bundesverfassungsgericht die Anwendbarkeit offen gelassen (vgl. BVerfGE 77, 84, 118; 81, 298, 227 f.; 96, 375, 397; 105, 252, 278; ebenso BVerwGE 118, 226, 241).
- BayObLG, 31.01.1994 - 4St RR 209/93
'Herr Asylbetrüger' II - § 130 StGB, Auslegung einer Äußerung
Gelangt der Tatrichter unter Beachtung der Grundsätze der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 67, 213 ; 82, 43) zu einer Auslegung, bei welcher der Tatbestand des § 130 StGB verwirklicht sein kann, wird er zur überprüfen haben, ob das Pamphlet, das allein schon wegen seiner Reimform unter den formalen Kunstbegriff fällt (BVerfGE 67, 213/227; 81, 298), die Schranken der Kunstfreiheit überschreitet, was sich bei Bejahung des Merkmals Angriff auf die Menschenwürde als primäres Grundrecht (Art. 1 Abs. 1 Satz 1 GG ) aufdrängt. - BayObLG, 18.02.1998 - 5St RR 117/97 Diese Verfassungsbestimmung käme aber nicht zur Anwendung, wenn der "Kunstbezug" künstlerisch (satirisch) verfremdeter Meinungsäußerungen nur gering wäre, die Kunst dabei also im wahrsten Sinn des Wortes nur Beiwerk wäre, die Meinungsäußerung demnach an erster Stelle stünde und als Hauptanliegen des Künstlers angesehen werden müßte (BVerfG NJW 1990, 1985 ; Hentschel NJW 1990, 1937/1943; Otto JR 1983, 1/10 und NJW 1986, 1206/1220).
- VGH Baden-Württemberg, 24.08.2000 - 11 S 789/00
Aufenthaltserlaubnis für eine Tätigkeit als Show-Tänzerin
Denn in jedem Fall ist dabei der weite Kunstbegriff des Grundgesetzes (Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG) maßgeblich zu beachten, der sich einer generellen Definition entzieht und keiner wertenden Einengung unterliegt (…vgl. Senatsbeschluss vom 27.10.1999, aaO, unter Hinweis auf BVerfG, Beschlüsse vom 24.2.1971, BVerfGE 30, 173, 188 = NJW 1971, 1645, vom 17.7.1984, BVerfGE 67, 213, 225 = NJW 1985, 261, und vom 7.3.1990, BVerfGE 81, 278, 291, sowie BVerfGE 81, 298, 305; BVerwG, Urteil vom 26.11.1992, BVerwGE 91, 211 = NJW 1993, 1491; BSG, Urteile vom 25.10.1995, NJW 1997, 1185 und vom 20.3.1997, NJW 1998, 1430; BFH, Urteile vom 11.4.1990, NJW 1991, 1503, und vom 11.7.1991, NJW 1992, 1343). - BVerfG, 25.02.1993 - 2 BvR 2229/92
Justizgrundrechte - Gesetzesbestimmtheit: Verfassungsmäßigkeit des Tatbestands …
Jedermann soll voraussehen können, welches Verhalten mit Strafe bedroht ist; darüber hinaus soll sichergestellt werden, daß der Gesetzgeber selbst abstrakt-generell über die Strafbarkeit entscheidet (vgl. BVerfGE 81, 298 >309 340 f. 183 56 f.<). - VGH Baden-Württemberg, 27.10.1999 - 11 S 1419/99
Aufenthaltserlaubnis für unselbständige Erwerbstätigkeit als Show-Tänzerin in …
In jedem Fall ist dabei der weite Kunstbegriff des Grundgesetzes (Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG) maßgeblich zu beachten, der sich wohl einer generellen Definition entzieht und keiner wertenden Einengung unterliegt (vgl. dazu BVerfG, Beschlüsse vom 24.2.1971, BVerfGE 30, 173, 188 = NJW 1971, 1645, vom 17.7.1984, BVerfGE 67, 213, 225 = NJW 1985, 261, und vom 7.3.1990, BVerfGE 81, 278, 291, sowie BVerfGE 81, 298, 305; auch BVerwG, Urteil vom 26.11.1992, BVerwGE 91, 211 = NJW 1993, 1491; s. auch BSG, Urteile vom 25.10.1995, NJW 1997, 1185, und vom 20.3.1997, NJW 1998, 1430; BFH, Urteile vom 11.4.1990, NJW 1991, 1503, und vom 11.7.1991, NJW 1992, 1343). - VGH Baden-Württemberg, 26.07.1991 - 3 S 834/91
Bauaufsicht: Einschreiten wegen nicht standsicherer Skulptur auf Privatgrundstück
- BVerfG, 29.10.1992 - 2 BvR 721/92
Verfassungsmäßigkeit des § 13 Abs. 1 BtMG
- OLG Köln, 30.08.1994 - Ss 252/94
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