Rechtsprechung
| BVerfG, 31.03.2000 - 1 BvR 608/99 |
Elektroeinzelhändler mit Installationsdienst
§ 3 HandwO, Art. 12 GG
Volltextveröffentlichungen (7)
mehr- RA Kotz
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Selbständige Berufsausübung ohne Meisterbrief
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Handwerk - Handwerksarbeiten ohne Eintragung in Handwerksrolle?
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Kurzfassungen/Presse (2)
- lexetius.com (Pressemitteilung)
Zu den Anforderungen an die Feststellung eines Gewerbebetriebs
- Bundesverfassungsgericht (Pressemitteilung)
Zu den Anforderungen an die Feststellung eines Gewerbebetriebs
Verfahrensgang
- AG Schwandorf, 26.10.1998 - 2 OWi 2 Js 6240/97
- BayObLG, 08.03.1999 - 3 ObOWi 20/99
- BVerfG, 31.03.2000 - 1 BvR 608/99
Zeitschriftenfundstellen
- NVwZ 2001, 187
- NVwZ 2000, 777
Wird zitiert von ... (28)
- VGH Baden-Württemberg, 07.11.2003 - 14 S 275/03
Meisterprüfung: Ausnahmebewilligung - Nachweis von notwendigen Kenntnissen und …
Die obergerichtliche Rechtsprechung zum großen Befähigungsnachweis geht seit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 17.07.1961 (…a.a.O.) unverändert davon aus, dass das Erfordernis des Befähigungsnachweises für das Handwerk mit dem Grundgesetz vereinbar ist, wegen der darin liegenden empfindlichen Eingriffe in die Freiheit selbstständiger Berufsausübung aber eine grundrechtsfreundliche, großzügige Auslegung und Anwendung der Ausnahmetatbestände voraussetzt (vgl. BVerfG, Beschluss vom 31.03.2000 - 1 BvR 608/99 -, GewArch 2000, 240; Beschluss vom 27.09.2000 - 1 BvR 2176/98 - GewArch 2000, 480; BVerwG, Urteil vom 29.08.2001 - 6 C 4/01 - GewArch 2001, 479: Bindungswirkung gemäß § 31 Abs. 1 BVerfGG trotz Änderung der Vorschriften der HwO über die Voraussetzungen für die Eintragung in die Handwerksrolle).Der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 31.03.2000 - 1 BvR 608/99 - (…a.a.O.) kann entgegen der Auffassung des Klägers nichts anderes entnommen werden.
Diese Fallkonstellation ist mit der vorliegenden aber bereits deshalb nicht vergleichbar, weil der Kläger nicht geltend macht, dass die von ihm ausgeübten Tätigkeiten nicht den "Kern" eines bestimmten handwerklichen Berufes beträfen und damit - nach der geltenden Rechtslage - als Minderhandwerk oder als Hilfsbetrieb ohne Eintragung in die Handwerksrolle ausgeübt werden dürften (vgl. hierzu BVerfG, Beschluss vom 31.03.2000, a.a.O.).
- BVerfG, 05.12.2005 - 1 BvR 1730/02
Berufsrecht - Meisterzwang verfassungkonform?
Daher könnte die Schwere des Eingriffs, den der große Befähigungsnachweis für ihren beruflichen Werdegang bedeutete, zu dem - zunehmend verwischten - Ziel der Qualitätssicherung nicht länger in einem angemessenen Verhältnis gestanden haben (kritisch bereits BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats, NVwZ 2001, S. 187; vgl. auch König, AöR 118 , S. 591 ;… Marx, INF 2004, S. 193 ). - OLG Hamm, 22.08.2002 - 5 Ss OWi 332/02
Arbeit & Soziales - Abgrenzung Handwerker - Einzelhandelskaufmann
Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss vom 31.03.2000 (1 BvR 608/99) ausgeführt, dass bei der Auslegung und Anwendung der §§ 1 - 3 Hw0 die Ausstrahlungswirkung des Art. 12 Abs. 1 GG in der Form zu beachten ist, dass in tatsächlicher Hinsicht festzustellen ist, ob die Tätigkeiten des Betroffenen die Anwendung von § 1 Hw0 erforderlich scheinen lassen.Da zu den entscheidungserheblichen Rechtsfragen eine gefestigte höchstrichterliche Rechtsprechung - auch des Bundesverfassungsgerichts vorliegt (vgl. insbesondere BVerfG, NVwZ 2001, 187 mit Anm. Mirbach, NVwZ 2001, 161 und Jahn, GewArch 2000, 278; BVerwG, NVwZ-RR 1992, 547;… Homig, Handwerksordnung, 2. Aufl. 1999, § 1 Hw0 Rdnrn. 42 ff m.w.N. aus der Rspr.), war es auch nicht veranlasst, das Verfahren zur Vorlage der von der Rechtsbeschwerde als verfassungswidrig gerügten Normen an das Bundesverfassungsgericht auszusetzen.
- VGH Bayern, 31.01.2005 - 22 BV 04.2719
Altgesellenregelung im Handwerksrecht: Lehrjahre zählen nicht als Berufspraxis
In der Begründung dieses Regelungsvorschlags wurde unter Hinweis auf die vom Bundesverfassungsgericht (Beschluss vom 31.3. 2000, NVwZ 2001, 187) geforderte grundrechtsfreundliche Auslegung der Ausnahmetatbestände ausgeführt, dass die der bisherigen Praxis zugrunde liegenden, an ein bestimmtes Lebensalter anknüpfenden Voraussetzungen für die Annahme einer Ausnahme vom Erfordernis der Meisterprüfung (§ 8 HwO) bei den sog. Altgesellen nicht mehr sachgerecht seien (…BT-Dr 15/1206, S. 27 f.).Eine Verletzung des Art. 12 Abs. 1 GG kommt schon deshalb nicht in Betracht, weil mit der gesetzlichen Neuregelung der Zugang zu einer selbstständigen Handwerkstätigkeit gegenüber der bisherigen Rechtslage, die mit der Berufswahlfreiheit vereinbar war (vgl. BVerfGE 13, 97/105 ff.; vom 31.3. 2000, NVwZ 2001, 187), ganz erheblich erleichtert worden ist.
- VGH Bayern, 20.07.2009 - 22 CE 09.1601
Bauverbot: Verzögerungsschaden als unbillige Härte?
Hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass die Verordnung gegen höherrangiges Recht verstoßen könnte und deshalb diese Ausnahmebestimmung im Lichte der Grundrechte jedenfalls großzügig ausgelegt werden müsste (vgl. BVerfG vom 31.3.2000 NVwZ 2001, 187), bestehen nicht (2.).Demgemäß ist es auch nicht geboten, im Hinblick auf die Grundrechte der Antragsteller aus Art. 14 Abs. 1 GG (Baufreiheit) die Ausnahmevorschrift des § 4 Abs. 1 der Verordnung und somit den Begriff der unbilligen Härte besonders großzügig auszulegen (vgl. BVerfG vom 31.3.2000 a.a.O.).
- BVerwG, 29.08.2001 - 6 C 4.01
Ausnahmefall; Bäckerhandwerk; großer Befähigungsnachweis; Handwerkskammer; …
In seinen Beschlüssen vom 31. März 2000 - 1 BvR 608/99 - (GewArch 2000, 240 ) und vom 27. September 2000 - 1 BvR 2176/98 - (GewArch 2000, 480) hat das Bundesverfassungsgericht ausgeführt, es habe "die maßgeblichen Fragen zum Befähigungsnachweis für das Handwerk bereits entschieden". - VG Karlsruhe, 13.08.2003 - 11 K 656/03
Meisterbrief
Ohne dass es auf die Verwertbarkeit der Durchsuchungsergebnisse vom 27.01.2003 ankäme - und auch unter Berücksichtigung der in der neueren Rechtsprechung des BVerfG (vgl. Kammerbeschl. v. 27.09.2000 - 1 BvR 2176/98 -, NVwZ 2001, 189; Kammerbeschl. v. 31.03.2000 - 1 BvR 608/99 -, NVwZ 2001, 187) aufgestellten Anforderungen - ergibt sich aus den Akten indes hinlänglich, dass der Antragsteller mit seinem Betrieb die Grenzen vom Kleingewerbe zum Vollhandwerk überschreitet.Das Erfordernis des großen Befähigungsnachweises ist auch - noch immer - mit Art. 12 Abs. 1 GG vereinbar (…BVerfG, Kammerbeschl. v. 27.09.2000, a.a.O.; Kammerbeschl. v. 31.03.2000, a.a.O.; grundlegend noch immer BVerfG, Entsch. v. 17.07.1961 - 1 BvL 44/55 -, ).
- LG Mainz, 31.01.2006 - 10 HKO 54/05
1. Das Grundrecht der Berufsausübungsfreiheit des Art. 12 Abs.1 GG gebietet, …
Dazu gehören nicht solche Tätigkeiten, die ohne Beherrschung in handwerklicher Schulung erworbener Kenntnisse und Fertigkeiten einwandfrei und gefahrlos ausgeführt werden können ( im Anschluss an BGH, GRUR 2001, 352/354; BVerfG, NVwZ 2001, 187 f.; BVerfG NVwZ 2001, 189).Des Weiteren hat der Beklagte auch keine näheren Tatsachen dazu vortragen können, welche Umsätze aus dem gewerblichen Unternehmen des Klägers dem Handel zuzurechnen sind und welche auf handwerklichen Tätigkeiten beruhen (vgl. BVerfG, NVwZ 2001, 187 f).
- BVerfG, 27.09.2000 - 1 BvR 2176/98
Zu Handwerksleistungen im Reisegewerbe
aa) Insbesondere ist in tatsächlicher Hinsicht nicht festgestellt worden, welche der dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Tätigkeiten nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVerwGE 87, 191), die dem Grundrechtsschutz Raum gibt, dem Vollhandwerk unterfallen (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats, GewArch 2000, S. 240 ). - BayObLG, 11.12.2002 - 3 ObOWi 112/02 Dies bedingt, den - eintragungspflichtigen - Kernbereich der handwerklichen Tätigkeiten von dem eintragungsfreien - Minderhandwerk sowie den Hilfs- und Nebenbetrieb gemäß § 3 HwO abzugrenzen (BVerfGE GewA 2000, 240/242).
(siehe auch BVerfGE 1 BvR 608/99 und hier ).
- BVerwG, 01.04.2004 - 6 B 5.04
- OVG Niedersachsen, 04.07.2011 - 8 LA 288/10
Zum (hier verneinten) Vorliegen einer Tätigkeit in leitender Stellung im Sinne …
- VGH Baden-Württemberg, 08.10.2001 - 14 S 1108/01
Eintragung in die Handwerksrolle - Personenbezogenheit - Löschung - …
- OLG Hamm, 08.02.2005 - 2 Ss OWi 752/04
Verstoß gegen die HandwerksOrdnung; Schwarzarbeitsgesetz; Eintragung in die …
- OVG Niedersachsen, 30.06.2003 - 8 ME 81/03
Dachdecker-Handwerk; Estrichleger-Handwerk; Handwerksbetrieb; Handwerksrolle; …
- BVerfG, 21.09.2004 - 2 BvR 2023/03
Anforderungen an die Begründung eines Durchsuchungsbeschlusses
- OLG Celle, 19.07.2002 - 222 Ss 83/02
Ist die 'Würde des Gerichts' von Krawatten abhängig
- OLG Hamm, 13.11.2007 - 4 Ss OWi 634/07
Schwarzarbeitsgesetz; Handwerksordnung; Verfassungsmäßigkeit von § 1 HWO; …
- VGH Bayern, 12.07.2001 - 22 ZB 01.1604
- OLG Celle, 01.11.2002 - 222 Ss 196/02
Arbeit & Soziales - Wann liegt ein Handwerksbetrieb vor?
- OVG Nordrhein-Westfalen, 17.02.2004 - 4 B 2607/03
- VG Saarlouis, 04.11.2004 - 1 K 40/03
Gewerberecht: Eintragung eines Fladenbrotbäckers in die Handwerksrolle
- VG Gelsenkirchen, 26.04.2005 - 9 K 2905/03
Feststellungsinteresse; Handwerksrolleneintragung; Staats-Bürger-Verhältnis; …
- OLG Stuttgart, 12.05.2003 - 5 Ss 445/02
- VG Lüneburg, 10.12.2003 - 5 A 199/02
Ausnahmebewilligung nach § 8 HwO; Ausnahmebewilligung; Leipziger Beschlüsse
- OVG Sachsen, 10.12.2009 - 4 A 204/08
Prüfungsarbeit; Verlust; Neubewertung; Beweiserhebung; Meisterprüfung; …
- OLG Schleswig, 29.11.2004 - 1 Ss OWi 147/04
- OLG Hamm, 21.01.2008 - 1 Ss OWi 876/07
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