Rechtsprechung
| BGH, 20.03.1981 - V ZR 71/80 |
Elffache der Jahresmiete
Offener Kalkulationsirrtum, § 119 Abs. 1, Abs. 2, § 242 BGB, Geschäftsgrundlage (nun speziell § 313 BGB <Fassung seit 1.1.02>)
Volltextveröffentlichungen
- Prof. Dr. Lorenz
(Keine) Vertragsanpassung/Vertragsanfechtung wegen eines "Kalkulationsirrtums" bei offengelegter Kalkulationsgrundlage, Kalkulationsgrundlage als Geschäftsgrundlage des Vertrags?
Kurzfassungen/Presse
- reference-global.com (Leitsatz)
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1981, 1551
- MDR 1981, 741
- JR 1981, 456
- WM 1981, 655
Wird zitiert von ... (13)
- BGH, 19.05.2006 - V ZR 264/05
Immobilien - Aufklärungspflicht verletzt: keine Vertragsanpassung möglich
Geschieht das nicht, wird der Irrtum der anderen Vertragspartei vielmehr treuwidrig ausgenutzt, so führt dies aber nur dazu, dass diese Vertragspartei die irrende Vertragspartei nicht an ihrer Vertragserklärung festhalten darf, sondern aus einem gleichwohl zustande gekommenen Vertrag entlassen muss (BGHZ 46, 268, 273; 139, 177, 184;… BGH, Urt. v. 4. Oktober 1979, VII ZR 11/79, NJW 1980, 180; Urt. v. 20. März 1981, V ZR 71/80, NJW 1981, 1551, 1552 [Senat];… Urt. v. 13. Juli 1995, VII ZR 142/94, NJW-RR 1995, 1360).bb) Eine Vertragspartei kann auch verpflichtet sein, einer Erhöhung ihrer versehentlich zu niedrig angesetzten Zahlungspflichtung zuzustimmen, wenn mit dem Vertrag ein gemeinsames, über den Leistungsaustausch hinausgehendes Ziel verfolgt wird, das nur bei Zugrundelegung der richtigen Kalkulationsgrundlagen zu erreichen ist (Senatsurt. v. 19. November 1971, V ZR 103/69, NJW 1972, 152, 153 f.; v. 20. März 1981, V ZR 71/80, NJW 1981, 1551, 1552).
cc) Fehlen solche Umstände, kommt eine Vertragsanpassung nach Treu und Glauben nur in Betracht, wenn feststeht, dass die andere Vertragspartei den Vertrag auch mit dem berichtigten Inhalt abgeschlossen hätte (Senatsurt. v. 20. März 1981, V ZR 71/80, NJW 1981, 1551, 1552;… BGH, Urt. v. 13. Juli 1995, VII ZR 142/94, NJW-RR 1995, 1360).
- OLG Braunschweig, 07.10.1999 - 8 U 109/99
Anfechtung eines gerichtlichen Vergleichs wegen Inhaltsirrtums
Der BGH (BGH, v. 20.03.1981 - V ZR 71/80, MDR 1981, 741 = NJW 1981, 1551; v. 19.12.1985 - VII ZR 188/84, MDR 1986, 575 = NJW-RR 1986, 569 f) hat offen gelassen, ob ein für die Gegenseite erkennbarer Berechnungsirrtum zur Anfechtung gem. § 119 Abs. 1, 2 BGB berechtigt.Die Geschäftsgrundlage ist demzufolge von einem einseitig gebliebenen Beweggrund zu unterscheiden (…vgl. Palandt/Heinrichs, BGB, 58. Aufl., § 242 Rz. 113; BGH v. 20.03.1981 - V ZR 71/80, MDR 1981, 741 = NJW 1981, 1551).
Denn wenn der Vertrag nicht über den Austausch von Leistung und Gegenleistung hinausgehenden Zwecken dient, wird der Geschäftswille des Käufers in der Regel nicht in der Weise auf der ihm eröffneten Preiskalkulation des Verkäufers aufbauen, dass er auch jeden höheren als den vereinbarten Preis zahlen würde, der sich durch die Berichtigung eines Fehlers in der Berechnung ergibt (vgl. BGH v. 20.03.1981 - V ZR 71/80, MDR 1981, 741 = NJW 1981, 1551).
- BGH, 13.07.1995 - VII ZR 142/94
Pauschalvertrag: Ergänzende Vertragsauslegung; Kalkulationsirrtum
1981 - V ZR 71/80 = NJW 1981, 1551, 1552.1981 - V ZR 71/80 = NJW 1981, 1551, 1552.
- BGH, 25.02.1994 - V ZR 63/93
Genehmigung eines durch einen vollmachtlosen Vertreter abgeschlossenen …
Der Bundesgerichtshof geht als selbstverständlich von dieser Auffassung aus (Senatsurt. v. 14. Januar 1955, V ZR 116/53, LM BGB § 313 Nr. 10 a.E.; BGHZ 79, 374, 377; Senatsurteile v. 20. März 1981, V ZR 71/80, WM 1981, 655; v. 25. Februar 1983, V ZR 290/81, WM 1983, 712, 713). - OLG Stuttgart, 27.09.2006 - 14 U 11/06
Rückerstattungsanspruch nach den Kapitalerhaltungsregelungen, wenn die insolvente …
Dieser führt grundsätzlich nicht zu einer Irrtumsanfechtung, sondern zu einer Vertragsanpassung im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung oder nach den Regeln des Wegfalls der Geschäftsgrundlage, wenn die Vertragsparteien einem gemeinsamen Irrtum unterlegen sind; nur wenn der Irrtum auf einer einseitigen Fehlvorstellung einer Vertragspartei beruhen würde, wäre er grundsätzlich auch unter dem Gesichtspunkt von § 242 BGB unbeachtlich (vgl. BGH NJW 1998, 3192 = BGHZ 139, 177; BGH NJW 1981, 1551; BGH NJW-RR 1986, 569; BGH NJW-RR 1995, 1360;… Palandt-Heinrichs § 119 BGB Rn. 21 a). - BGH, 27.09.1991 - V ZR 191/90
Haftung des Grundstücksverkäufers für Verfehlung des von dem Käufer …
Geschäftsgrundlage sind nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes die nicht zum eigentlichen Vertragsinhalt erhobenen, bei Vertragsabschluß aber zutage getretenen gemeinsamen Vorstellungen beider Vertragsparteien oder die dem Geschäftsgegner erkennbaren und von ihm nicht beanstandeten Vorstellungen der anderen Vertragspartei von dem Vorhandensein oder dem künftigen Eintritt bestimmter Umstände, auf denen der Geschäftswille der Parteien sich aufbaut (Senatsurt. v. 20. März 1981, V ZR 71/80, NJW 1981, 1551, 1552; BGHZ 84, 1, 8/9; 89, 226, 231). - BGH, 22.01.1993 - V ZR 165/91
Vorstellungen über Umfang der Löschungsbewilligung als Geschäftsgrundlage bei …
Geschäftsgrundlage sind nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes die nicht zum eigentlichen Vertragsinhalt erhobenen, bei Vertragsabschluß aber zutage getretenen gemeinsamen Vorstellungen beider Vertragsparteien oder die dem Geschäftspartner erkennbaren und von ihm nicht beanstandeten Vorstellungen der anderen Vertragspartei von dem Vorhandensein oder dem künftigen Eintritt bestimmter Umstände, auf denen sich der Geschäftswille der Parteien aufbaut (Senatsurt. v. 20. März 1981, V ZR 71/80, NJW 1981, 1551,1552; BGHZ 84, 1, 8/9; 89, 226, 231). - OLG Oldenburg, 14.01.1998 - 2 U 259/97
Einigungsmangel, versteckter, Lageplan, Größenangabe, Auslegung, …
Geschäftsgrundlage sind nach ständiger Rechtsprechung die bei dem Vertragsschluß bestehenden gemeinsamen Vorstellungen beider Parteien oder die dem Geschäftsgegner erkennbaren und von ihm nicht beanstandeten Vorstellungen der einen Vertragspartei vom Vorhandensein oder dem zukünftigen Eintritt gewisser Umstände, sofern der Geschäftswille der Parteien auf dieser Vorstellung aufbaut (BGH NJW 1981, 1551, 1552; BGH NJW-RR 1994, 434, 435; BGH NJW 1995, 1425, 1428; BGH NJW-RR 1995, 1360). - OLG Hamm, 08.01.1993 - 20 U 249/92
Fehlerhafte Eingabe in Großrechenanlage und resultierende Erstellung eines …
Weitere Irrtums- Einordnungsmöglichkeiten 2. Da im vorliegenden Fall schon ein Erklärungsirrtum vorliegt, kann offenbleiben, ob bei anderer rechtlicher Beurteilung nicht dasselbe Ergebnis über einen erweiterten Inhaltsirrtum, über § 119 II BGB oder über § 242 BGB , erzielt werden müßte (vgl. dazu BGH NJW 1981, 1551, 1553). - BGH, 26.10.1984 - V ZR 140/83 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes sind Geschäftsgrundlage eines Vertrages die nicht zum eigentlichen Vertragsinhalt erhobenen, beim Vertragsabschluß aber zutage getretenen gemeinschaftlichen Vorstellungen der Vertragsparteien oder die dem Geschäftsgegner erkennbaren und von ihm nicht beanstandeten Vorstellungen der anderen Vertragspartei vom Vorhandensein oder dem künftigen Eintritt gewisser Umstände, auf denen sich der Geschäftswille aufbaut (BGHZ 25, 390, 392; Urteile vom 20. März 1981, V ZR 71/80, NJW 1981, 1551, 1552; vom 14. Juli 1982, V ZR 113/81, WM 1982, 1076; vom 10. März 1983, VII ZR 302/82, NJW 1983, 1489, 1490).
- OLG Naumburg, 17.08.1998 - 1 U 69/98
Erheblichkeit eines Beweisantrags bei innerer Tatsache
- OLG Oldenburg, 14.01.1998 - 12 U 259/97
- OLG Frankfurt, 26.01.2000 - 1 UF 342/98
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