Rechtsprechung
   BGH, 07.12.1994 - VIII ZR 153/93   

Fax-Sendeprotokoll

§ 130 BGB, kein Anscheinsbeweis für den Zugang eines Telefax-Dokuments bei bewiesener Absendung, Fax-Sendeprotokoll ist kein taugliches Beweismittel;

§ 144 ZPO, das Gericht kann in eine Aufklärung durch Sachverständigengutachten auch über den Parteivortrag hinaus eintreten

Volltextveröffentlichungen (5)

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  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
  • Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Aussagekraft eines "OK"-Vermerks über den Zugang eines Telefax

Kurzfassungen/Presse (2)

  • verkehrslexikon.de (Leitsatz und Auszüge)

    Fax - Bedeutung des "OK"-Vermerks im Sendeprotokoll

  • webshoprecht.de (Leitsatz und Auszüge)

    Anscheinsbeweis bei Absendung eines Telefaxes

Besprechungen u.ä. (2)

  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)

    Sendeprotokoll ist kein sicheres Beweismittel! (IBR 1995, 5)

  • WEKA Datenschutz (Entscheidungsbesprechung)

    Beweis für den Zugang eines Telefaxes (III)

Sonstiges

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Beweisbarkeit der form- und fristgemäßen Übermittlung durch Telefaxgeräte" von RA Philipp Riesenkampff, MBA, original erschienen in: NJW 2004, 3296 - 3299.

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1995, 665
  • VersR 1995, 312
  • BB 1995, 221
  • FamRZ 1995, 552
  • NJW-RR 1995, 509
  • IBR 1995, 5
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Wird zitiert von ... (77)  

  • ArbG Cottbus, 28.03.2007 - 2 Ca 1519/06  

    Arbeitsvergütung - Überstunden - Fahrtkosten - Verpflegungszuschuss - Mindestlohn

    Es gibt keinen allgemeinen Erfahrungssatz, dass Telefaxsendungen den Empfänger vollständig und richtig erreichen (BAG vom 14.08.2002 a. a. O.; BGH vom 07.12.1994, VIII ZR 153/93 sowie Heinrichs in Palandt, BGB, 64. Auflage, § 130, Rn. 21).

    Außerdem wird durch den Sendebericht mit dem Vermerk ,,Okay" nur die Herstellung der Verbindung zwischen dem Sende- und dem Empfangsgerät angezeigt, für die geglückte Übermittlung der Daten und das Ausbleiben von Störungen besitzt das Sendeprotokoll hingegen keinerlei Aussagewert (vergleiche: BGH vom 07.12.1994, a. a. O. sowie OLG München vom 16.12.1992, 7 U 5553/92).

    Das diesbezügliche Risiko trägt nach dem Grundgedanken des § 120 BGB der Erklärende (vergleiche: BGH vom 07.12.1994, VIII ZR 153/93).

    Solange die Möglichkeit besteht, dass die Datenübertragung trotz ,,Okay"-Vermerks im Sendebericht infolge von Leitungsstörungen missglückt ist, vermag der Sendebericht allenfalls ein Indiz für den Zugang zu liefern, nicht aber einen Anscheinsbeweis rechtfertigen (BGH vom 07.12.1994, a. a. O.).

  • LAG Düsseldorf, 24.02.2004 - 8 Sa 1806/03  

    Vergleichswiderruf per Telefax

    Während in mehreren Entscheidungen die nicht näher begründete Auffassung vertreten wird, der Sendebericht zeige nur die Herstellung der Verbindung zwischen dem Sende- und dem Empfangsgerät an, wird in anderen Entscheidungen des Bundesgerichtshofes, ebenfalls ohne nähere Begründung, die Auffassung vertreten, durch den Sendebericht werde die ordnungsgemäße Übermittlung belegt (vgl. Gegenüberstellung bei: BGH - Urteil vom 07.12.1994 - VIII ZR 153/93 - NJW 1995, 665 ff mit Anmerkung von Burgard in BB 1995, 222).

    Erst hiermit ist es schriftlich verkörpert derart in den Machtbereich des Gerichts gelangt, dass es vom Inhalt Kenntnis nehmen kann (so BGH - Urteil vom 03.06.1987 - IV a 282/85 - BGHZ 101, 276 ff; BGH - Beschluss vom 23.06.1988 - X ZP 3/87 - BGHZ 105, 40 ff; BGH - Beschluss vom 19.04.1994 - VI ZP 3/94 - NJW 1994, 1881 ff; BGH - Beschluss vom 04.05.1994 - VII ZB 21/94 - NJW 1994, 2097; BGH - a. a. O. - NJW 1995, 665 ff; LAG Hamm - Urteil vom 13.01.1993 - 14 Sa 1486/92 - LAGE § 130 BGB Nr. 19; a. M.: Burgard, a. a. O., m. w. N.).

    Der Eingang von Schriftsätzen bei Gericht wird nicht gehindert, wenn technische Fehler des Empfangsgeräts des Gerichts vorliegen, an denen die Übertragung oder ein leserlicher oder vollständiger Ausdruck scheitert (vgl. BGH - a. a. O. - NJW 1995, 665 ff m. w. N.).

    Denn dieses Risiko trägt nach dem Grundgedanken des § 120 BGB der Erklärende (vgl. die weiteren Nachweise bei BGH - a. a. O. - NJW 1995, 665 ff).

  • BGH, 25.04.2006 - IV ZB 20/05  

    Verfahrensrecht - Rechtzeitigkeit des Eingangs eines Schriftsatzes per Telefax

    aa) Das Berufungsgericht hat zutreffend erkannt, dass nach bisheriger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes und überwiegender Ansicht in der Literatur ein per Telefax übermittelter Schriftsatz grundsätzlich erst in dem Zeitpunkt bei Gericht eingegangen ist, in welchem das Telefaxgerät des Gerichts ihn vollständig ausgedruckt hat (BGH, Beschlüsse vom 4. Mai 1994 - XII ZB 21/94 - NJW 1994, 2097 unter II 2; vom 19. April 1994 - VI ZB 3/94 - NJW 1994, 1881 unter II 2 a; vom 12. Dezember 1990 - XII ZB 64/90 - VersR 1991, 894 unter 2 b; zum Fernschreiben vgl. BGHZ 105, 40, 42 f. u. 45; 101, 276, 279 f.; vgl. ferner BGH, Urteil vom 7. Dezember 1994 - VIII ZR 153/93 - NJW 1995, 665 unter II 3 b bb aaa; Albers in Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO 63. Aufl. § 519 Rdn. 4 und 10; Ball in Musielak, ZPO 4. Aufl. § 519 Rdn. 22; Feiber in MünchKomm zur ZPO, 2. Aufl. § 233 Rdn. 104; Gerken in Wieczorek/Schütze, ZPO 3. Aufl. § 519 Rdn. 20; Leipold in Stein/Jonas, ZPO 22. Aufl. § 130 Rdn. 56; Reichold in Thomas/Putzo, ZPO 27. Aufl. § 129 Rdn. 13; Zimmermann, ZPO 7. Aufl. § 519 Rdn. 8; offen geblieben in BGH, Beschluss vom 24. Juli 2003 - VII ZB 8/03 - NJW 2003, 3487 unter II 2 b).

    Eine Ausnahme von diesem Grundsatz wird zugelassen, wenn hinreichende Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass das Telefaxgerät des Gerichts defekt war oder falsch gehandhabt wurde und deswegen die eingehenden Signale nicht oder nicht sofort (vollständig) ausgedruckt werden konnten, wenn also die Ursache für den Mangel der Lesbarkeit oder (der Vollständigkeit) des Ausdrucks in der Sphäre des Gerichts gelegen hat; was vom Empfangsgerät eines Gerichts aufgenommen und infolge eines Fehlers im Gerät oder bei dessen Bedienung nicht oder nicht sofort (vollständig) ausgedruckt worden sei, müsse aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit und des Vertrauensschutzes so behandelt werden, als habe das Gerät es ordnungsgemäß ausgedruckt und als sei es auf diese Weise in die Verfügungsgewalt des Gerichts gelangt (BGH, Beschlüsse vom 4. Mai 1994 aaO; vom 19. April 1994 aaO unter II 2 a und b; vom 12. Dezember 1990 aaO; BGHZ 105, 40, 42 ff.; BGH, Urteil vom 14. März 2001 - XII ZR 51/99 - NJW 2001, 1581 unter 2 b; vgl. ferner BGH, Urteil vom 7. Dezember 1994 aaO; BGH, Beschluss vom 23. November 2004 - XI ZB 4/04 - NJW-RR 2005, 435 unter II 2; Albers, aaO; Ball, aaO; Gerken, aaO; Reichold, aaO; Zimmermann, aaO).

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