Rechtsprechung
| RG, 08.06.1920 - Rep. II. 549/19 |
Haakjöringsköd
Falsa demonstratio, § 119 Abs. 2 BGB, § 459 BGB <Fassung bis 31.12.01> (vgl. nunmehr § 434 BGB <Fassung seit 1.1.02>), Spezieskauf, subjektiver Fehlerbegriff
Volltextveröffentlichungen (5)
- wikisource.org
Haakjöringsköd-Fall
- archive.org
- Prof. Dr. Lorenz
Falsa demonstratio non nocet (Haakjöringsköd-Fall)
- Universität des Saarlandes
Haakjöringsköd
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Kurzfassungen/Presse
- kostenlose-urteile.de (Kurzmitteilung)
Haakjöringsköd-Fall: Nicht die falsche Bezeichnung zählt, sondern das übereinstimmend Gewollte
Besprechungen u.ä.
- juraexamen.info (Fallbesprechung - aus Ausbildungssicht)
Haakjöringsköd - Walfisch oder Haifisch
Zeitschriftenfundstellen
- RGZ 99, 147
Wird zitiert von ... (10)
- BGH, 19.05.2006 - V ZR 264/05
Immobilien - Aufklärungspflicht verletzt: keine Vertragsanpassung möglich
(1) Zwar geht ein von dem objektiven Erklärungsinhalt einer Formulierung übereinstimmend abweichendes Verständnis der Vertragsparteien nach §§ 133, 157 BGB dem objektiven Erklärungsinhalt vor (falsa demonstratio non nocet: Senatsurt. v. 20. November 1987, V ZR 171/86, NJW-RR 1988, 265; v. 7. Dezember 2001, V ZR 65/01, NJW 2002, 1038, 1039; RGZ 99, 147, 148). - BGH, 18.01.2008 - V ZR 174/06
Immobilien - "falsa demonstratio non nocet" gilt auch bei Auflassung
Eine solche Falschbezeichnung ändert nach § 133 BGB nichts daran, dass -- wie auch sonst -- nicht das fehlerhaft Erklärte, sondern das wirklich Gewollte gilt (BGHZ 71, 243, 247;… BGH, Urt. v. 20. Januar 1994, VII ZR 174/92, NJW 1994, 1528, 1529; RGZ 99, 147, 148;… AnwKommBGB/Looschelders, § 133 Rdn. 46;… Bamberger/Roth/Eckert, BGB, 2. Aufl., § 133 Rdn. 27;… Erman/Palm, BGB, 11. Aufl., § 133 Rdn. 17;… MünchKommBGB/Busche, 5. Aufl., § 133 Rdn. 14;… PWW/Ahrens, BGB, 2. Aufl., § 133 Rdn. 21;… Staudinger/Singer, BGB, Bearb. 2004, § 133 Rdn. 13). - BFH, 12.11.1975 - II R 116/75 Haben die Beteiligten bei voller Willensübereinstimmung versehentlich das falsche erklärt, kommt der Vertrag nicht mit dem Erklärten, sondern mit dem beiderseits gewollten Inhalt zustande (RGZ 99, 147).
Haben die Vertragschließenden bei voller Willensübereinstimmung versehentlich das Falsche erklärt, kommt der Vertrag nicht mit dem erklärten, sondern mit dem beiderseits gewollten Inhalt zustande (Urteil des Reichsgerichts vom 8. Juni 1920 II 549/19, RGZ 99, 147).
- BFH, 18.12.1972 - II R 89/70 Wählen die Beteiligten versehentlich einen falschen Ausdruck, kommt der Vertrag, sofern die Vorstellungen der Beteiligten über das wirklich Gewollte voll übereinstimmen (§§ 154, 155 BGB), nicht mit dem (scheinbar) erklärten, sondern mit dem gewollten Inhalt zustande (Urteil des Reichsgerichts vom 8. Juni 1920 - II 549/19 -, RGZ 99, 147), selbst wenn der Vertrag der notariellen Beurkundung bedurfte (Urteil des Reichsgerichts vom 13. Dezember 1924 - V 652/23 -, RGZ 109, 334) ... .
- BFH, 07.04.1976 - II R 89/70 Wählen die Beteiligten versehentlich einen falschen Ausdruck, kommt der Vertrag, sofern die Vorstellungen der Beteiligten über das wirklich Gewollte voll übereinstimmen (§§ 154, 155 BGB), nicht mit dem (scheinbar) erklärten, sondern mit dem gewollten Inhalt zustande (Urteil des Reichsgerichts vom 8. Juni 1920 II 549/19, RGZ 99, 147), selbst wenn der Vertrag der notariellen Beurkundung bedurfte (Urteil des Reichsgerichts vom 13. Dezember 1924 V 652/23, RGZ 109, 334).
- BFH, 09.06.1970 - II 39/65 Allerdings wird nach allgemeiner Erfahrung ein Grundstück regelmäßig in dem Zustand veräußert, in dem es sich im Zeitpunkt der Veräußerung befindet (Beschluß des BFH II B 50/69 vom 18. November 1969, BFH 97, 193 (195, 196), BStBl 1970 II S. 66), und es wäre aufgrund des Vertragswortlauts allein nicht auszuschließen, daß die Vertragsparteien übereinstimmend (vgl. RGZ 99, 147; 109, 334) etwas anderes gewollt haben, als ihrer notariell beurkundeten Erklärung entspricht (vgl. Urteil des BFH II 149/63 vom 21. Dezember 1966, BFH 87, 458 (460f.), BStBl 1967 III S. 189).
- LSG Nordrhein-Westfalen, 16.11.2004 - L 1 AL 13/04
Arbeitslosenversicherung
Anders läge es nur dann, wenn Anhaltspunkte dafür bestünden, dass die Arbeitsvertragsparteien übereinstimmend im Sinne einer unschädlichen Falschbezeichnung ("falsa demonstratio"; grundlegend hierzu RG, Urt. v. 08.06.1920, II 549/19, RGZ 99, 147) mit der Formulierung "6 Wochen zum Schluss eines Kalendervierteljahres" die Grundkündigungsfrist gemeint hätten. - BFH, 27.10.1970 - II S 4/70 Von bewußt falschen Erklärungen abgesehen (vgl. RGZ 104, 296 (298)) kann selbst ein beurkundungsbedürftiger Vertrag (RGZ 109, 334) statt mit dem scheinbar erklärten mit dem übereinstimmend gewollten Inhalt zustande kommen (RGZ 99, 147).
- BGH, 06.10.1994 - III ZR 86/93 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- FG Niedersachsen, 31.07.1991 - III 112/87 Haben aber die Vertragsschließenden bei voller Willensübereinstimmung versehentlich das Falsche erklärt, kommt der Vertrag nicht mit dem erklärten, sondern mit dem beiderseits gewollten Inhalt zustande (s. RG-Urteil vom 8. Juni 1920 II 549/19, RGZ 99, 147 ).
