Rechtsprechung
   BGH, 19.01.1996 - V ZR 298/94   

Hanggrundstück I

§ 1004 BGB, strenge Zustandsstörerhaftung, Haftung des Eigentümers auch für Störungen, die unberechtigte Dritte hervorgerufen haben;

§ 536 ZPO, reformatio in peius ausnahmsweise zulässig, wenn Urteil nicht vollstreckungsfähig ist

Volltextveröffentlichungen (3)

Kurzfassungen/Presse

  • recht.com (Leitsatz/Auszüge/Zusammenfassung)

Zeitschriftenfundstellen

  • MDR 1996, 579
  • NJW-RR 1996, 659
  • DNotZ 1997, 38
  • WM 1996, 1240
  • VersR 1996, 1238
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Wird zitiert von ... (16)  

  • BVerfG, 16.02.2000 - 1 BvR 242/91  

    Zu den Grenzen der Pflicht von Grundstückseigentümern, Altlasten auf eigene

    Es komme nicht darauf an, ob der jetzige Eigentümer den störenden Zustand gekannt habe (vgl. BGH, NJW-RR 1996, S. 659 ).
  • BGH, 22.09.2000 - V ZR 443/99  

    Beseitigungsanspruch gegen Eigentümer des Nachbargrundstücks

    a) Nach allgemeiner Auffassung richtet sich der Anspruch nach § 1004 Abs. 1 BGB gegen denjenigen, der die Eigentumsbeeinträchtigung durch sein Verhalten - d.h. positives Tun oder pflichtwidriges Unterlassen - adäquat verursacht hat (vgl. nur Senat, BGHZ 49, 340, 347; Senatsurt. v. 17. Dezember 1982, V ZR 55/82, WM 1983, 176, 177; Staudinger/Gursky,aaO, Rdn. 93 mit umfangr. Nachw.), aber auch gegen denjenigen, der zwar nicht selbst gehandelt hat, durch dessen maßgebenden Willen aber der eigentumsbeeinträchtigende Zustand aufrechterhalten wird, von dessen Willen also die Beseitigung dieses Zustands abhängt (vgl. Senatsurt. v. 22. März 1966, V ZR 126/63, NJW 1966, 1360, 1361 m.w.N.; 19. Januar 1996, V ZR 298/94, NJW-RR 1996, 659; 11. Juni 1999, V ZR 377/98, WM 1998, 2168, 2169; Staudinger/Gursky, aaO, Rdn. 94 m. umfangr. Nachw.).

    Danach ist der Eigentümer eines Grundstücks für dessen gefahrenträchtigen Zustand verantwortlich und kann nach § 1004 Abs. 1 BGB in Anspruch genommen werden, weil die Aufrechterhaltung des Zustands auf seinen Willen zurückgeht, ohne daß es darauf ankäme, welchen eigenen Beitrag er hierzu geleistet hat und ob er den störenden Zustand kannte (Senatsurt. v. 19. Januar 1996, aaO).

    Eine solche Haftung kommt nämlich nur dann in Betracht, wenn die störenden Einwirkungen auf das Nachbargrundstück von dem Grundstück des Eigentümers ausgehen oder zu besorgen sind (s. nur Senat, BGHZ 122, 283, 284 f; Senatsurt. v. 19. Januar 1996, aaO).

  • BGH, 04.02.2005 - V ZR 142/04  

    Immobilien - Beseitigung von Bodenkontamination

    Indem die Vorschrift des § 1004 Abs. 1 Satz 1 BGB die Durchführung der Störungsbeseitigung ausschließlich dem Störer überträgt (vgl. Senat, Urt. v. 19. Januar 1996, V ZR 298/94, NJW-RR 1996, 659; Staudinger/Gursky, § 1004 Rdn. 143), weist sie ihm gleichzeitig das Risiko zu, aufgrund der technischen Gegebenheiten insoweit eine erweiterte Leistung erbringen zu müssen, als es zu der Beseitigung der reinen Störung an sich erforderlich wäre.

    Dies wäre der Fall, wenn der Beklagte die in eine Eigentumsbeeinträchtigung mündende Gefahr hätte beherrschen können (vgl. Senat, BGHZ 142, 66, 70; 155, 99, 105), insbesondere wenn er die Gefahrenlage selbst geschaffen (vgl. Senat, BGHZ 122, 283, 284 f.; Urt. v. 7. Juli 1995, V ZR 213/94, NJW 1995, 2633, 2634; Urt. v. 17. September 2004, V ZR 230/03, NJW 2004, 3701, 3702 [zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen]; Erman/Ebbing, § 1004 Rdn. 133; MünchKomm-BGB/Medicus, § 1004 Rdn. 47; Armbrüster, NJW 2003, 3087, 3088) oder die von Dritten geschaffene Gefahrenlage aufrechterhalten hätte (vgl. BGH, Urt. v. 12. Februar 1985, VI ZR 193/83, NJW 1985, 1773, 1774; Senat, Urt. v. 19. Januar 1996, V ZR 298/94, NJW-RR 1996, 659 f; Urt. v. 22. September 2000, V ZR 443/99, NJW-RR 2001, 232).

mehr
  • AG Brandenburg, 20.10.2003 - 32 C 538/01  

    Nachbarrecht: Küchendüfte müssen gefiltert werden

    Nach allgemeiner Auffassung richtet sich der Anspruch nach § 1004 Abs. 1 BGB gegen den "Störer", d. h. gegen denjenigen, der die Eigentumsbeeinträchtigung durch sein Verhalten - d. h. positives Tun oder pflichtwidriges Unterfassen - adäquat verursacht hat (BGH, NJVV 1S68, Seite 1281 = BGH2 Band 49, Seiten 340 ff.; BGH, NJW 1983, Seite 751 = WM 1983, Seiten 176 f.; BGH, NJW-RR 2001, Seiten 232 f.; BGH, NJW 1984, Seite 2207; BGH, NJW 1993, Seite 1855; BGH, NJW 1995, Seiten 2633 f.; BGH, NJW 1999, Seiten 2896 f.; BGH, LM Nr. 14 zu § 1004 BGB; RG, RGZ Band 103, Seiten 174 ff.; RG, JW 1912, Seite 31; RG, RGZ Band 127, Seiten 29 ff.; RG, RGZ Band 149, Seiten 205 ff.; BGH, NJW 1966, Seiten 1360 ff.), aber auch gegen denjenigen, der zwar nicht selbst gehandelt hat, durch dessen maßgebenden Wissen aber der eigentumsbeeinträchtigende Zustand aufrecht erhalten wird, von dessen Willen also die Beseitigung dieses Zustands abhängt (BGH, NJW 1966, Seiten 1360 ff.; BGH, NJW-RR 1996, Seite 659; BGH, NJW 1999, Seiten 2896 f.; BGH, NJW-RR 2001, Seiten 232 f.; BGH, NJW 1958, Seite 1580 = BGHZ 28, Seiten 110 f.; RG, RGZ Band 97, Seite 26; BGH, NJW 1960, Seite 2335; BGH, NJW 1962, Seite 1342).

    Danach ist die Erstbeklagte als Pächterin/Mieterin der Gewerberäume und Betreiberin der Gaststätte "..." für deren Zustand verantwortlich und kann nach § 1004 Abs. 1 BGB in Anspruch genommen werden, weil die Aufrechterhaltung des Zustands auf ihren Willen zurückgeht, ohne dass es darauf ankäme, weichen eigenen Beitrag sie hierzu geleistet hat und ob sie den störenden Zustand kannte (BGH, NJW-RR 1996, Seite 659; BGH, NJW-RR 2001, Seiten 232 f.).

  • BGH, 29.02.2008 - V ZR 31/07  

    Immobilien - Störung gestattet: Bindung des Einzelrechtsnachfolgers?

    Letzteres folgt daraus, dass die Beklagten für den baulichen Zustand der von ihnen unterhaltenen und benutzten Straße verantwortlich sind (Rechtsgedanke des § 907 BGB), ohne dass es darauf ankommt, welchen eigenen Beitrag sie hierzu geleistet haben und ob sie den störenden Zustand der Straße bei Erwerb des Grundstücks kannten (vgl. Senat, Urt. v. 19. Januar 1996, V ZR 298/94, NJW-RR 1996, 659, 660; Urt. v. 22. September 2000, V ZR 443/99, NJW-RR 2001, 232).
  • BGH, 20.02.1997 - I ZR 13/95  

    "Betreibervergütung"; Inhalt des Auskunftsanspruchs zur Vorbereitung des

    a) Der Mangel der Unbestimmtheit der Klageanträge und des Urteils ist von Amts wegen zu beachten (vgl. BGH, Urt. v. 19.1.1996 - V ZR 298/94, WM 1996, 1240, 1241).
  • KG, 19.03.2007 - 24 W 317/06  

    Wohnungseigentum - Handlungs- oder Zustandsstörerhaftung

    Haftet ein Wohnungseigentümer hiernach auf Unterlassung oder Beseitigung der Störung, so muss die Auswahl unter den geeigneten Abwehrmaßnahmen grundsätzlich ihm überlassen bleiben (BGH MDR 1996, 579, Rdnr. 7 nach juris).
  • OLG Nürnberg, 09.01.2002 - 4 U 281/00  

    Amtshaftung - Aufgabenerfüllung mit Hilfe Privater: Amtshaftung?

    Es kommt insoweit nicht darauf an, ob dieser Zustand von ihr oder auch nur mit ihrem Wissen herbeigeführt worden ist (BGH NJW 1999, 2896; NJW-RR 1996, 659; Staudinger/Gursky, BGB (1999), § 1004, Rdnr. 94, 105 m.w.N.).
  • OLG München, 10.04.2006 - 34 Wx 21/06  

    Wohnungseigentum - Schallschutz verändernder Umbau

    Die Auswahl der Mittel, um die Schallminderung zu erreichen, obliegt regelmäßig dem Störer (vgl. z.B. BGHZ 67, 252; BGH NJW-RR 1996, 659) und kann vom Gläubiger zwangsweise nach § 887 ZPO (über § 45 Abs. 3 WEG) durchgesetzt werden.
  • KG, 18.12.2006 - 2 U 13/06  

    Notwendige Bestimmtheit des Urteils: Saldierung der wechselseitigen

    Der falsche Tenor ist insgesamt zu korrigieren (s. BGH NJW-RR 1996, 659).
  • BayObLG, 29.03.2001 - Verg 2/01  

    Kostenerstattung im Verfahren vor der Vergabekammer

  • OLG Brandenburg, 25.08.2004 - 4 U 26/04  

    Immobilien - Beseitigung nicht schon bei Rechtswidrigkeit des Neubaus!

  • KG, 06.10.1999 - 24 U 359/99  

    Kein Verlust der Passivlegitimation bei Wechsel im Eigentum des "störenden"

  • OLG Köln, 18.02.2000 - 20 U 135/99  
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 27.06.2000 - 21 A 3025/99  
  • VG Koblenz, 12.01.2006 - 6 K 1148/05  

    Abwasserbeseitigungsrecht, Allgemeines Verwaltungsrecht, Kommunalrecht

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