Rechtsprechung
   BGH, 29.11.1989 - VIII ZR 228/88   

Hinterlegungsstreit

§ 9 AGBG (jetzt § 307 Abs. 1, Abs. 2 BGB <Fassung seit 1.1.02>), Globalabtretung ohne Deckungsgrenze

Volltextveröffentlichungen (6)

mehr
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Eignung von Freigabeklauseln zur Verhinderung einer Übersicherung

  • Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Unangemessene Übersicherung bei formularmäßiger Globalzession an kreditgewährende Bank - Unzureichende Freigabeklausel

  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Erforderliche Konkretisierung der Deckungsgrenze in Freigabeklausel einer formularmäßigen Globalzession

Kurzfassungen/Presse (2)

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHZ 109, 240
  • NJW 1990, 716
  • ZIP 1990, 25
  • MDR 1990, 331
  • BB 1990, 229
  • NJW-RR 1990, 437
  • JR 1991, 322
  • WM 1990, 51
  • ZfBR 1990, 223
  • DB 1990, 269



Kontextvorschau:





Hinweis: Klicken Sie auf das Sprechblasensymbol, um eine Kontextvorschau im Fließtext zu sehen. Um alle zu sehen, genügt ein Doppelklick.

Wird zitiert von ... (64)  

  • BGH, 19.06.1991 - VIII ZR 244/90  

    Schutz vor Übersicherung bei formularmäßiger Globalzession

    b) Eine zum Schutz gegen unangemessene Übersicherung geeignete Deckungsgrenze ist nicht darin zu sehen, daß ein Mindestbetrag der abgetretenen Forderungen festgesetzt wird, bei dessen ununterbrochener Überschreitung während der Dauer von 3 Monaten der Sicherungsnehmer Forderungen freigeben kann (im Anschluß an BGHZ 109, 240 ).«.

    Demgemäß hat der Senat im Anschluß an seine frühere Rechtsprechung (BGHZ 94, 105 und 98, 303) in einem Urteil vom 29. November 1989 ( VIII ZR 228/88) entschieden, daß Freigabeklauseln, die allein auf das billige Ermessen des Sicherungsnehmers ohne objektive Orientierungsgröße abstellen, keinen ausreichenden Schutz gegen eine Übersicherung der kreditgewährenden Bank bieten (BGHZ 109, 240, 246 = WM 1990, 51 = NJW 1990, 716 ).

    Ist die Forderungsabtretung - wie hier - im Rahmen eines AGB-Klauselwerkes vereinbart worden, kommt es im Hinblick auf die gebotene generalisierende Betrachtungsweise für die Frage der Übersicherung nicht auf die Verhältnisse des konkreten Einzelfalls, sondern darauf an, ob durch geeignete Ausgestaltung der Geschäftsbedingungen eine unverhältnismäßige Sicherung von vornherein ausgeschlossen ist (BGHZ 98, 303, 308 und 109, 240, 248).

    Auch der Hinweis auf den von der Sparkasse festzusetzenden Deckungswert der abgetretenen Forderungen in Absatz 2 Satz 2 ersetzt nicht die notwendige objektive Orientierungsgröße für die Bestimmung der Deckungsgrenze (BGHZ 109, 240, 246), die z.B. in einem Prozentsatz der zu sichernden Forderung ausgedrückt werden kann.

    Nur beides zusammen - objektive Bezugsgröße zwischen Sicherheit und zu sichernder Forderung einerseits sowie Verpflichtung des Sicherungsnehmers zur Freigabe andererseits - ist aber, wie der Senat in seinem Urteil vom 29. November 1989 (BGHZ 109, 240 ) dargelegt hat, geeignet, eine Übersicherung von vornherein auszuschließen.

  • BGH, 27.06.1995 - XI ZR 8/94  

    Wirksamkeit von Globalabtretungen und Sicherungsübereignungen nach AGB-Banken

    a) Der Ausgangspunkt des Berufungsgerichts, eine formularmäßige Globalabtretung und eine Sicherungsübereignung eines Warenlagers mit wechselndem Bestand ohne ausreichende Freigabeklausel seien unwirksam, entspricht der neueren Rechtsprechung des VII., VIII. und IX. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (BGHZ 109, 240, 245 ff.; 117, 374, 377 ff.; 120, 300, 302 f.; 124, 371, 376; 124, 380, 387; 125, 83, 87; BGH, Urteile vom 26. April 1990 - VII ZR 39/89, WM 1990, 1326, 1327, vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 334/89, WM 1991, 276 , vom 19. Juni 1991 - VIII ZR 244/90, WM 1991, 1499, 1500, vom 25. November 1992 - VIII ZR 176/91, WM 1993, 213, 216, vom 8. Dezember 1993 - VIII ZR 166/93, WM 1994, 104, 105 und vom 28. April 1994 - IX ZR 248/93, WM 1994, 1161, 1162).

    Das von der Klägerin benutzte Globalabtretungsformular ist erst im Anschluß an die Grundsatzentscheidung BGHZ 109, 240, 245 ff. entwickelt worden, um deren Anforderungen zu genügen.

    Zu den vom VII. und VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGHZ 109, 240, 245 ff.; 120, 300, 302 f.; 125, 83, 89; BGH, Urteile vom 26. April 1990 - VII ZR 39/89, WM 1990, 1326, 1327, vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 334/89, WM 1991, 276 und vom 19. Juni 1991 - VIII ZR 244/90, WM 1991, 1499, 1500) als nichtig angesehenen Globalzessionen besteht insoweit ein wesentlicher Unterschied (a.A. OLG Karlsruhe WM 1993, 942, 944): In den entschiedenen Fällen fehlte es an der Festlegung einer ermessensunabhängigen Freigabepflicht und/oder einer Deckungsgrenze von höchstens 120% der zu sichernden Ansprüche.

    Streitigkeiten über den Wert dieser Forderungen hat der VIII. Zivilsenat indes ausdrücklich als hinnehmbar angesehen (BGHZ 109, 240, 246).

  • BGH, 13.01.1994 - IX ZR 2/93  

    Anforderungen an die formularmäßige Sicherungsübereignung einer Sachgesamtheit

    Besteht die Gefahr einer derartigen Benachteiligung, ist ihr durch geeignete Ausgestaltung der Geschäftsbedingungen von vornherein zu begegnen (vgl. BGHZ 98, 303, 308; 108, 98, 105; 109, 240, 248 f; 117, 374, 379; BGH, Urt. v. 19. Juni 1991 - VIII ZR 244/90, ZIP 1991, 997, 998).

    Gegebenenfalls wird der Sicherungsgeber dadurch unangemessen benachteiligt (BGHZ 94, 105, 112; 98, 303, 308; 108, 98, 106; 109, 240, 246; 117, 374, 379; Löwe/v. Westphalen/Trinkner, aaO Tz. 12.2 Rdnr. 6; Ulmer/Brandner/Hensen, AGBG 7. Aufl. Anh. §§ 9 - 11 Rdnr. 658; Wolf/Horn/Lindacher, aaO § 9 Rdnr. S 117; Wolf, Festschrift Baur 1981 S. 147, 166; ders. EWiR 1988, 525; Kohte ZIP 1988, 1225, 1236), weil die Übersicherung einen vernünftigen, die schutzwürdigen Belange beider Vertragspartner angemessen berücksichtigenden Interessenausgleich verhindert und damit dem das bürgerliche Recht beherrschenden Leitbild der Vertragsparität (vgl. BVerfG ZIP 1993, 1774, 1780) zuwiderläuft, ohne daß hierfür ein anerkennenswertes Bedürfnis besteht.

    Dies hat der Bundesgerichtshof für die formularmäßige Vorausabtretung der Außenstände des Sicherungsgebers im Rahmen eines erweiterten und verlängerten Eigentumsvorbehalts (BGHZ 94, 105, 113 ff; 98, 303, 308; BGH, Urt. v. 2. Dezember 1992 - VIII ZR 241/91, WM 1993, 139, 140, z. V. in BGHZ 120, 300 bestimmt), formularmäßige Globalzessionen zugunsten einer kreditgewährenden Bank (BGHZ 98, 303, 316; 109, 240, 245 ff; BGH, Urt. v. 26. April 1990 - VII ZR 39/89, ZIP 1990, 852, 853; v. 6. Dezember 1990.- VII ZR 334/89, NJW-RR 1991, 625 ; v. 18. April 1991 - IX ZR 149/90, ZIP 1991, 807, 811; v. 19. Juni 1991 - VIII ZR 244/90, ZIP 1991, 997, 998), Lohnabtretungsverträge (BGHZ 108, 98, 106 ff) und die formularmäßige Übereignung von Warenlagern mit wechselndem Bestand (BGHZ 117, 374, 377 ff) entschieden.

    In einem solchen Falle ist die Belastung in ihrer Entwicklung für den Sicherungsgeber nicht überschaubar (BGHZ 109, 240, 247; OLG Hamm ZIP 1993, 1301, 1302; Bülow ZBB 1990, 29, 31; Wolf/Horn/Lindacher, aaO § 9 Rdnr. S 102).

mehr
Sie können auswählen (Maus oder Pfeiltasten):
(Liste aufgrund Ihrer bisherigen Eingabe)
Komplette Übersicht