Rechtsprechung
   VGH Baden-Württemberg, 06.07.1989 - 1 S 3107/88   

Hunde-Leinenzwang

§ 10 PolG, abstrakte Gefahr, Bestimmtheitsgebot

Volltextveröffentlichungen

Kurzfassungen/Presse

Zeitschriftenfundstellen

  • ESVGH 39, 288
  • DVBl 1989, 1007
  • NVwZ-RR 1990, 16
  • NZV 1990, 446



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Wird zitiert von ... (16)  

  • OVG Thüringen, 26.04.2007 - 3 N 699/05  

    Ordnungsrecht; Ordnungsrecht; ordnungsbehördliche Verordnung; Leinenzwang;

    Dementsprechend geht die überwiegende Rechtsprechung ohne weiteres vom Bestehen einer abstrakten Gefahr bei frei umherlaufenden Hunden wegen der von ihnen ausgehenden Verletzungsgefahren aus (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 6. Juli 1989 - 1 S 3107/88 - ESVGH 39, 288 = DVBl. 1989, 1007 = NVwZ-RR 1990, 16 m. w. N.; OVG Berlin, Urteil vom 11. September 1992 - 2 B 3/90 - LKV 1993, 169 m. w. N.; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 21. September 2006 - 7 C 10539/06 - DÖV 2007, 82 m. w. N.; dazu wohl auch neigend: BVerwG, Urteil vom 3. Juli 2002 - 6 CN 8.01 - a. a. O.; a. A. Niedersächsisches OVG, Urteil vom 27. Januar 2005 - 11 KN 38/04 - NordÖR 2005, 179).

    Solche durch die Begegnung mit Hunden ausgelösten Ängste sind unabhängig davon, ob sie objektiv begründet sind, jedenfalls unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Sicherheit rechtserheblich, weil sie andere Menschen in ihrem Anspruch, "frei von Angst ihrer Wege gehen zu dürfen" (Art. 2 Abs. 1 GG), beeinträchtigen (vgl. Lisken/Denninger, Handbuch des Polizeirechts, 3. Auflage 2001, F 84 m. w. N.; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 6. Juli 1989 - 1 S 3107/88 - a. a. O. m. w. N.; OVG Berlin, Urteil vom 11. September 1992 - 2 B 3/90 - a. a. O. m. w. N.; a. A. wohl Niedersächsisches OVG, Urteil vom 27. Januar 2005 - 11 KN 38/04 - a. a. O.).

    Sie müssen wegen der Befugnis des Verordnungsgebers zu Typisierungen auch von denjenigen Hundehaltern hingenommen werden, deren Tiere wegen ihrer Erziehung oder ihres Charakters mit hoher Wahrscheinlichkeit keine der Gefahren verursachen würden, deren Vermeidung im Einzelnen bezweckt wird (vgl. Lisken/Denninger, Handbuch des Polizeirechts, 3. Auflage 2001, F 79; ferner VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 6. Juli 1989 - 1 S 3107/88 - a. a. O.).

    Es ist grundsätzlich nicht Aufgabe des Verordnungsgebers, das artgerechte Halten von Hunden zu ermöglichen, sondern in erster Linie Sache des Hundehalters, für die artgerechte Haltung seines Tieres zu sorgen und sich von diesem gegebenenfalls zu trennen, wenn er dessen artgerechte Haltung nicht mehr gewährleisten kann (vgl. nur VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 6. Juli 1989 - 1 S 3107/88 - a. a. O.).

  • VGH Baden-Württemberg, 15.11.2007 - 1 S 2720/06  

    Normenkontrollverfahren gegen den in einer Polizeiverordnung geregelten

    Der Senat geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass von Hunden Gefahren für die menschliche Gesundheit und für andere Hunde ausgehen können, die geeignet sind, die allgemeine Anordnung eines Leinenzwangs zu rechtfertigen (vgl. schon Beschluss vom 05.07.1967 - I 195/66 -, ESVGH 18, 19 ; vom 31.01.1980 - I 1996/79 -, BWVPr 1980, 167 und vom 06.07.1989 - 1 S 3107/88 -, ESVGH 39, 288 ).

    Soweit der Antragsteller durch den Leinenzwang die Möglichkeit einer artgerechten Hundehaltung beeinträchtigt sieht (siehe § 2 Abs. 1 Satz 2 Tierschutz-Hundeverordnung vom 02.05.2001 ), ist darauf zu verweisen, dass grundsätzlich nicht die Antragsgegnerin das artgerechte Halten von Tieren sicherzustellen, sondern hierfür der Hundehalter selbst zu sorgen hat (vgl. § 2 Nr. 2 TierSchG; dazu Senatsbeschluss vom 06.07.1989 - 1 S 3107/88 -, ESVGH 39, 288 ).

    Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn er in einer generellen Regelung atypische Besonderheiten des Einzelfalles vernachlässigt (vgl. nur Senatbeschluss vom 06.07.1989 - 1 S 3107/88 -, ESVGH 39, 288 ) und deswegen auch umsichtige Hundehalter, die immer rücksichtsvoll auftreten und in einer der Situation angemessenen Weise reagieren sowie ihren Hund - jedenfalls in aller Regel - verlässlich "im Griff" haben, dieser Vorschrift unterwirft (siehe hierzu schon Senatsbeschluss vom 05.07.1967 - I 195/66 -, ESVGH 18, 19 ).

  • VGH Baden-Württemberg, 18.08.1992 - 1 S 2550/91  

    Einschränkung der Haltung gefährlicher Hunde durch Rechtsverordnung; Leinenzwang

    Mögliche Nachteile einer dennoch verbleibenden Unbestimmtheit können bis zu einem gewissen Grad durch ein rechtsstaatliches Verfahren, insbesondere durch die gerichtliche Kontrolle, ausgeglichen werden (BVerfGE 59, 104/114; 84, 133/149; Beschl. d. Senats v. 29.4.1983, ESVGH 33, 268/270; Urt. d. Senats v. 20.3.1986, ESVGH 36, 217; Normenkontrollbeschl. d. Senats v. 6.7.1989, NVwZ-RR 1990, 16).

    Gleichwohl durfte der Verordnungsgeber im Interesse einer praktikablen und damit auch effektiven Regelung von differenzierenden Ausnahmen vom Leinenzwang für bestimmte Gebiete und bestimmte Hundearten im Sinne des § 3 Abs. 1 Nrn. 2 - 4 VO absehen (zur Geeignetheit und Verhältnismäßigkeit eines generalisierenden Leinenzwangs s. Normenkontrollbeschl. d. Senats v. 6.7.1989, NVwZ-RR 1990, 16 sowie BGH, NJW 1991, 1691, ferner zur allgemeinen Zulässigkeit des Leinenzwangs für die Abwehr hundetypischer Gefahren: Beschl. d. Senats v. 15.7.1967, ESVGH 18, 19/21 f.; Beschl. v. 31.1.1980, BWVPr. 1980, 167, ebenso OLG Hamm, Beschl. v. 3.12.1987, NVwZ 1988, 671).

    Auch wenn die vom Antragsteller zu 1 vorgebrachte und hilfsweise unter Beweis gestellte Behauptung zutrifft, daß eine dauerhafte Leinenhaltung zu Beeinträchtigungen im Sozialverhalten von Hunden und letztlich zur Aggressivitätssteigerung führt, müssen sich die Halter gefährlicher Hunde insoweit darauf verweisen lassen, daß es in erster Linie ihre Aufgabe ist, für die artgerechte Haltung ihrer Tiere zu sorgen und ihnen die nötige Bewegungsfreiheit mit Leine oder innerhalb eines befriedeten Besitztums oder etwa auf einem Hundesportplatz zu verschaffen oder sich ansonsten, wenn sie die artgerechte Haltung ihres Tieres nicht mehr gewährleisten können, von diesem zu trennen (Normenkontrollbeschl. d. Senats v. 6.7.1989, aaO.; OLG Hamm, NVwZ 1988, 671).

mehr
  • VGH Baden-Württemberg, 27.09.2005 - 1 S 261/05  

    Zulässigkeit eines Taubenfütterungsverbots trotz Staatsziel Tierschutz

    Nach § 10 Abs. 1 i.V.m. § 1 Abs. 1 PolG darf eine Polizeiverordnung erlassen werden, wenn in typischen Fällen aus bestimmten Arten von Handlungen oder Zuständen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung entstehen können (st. Rspr. des Senats, vgl. etwa Normenkontrollbeschluss vom 06.07.1989 - 1 S 3107/88 -, ESVGH 39, 288 m.w.N.).
  • VGH Baden-Württemberg, 16.10.2001 - 1 S 2346/00  

    Normenkontrolle einer Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde

    Wenn der Verordnungsgeber es unterlassen hat, z.B. die zuletzt genannten Rassen oder generell Hunde ab einer gewissen Größe einem Leinenzwang zu unterwerfen, was nach Ansicht des Senats zulässig ist (so schon Urteil vom 31.01.1980 - I 1996/79 - und Urteil vom 06.07.1989 - 1 S 3107/88 -, ESVGH 39, 288), so ist die darin liegende Benachteiligung der Antragsteller angesichts des überragenden Schutzgutes von Leib und Leben von Menschen hinzunehmen, zumal nicht von der Hand gewiesen werden kann, dass auch ein Hund, der bei der Verhaltensprüfung keine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gezeigt hat, auf Grund besonderer Umstände gefährlich werden kann.
  • BGH, 18.04.1991 - 4 StR 518/90  

    Kommunale Verordnung zum Anleinen von Hunden

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  • OVG Rheinland-Pfalz, 21.09.2006 - 7 C 10539/06  

    abstrakte Gefahr, Anleinzwang, Bebauung, bebaute Ortslage, Bestimmtheit,

    Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn er in einer abstrakt-generellen Regelung atypische Besonderheiten des einzelnen Falles vernachlässigt (vgl. hierzu auch VGH BW, NVwZ-RR 1990, 16 [17]).
  • BVerwG, 24.01.2008 - 6 BN 2.07  
    Dementsprechend geht die überwiegende Rechtsprechung ohne weiteres vom Bestehen einer abstrakten Gefahr bei frei umher laufenden Hunden wegen der von ihnen ausgehenden Verletzungsgefahren aus (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 6. Juli 1989 1 S 3107/88 ESVGH 39, 288 = DVBl 1989, 1007 = NVwZ-RR 1990, 16 m.w.N.; OVG Berlin, Urteil vom 11. September 1992 2 B 3/90 LKV 1993, 169 m.w.N.; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 21. September 2006 7 C 10539/06 DÖV 2007, 82 m.w.N.; dazu wohl auch neigend: BVerwG, Urteil vom 3. Juli 2002 6 CN 8.01 a.a.O.; a.A. Niedersächsisches OVG, Urteil vom 27. Januar 2005 11 KN 38/04 NordÖR 2005, 179).".
  • VGH Baden-Württemberg, 23.03.1992 - 1 S 2551/91  

    Polizeiverordnung zur Kampfhundehaltung - Normenkontrolle

    Auch dies begründet seine Antragsbefugnis (§ 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO - NK-Beschlüsse des Senats vom 31.1.1980, BWVPr 1980, 167, und vom 6.7.1989, ESVGH 39, 288).
  • OLG Dresden, 07.02.2007 - Ss OWi 301/06  

    Hundeleine

    Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn er in einer abstrakt-generellen Regelung atypische Besonderheiten des einzelnen Falles vernachlässigt (vgl. hierzu auch VGH BW, NVwZ-RR 1990, 16 f.; OVG Rheinland-Pfalz, a.a.O.).
  • OLG Dresden, 13.02.2007 - Ss OWi 721/06  

    Hundeleine

  • VGH Baden-Württemberg, 01.07.1991 - 1 S 473/90  

    Zulässigkeit eines Taubenfütterungsverbots durch allgemeine Polizeiverordnung und

  • VGH Hessen, 27.02.1995 - 6 N 903/92  

    Normenkontrollverfahren hinsichtlich einer Hundesatzung

  • VG Gelsenkirchen, 30.11.2006 - 16 K 3159/05  

    Anlein- und Maulkorbpflicht

  • OVG Berlin-Brandenburg, 27.05.2010 - 5 A 1.08  

    Normenkontrolle; genereller Leinenzwang für Hunde, - im gesamten Gebiet einer

  • OVG Berlin-Brandenburg, 25.05.2011 - 5 A 1.10  

    Normenkontrolle; Gemeindeordnung; ordnungsbehördliche Verordnung; genereller

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