Rechtsprechung
   BGH, 01.03.1988 - VI ZR 190/87   

Kinderspielplatz

§ 823 Abs. 1 BGB, Verkehrssicherungspflicht, § 254 BGB, Mitverschulden des gesetzlichen Vertreters, § 1664 Abs. 1, § 426 BGB, gestörte Gesamtschuld

Volltextveröffentlichungen (4)

Kurzfassungen/Presse

Verfahrensgang

  • LG Mönchengladbach, 05.11.1986 - 3 O 204/86
  • OLG Düsseldorf, 04.06.1987 - 18 U 270/86
  • BGH, 01.03.1988 - VI ZR 190/87

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHZ 103, 338
  • NJW 1988, 2667
  • MDR 1988, 766
  • FamRZ 1988, 810
  • NJW-RR 1988, 1300
  • DVBl 1988, 788
  • NVwZ 1988, 1069
  • VersR 1988, 632



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Wird zitiert von ... (68)  

  • BGH, 15.06.2004 - VI ZR 60/03  

    Familienrecht - Minderung des Anspruchs wegen vermehrter Bedürfnisse

    Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kann es wegen der familienrechtlichen Verbundenheit treuwidrig sein, gegen den familienangehörigen Schädiger den deliktischen Anspruch durchzusetzen (Senatsurteile BGHZ 103, 338, 349 und vom 2. November 1982 - VI ZR 32/81 - VersR 1983, 134, 136; BGHZ 53, 352, 357; BGH, Urteil vom 13. Januar 1988 - IVb ZR 110/86 - VersR 1988, 628, 629).

    Der Streitfall zwingt auch nicht zur Beantwortung der Frage, ob die Mutter des Klägers deshalb nicht deliktisch neben den Beklagten für den Klageanspruch gesamtschuldnerisch haftet, weil bei Verletzung der vom Berufungsgericht zutreffend angenommenen Obhutspflicht außerdem die Haftungsfreistellung nach § 1664 Abs. 1 BGB in Betracht käme (vgl. Senatsurteile BGHZ 73, 190, 194; 103, 338, 345 f. und vom 17. Oktober 1995 - VI ZR 358/94 - VersR 1996, 81 m.w.N.).

    Lägen die Voraussetzungen für das Eingreifen dieser Vorschrift vor, fehlte schon die Mithaftung im Sinne des § 840 Abs. 1 BGB und damit die erforderliche Grundlage für ein Gesamtschuldverhältnis, das "gestört" werden könnte (Senatsurteil BGHZ 103, 338, 346 f. m.w.N.; s.a. Christensen, MDR 1989, 948; Hager, NJW 1989, 1640; Muscheler, JR 1994, 441; Kirchhoff, NZV 2001, 361, 365).

    Von dieser Rechtsprechung abzugehen, sieht der erkennende Senat auch unter Berücksichtigung der hiergegen in der Literatur erhobenen Bedenken (vgl. Sundermann, JZ 1989, 927; Jahnke, NZV 1995, 377, 381; Luckey, VersR 2002, 1213, 1216 f.; s.a. Fuchs, NZV 1998, 7, 11) aus den bereits in dem genannten Senatsurteil (BGHZ 103, 338 ff.) ausgeführten Gründen keinen Anlaß.

  • LG Aachen, 10.04.1991 - 4 O 4/91  
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  • AG Nordhorn, 19.10.2000 - 3 C 1053/00  

    Unfall auf "Hüpfkissen"

    Es ist allgemein anerkannt, dass jeder, der Gefahren schafft, auch die notwendigen Vorkehrungen zur Sicherheit Dritter zu treffen hat, soweit diese erforderlich sind (BGHZ 103, 338 [340] = NJW 1988, 2667 = LM § 823 [Dc] BGB Nr. 165).

    Kinder und Eltern müssen uneingeschränkt darauf vertrauen können, dass sich Spielgeräte in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden und schwere Verletzungen ausgeschlossen bleiben (BGHZ 103, 338 [340] = NJW 1988, 2667 = LM § 823 [Dc] BGB Nr. 165; BGH, NJW 1988, 48 [49] = LM § 823 [Dc] BGB Nr. 160).

    Es ist allgemein anerkannt, dass § 278 BGB bei dem Geschädigten im Rahmen einer Haftung nach § 823 I BGB zur Anwendung kommen kann (BGHZ 103, 338 [342] = NJW 1988, 2667 = LM § 823 [Dc] BGB Nr. 165).

    Voraussetzung ist allerdings, dass schon im Augenblick des Unfalls ein Schuldverhältnis oder ein dem Schuldverhältnis ähnliches Sonderrechtsverhältnis zu dem Schädiger bestand (BGHZ 103, 338ff. = NJW 1988, 2667 = LM § 823 [Dc] BGB Nr. 165).

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