Rechtsprechung
   BVerwG, 18.12.1987 - 4 C 9.86   

Magnetbahn Berlin

§ 42 Abs. 2 VwGO, Verbandsklage (hier: von Naturschutzverbänden) kann auch landesrechtlich eingeführt werden, selbst in Bezug auf ein bundesrechtlich geregeltes Verwaltungsverfahren (Hinweis: jedoch nicht für Maßnahmen von Bundesbehörden, vgl. BVerwG, «Bundesbahnstrecke Erfurt-Bebra II»), im Rahmen des § 113 Abs. 1 VwGO besteht dann ein beschränktes Prüfungsprogramm auf einzelne Rechtswidrigkeitsgründe;

§ 137 VwGO, hinsichtlich der Auslegung von Landesrecht durch das Oberverwaltungsgericht kann das Bundesverwaltungsgericht prüfen, ob das Gebot bundesrechtskonformer Auslegung richtig angewandt worden ist (Hinweis: vgl. hierzu auch BVerwG, «außerplanmäßiger Professor»)

Volltextveröffentlichungen (2)

  • Jurion
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Zulässige Einführung und (einschränkende) Ausgestaltung eines Klagerechts für anerkannte Naturschutzverbände durch den Landesgesetzgeber [hier: gem. § 39a Abs. 2 NatSchG Berlin; Magnetbahn Berlin]; Verfassungskonforme Auslegung und Nachprüfung durch das Revisionsgericht

Verfahrensgang

  • VG Berlin, 13.12.1985 - 13 A 252.85
  • OVG Berlin, 17.01.1986 - 2 B 104.85
  • BVerwG, 18.12.1987 - 4 C 9.86

Zeitschriftenfundstellen

  • BVerwGE 78, 347
  • NJW 1988, 1863
  • DÖV 1988, 560
  • DVBl 1988, 492
  • NVwZ 1988, 527



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Wird zitiert von ... (87)  

  • BVerwG, 31.10.1990 - 4 C 7.88  

    Einseitige Erledigungserklärung - Befugnis eines zu beteiligenden

    § 42 Abs. 2 VwGO bringt das mit dem Vorbehalt anderweitiger gesetzlicher Regelungen zum Ausdruck (vgl. Urteil vom 18. Dezember 1987 - BVerwG 4 C 9.86 - BVerwGE 78, 347 [348 f.]).

    Zwar kann ein durch ein solches Vorhaben in seinem Eigentumsrecht betroffener Dritter unter Berufung auf Art. 14 Abs. 1 GG auch geltend machen, daß die ihn beeinträchtigende Maßnahme wegen eines Verstoßes gegen Vorschriften des Naturschutzes rechtswidrig ist (BVerwGE 78, 347 [355] mit weiteren Nachweisen).

    Eine Umgehung der gesetzgeberischen Entscheidung, auf Bundesebene (vgl. zum Landesrecht BVerwGE 78, 347 [349]) keine Verbandsklage zuzulassen, liegt darin nicht.

    Diese Beschränkung der zulässigen Klagegründe für eine Anfechtungsklage auf das dem Verein zur Verfolgung ihm anvertrauter Schutzgüter eingeräumte subjektiv-öffentliche Beteiligungsrecht ist zulässig (vgl. BVerwGE 78, 347 [349 f.]; zur Beschränkung der Anfechtungsklage einer Gemeinde gegen eine luftrechtliche Genehmigung auf die Prüfung, ob die Genehmigungsbehörde die Beteiligungsrechte der Gemeinde beachtet hat, vgl. Urteil vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 17 = NVwZ 1988, 731 m.w.N.).

  • VGH Hessen, 05.03.2003 - 2 A 1158/00  

    Verbandsklage - anerkannter Naturschutzverband - Klagebefugnis

    Dabei bestehen keine grundsätzlichen Bedenken, die Klagebefugnis anerkannter Naturschutzverbände inhaltlich auf bestimmte normativ abgegrenzte Schutzgüter zu beschränken und so den Erfolg einer solchen - gegenständlich begrenzten - Klage davon abhängig zu machen, dass der angegriffene Verwaltungsakt gerade aus den mit der Verbandklage geltend zu machenden speziellen Gründen fehlerhaft und ggfs. aufzuheben ist (vgl.: BVerwG, Urteil vom 18. Dezember 1987 - 4 C 9.86 -, BVerwGE 78, 347 = NVwZ 1988, 527 = NUR 1988, 241 = UPR 1988, 177 = Buchholz 310 § 42 VwGO Nr. 151; Urteil vom 29. April 1993 - 7 A 3.92 -, BVerwGE 92, 263 = NVwZ 1993, 891 = NUR 1993, 389 = UPR 1993, 382 = Buchholz 310 § 42 VwGO Nr. 196, jeweils m.w.N.).

    Die auf der Ermächtigungsgrundlage des § 42 Abs. 2 VwGO beruhende Vorschrift des § 36 HENatG a. F. über die Verbandklage regelt allein Verwaltungsprozessrecht und nicht Verwaltungsverfahrensrecht (vgl.: BVerwG, Urteil vom 18. Dezember 1987 - 4 C 9.86 -, a.a.O.).

    Den Gerichten ist es nicht erlaubt, sich zu diesem Willen in Widerspruch zu setzen (vgl. st. Rspr. des BVerfG, z. B.: Beschluss vom 8. Februar 1983 - 1 BvL 20/81 -, BVerfGE 63, 131; ebenso: BVerwG, Urteil vom 18. Dezember 1987 - 4 C 9.86 -, a.a.O.).

    Die Abweisung der Klage ist auf die landesrechtliche und zudem auslaufende Regelung des § 36 Abs. 1 HENatG a. F. gestützt (vgl. hierzu die ständige Rechtsprechung des BVerwG, z. B.: Beschluss vom 20. Dezember 1995 - 6 B 35.95 -, NVwZ-RR 1996, 712, m.w.N.; Urteil vom 18. Dezember 1987 - 4 C 9.86 -, a.a.O.).

  • BVerwG, 06.11.1997 - 4 A 16.97  
    § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt - NatSchG LSA - schließt die Klagebefugnis eines in Sachsen-Anhalt anerkannten Naturschutzverbandes aus, wenn - bei abstrakter Betrachtung - ein Dritter klagebefugt wäre und dabei die Verletzung der Belange des Naturschutzes geltend machen könnte (vgl. auch BVerwG, Urteil vom 18. Dezember 1987 - BVerwG 4 C 9.86 - BVerwGE 78, 347 und § 39 a NatSchG Bln [Fassung 1983]).

    Die insoweit wortgleiche frühere Regelung des § 39 a Abs. 2 Nr. 2 des Berliner Naturschutzgesetzes sei allerdings vom Bundesverwaltungsgericht seinerzeit verfassungskonform ausgelegt worden (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. Dezember 1987 - BVerwG 4 C 9.86 - BVerwGE 78, 347 ).

    Als enteignungsbetroffenem Grundeigentümer stand diesem Kläger die Möglichkeit offen, die Verletzung naturschutzrechtlicher Vorschriften geltend zu machen (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. März 1983 - BVerwG 4 C 80.79 - BVerwGE 67, 74 [76]; Urteil vom 21. März 1986 - BVerwG 4 C 48.82 - BVerwGE 74, 109 [110]; Urteil vom 6. März 1987 - BVerwG 4 C 11.83 - BVerwGE 77, 86 [91]; Urteil vom 18. Dezember 1987 - BVerwG 4 C 9.86 - BVerwGE 78, 347 [355]; Urteil vom 21. März 1996 - BVerwG 4 C 26.94 - BVerwGE 100, 388 [391]).

    Zwar hat der erkennende Senat in seinem Urteil vom 18. Dezember 1987 - BVerwG 4 C 9.86 - (BVerwGE 78, 347 [355]) zu dem damaligen § 39 a NatSchG Bln [Fassung 1983] angenommen, daß die Klagebefugnis des Naturschutzverbandes dann nicht ausgeschlossen sei, wenn der Dritte es versäumt habe, seine Einwendungen im Verwaltungsverfahren geltend zu machen und er aus diesem Grunde mit seinem Vorbringen im gerichtlichen Verfahren präkludiert sei.

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