Rechtsprechung
| BVerfG, 29.01.1974 - 2 BvN 1/69 |
Niedersächsisches Landesbesoldungsgesetz
Art. 33 Abs. 5 GG;
Art. 100 Abs. 1, Abs. 3 GG;
Art. 31, Art. 142, Art. 28 GG, Bundesverfassungsrecht bricht inhaltsgleiches Landesverfassungsrecht nicht
Volltextveröffentlichungen (2)
- DFR
Niedersächsisches Landesbesoldungsgesetz
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Verfahrensvoraussetzungen der Richtervorlage nach Art. 100 Abs. 1 GG
Verfahrensgang
- StGH Niedersachsen, 18.07.1969 - StGH 1/68
- BVerfG, 29.01.1974 - 2 BvN 1/69
- StGH Niedersachsen, 15.11.1974 - StGH 1/68
Zeitschriftenfundstellen
- BVerfGE 36, 342
- NJW 1974, 1181
- DVBl 1974, 420
Wird zitiert von ... (63)
- BVerfG, 15.10.1997 - 2 BvN 1/95
Zur Prüfungskompetenz eines Landesverfassungsgerichts
Es legt dar, daß die von ihm zu treffende Entscheidung auf der Grundlage seiner Rechtsansicht anders ausfallen wird als auf der Grundlage der Rechtsansicht des Gerichts, von der abgewichen werden soll (vgl. BVerfGE 18, 407 ; 36, 342 ).Es ist allerdings in zwei Entscheidungen ohne weiteres davon ausgegangen, daß ein Landesverfassungsgericht auf eine Verfassungsbeschwerde hin eine im Zivilprozeß ergangene Entscheidung eines Landesgerichts am Maßstab der nach Art. 142, 31 GG geltenden landesgrundrechtlichen Gewährleistungen überprüfen kann (vgl. BVerfGE 22, 267 ; 36, 342 ).
Art. 31 GG regelt als eine grundlegende Vorschrift des Bundesstaatsprinzips (vgl. BVerfGE 36, 342 ) die Lösung von Widersprüchen zwischen Bundes- und Landesrecht.
Können die sich in ihrem Regelungsbereich überschneidenden Normen bei ihrer Anwendung zu verschiedenen Ergebnissen führen, so bricht Bundesrecht jeder Rangordnung eine landesrechtliche Regelung auch dann, wenn sie Bestandteil des Landesverfassungsrechts ist (vgl. BVerfGE 26, 116 ; 36, 342 ).
Kommen Bundesrecht und Landesrecht bei der Regelung desselben Sachverhalts hingegen zu gleichen Ergebnissen, so bleibt das Landesrecht jedenfalls dann in Geltung, wenn es sich dabei um Landesverfassungsrecht handelt (vgl. BVerfGE 36, 342 ; 40, 296 ).
- BVerfG, 24.03.1982 - 2 BvH 1/82
Startbahn West
Der Staatsgerichtshof des Landes Hessen ist nach dem ihm von der Hessischen Verfassung zugewiesenen Aufgabenkreis (Art. 130 ff. HV) ein oberstes Landesorgan (vgl. BVerfGE 36, 342 [357]).Daraus folgt, daß der Bereich der Verfassungsgerichtsbarkeit der Länder vom Bundesverfassungsgericht möglichst unangetastet bleiben muß und die Landesverfassungsgerichtsbarkeit von der Bundesverfassungsgerichtsbarkeit nicht in größere Abhängigkeit gebracht werden darf, als es nach dem Bundesverfassungsrecht unvermeidbar ist (BVerfGE 36, 342 [357]).
Es ist damit im Rahmen rechtlicher Bindungen "Herr seiner Verfahren", ebenso wie das Bundesverfassungsgericht Herr der bei ihm anhängigen Verfahren ist (BVerfGE 36, 342 [357]).
- LVerfG Sachsen-Anhalt, 31.05.1994 - LVG 2/93 28 Abs. 2 GG verdrängt auch in der Sache die Garantien aus Art. 2 Abs. 3 und Art. 87 LSA-Verf nicht über Art. 31 GG; denn das Bundesrecht enthält nur die Mindestgarantie kommunaler Selbstverwaltung und schließt inhaltsgleiches oder weitergehendes Landesverfassungsrecht nicht aus (allg. Ansicht; vgl. etwa: Maunz in Maunz / Dürig, GG, Art. 28 RdNr. 72; BVerfG, Beschl. v. 29.1.1974 - 2 BvN 1/69 -, BVerfGE 36, 342 [360 ff ]).
Diese - vom Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 56, 298 [317]; 76, 107 [122]) teils aus der Selbstverwaltungsgarantie des Art. 28 Abs. 2 GG, teils aus dem Rechtsstaatsprinzip des Art. 20 GG (z. B. bei: BVerfGE 50, 50 [51]) abgeleiteten - Grundsätze sind auf das Landesverfassungsrecht unmittelbar übertragbar, weil die Bundesverfassung beim Rechtsstaatsprinzip wegen des "Homogenitätsgebots" (Art. 28 Abs. 1 GG) bindet und weil Art. 28 Abs. 2 GG den "Mindeststandard" an Selbstverwaltungsgarantie enthält, den die Länder wahren müssen (allg. Ansicht zu Art. 31 GG; vgl. etwa: Maunz bei Maunz / Dürig, GG, Art. 28 RdNr. 72; vgl. auch: BVerfGE 36, 342 [360 ff ]).
Dem lässt sich nicht entgegenhalten, eine Landesverfassung dürfe ohne Verstoß gegen Art. 31 GG über das hinausgehen, was Art. 28 Abs. 2 GG nur als Mindeststandard verlangt (allg. Ansicht; vgl. etwa: Maunz in Maunz / Dürig, GG, Art. 28 RdNr. 72; BVerfGE 36, 342 [360 ff ]); denn es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass dies durch Art. 90 S. 2 LSA-Verf hat geschehen sollen.
- BVerfG, 17.12.1975 - 1 BvR 548/68
Gemeinschaftsschule
Die Landesverfassungsgerichtsbarkeit darf schließlich von der Bundesverfassungsgerichtsbarkeit nicht in größere Abhängigkeit gebracht werden, als es nach dem Bundesverfassungsrecht unvermeidbar ist (BVerfGE 36, 342 [357]).Im übrigen sind die Länder, soweit das Grundgesetz nichts anderes vorschreibt, frei in der Ausgestaltung ihrer Verfassung (BVerfGE 36, 342 [361]).
- BVerfG, 22.02.1994 - 1 BvL 30/88
8. Rundfunkentscheidung / Kabelgroschen
Das Grundgesetz geht im Gegenteil von der grundsätzlichen Verfassungsautonomie der Länder aus (vgl. BVerfGE 36, 342 [361]; 64, 301 [317] m.w.N.). - VerfGH Sachsen, 21.09.1995 - 1-IV-95 Im Bundesstaat des Grundgesetzes stehen daher die Verfassungsräume des Bundes und der Länder grundsätzlich nicht über-, sondern nebeneinander (vgl. BVerfGE 6, 376 (3811); lediglich im Interesse eines Mindestmaßes an Homogenität der Verfassungsstrukturen wird die Verfassungshoheit der Länder durch Art. 28 Abs. 1 GG begrenzt (so auch BVerfGE 36, 342 (361)).
Diese - unter Aspekten der Prozeßökonomie vielleicht als "Überangebot" zu betrachtende - Verdoppelung des Verfassungsrechtsschutzes muß im Bundesstaat nicht nur hingenommen werden, sondern ist unter dem Aspekt föderativer Vielfalt und Eigenständigkeit der Länder sogar erwünscht (vgl. BVerfGE 36, 342 (368 f.)).
Diese Vorschrift ist ausschließlich dazu bestimmt, Normenkollisionen zu lösen (so BVerfGE 26, 116 (1351 Voraussetzung für ihre Anwendung ist, daß zwei Rechtsnormen des Bundes- und des Landesrechts miteinander in Widerspruch treten. Dies heißt aber, daß - die Kollisionsregel des Art. 31 GG hinweggedacht - beide Normen zugleich auf ein und denselben Sachverhalt anwendbar sein müssen und bei ihrer Anwendung zu verschiedenen Ergebnissen führen können. Wo dies nicht der Fall ist, erscheint es schon logisch unmöglich, eine Kollisionsnorm anzuwenden (ebenso BVerfGE 36, 342 (363)).
- BVerfG, 07.05.2001 - 2 BvK 1/00
Normenkontrollantrag gegen Landesnaturschutzgesetz Schleswig-Holstein verworfen
Auch das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 29. Januar 1974 (BVerfGE 36, 342 [368]) noch ausdrücklich festgestellt, dass die Landesverfassungsgerichte "als Maßstab ihrer Prüfung nur die Landesverfassung" besitzen. - BVerfG, 05.06.1998 - 2 BvL 2/97
Zur Verfassungsmäßigkeit der Inkompatibilitätsregelung (Unvereinbarkeit von Amt …
31 GG ist eine Kollisionsnorm, die bestimmt, welches Recht gilt, wenn kompetenzgemäßes und auch sonst verfassungsgemäßes Bundes- und Landesrecht je denselben Sachverhalt regeln (vgl. BVerfGE 26, 116 ; 36, 342 ; 96, 345 ). - StGH Hessen, 26.10.1977 - P.St. 835 Bei der Abgrenzung dieses doppelten Rechtsschutzes durch die Verfassungsgerichte von Bund und Ländern ist davon auszugeben, daß bei dem betont bundesstaatlich geprägten Aufbau der Bundesrepublik Deutschland die Verfassungsräume des Bundes und der Länder selbständig nebeneinander Bestand haben (vgl. BVerfGE 36, 342 [360 ff.]).
Maßstab für die Landesverfassungsgerichte ist zunächst allein die Landesverfassung; nur aus ihr können sie ihre Zuständigkeiten und ihre materielle Prüfungsbefugnis herleiten und entwickeln (vgl. BVerfGE 36, 342 [368]).
c) Selbst wenn man davon ausgeht, daß im Verhältnis von grundgesetzlichen Vorschriften und inhaltsgleichen Vorschriften des Landesverfassungsrechts die Verfassungsnormen des Landes auch außerhalb des Grundrechtsbereichs (Art. 142. GG) rechtswirksam bleiben, weil Art. 31 GG eine Vorschrift ist, die Normenkollisionen lösen soll (vgl. BVerfGE 36, 342 [363, 367]), kann die Zulässigkeit des Antrages nicht bejaht werden.
- BVerfG, 19.11.2002 - 2 BvR 329/97
Zuordnung von Gemeinden zu Verwaltungsgemeinschaften
Daraus folgt, dass der Bereich der Verfassungsgerichtsbarkeit der Länder vom Bundesverfassungsgericht möglichst unangetastet bleiben soll und die Landesverfassungsgerichtsbarkeit nicht in größere Abhängigkeit gebracht werden darf, als es nach dem Bundesverfassungsrecht unvermeidbar ist (vgl. BVerfGE 36, 342 ; 41, 88 ; 60, 175 ; 96, 231 ). - BVerfG, 16.02.1983 - 2 BvE 1/83
Bundestagsauflösung
- BVerwG, 01.12.2003 - 6 P 11.03
Feststellungs- und Auflösungsantrag des Arbeitgebers; Weiterbeschäftigung von …
- StGH Hessen, 30.12.1981 - P.St. 880
Neuordnung der gymnasialen Oberstufe in Hessen
- LVerfG Sachsen-Anhalt, 31.05.1994 - LVG 1/94
- BVerfG, 05.11.1975 - 2 BvR 193/74
Abgeordnetendiäten
- BVerfG, 09.07.1997 - 2 BvR 389/94
Unzulässige Verfassungsbeschwerde im Zusammenhang mit Volksentscheid "Das bessere …
- BVerfG, 15.12.1976 - 2 BvR 841/73
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Fürsorgepflicht des Dienstherrn …
- BVerfG, 19.12.1978 - 1 BvL 3/78
Zulässigkeitsvoraussetzungen einer Richtervorlage nach Art. 100 Abs. 1 GG
- VerfGH Berlin, 08.10.2001 - VerfGH 137 A/01
Beschluss des Abgeordnetenhauses zur vorzeitigen Beendigung der 14. Wahlperiode …
- VerfG Brandenburg, 25.01.1996 - VfGBbg 13/95
- BVerfG, 31.10.1990 - 2 BvF 2/89
Kommunales Ausländerwahlrecht nicht verfassungsgemäß
- BGH, 01.02.2007 - III ZR 289/06
Immobilien - Wasserversorgung: Inhaber des Hausanschlusses
- VerfGH Berlin, 08.10.2001 - VerfGH 137/01
- BVerfG, 29.06.1983 - 2 BvR 1546/79
Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde bei Anfechtung der Regelung zur …
- BGH, 21.10.2011 - V ZR 10/11
Immobilien - Dienstbarkeit aus Servitutenbuch als Belastung im Grundbuch
- VerfG Brandenburg, 30.06.1999 - VfGBbg 3/98
- VerfGH Berlin, 06.10.2009 - VerfGH 143/08
Das Volksbegehren "Kitakinder + Bildung von Anfang an = Gewinn für Berlin" ist …
- LVerfG Sachsen-Anhalt, 31.05.1994 - LVG 4/94
- BVerwG, 08.11.2001 - 3 C 9.01
Anteilsveräußerung; Treuhandanstalt; Treuhand-Kapitalgesellschaft; Restitution; …
- VerfG Brandenburg, 28.07.2008 - VfGBbg 76/05
Kosten der Sozialhilfe
- StGH Hessen, 30.04.1986 - P.St. 1023
- BAG, 21.09.1993 - 9 AZR 258/91
Weiterbildung: Vorrang bundesrechtlichen Satzungsrechts vor landesrechtlicher …
- VerfG Brandenburg, 15.12.2005 - VfGBbg 287/03
Konkrete Normenkontrolle: Ausschluss der Weltanschauungsgemeinschaften durch …
- VerfGH Saarland, 02.05.1983 - Lv 2/82
- BVerfG, 01.06.2006 - 1 BvR 1096/05
Anforderungen an den Rechtsschutz gegen erledigte Verwaltungsakte
- BVerfG, 28.05.2008 - 2 BvL 8/08
Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum neuen niedersächsischen …
- StGH Hessen, 15.01.1982 - P.St. 947
- BAG, 13.03.1986 - 6 AZR 207/85
Betriebsverfassungsrecht: Nachwirkender Schutz des vorübergehend nachgerückten …
- BVerwG, 24.10.1990 - 4 NB 29.90
Normenkollision zwischen landesrechtlichen Vorschriften - Bebauungsplan und …
- BVerfG, 29.03.1996 - 2 BvL 4/96
Verfassungsrechtliche Prüfung der Vereinbarkeit des Berliner Wahlgesetzes mit dem …
- VerfGH Sachsen, 10.07.2003 - 43-II-00
- OVG Rheinland-Pfalz, 15.01.2008 - 6 A 10975/07
Rechtsanwalt; Versorgungswerk; persönlicher Pflichtbeitrag; Beitragsrückstand; …
- VerfGH Thüringen, 16.12.1998 - VerfGH 20/95
Abstrakte Normenkontrolle; PDS-Fraktion; Thüringer Abgeordnetengesetz; …
- StGH Hessen, 03.05.1999 - P.St. 1296
- VG Greifswald, 10.03.2010 - 3 A 1156/08
Zur Frage der Zulässigkeit eines Systemwechsels vp, "Beitragsmodell" zum "reinen …
- BVerfG, 07.05.1974 - 2 BvL 17/73
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Regelung der verwaltungsgerichtliche …
- BVerwG, 23.02.1998 - 7 BN 2.97
Abfallrecht; Altöle; Verwertung; Aufarbeitung, Andienungspflicht; konkurrierende …
- BVerwG, 17.12.1981 - 2 C 40.80
- VGH Hessen, 25.08.1987 - 6 TG 1888/87
Zulassung zum Studium - türkischer Studienbewerber
- VGH Baden-Württemberg, 05.03.1993 - 9 S 3033/92
Zum Hochschulzugangsrecht für Ausländer - Auslegung des UniG BW § 85 Abs 1 S 2
- StGH Hessen, 22.12.1993 - P.St. 1166
- StGH Hessen, 11.05.1994 - P.St. 1181
- BVerfG, 18.09.1997 - 2 BvR 1595/97
Unzulässige Verfassungsbeschwerde gegen Vorschriften des bayerischen Gesetzes …
- StGH Bremen, 14.02.2000 - St 1/98
Zu den verfassungsrechtlichen Anforderungen und Grenzen plebiszitärer …
- StGH Niedersachsen, 20.09.1977 - StGH 1/77
Vereinbarkeit des § 36 Abs. 2 und 3 des Niedersächsischen Kommunalwahlgesetzes …
- LAG Saarland, 14.10.1992 - 2 Sa 30/92
- OVG Schleswig-Holstein, 23.08.1993 - 2 L 37/92
- LVerfG Sachsen-Anhalt, 31.05.1994 - LVG 3/94
- StGH Hessen, 27.07.1977 - P.St. 838
- StGH Hessen, 27.07.1977 - P.St. 841
Verfahren vor dem Staatsgerichtshof des Landes Hessen: Grundrechtsklage - …
- VGH Hessen, 09.06.1994 - 6 UE 2944/93
Diplomprüfung: Bildung der Gesamtnote - zur Berücksichtigung bzw …
- OVG Niedersachsen, 01.07.1997 - 7 M 425/96
Verordnung über die Andienung von Sonderabfällen; Altöle, verwertbare; Andienung; …
- StGH Hessen, 26.10.1977 - P.St. 857
