Rechtsprechung
   BGH, 17.05.1982 - VII ZR 199/81   

Rauchgasrohr

§§ 635, 638 BGB <Fassung bis 31.12.01>, pVV, 'enger und unmittelbarer Zusammenhang'

Volltextveröffentlichungen (3)

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1982, 2244
  • MDR 1983, 48
  • BauR 1982, 489
  • WM 1982, 980



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Wird zitiert von ... (19)  

  • BGH, 08.12.1992 - X ZR 85/91  

    Notlandeschaden als Mangelfolgeschaden nach fehlerhaftem Einbau einer

    Das entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, nach der in den Anwendungsbereich des § 638 BGB im Interesse einer zweckgerichteten Anwendung der Verjährungsvorschriften ausnahmsweise und abweichend von der sonstigen Verjährung der Ansprüche auf Ersatz solcher Nachteile nach § 195 BGB auch solche Mangelfolgeschäden einzubeziehen sind, die zwar außerhalb des Werkes eintreten, aber in einem engen und unmittelbaren Zusammenhang mit dem Mangel stehen (vgl. BGH, Urt. v. 04.03.1971 - VII ZR 40/70, NJW 1971, 1153; Urt. v. 22.03.1979 - VII ZR 133/78, NJW 1979, 1651; Urt. v. 17.05.1982 - VII ZR 199/81, NJW 1982, 2244, 2245 jeweils m.w.N.; vgl. auch Sen. Urt., BGHZ 98, 45, 46 u. 115, 32, 34).

    aa) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist im Anwendungsbereich des § 635 BGB von einem engen Schadensbegriff vor allem auch deshalb auszugehen, weil bei Werkverträgen Mangelfolgen nicht selten nach Ablauf der Verjährungsfrist des § 638 BGB eintreten, die in ihren Wirkungen verhältnismäßig schwer sind, und solche Folgen bei zweckgerechter Auslegung der §§ 635, 638 BGB nicht unter deren Geltungsbereich gebracht werden dürfen (vgl. BGHZ 58, 85, 91; BGH, Urt. v. 23.03.1979 aaO. S. 1651), sondern nach den Grundsätzen der positiven Forderungsverletzung und der für diese geltenden Verjährungsvorschrift des § 195 BGB zu beurteilen sind (BGH, Urt. v. 17.05.1982 aaO. S. 2245 m.w.N.).

    An diesem, in seiner Rechtsprechung entwickelten Grundsatz hat der Bundesgerichtshof auch unter Berücksichtigung der im Schrifttum hieran geäußerten Kritik (vgl. etwa Michalski, NJW 1988, 793, 795 sowie die Nachw. i. Urt. v. 17.05.1982, aaO.; vgl. auch Hehemann NJW 1988, 801) stets festgehalten (BGH, Urt. v. 17.05.1982 aaO. sowie die Sen. Urt., BGHZ 98, 45, 46 u. 115, 32, 34).

    Demgegenüber ist ein allein den Regeln der positiven Forderungsverletzung unterfallender Mangelfolgeschaden bejaht worden für die Folgen eines Brandes, der nach Umstellung einer Ölheizung durch den Bruch einer Ölleitung (BGHZ 58, 305, 307), oder einer unzureichenden Isolierung eines Rauchgasrohres (BGH, Urt. v. 17.05.1982 aaO.) entstanden ist, für die Wasserschäden nach dem Bruch eingebauter Heizkörper, deren Wandstärke nicht ausreichend dimensioniert war (BGH, Urt. v. 22.02.1962 - VII ZR 205/60, VersR 1962, 480), die Schäden durch auslaufendes Öl infolge fehlerhafter Montage einzelner Teile der ölführenden Leitungen (BGH, Urt. v. 11.11.1971 - VII ZR 57/70, BauR 1972, 127, 128); hinsichtlich der Beschädigungen anderer Gegenstände nach dem Abbruch eines unzureichend befestigten Regals (BGH, Urt. v. 22.03.1979 aaO.) und für die Folgen eines Einbruchs, der durch den fehlerhaften Einbau einer Alarmanlage ermöglicht worden war (Sen. Urt., BGHZ 115, 32).

  • OLG Naumburg, 20.10.2006 - 10 U 46/06  

    Verkehrssicherungspflicht - Schutz des Bestellers vor drohenden Schäden

    Der Bundesgerichtshof hat in ständiger Rechtsprechung entschieden, dass im Anwendungsbereich der §§ 635, 638 BGB a. F. grundsätzlich von einem engen Schadensbegriff auszugehen ist (vgl. BGHZ 58, 85/88; BGH NJW 1969, 838, 839; BGH NJW 1982, 2244 m.w.N.; BGH NJW-RR 1996, 1203, 1205 m.w.N.; Sprau in Palandt, BGB, 61. Aufl., Vorbem. v. § 633 BGB Rdn. 23).

    Die Vorschrift umfasst nur solche Schäden, die dem Werk unmittelbar anhaften, weil es infolge eines Mangels unbrauchbar, wertlos oder minderwertig ist, sowie den dadurch entgangenen Gewinn (vgl. BGHZ 58, 85/88; BGH NJW 1969, 838, 839; BGH NJW 1982, 2244 m.w.N.; BGH NJW-RR 1996, 1203, 1205 m.w.N.; Sprau in Palandt, BGB, 61. Aufl., Vorbem. v. § 633 BGB Rdn. 23).

    Es ist vor allem danach zu fragen, wo sich der Schaden verwirklicht hat, ob am Werk selbst oder an anderen Rechtsgütern (vgl. (vgl. BGHZ 58, 85/88; BGHZ 58, 305, 308; BGH NJW 1969, 838, 839; BGH NJW 1982, 2244 m.w.N.; BGH NJW-RR 1996, 1203, 1205 m.w.N.; Sprau in Palandt, BGB, 61. Aufl., Vorbem. v. § 633 BGB Rdn. 23).

    In diesen Fällen ist der Bundesgerichtshof regelmäßig von einem entfernteren Mangelfolgeschaden ausgegangen und hat eine Haftung aufgrund positiver Vertragsverletzung angenommen (vgl. BGH NJW 1982, 2244, 2245; BGH NJW-RR 1996, 1203, 1206; Sprau in Palandt, BGB, 61.Aufl., Vorbem. v. § 633 BGB Rdn. 25 f).

  • OLG Koblenz, 08.12.1999 - 5 U 209/99  

    Festpreis-Minderleistung. Verjährung Mangel - Mangelfolgeschäden

    Freilich darf die Grenze zwischen den beiden Schadensarten und damit zwischen dem Anwendungsbereich des § 635 BGB und dem Bereich der positiven Vertragsverletzung nicht rein schematisch im Sinne einer Linie gezogen werden, die die Schäden nach ihrer äußeren Nähe und Verbindung zu den Werkmängeln unterscheidet (BGHZ 37, 341, 343; BGH NJW 1982, 2244, 2245).

    Derartige Schäden sind - vor dem Hintergrund eines angemessenen Interessenausgleichs zwischen Besteller und Werkunternehmer - im Allgemeinen nach den Grundsätzen der positiven Vertragsverletzung zu ersetzen (BGHZ 58, 85, 91; BGHZ 67, 1, 9 f; BGH NJW 1982, 2244, 2245); die Anwendung des § 635 und damit des § 638 BGB kann deshalb nur in Ausnahmefällen erwogen werden (BGH NJW-RR 1996, 1203, 1206).

    Die Qualifikation der hier in Rede stehenden Schäden als von der Verjährungsregelung der §§ 635, 638 BGB erfassten unmittelbaren Mangelfolgeschäden käme allenfalls dann in Betracht, wenn der eigentliche Zweck der Baumaßnahmen des Beklagten gerade darin bestanden hätte, die Decken unterhalb der Loggien feuchtigkeitssicher zu machen (vgl. BGH NJW 1970, 421 ff; BGH NJW 1982, 2244, 2245; auch OLG München BauR 1990, 736, 737).

    Vielmehr steht - im Rahmen eines auf einen allgemeinen Umbau gerichteten Werkauftrags - ein Verstoß gegen Sorgfalts- und Obhutspflichten und damit eine positive Vertragsverletzung im Raum (BGH NJW 1982, 2244, 2245).

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  • OLG München, 06.02.1991 - 7 U 4355/90  

    Vorstandsbericht: Bezugsrechtsausschluß

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  • BGH, 22.07.2010 - VII ZR 77/08  

    Architekten & Ingenieure - Mangel noch kein Indiz für Organisationsverschulden!

    Für die Ermittlung dieses engen Zusammenhangs hat der Bundesgerichtshof auf die Notwendigkeit einer die Eigenart des jeweiligen Sachverhalts berücksichtigenden Begründung und Wertung (BGH, Urteil vom 20. Januar 1972 - VII ZR 148/70, BGHZ 58, 85, 92; Urteil vom 10. Juni 1976 - VII ZR 129/74, BauR 1976, 354, 355 f.) unter besonderer Berücksichtigung des lokalen Zusammenhangs zwischen Werkmangel und Schaden (BGH, Urteil vom 2. Juli 1996 - X ZR 64/94, BGHZ 133, 155, 160; Urteil vom 25. Juni 1991 - X ZR 4/90, BGHZ 115, 32, 34; Urteil vom 20. April 2004 - X ZR 141/01, BauR 2004, 1776, 1777) sowie einer angemessenen Verteilung des sich aus der kurzen Verjährungsfrist ergebenden Verjährungsrisikos (BGH, Urteil vom 10. Juni 1976 - VII ZR 129/74, BGHZ 67, 1, 6, 8; Urteil vom 17. Mai 1982 - VII ZR 199/81, BauR 1982, 489, 490 = ZfBR 1982, 205; Urteil vom 8. Dezember 1992 - X ZR 85/91, NJW 1993, 923, 924) verwiesen.

    Er hat ihn insbesondere dann bejaht, wenn das Werk nur darauf gerichtet war, seine Verkörperung in einem bestimmten weiteren Werk zu finden, so dass sich der Mangel des einen Werks zwangsläufig auf das andere übertragen musste (BGH, Urteil vom 17. Mai 1982 - VII ZR 199/81, BauR 1982, 489, 490 = ZfBR 1982, 205; Urteil vom 8. Dezember 1992 - X ZR 85/91, NJW 1993, 923, 924) und die Schäden an Gegenständen eintraten, auf die die mangelhafte Werkleistung unmittelbar eingewirkt hat, so etwa bei Schäden an einem Bauwerk infolge mangelhafter Rohr- und Putzarbeiten bei seiner Errichtung (BGH, Urteil vom 13. Dezember 1962 - VII ZR 196/60, NJW 1963, 805, 806), bei Schäden am Wandanstrich, an Tapeten und an verlegten Teppichfußböden infolge einer unzureichend ausgeführten Feuchtigkeitsisolierung (BGH, Urteil vom 15. März 1990 - VII ZR 311/88, BauR 1990, 466 = ZfBR 1990, 276) sowie bei Beschädigung einer Spundwand durch Erdarbeiten (BGH, Urteil vom 7. November 1985 - VII ZR 270/83, BGHZ 96, 221, 226).

  • OLG Köln, 17.08.2001 - 19 U 116/00  

    Werkvertrag - unmittelbarer und mittelbarer Mangelfolgeschaden

    Auch Mangelfolgeschäden, d.h. Schäden, die - wie hier - außerhalb des Werkes eintreten, können nach der ständigen Rechtsprechung des BGH von der kurzen Verjährung des § 638 erfasst werden, wenn sie in einem engen und unmittelbaren Zusammenhang mit dem Mangel stehen (BGH NJW 1996, 1203; NJW 1993, 923; NJW 1982, 2244; NJW 1971, 1153).

    Eine allgemein gültige Definition der beiden Mängelbegriffe hat der Bundesgerichtshof sogar als unmöglich bezeichnet (BGH NJW 1982, 2244, 2245; NJW 1996, 1203, 1206).

  • OLG Bamberg, 15.12.1994 - 1 U 39/94  

    Mangelschaden - Mangelfolgeschaden - entfernterer Mangelfolgeschaden

    a) Die Frage, ob Mangel- oder Mangelfolgeschäden vorliegen, also nicht die Fristen der §§ 635, 638 Abs. 1 BGB gelten, bemißt sich bei der geforderten falladäquaten Lösung Vgl. BGH, NJW 1982, 2244, 2245 = BauR 1982, 489.

    Bei letzterem handelt es sich um einen [entfernteren] Mangelfolgeschaden Vgl. BGHZ 58, 305, 308 = BauR 1972, 309; BGH, NJW 1982, 2244, 2245 = BauR 1982, 489.

  • BGH, 06.12.2005 - X ZR 41/05  

    Werkvertragsrecht - Verjährung: Schadensersatz wegen entgangenen Gewinns

    Für die Abgrenzung zwischen den nach § 638 BGB a.F. verjährenden Mängelfolgeschäden und denen, für die die allgemeine Verjährungsfrist des § 195 BGB a.F. gilt, hat der Bundesgerichtshof eine an Leistungsobjekt und Schadensart orientierte Güter- und Interessenabwägung als ausschlaggebend angesehen, durch die das Verjährungsrisiko für Mangelfolgeschäden zwischen Unternehmer und Besteller angemessen verteilt wird (BGH, Urt. v. 17.5.1982 - VII ZR 199/81, NJW 1982, 2244, 2245; Sen.Urt. v. 11.4.2000 - X ZR 19/98, aaO).
  • BGH, 24.06.1992 - VIII ZR 203/91  

    Kurze Verjährung für Schadensersatzanspruch wegen Beschädigung einer zur Probe

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  • OLG Dresden, 11.08.2009 - 10 U 149/09  

    Architekten & Ingenieure - Keine Sekundärhaftung für Hauptleistungspflichten!

    Wie der Bundesgerichtshof wiederholt ausgeführt hat, besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Mangel und einem Folgeschaden, wenn die geschuldete und mangelhaft erbrachte Leistung - hier die Planung (so der Kläger) und die Überwachung der Erneuerung der Gesimsverblechung - gerade den Zweck hatte, den eingetretenen Folgeschaden zu verhindern (siehe hierzu den dem Urteil des BGH vom 24.11.1969 - VII ZR 177/67 - NJW 1970, 421, zugrunde liegenden Fall, in dem eine unzureichende Isolierung von Außenmauern zu Feuchtigkeitsschäden am Bauwerk geführt hat; vgl. ferner BGH, Urteil vom 17.05.1982 - VII ZR 199/81 - NJW 1982, 2244; OLG Koblenz, Urteil vom 08.12.1999 - 5 U 209/99, zitiert nach juris).
  • BGH, 05.05.1983 - VII ZR 174/81  

    Abgrenzung des § 635 BGB zu positiver Vertragsverletzung

  • OLG Düsseldorf, 11.05.2000 - 12 U 230/99  

    Ersatzpflicht von Mangelfolgeschäden beim Werkvertrag

  • OLG Jena, 21.04.2005 - 1 U 1578/98  

    Versicherungsrecht - Regressverzicht in der Bauleistungsversicherung

  • OLG Karlsruhe, 24.10.1995 - 3 U 15/95  

    Haftung für Zerstörung von Computerdaten

  • OLG Düsseldorf, 17.05.1994 - 23 U 129/93  

    Mitteilung der Annahme eines Angebots bei Entscheidung binnen einer bestimmten,

  • OLG Köln, 05.09.1996 - 11 U 38/96  

    Verjährung von Schadensersatzansprüchen wegen unmittelbarer Mangelfolgeschäden

  • OLG Koblenz, 19.07.2001 - 5 U 1732/00  
  • OLG Stuttgart, 28.04.2003 - 2 U 190/02  

    Bauvertrag - Wasserschaden am Heizkörper ein Mangelfolgeschaden?

  • OLG Hamm, 04.12.2007 - 21 U 45/07  
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