Rechtsprechung
| BGH, 10.02.1988 - IVa ZR 268/86 |
Reservierungsvereinbarung mit Makler
§ 313 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 311b Abs. 1 BGB <Fassung seit 1.1.02>);
§ 138 BGB, Sittenwidrigkeitsfallgruppe "Verleitung zum Vertragsbruch"
Volltextveröffentlichungen (4)
- zimmermann-notar-rostock.de
Beurkundungsbedürftigkeit einer Reservierungsvereinbarung
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Beurkundungsbedürftigkeit einer Reservierungsvereinbarung
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
- Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Zulässigkeit von Reservierungsvereinbarung im Maklerrecht
Zeitschriftenfundstellen
- BGHZ 103, 235
- NJW 1988, 1716
- MDR 1988, 651
- NJW-RR 1988, 943
- DNotZ 1989, 225
- BB 1988, 1068
- VersR 1988, 810
- WM 1988, 830
- DB 1988, 1213
Wird zitiert von ... (24)
- BGH, 23.09.2010 - III ZR 21/10
Immobilienmakler - AGB: "Tätigkeitsentgelt" für Reservierung?
Die dabei erforderliche Interessenabwägung führt im Streitfall zu dem Ergebnis, dass die Pflicht zur Zahlung des Reservierungsentgelts bzw. der ausnahmslose Ausschluss der Rückzahlung dieses Entgelts bei Nichtzustandekommen des Kaufvertrags über die Wahrung schutzwürdiger Interessen der Beklagten hinausgeht und aus diesem Grund eine unangemessene Benachteiligung der Kunden vorliegt (so in der Tendenz für Maklerverträge bereits Urteil vom 10. Februar 1988 - IVa ZR 268/86, BGHZ 103, 235, 239 f).Dieser allenfalls geringe Vorteil wird aus Sicht des Kunden weiter dadurch gemindert, dass die Zahlung eines derartigen Entgelts regelmäßig geeignet ist, Einfluss auf seine wirtschaftliche Dispositionsfreiheit im Sinne der Förderung des Kaufentschlusses zu nehmen, um nicht die bereits erfolgte Zahlung verfallen zu lassen, sondern im Wege der Verrechnung mit dem Kaufpreis verwerten zu können (vgl. auch BGH, Urteil vom 10. Februar 1988 aaO).
Bei dieser Sachlage bedarf die mit der Vereinbarung einer Reservierungsgebühr im Zusammenhang stehende Frage der Beurkundungsbedürftigkeit nach § 311b Abs. 1 BGB, weil damit auf den Kaufinteressenten im Hinblick auf die Höhe des geforderten Entgelts möglicherweise ein unangemessener Druck zum Erwerb der Wohnung ausgeübt werden kann (vgl. hierzu BGH, Urteile vom 2. Juli 1986 - IVa ZR 102/85, NJW 1987, 54, 55; vom 10. Februar 1988 - IVa ZR 268/86, BGHZ 103, 235, 239; und vom 18. März 1992 - IV ZR 41/91, NJW-RR 1992, 817, 818;… MünchKommBGB/Roth, 5. Aufl. 2009, § 652 Rn. 60, 62 f;… Staudinger/Reuter, aaO, Rn. 205), im Streitfall keiner abschließenden Beurteilung.
Denn der festgestellte Unwirksamkeitsgrund aus § 307 Abs. 1 BGB besteht selbständig und unabhängig von einem etwaigen Formzwang nach § 311b Abs. 1 BGB (vgl. BGH, Urteil vom 10. Februar 1988, aaO, S. 240;… Stoffels aaO Rn. M 8).
- BGH, 25.02.1994 - V ZR 63/93
Genehmigung eines durch einen vollmachtlosen Vertreter abgeschlossenen …
Hinzu kommt, daß dazu sog. Reservierungsvereinbarungen eingesetzt wurden, die formnichtig waren (§ 313 Satz 1 BGB; § 125 BGB); denn durch die Vereinbarung einer empfindlichen Schadenspauschale von 12 % des Kaufpreises war ein ins Gewicht fallender Nachteil für den Fall der Genehmigungsverweigerung vorgesehen, der einen mittelbaren Zwang zum Erwerb des Anteils herbeiführte (vgl. BGHZ 76, 43, 46 ff; 103, 235, 239). - BGH, 25.06.2002 - XI ZR 239/01
Bankenrecht - Direktbanken und ihre Pflichten
Sie verstößt auch nicht wegen ihrer Auswirkungen auf die Kunden der Beklagten gegen die guten Sitten (vgl. zu den Anforderungen an ein sittenwidriges Verhalten von Vertragsparteien gegenüber Dritten: BGHZ 103, 235, 241; 121, 357, 367; BGH, Urteile vom 18. März 1996 - II ZR 10/95, NJW-RR 1996, 869 und vom 26. Juni 1997 - IX ZR 233/96, NJW 1997, 2946, 2947;… Staudinger/Sack, BGB 13. Bearb. § 138 Rdn. 333 ff.).
- BGH, 20.12.2005 - XI ZR 66/05
Kreditrecht - Verjährung der Nichtabnahmeentschädigung des Darlehensgebers
Formbedürftig können allerdings auch mit Dritten geschlossene Verträge sein, von denen ein unangemessener, die Entschließungsfreiheit erheblich beeinträchtigender Druck zum Abschluss eines Grundstückskaufvertrags ausgeht (BGHZ 76, 43, 46; BGH, Urteile vom 18. Dezember 1970 - VI ZR 1155/68, WM 1971, 190, 191, vom 3. November 1978 - V ZR 30/77, WM 1979, 162, vom 6. Februar 1980 - IV ZR 141/78, WM 1980, 742, 743 und vom 2. Juli 1986 - IVa ZR 102/85, WM 1986, 1438), weil sie einem Vertragsteil für den Fall, dass der Grundstückskaufvertrag nicht zustande kommt, erhebliche finanzielle Nachteile, z.B. die Zahlung einer Vertragsstrafe, einer erfolgsunabhängigen Maklerprovision oder den Verfall einer Kaufpreisanzahlung, auferlegen (BGHZ 103, 235, 239; BGH, Urteile vom 24. Juni 1981 - IVa ZR 159/80, WM 1981, 993, vom 19. September 1985 - IX ZR 138/84, WM 1985, 1425 und vom 25. Februar 1987 - IVa ZR 263/85, WM 1987, 693, 694; Senat, Urteil vom 19. September 1989 - XI ZR 10/89, WM 1989, 1692 f.). - BGH, 25.01.2008 - V ZR 118/07
Immobilien - Ansprüche aus Rückabwicklung des Vertrags unterfallen § 196 …
Der Revisionserwiderung ist auch zuzugeben, dass die Verpflichtung, ein Grundstück keinem anderen als dem Versprechensempfänger zu veräußern, nicht nach § 313 Satz 1 BGB a. F. (oder § 311b Abs. 1 Satz 1 BGB) beurkundungspflichtig ist (Senat, BGHZ 31, 13, 19; BGHZ 103, 235, 238;… Senat, Urt. v. 20. März 1963, V ZR 89/62, NJW 1963, 1602, 1603;… Erman/Grziwotz, aaO, § 311b Rdn. 8). - LG Berlin, 23.12.1999 - 5 O 352/99
Reservierungsvereinbarung: Verliert Makler Provision?
Die in Nr. 5 des Vertrages vom 6.2.1999 enthaltene Reservierungsvereinbarung ist als Teil des Maklervertrags (vgl. zu diesem Erfordernis: BGHZ 103, 235 (240] = N1W 1988, 1716 = LM § 313 BGB Nr. 87) gem. § 9 I, II Nr. 1 AGBG unwirksam (vgl.: OLG Hamm, NJW-RR 1989, 1209; OLG Stuttgart, NJW-RR 1996, 822).Auch dann, wenn die Gebühr, die der Maklerkunde bei Ablehnung des angebotenen Hauptvertrags zahlen soll, nicht so hoch ist, dass eine Beurkundung erforderlich wäre, kann die Vereinbarung dieser Gebühr dennoch in Allgemeinen-Geschäftsbedingungen unzulässig sein (BGHZ 103, 235 [240] = NJW 1988, 1716 = LM § 313 BGB Nr. 87).
- OLG Dresden, 09.04.1997 - 8 U 2528/96
Notarielle Beurkundung eines Makleralleinauftrags
In der Entscheidung vom 10.02.1988 (BGHZ 103, 235, 239) spricht der Bundesgerichtshof schließlich unter Bezugnahme auf die zuvor genannte Entscheidung von einer 10 %-Grenze.bb) Auf die Anwendbarkeit des AGB-Gesetzes auf den Makleralleinauftrag sowie auf die eventuelle Unwirksamkeit einzelner Klauseln nach diesem Gesetz kommt es daher nicht mehr an (vgl. hierzu BGHZ 103, 235, 240).
- OLG Hamburg, 15.02.1991 - 11 U 203/90
Wann Formfreiheit bei Grundstücksoptionen?
Kontextvorschau leider nicht verfügbar - OLG Rostock, 05.04.2007 - 7 U 126/06
Immobilien - Verjährung der Gegenansprüche
Die streitgegenständliche "Allgemeine Resverierungsvereinbarung", die nicht mit einer gängigen und sowohl in der Rechtsprechung wie auch in der Literatur behandelten Reservierungsvereinbarung zwischen einem Kaufinteressenten und einem Makler gleichgesetzt werden kann (vgl. hierzu u.a. BGH, Urt. 10.02.1988, IVa ZR 268/86, MDR 1988, 651) oder mit einer Reservierungsvereinbarung, mit der sich ein Erwerber bei Vermeidung einer "Vertragsstrafe" zum Kauf eines Grundstücks "verpflichtet" (…vgl. OLG Köln, Urt. v. 12.09.2000, 3 U 16/00, OLGR Köln 2001, 69), ist dahin auszulegen, dass die Beklagten zugesagt haben, für einen unbegrenzten, jedenfalls aber nicht dokumentierten Zeitraum das Grundstück für die Klägerin und den Drittwiderbeklagten "freizuhalten". - BGH, 19.09.1989 - XI ZR 10/89
Beurkundungsbedürftigkeit des den Erwerb oder die Veräußerung eines Grundstücks …
- IV ZR 1155/68, WM 1971, 190, vom 25. April 1973 - IV ZR 80/72, WM 1973, 816, vom 3. November 1978 - V ZR 30/77, WM 1979, 162, vom 6. Februar 1980 - IV ZR 141/78, WM 1980, 742, 743, vom 12. Juli 1984 - IX ZR 127/83, VersR 1984, 946 und vom 2. Juli 1986, WM 1986, 1438; vgl. weiter BGHZ 89, 41, 47; 103, 235, 239; a.A. zumindest für die Fälle der wirtschaftlichen Bindung durch Vereinbarung einer erfolgsunabhängigen Maklerprovision Schwerdtner, Maklerrecht 3. Aufl. Rdn. 31 ff.; Tempel, Materielles Recht im Zivilprozeß S. 296; Westerhoff AcP 184, 1984, 341, 364 ff.; vgl. dazu auch Hagen DNotZ 1984, 267, 270 f.). - VG Sigmaringen, 24.05.2007 - 8 K 911/04
Klage gegen Prüfungsentscheidung im Zweiten juristischen Staatsexamen
- BGH, 18.03.1993 - VII ZR 176/92
Koppelungsverbot: Baubetreuer
- LAG Berlin-Brandenburg, 13.07.2007 - 6 Sa 808/07
Äquipollentes oder gleichwertiges Parteivorbringen
- OLG Köln, 12.09.2000 - 3 U 16/00
Immobilien - Welches Recht gilt bei Kauf eines Grundstücks im Ausland?
- BGH, 22.09.1992 - III ZR 100/91
Beurkundungspflicht bei Verpflichtung zum Grundstückserwerb in der …
- OLG Hamm, 23.03.2000 - 22 U 96/99
Form der Annahme und Verlängerung eines notariell beurkundeten, befristeten …
- OLG Koblenz, 10.05.2000 - 1 U 1108/96
Zustandekommen eines Nachweismaklervertrages; Treuepflichten des Maklers
- LAG Berlin, 17.12.2002 - 6 Ta 2022/02
Unterschrift, faires Verfahren, zumutbare Sorgfalt
- OLG Hamm, 15.05.1997 - 18 U 214/96
- LAG Berlin-Brandenburg, 13.07.2007 - 6 Sa 1152/07
Äquipollentes oder gleichwertiges Parteivorbringen
- BGH, 19.09.1989 - XI ZR 9/89
Formbedürftigkeit von Vereinbarungen im Rahmen eines Bauherrenmodells
- AG Wipperfürth, 12.09.2005 - 9 C 959/04
Knapp 10 % Maklerprovision trotz Nichterwerbs des Grundstücks begründen noch …
- OLG Hamburg, 18.12.2007 - 10 U 57/07
Immobilien - Wirksames rechtsgeschäftliches Verfügungsverbot trotz Grundschuld?
- FG Hessen, 25.01.2012 - 4 K 2487/08
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