Rechtsprechung
| BVerwG, 09.11.1989 - 7 C 81.88 |
Scherenschnitte
Straßenrechtlicher Gemeingebrauch (Hinweis: vgl. für Baden-Württemberg: §§ 13, 16 StrG), Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG
Volltextveröffentlichungen (2)
- Alpmann Schmidt
GG Art. 5 Abs. 3 S. 1; StrG BW 13 Abs. 1
- hfv-speyer.de
Art 5 Abs 3 S 1 GG, § 13 StrG BW vom 26.09.1987, § 16 StrG BW
Straßenkunst - Silhouettenschneiden - Kunstfreiheit - Sondernutzung - Gemeingebrauch
Kurzfassungen/Presse (2)
- Datenbank zur Rechtsprechung im Kommunalrecht (Leitsatz)
Kunstfreiheit und straßenrechtliche Behandlung von Straßenkunst
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
GG Art. 5 Abs. 3 S. 1; StrG -BW 13 Abs. 1
Verfahrensgang
- VG Karlsruhe, 06.02.1987 - 3 K 260/86
- VGH Baden-Württemberg, 17.08.1988 - 14 S 689/87
- BVerwG, 09.11.1989 - 7 C 81.88
- VGH Baden-Württemberg, 24.04.1992 - 14 S 3212/89
Zeitschriftenfundstellen
- BVerwGE 84, 71
- NJW 1990, 2011
- DVBl 1990, 163
- NZV 1990, 286
- NVwZ 1990, 864
- DÖV 1990, 252
Wird zitiert von ... (20)
- VGH Baden-Württemberg, 31.01.2002 - 5 S 3057/99
Sondernutzung: Werbung eines Religionsvereins in Fußgängerzone
Denn die bei Annahme einer Sondernutzung durch § 16 Abs. 1 Satz 1 StrG statuierte Erlaubnispflicht stellt keine unzulässige Zensur i. S. des Art. 5 Abs. 1 Satz 3 GG, sondern im Hinblick auf die Ausgleichs- und Verteilungsfunktion der Sondernutzungserlaubnis für die verschiedenen grundrechtlich geschützten Belange der Straßenbenutzer (vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 09.11.1989 - 7 C 81.88 - BVerwGE 84, 71) ein allgemeines (Schranken-)Gesetz i. S. von Art. 5 Abs. 2 GG dar.Auch der Gedanke der Spontaneität einer kommunikativen Straßenbenutzung, der eventuell deren Erlaubnisfreiheit erzwingen könnte, "wenn der Gang zur Erlaubnisbehörde nicht nur eine Lästigkeit wäre", sondern die Ausübung des betreffenden Kommunikationsgrundrechts "praktisch unmöglich" machte (vgl. BVerwG, Urt. v. 09.11.1989 - 7 C 81.88 - a.a.O.), rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise.
- VGH Baden-Württemberg, 31.01.2002 - 5 S 311/00
Sondernutzung: Werbung eines Religionsvereins in Fußgängerzone
Denn die bei Annahme einer Sondernutzung durch § 16 Abs. 1 Satz 1 StrG statuierte Erlaubnispflicht stellt keine unzulässige Zensur i. S. des Art. 5 Abs. 1 Satz 3 GG, sondern im Hinblick auf die Ausgleichs- und Verteilungsfunktion der Sondernutzungserlaubnis für die verschiedenen grundrechtlich geschützten Belange der Straßenbenutzer (vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 09.11.1989 - 7 C 81.88 - BVerwGE 84, 71) ein allgemeines (Schranken-)Gesetz i. S. von Art. 5 Abs. 2 GG dar.Auch der Gedanke der Spontaneität einer kommunikativen Straßenbenutzung, der eventuell deren Erlaubnisfreiheit erzwingen könnte, "wenn der Gang zur Erlaubnisbehörde nicht nur eine Lästigkeit wäre", sondern die Ausübung des betreffenden Kommunikationsgrundrechts "praktisch unmöglich" machte (vgl. BVerwG, Urt. v. 09.11.1989 - 7 C 81.88 - a.a.O.), rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise.
- VGH Baden-Württemberg, 24.04.1992 - 14 S 3212/89
Straßenkunst ist Sondernutzung
Durch Urteil vom 09.11.1989 (BVerwGE 84, 71 = NJW 1990, 2011 = JZ 1990, 336 = GewArch 1990, 16) hat das Bundesverwaltungsgericht das Urteil des erkennenden Senats vom 17.08.1988 aufgehoben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an den Verwaltungsgerichtshof zurückverwiesen.Sie würden nicht als eine Art "Kommunikationsmedium", sondern vielmehr als Verkehrseinrichtungen geschaffen (vgl. im übrigen zum Problem, ob Straßenkunst Gemeingebrauch oder Sondernutzung des öffentlichen Straßenraums ist, Würkner, NJW 1989, 1266 und NJW 1990, 2013; Hufen, JZ 1990, 339 und JuS 1991, 597; Steinberg-Hartung, JuS 1990, 795; Laubinger, VerwArch 81 (1990), 583, 593 ff.; Heinz, NVwZ 1991, 139 und JA 1990, 246; Goerlich, Jura 1990, 415; Meyer, DÖV 1991, 542, 549).
- BVerwG, 04.07.1996 - 11 B 24.96
Straßen- und Wegerecht: Anspruch einer Religionsgemeinschaft auf Erteilung einer …
Soweit eine straßenrechtliche Sondernutzung als Ausübung des vorbehaltlos gewährleisteten Grundrechts der Glaubensfreiheit (Art. 4 Abs. 1 und 2 GG ) zu werten ist, gelten dieselben bundesrechtlichen Grundsätze, die das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung (vgl. BVerwGE 84, 71 (75 ff.); Beschluß vom 19. Dezember 1986 - BVerwG 7 B 144.86 - (Buchholz 407.5 Straßengesetze der Länder Nr. 2)) im Hinblick auf die - gleichfalls vorbehaltlos gewährleistete - Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ) für Fälle der Straßenkunst entwickelt hat (vgl. ferner - zum Thema Baukunst und Baurecht - Beschlüsse vom 27. Juni 1991 - BVerwG 4 B 138.90 - (Buchholz 406.41 Baugestaltungsrecht Nr. 4) und vom 13. April 1995 - BVerwG 4 B 70.95 - (Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 309) sowie - zum Thema Glaubensfreiheit und Gewerberecht - Beschluß vom 16. Februar 1995 - BVerwG 1 B 205.93 - (Buchholz 451.20 § 14 GewO Nr. 6)).Das gleiche gilt für die von der Beschwerde gerügte Abweichung von dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. November 1989 - BVerwG 7 C 81.88 - (BVerwGE 84, 71 ), denn in diesem Fall ging es um Art. 5 Abs. 3 GG und seine Auswirkungen bei der Ausübung von Straßenkunst auf öffentlichen Straßen durch Silhouettenschneiden.
- OLG Saarbrücken, 15.09.1997 - Ss (Z) 217/97 Darunter wird eine Benutzung der Straßen durch Personen verstanden, die - ohne die Verkehrsfläche zusätzlich in Anspruch nehmende Hilfsmittel oder Vorrichtungen - dem zeitweiligen Aufenthalt von Menschen, ihrer Erholung, ihrer Kontaktaufnahme untereinander und ihrer Kommunikation miteinander dient (BVerwG, NJW 1990, 2011 ff.; VGH München v. 27.10.1982 - Nr. 8 N 82 A. 277 [S. 14]; Kodal, S. 543, 549, 550; Papier/Peine, Hdb. für die öffentliche Verwaltung, 1984, StraßenR und StraßenverkehrsR, S. 414;… Marschall/Schroeter/Kastner-Grupp, FStrG, 5. Aufl., § 7 Rdnr. 11;… Salzwedel, in: v. Münch, Bes. VerwR, 7. Aufl., S. 635; Grupp, SKZ 1995, 130; Wohlfahrt, SKZ 1995, 150; Fahl, DÖV 1996, 955).
Die Grenze zwischen Gemeingebrauch und Sondernutzung bildet die Gemeinverträglichkeit (BVerwG, NJW 1990, 2011).
- VGH Baden-Württemberg, 16.01.2008 - 5 S 393/06
Sondernutzungsgebühr für Veranstaltung der Church of Scientology
Für den Bereich der Kunstausübung, deren Freiheit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ohne Gesetzesvorbehalt gewährleistet, ist die Beachtlichkeit allgemeiner Ordnungsvorschriften in ständiger Rechtsprechung (vgl. nur BVerwGE 84, 71 = DÖV 1990, 252) längst anerkannt. - VGH Baden-Württemberg, 12.07.1996 - 5 S 472/96
Werbung für entgeltliche Leistungen einer Scientology-Kirche als Sondernutzung
Eine ausdrückliche Widmung öffentlicher Verkehrsflächen der Antragsgegnerin für derartige gewerbliche Betätigungen ist ebensowenig feststellbar wie eine Qualifizierung dieser Tätigkeiten unter dem Gesichtspunkt der Verkehrsüblichkeit als ortsüblicher Gemeingebrauch (vgl dazu VGH Baden-Württemberg Urt v 24.04.1992 aaO und BVerwG, Urt v 09.11.1989, BVerwGE 84, 71 = NJW 1990, 2011 = GewArch 1990, 16). - BVerwG, 04.07.1996 - 11 B 23.96
Straßen- und Wegerecht: Anspruch einer Religionsgemeinschaft auf Erteilung einer …
Soweit eine vom Landesrecht als Sondernutzung qualifizierte Straßennutzung als Ausübung des vorbehaltlos gewährleisteten Grundrechts der Glaubensfreiheit (Art. 4 I u. II GG) zu werten ist, gelten dieselben bundesrechtlichen Grundsätze, die das BVerwG in ständiger Rechtsprechung (vgl. BVerwGE 84, 71 [75 ff.] = NJW 1990, 2011; BVerwG, Buchholz 407.5 Straßengesetze der Länder Nr. 2 = NJW 1987, 1836) im Hinblick auf die - gleichfalls vorbehaltlos gewährleistete - Kunstfreiheit (Art. 5 III 1 GG) für Fälle der Straßenkunst entwickelt hat (vgl. ferner zum Thema Baukunst und Baurecht - BVerwG, Buchholz 406.41 Baugestaltungsrecht Nr. 4 = NVwZ 1991, 983 und BVerwG, Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 309 = NJW 1995, 2648 sowie zum Thema Glaubensfreiheit und Gewerberecht - BVerwG, Buchholz 451.20 § 14 GewO Nr. 6 = NVwZ 1995, 473). - BAG, 22.02.2001 - 6 AZR 398/99
Abmahnung - Nebentätigkeit eines Polizeimusikers
Diese Verfassungsnorm gebietet es nicht, solche Nebentätigkeiten von einer vorherigen Genehmigung freizustellen (vgl. auch BVerwG 9. November 1989 - 7 C 81.88 - BVerwGE 84, 71, wonach es die Kunstfreiheit des Art. 5 Abs. 3 GG nicht erfordert, Straßenkunst von der Einholung einer Sondernutzungserlaubnis freizustellen). - OLG Saarbrücken, 01.06.2004 - 4 U 5/04
Störungen des Spielbetriebs eines Golfplatzes durch Aufenthalt auf einem die …
Die Straße dient daher - sofern die Verkehrsfläche nicht durch zusätzliche Hilfsmittel oder Vorrichtungen in Anspruch genommen wird - dem zweitweiligen Aufenthalt von Menschen, ihrer Erholung, ihrer Kontaktaufnahme und ihrer Kommunikation untereinander (vgl. BVerwG, NJW 1990, 2011 ff;… Kodal/Krämer-Grote, aaO., Kap. 24, Rdnr. 22.4). - VGH Baden-Württemberg, 26.03.2002 - 5 S 2308/01
Kranaufstellung: Gemeingebrauch einer Straße?
- BayObLG, 19.03.2002 - 3 ObOWi 86/01
Verteilung politischer Schriften an Kraftfahrer bei Ampelstop - Sondernutzung
- OVG Hamburg, 04.11.2003 - 3 Bf 23/03
Abschleppkosten: Auch Abwesende müssen Verkehrszeichen beachten
- BVerwG, 24.08.1994 - 11 C 57.92
- OVG Bremen, 25.02.1997 - 1 BA 30/96
Straßen- und Wegerecht: Gewerbliche Straßenwerbung durch Religionsgemeinschaften, …
- FG München, 20.04.2010 - 13 K 4288/07
Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens bei einem freiberuflich tätigen Künstler
- OVG Nordrhein-Westfalen, 18.06.1996 - 5 A 769/95
Nackt in der Öffentlichkeit - öffentliche Ordnung, Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG
- OVG Schleswig-Holstein, 16.06.1999 - 4 K 2/99
Niederlassen zum Alkoholgenuß keine Sondernutzung
- VG Frankfurt/Main, 04.09.1990 - IV/2 E 2234/86
- VG Neustadt, 13.10.1997 - 1 K 286/97
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