Rechtsprechung
| BVerwG, 15.02.1990 - 4 C 47.89 |
Serriesteich
Art. 14 GG, Enteignung, (ausgleichspflichtige) Inhalts- und Schrankenbestimmung, salvatorische Klausel, Art. 14 Abs. 3 Satz 2 GG
Kurzfassungen/Presse (2)
- Jurion (Leitsatz)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
GG Art. 14 Abs. 1, Abs. 3; LandschaftsG NRW § 7 S. 1
Besprechungen u.ä.
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)
Muß der Gesetzgeber festlegen, wann eine entschädigungspflichtige Enteignung vorliegt? (IBR 1990, 437)
Zeitschriftenfundstellen
- BVerwGE 84, 361
- NJW 1990, 2572
- DVBl 1990, 585
- NJW-RR 1990, 1308
- NVwZ 1990, 1071
- ZfBR 1994, 39
- ZfBR 1991, 85
- DÖV 1991, 24
- NVwZ 1990, 1071 L
- IBR 1990, 437
Wird zitiert von ... (54)
- BVerwG, 24.06.1993 - 7 C 26.92
Naturschutzverordnung
Das gilt auch insoweit, als diese Regelungen in konkrete, durch Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG geschützte Rechtspositionen eingreifen (Abweichung von BVerwGE 84, 361 [370 ff.]).Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesgerichtshofs sind Regelungen, die die Nutzung von Grundstücken aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes beschränken, grundsätzlich keine Enteignungen im Sinne des Art. 14 Abs. 3 GG, sondern Bestimmungen von Inhalt und Schranken des Eigentums im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG (vgl. BVerwGE 84, 361 [370 f.], BGHZ 90, 17 [24 f.], jeweils m.w.N.).
Solche Eingriffe können zwar den Gesetzgeber dazu veranlassen, die Auswirkungen der Verordnung für die betroffenen Eigentümer aus Gründen der Verhältnismäßigkeit durch Gewährung einer finanziellen Entschädigung abzumildern, verändern aber den rechtlichen Charakter der Nutzungsbeschränkungen nicht (sog. ausgleichspflichtige Inhaltsbestimmungen, vgl. BVerfGE 58, 137 [147 ff.], 79, 174 [192], BVerwGE 84, 361 [367 f.]).
Soweit der 4. Senat des Bundesverwaltungsgerichts in derartigen Fällen die Annahme einer Enteignung für möglich gehalten hat (vgl. BVerwGE 84, 361 [370 ff.]), ist diese Rechtsprechung zeitlich vor der genannten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Januar 1991 ergangen.
Denn die sog. Junktimklausel des Art. 14 Abs. 3 Satz 2 GG, die den Gesetzgeber dazu nötigt, den Tatbestand der rechtlich zulässigen Enteignung genau zu bestimmen, gilt für Maßnahmen der Inhalts- und Schrankenbestimmung nach Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG nicht (BVerwGE 84, 361 [366 ff.]).
In dieser Rechtsprechung haben sich trotz mancher Unterschiede im Detail doch übereinstimmend zwei hauptsächliche Fallgestaltungen herausgebildet, in denen die Grundstückseigentümer nicht dem Regelfall entsprechend auf die Sozialbindung des Eigentums gemäß Art. 14 Abs. 2 GG verwiesen werden können, nämlich zum einen bei Eingriffen in bereits verwirklichte Nutzungen und zum anderen beim Ausschluß von Nutzungsmöglichkeiten, die sich nach Lage der Dinge objektiv anbieten oder sogar aufdrängen (vgl. BGHZ 90, 17 [24 f.], 99, 24 [31 f.]; 105, 15 [18]; BVerwGE 67, 84 [87, 91 f.]; 67, 93 [95 f.]; 84, 361 [371]).
Ein Verstoß gegen Bundesrecht, insbesondere Bundesverfassungsrecht ist nicht ersichtlich; im Gegenteil hat der Verwaltungsgerichtshof mit Recht angenommen, daß Art. 14 GG dem Schutz bislang bestehender konkreter Eigentümerbefugnisse den Vorzug vor dem Ausgleich in Geld gibt (BVerwGE 84, 361 [373 f.]).
- BVerwG, 18.07.1997 - 4 BN 5.97 Beschränkungen der Grundstücksnutzung durch eine Naturschutzverordnung können zwar unzulässige, insbesondere unverhältnismäßige Inhalts- und Schrankenbestimmungen des Eigentums (Art. 14 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 GG ) und deshalb rechtswidrig sein, werden dadurch jedoch in keinem Fall zur Enteignung im Sinne des Art. 14 Abs. 3 GG (im Anschluß an BVerwGE 84, 361 ; 94, 1).
Das Senatsurteil vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - (BVerwGE 84, 361 ) rechtfertigt auch vor dem Hintergrund der darin zitierten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 8. Juli 1976 - 1 BvL 19 und 20/75, 1 BvR 148/75 - (BVerfGE 42, 263 [294]) nicht die Deutung, die ihm die Beschwerde gibt.
Hierzu hat er insbesondere Anlaß bei Eingriffen in bereits verwirklichte Nutzungen, aber auch beim Ausschluß von Nutzungsmöglichkeiten, die sich nach Lage der Dinge objektiv anbieten oder sogar aufdrängen (vgl. BVerwG, Urteile vom 13. April 1983 - BVerwG 4 C 21.79 - BVerwGE 67, 84; vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - a.a.O. und vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 26.92 - BVerwGE 94, 1; BGH, Urteile vom 26. Januar 1984 - III ZR 216/82 - BGHZ 90, 17 ; vom 9. Oktober 1986 - III ZR 2/85 - BGHZ 99, 24 ;… vom 18. Februar 1993 - III ZR 20/92 - a.a.O. und vom 16. Juli 1993 - III ZR 60/92 - BGHZ 123, 242 ).
Sie schlagen nicht in eine Enteignung um (vgl. BVerfG…, Beschluß vom 12. Juni 1979 - 1 BvL 19/76 - a.a.O., S. 27;… Beschluß vom 15. Juli 1981 - 1 BvL 77/78 - a.a.O., S. 320;… Beschluß vom 30. November 1988 - 1 BvR 1301/84 - a.a.O., S. 192; BVerwG, Urteile vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - a.a.O. …und vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 26.92 - a.a.O.).
Als unzumutbare Beschränkung der Eigentümerbefugnisse erweisen sie sich nur dann, wenn nicht genügend Raum mehr für einen privatnützigen Gebrauch des Eigentums oder für eine Verfügung über den Eigentumsgegenstand verbleibt oder wenn eine Nutzung, die bisher ausgeübt worden ist oder die sich nach Lage der Dinge objektiv anbietet, ohne jeglichen Ausgleich unterbunden wird (vgl. BVerwG, Urteile vom 13. April 1983 - BVerwG 4 C 21.79 - a.a.O., vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - a.a.O. …und vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 26.92 - a.a.O.;… BGH, Urteile vom 26. Januar 1984 - III ZR 216/82 - a.a.O., vom 18. Februar 1993 - III ZR 20/92 - a.a.O. …und vom 16. Juli 1993 - III ZR 60/92 - a.a.O.).
Die Beschwerde zeigt auch nicht auf, mit welchem abstrakten Rechtssatz das Normenkontrollgericht von einer vom Bundesverfassungsgericht im Beschluß vom 23. September 1992 - 1 BvL 15/85 und 36/87 - (…a.a.O.) und vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - (…a.a.O.) vertretenen Rechtsauffassung abgewichen sein soll.
- BGH, 07.07.1994 - III ZR 5/93
Inhaltsbestimmung des Eigentums
Das steht zumindest im Ergebnis im Einklang mit der Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE 84, 361, 367 ff; 94, 1).Soweit der 4. Senat des Bundesverwaltungsgerichts - auf der Grundlage der als bindend angesehenen Auslegung des Landesrechts durch das Oberverwaltungsgericht - angenommen hat, § 7 Satz 1 LG NW erfasse auch Enteignungen i.S. des Art. 14 Abs. 3 GG und verstoße insoweit gegen die Junktimklausel (BVerwGE 84, 361, 367), berührt dies die Verfassungsmäßigkeit der Norm als Grundlage eines Ausgleichsanspruchs im Rahmen der Inhaltsbestimmung des Eigentums nicht.
Das entspricht auch dem Urteil des 7. Senats des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Juni 1993 (BVerwGE 94, 1, 5), der - unter Hinweis auf die Abweichung von BVerwGE 84, 361, 370 ff - entschieden hat, daß Regelungen in einer Naturschutzverordnung, die die Nutzbarkeit situationsbedingt einschränken, auch insoweit keine Enteignungen i.S. des Art. 14 Abs. 3 GG, sondern Bestimmungen von Inhalt und Schranken des Eigentums i.S. des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG sind, als diese Regelungen in konkrete, durch Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG geschützte Rechtspositionen eingreifen.
Eine Begrenzung der Geltungsdauer des § 7 Satz 1 LG NW in Betracht zu ziehen (vgl. BVerwGE 84, 361, 367 ff), hält der Senat nicht für geboten.
In dieser Rechtsprechung hätten sich trotz mancher Unterschiede im Detail doch übereinstimmend zwei hauptsächliche Fallgestaltungen herausgebildet, in denen die Grundstückseigentümer nicht dem Regelfall entsprechend auf die Sozialbindung des Eigentums gemäß Art. 14 Abs. 2 GG verwiesen werden könnten, nämlich zum einen bei Eingriffen in bereits verwirklichte Nutzungen und zum andern beim Ausschluß von Nutzungsmöglichkeiten, die sich nach Lage der Dinge objektiv anböten oder sogar aufdrängten (Hinweis auf BGHZ 90, 17, 24 f; 99, 24, 31 f; 105, 15, 18; BVerwGE 67, 84, 87, 91 f; 67, 93, 95 f; 84, 361, 371).
1990, 397, 401; Pietzcker, JuS 1991, 369, 372; ders. NVwZ 1991, 418, 426; wohl auch Krohn aaO. Rn. 9; vgl. auch Ehlers, VVDStRL 51 [1992], 211, 234; Maurer, DVBl. 1991, 781, 785; Ossenbühl, JZ 1990, 89, 91; Osterloh, DVBl. 1991, 906, 914; Schink, DVBl. 1990, 1375, 1383 ff; Schwabe, DVBl. 1993, 840, 842).
Vielmehr ist entscheidend, ob eine zulässige Nutzungsmöglichkeit, die sich nach Art und Beschaffenheit des Grundstücks objektiv anbietet, untersagt oder wesentlich eingeschränkt wird (BGHZ 87, 66, 71 f; 90, 4, 14 f; 90, 17, 24/25; 99, 24, 31 f; 105, 15, 17 f; Senatsurteile vom 18. Februar …und vom 16. Juli 1993 aaO.; vgl. auch BVerwGE 84, 361, 371; 94, 1, 11).
- BVerwG, 30.09.1996 - 4 NB 31.96
Verfassungsrecht - Bestimmung von Inhalt und Schranken des Eigentums; Wasserrecht …
Nutzungsbeschränkungen in Wasserschutzgebieten gemäß § 19 Abs. 2 WHG sind nicht Enteignung, sondern Inhaltsbestimmung des Eigentums im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG (im Anschluß an BVerwGE 84, 361 [366 f.]; 94, 1 [5 f.]).*).Das Bundesverwaltungsgericht hat in anderem Zusammenhang die Verfassungsgemäßheit einer salvatorischen Klausel als Regelung im Sinne des Art. 14 Abs. 3 Satz 2 GG verneint (BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - BVerwGE 84, 361 [366 f.]).
b) Im grundrechtlichen Sinne ist Enteignung der Entzug einer konkreten (subjektiv-rechtlichen) Rechtsposition durch hoheitlichen Rechtsakt (vgl. BVerfGE 45, 297 [338]; 52, 1 [27]; 56, 249 [261]; 58, 300 [321]; 70, 191 [199 f.]; 83, 201 [211]; ebenso BVerwGE 84, 361 [366]).
Dieser Rechtsprechung ist das Bundesverwaltungsgericht, weitgehend inzwischen auch der Bundesgerichtshof, gefolgt (vgl. insoweit erneut BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - BVerwGE 84, 361 [370]; Urteil vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 26.92 - BVerwGE 94, 1 [6 f.]; ferner auch BGHZ 121, 73 [78]; 121, 328 [332]; 122, 76 [78]; 126, 379 [382]).
Auf die Intensität des "Eingriffs" kommt es für die Abgrenzung zwischen Inhaltsbestimmung im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG und Enteignung im Sinne des Art. 14 Abs. 3 Satz 1 GG dabei nicht an (vgl. bereits BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - BVerwGE 84, 361; erneut Beschluß vom 3. Mai 1996 - BVerwG 4 B 46.96 - ZfB 1996, 132 = DtZ 1996, 283).
- BGH, 18.02.1993 - III ZR 20/92
Ausgleichsanspruch nach Saarländischem Naturschutzgesetz
Solche Maßnahmen stellen - bei verfassungskonformer Gesetzesauslegung (dazu BVerwGE 84, 361, 367 ff.;… vgl. auch Kröner in Festschrift für Geiger, 1989, S. 445, 452) - keine Enteignung, sondern eine Inhaltsbestimmung des Eigentums dar, auf die die Junktimklausel des Art. 14 Abs. 3 Satz 2 GG ebenfalls nicht anwendbar ist.Dies steht im Einklang mit der Erwägung, daß naturschutzrechtliche Regelungen, jedenfalls soweit sie die Erhaltung im wesentlichen bereits vorhandener naturnaher Verhältnisse bezwecken oder lediglich die Art und Weise der Nutzung näher bestimmen, regelmäßig nur die Sozialbindung des Eigentums aktualisieren (vgl. BVerwGE 84, 361, 370 f.;… Nüßgens/Boujong, Eigentum, Sozialbindung, Enteignung, Rdn. 205 f. m.w.N.).
Dieses Verständnis des § 37 Abs. 1 SNG steht zumindest im Ergebnis im Einklang mit der Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts, die - nicht durch Beispielsfälle angereicherte - salvatorische Klausel des § 7 Satz 1 LandschaftsG NW sei bei verfassungskonformer Auslegung als Grundlage eines Ausgleichsanspruchs im Rahmen der Inhaltsbestimmung des Eigentums jedenfalls für eine Übergangszeit weiterhin anwendbar (BVerwGE 84, 361, 367 ff.).
Dabei sind in der Regel die bisherige Nutzung und die in der Vergangenheit schon verwirklichte Benutzungsart sowie insbesondere der Umstand von Bedeutung, ob eine zulässige Nutzungsmöglichkeit, die sich nach Lage und Beschaffenheit des Grundstücks objektiv anbietet, untersagt oder wesentlich eingeschränkt worden ist (vgl. BGHZ 72, 211, 216 f.; 87, 66, 71 f.; 90, 4, 14 f.; 90, 17, 24 f.; 99, 24, 31 f.; 105, 15, 18;… s. auch Urteil vom 17. Dezember 1992 aaO.; ferner BVerwGE 84, 361, 371).
- OVG Sachsen-Anhalt, 17.04.2003 - 2 K 258/01
Touristische Nutzung der Kernzone des Brockengebiets darf eingeschränkt werden
Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesgerichtshofs sind Regelungen, die die Nutzung von Grundstücken aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes beschränken, grundsätzlich keine Enteignungen im Sinne des Art. 14 Abs. 3 GG, sondern Bestimmungen von Inhalt und Schranken des Eigentums im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG (BVerwG, Urt. v. 15.02.1990 - BVerwG 4 C 47.89 -, BVerwGE 84, 361 [370 f.]); Urt. v. 24.06.1993 - BVerwG 7 C 26.92 -, DÖV 1993, 1090; BGH, Urt. v. 26.01.1984 - III ZR 216/82 -, BGHZ 90, 17 [24 f.]).Hierzu hat er insbesondere Anlaß bei Eingriffen in bereits verwirklichte Nutzungen, aber auch beim Ausschluß von Nutzungsmöglichkeiten, die sich nach Lage der Dinge objektiv anbieten oder sogar aufdrängen (vgl. BVerwG, Urteile vom 13. April 1983 - BVerwG 4 C 21.79 - BVerwGE 67, 84; vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - a.a.O. und vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 26.92 - BVerwGE 94, 1; BGH, Urteile vom 26. Januar 1984 - III ZR 216/82 - BGHZ 90, 17; vom 9. Oktober 1986 - III ZR 2/85 - BGHZ 99, 24;… vom 18. Februar 1993 - III ZR 20/92 - a.a.O. und vom 16. Juli 1993 - III ZR 60/92 - BGHZ 123, 242).
Sie schlagen nicht in eine Enteignung um (vgl. BVerfG…, Beschluß vom 12. Juni 1979 - 1 BvL 19/76 - a.a.O., S. 27;… Beschluß vom 15. Juli 1981 - 1 BvL 77/78 - a.a.O., S. 320;… Beschluß vom 30. November 1988 - 1 BvR 1301/84 - a.a.O., S. 192; BVerwG, Urteile vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - a.a.O. …und vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 26.92 - a.a.O.).
- OVG Sachsen-Anhalt, 17.04.2003 - 2 K 292/02
touristische Nutzung der Kernzone des Brockengebiets darf eingeschränkt werden
Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesgerichtshofs sind Regelungen, die die Nutzung von Grundstücken aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes beschränken, grundsätzlich keine Enteignungen im Sinne des Art. 14 Abs. 3 GG, sondern Bestimmungen von Inhalt und Schranken des Eigentums im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG (BVerwG, Urt. v. 15.02.1990 - BVerwG 4 C 47.89 - BVerwGE 84, 361 [370 f.]); Urt. v. 24.06.1993 - BVerwG 7 C 26.92 -, DÖV 1993, 1090; BGH, Urt. v. 26.01.1984 - III ZR 216/82 -, BGHZ 90, 17 [24 f.]).Hierzu hat er insbesondere Anlaß bei Eingriffen in bereits verwirklichte Nutzungen, aber auch beim Ausschluß von Nutzungsmöglichkeiten, die sich nach Lage der Dinge objektiv anbieten oder sogar aufdrängen (vgl. BVerwG, Urteile vom 13. April 1983 - BVerwG 4 C 21.79 - BVerwGE 67, 84; vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - a.a.O. und vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 26.92 - BVerwGE 94, 1; BGH, Urteile vom 26. Januar 1984 - III ZR 216/82 - BGHZ 90, 17; vom 9. Oktober 1986 - III ZR 2/85 - BGHZ 99, 24;… vom 18. Februar 1993 - III ZR 20/92 - a.a.O. und vom 16. Juli 1993 - III ZR 60/92 - BGHZ 123, 242).
Sie schlagen nicht in eine Enteignung um (vgl. BVerfG…, Beschluß vom 12. Juni 1979 - 1 BvL 19/76 - a.a.O., S. 27;… Beschluß vom 15. Juli 1981 - 1 BvL 77/78 - a.a.O., S. 320;… Beschluß vom 30. November 1988 - 1 BvR 1301/84 - a.a.O., S. 192; BVerwG, Urteile vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - a.a.O. …und vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 26.92 - a.a.O.).
- BVerwG, 26.08.1993 - 4 C 24.91
Sackgasse Bargteheide - Zu den Voraussetzungen und Ausschlußgründen für einen …
Die Beeinträchtigungen können aber auch wegen ihrer unvermeidbaren Intensität und überwiegender öffentlicher Belange im Hinblick auf Art. 14 Abs. 1 GG einen finanziellen Ausgleich erfordern (vgl. BVerfGE 58, 137 [147 ff.]; 79, 174 [192]; BVerwG, Urteil vom 22. Mai 1987 - BVerwG 4 C 17 - 19.84 - BVerwGE 77, 295 [297 f.]; Urteil vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - BVerwGE 84, 361 [367 f.]; Urteil vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 26.92 - [zur Veröffentlichung in BVerwGE vorgesehen]; vgl. auch BVerwG, Beschluß vom 7. September 1988 - BVerwG 4 N 1.87 - BVerwGE 80, 184 [190]; B. Sommer ZfBR 1990, 54 ff. [55]). - VGH Baden-Württemberg, 03.08.1998 - 3 S 990/98
Ersatzansprüche wegen rechtswidriger zeitweiliger Versagung einer Baugenehmigung …
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts würde eine salvatorische Entschädigungsklausel, wie sie § 19 Abs. 3 WHG darstellt, nicht den Anforderungen der Junktimklausel genügen, da der Gesetzgeber selbst festlegen müsse, wann eine entschädigungspflichtige Enteignung vorliege (vgl. BVerwG, Urteil vom 15.2.1990 - 4 C 47.89 -, BVerwGE 84, 361 = NJW 1990, 2572 zu einer naturschutzrechtlichen salvatorischen Entschädigungsklausel).Das Verwaltungsgericht hat seine Auffassung, das Bauverbot stelle eine Enteignung dar, auf die entsprechende Anwendung der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gestützt, wonach eine Enteignung dann vorliege, wenn der belastende Rechtsakt eine durch Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG geschützte Rechtsposition ganz oder teilweise entziehe, auch wenn es sich um Regelungen handele, die die Nutzung eines Grundstücks aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes begrenzten und deshalb grundsätzlich als Inhalts- und Schrankenbestimmungen im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG zu qualifizieren seien (vgl. BVerwG, Urteil vom 15.2.1990, a.a.O.).
Auf der Grundlage der neueren Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu der Befugnis des Gesetzgebers bei der eigentumsrechtlichen Inhalts- und Schrankenbestimmung, wonach Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG auch die Möglichkeit der Beseitigung bestehender Rechtspositionen einschließt (vgl. BVerfG, Beschluß vom 9.1.1991 - 1 BvR 929/89 -, BVerfGE 83, 201 = NJW 1991, 1807), hat das Bundesverwaltungsgericht bereits mit Urteil vom 24.6.1993 - 7 C 26.92 (BVerwGE 94, 1 = NJW 1993, 2949) - in ausdrücklicher Abweichung vom Urteil vom 15.2.1990 (a.a.O.) entschieden, daß Regelungen in einer Naturschutzverordnung, die die Nutzbarkeit eines Grundstücks situationsbedingt einschränken, keine Enteignungen, sondern Bestimmungen von Inhalt und Schranken des Eigentums sind.
- BVerwG, 15.06.1992 - 7 B 122.91
Inhalts- und Schrankenbestimmung des Grundeigentums - Hamburger Deichordnung
Entgegen der Ansicht der Beschwerde kann die Revision nicht gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO wegen Abweichung des Berufungsurteils von dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 47.89 - (BVerwGE 84, 361 ) zugelassen werden.Daß diese Möglichkeit - jedenfalls für eine Übergangszeit - grundsätzlich besteht, ist durch das oben unter 1. erwähnte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Februar 1990 (a.a.O.) geklärt.
Davon abgesehen ist auch diese Frage durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Februar 1990 (a.a.O.) - in verneinendem Sinn - geklärt.
- BGH, 16.07.1993 - III ZR 60/92
Flugsanddünen als geschützter Landschaftsteil
- VGH Bayern, 05.10.1992 - 14 N 90.3778
Bauleitplanung: Festsetzung eines Waldgrundstücks als Immissionsschutzfläche
- BVerwG, 07.06.1996 - 4 B 91.96
Bauplanungsrecht: Städtebauliche Sanierung keine Enteignung
- VGH Bayern, 28.10.1994 - 9 N 87.03911
Naturschutzrecht: Schutzgebiet einer Landschaftsbestandteil-Verordnung, …
- BGH, 19.09.2008 - V ZR 28/08
Immobilien - Ausgleichsanspruch gegen Bergbauberechtigten bei Erschütterungen
- BVerwG, 21.02.1991 - 4 NB 16.90
Bauplanungsrecht: Festsetzung einer öffentlichen Gründfläche bzw. einer Fläche …
- BVerwG, 06.12.1996 - 4 B 215.96
Bauplanungsrecht - Nachbarschutz im unbeplanten Innenbereich, Beeinträchtigungen …
- VGH Bayern, 29.12.2011 - 22 N 08.190
Wasserrecht: Besorgnis der Befangenheit des Leiters des Erörterungstermins; …
- BVerwG, 05.08.1998 - 11 B 23.98
Eigentumsgarantie - Inhalts- und Schrankenbestimmung durch DeichO
- VGH Bayern, 24.10.2007 - 22 N 05.2524
Wasserschutzgebiet; Erforderlichkeit der Festsetzung; Schutzbedürftigkeit; …
- VGH Baden-Württemberg, 20.04.1994 - 8 S 2449/93
Flächenumwandlung in einem Überschwemmungsgebiet von Ackerflächen zu …
- BGH, 17.12.1992 - III ZR 112/91
Nutzungbeschränkungen nach Denkmalschutzgesetz NRW
- OVG Schleswig-Holstein, 19.12.1995 - 1 L 185/94
- BGH, 15.12.1994 - III ZB 49/94
Rechtsweg für Klagen auf Entschädigung nach dem BayNatSchG
- BVerwG, 21.09.1995 - 4 B 263.94
- BGH, 19.09.1996 - III ZR 82/95
Enteignungsentschädigung für die Festsetzung eines Wasserschutzgebietes
- VGH Hessen, 16.03.1995 - 4 UE 3505/88
Denkmalschutz: Erteilung einer Veränderungsgenehmigung - entgegenstehende …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 04.12.1991 - 7 A 1113/90
Wann darf ein Denkmal abgebrochen werden?
- VGH Baden-Württemberg, 05.10.1993 - 5 S 1266/92
Wirksamer Erlaß einer Landschaftsschutzverordnung; Verhältnis von Ausweisung als …
- BVerwG, 12.03.1998 - 6 B 10.98
Verwaltungsprozeßrecht - Revision und irrevisibles Landesrecht
- VGH Hessen, 05.03.2001 - 9 UE 4145/96
Abrissgenehmigung im Sanierungsgebiet - Gültigkeit der Sanierungssatzung
- VGH Hessen, 11.03.1994 - 3 N 2454/93
Zu den Voraussetzungen einer naturschutzrechtlichen Sicherstellungsverordnung
- OLG Naumburg, 26.08.2010 - 2 U 14/10
Sachlicher Geltungsbereich einer Veränderungssperre; Begriff des auffälligen …
- BVerwG, 26.08.1993 - 7 NB 1.93
- VerfGH Bayern, 30.06.1998 - 9-VII-94
Die Einschränkung des Grundrechts auf Naturgenuß nach Art. 141 Abs. 3 S. 1 …
- BVerwG, 19.11.1991 - 8 B 137.91
- BVerwG, 11.05.1993 - 7 NB 8.92
- OVG Nordrhein-Westfalen, 15.06.1998 - 7 A 759/96
Ersatzpflanzung für geschützten Baum
- OVG Nordrhein-Westfalen, 11.09.2001 - 15 A 2823/01
Kommunales In-Sich-Geschäft
- LG Bonn, 16.01.2004 - 1 O 278/03
- VG Münster, 19.03.2004 - 7 K 1438/01
- VG Düsseldorf, 09.01.2012 - 25 K 3577/11
Naturschutzgebiet Biber Verkehrssicherungspflicht Fällung von Bäumen Ersatz von …
- BVerwG, 10.05.1995 - 4 B 90.95
- OVG Schleswig-Holstein, 31.01.1997 - 1 K 7/95
- OVG Nordrhein-Westfalen, 03.02.1997 - 7 A 3778/94
- OVG Nordrhein-Westfalen, 17.10.1997 - 7 A 123/94
- OVG Schleswig-Holstein, 30.01.2002 - 4 K 1/01
Wasserverband, Gewässeranlieger, Eigentumsschutz, Gleichbehandlung
- BVerwG, 02.10.2002 - 4 B 53.02
- OVG Nordrhein-Westfalen, 23.01.2006 - 11 A 1138/01
- BVerfG, 25.05.1994 - 1 BvR 563/90
Verfassungsmäßigkeit der Entschädigungsversagung bei Nutzungsbeschränklungen aus …
- VG Gießen, 15.11.1999 - 1 E 667/98
Erhebliche Beschränkung duch Naturschutzverordnung - Übernahmeanspruch
- OVG Schleswig-Holstein, 13.06.1995 - 1 L 30/92
- OVG Schleswig-Holstein, 11.11.2002 - 1 L 57/02
- BVerwG, 30.09.1996 - NB 31.96
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