Rechtsprechung
   BGH, 01.04.1980 - VI ZR 40/79   

Sicherheitsgurt II

§ 254 BGB, zur Bestimmung des Mitverschuldens bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt;

§ 286 ZPO, Anscheinsbeweis

Volltextveröffentlichungen

Kurzfassungen/Presse

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)

    Berücksichtigung des Nichtangurtens als Mitverschulden des verletzten Kfz-Insassen

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1980, 2125
  • VersR 1980, 824



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Wird zitiert von ... (26)  

  • OLG Celle, 16.09.2009 - 14 U 71/06  

    Schmerzensgeldanspruch auf Grund eines Verkehrsunfalls: Mitverschulden wegen

    Denn bei dem auf den Verstoß gegen § 21 a StVO gestützten Mitverschuldenseinwand muss der für den Unfall Verantwortliche nicht nur beweisen, dass der Verletzte nicht angeschnallt war, sondern er hat auch den Beweis dafür zu führen, dass dieses Versäumnis die Verletzungen - ganz oder doch zum Teil - verursacht hat (BGH, NJW 1980, 2125 - juris Rdnr. 16. OLG Düsseldorf, Urteil vom 6. März 2006 - 1 U 141/00 - juris Rdnr. 40 m. w. N.).

    An einem hierfür erforderlichen typischen Geschehensablauf (vgl. BGH, NJW 1980, 2125 - juris Rdnr. 17) fehlt es jedoch, wenn ein so starker seitlicher Aufprall des Fahrzeugs erfolgt ist, dass der vom Verletzten benutzte Teil des Fahrgastraums erheblich deformiert wurde (Geigel, a. a. O.. OLG Hamm, NZV 1989, 76. OLG Düsseldorf, Urteil vom 6. März 2006 - 1 U 141/00 - juris Rdnr. 54).

    b) Somit müssen die Beklagten beweisen, dass der Kläger seine schweren Verletzungen - namentlich im Bereich des Kopfes - nicht erlitten hätte, wenn er angeschnallt gewesen wäre (so ausdrücklich OLG Düsseldorf, a. a. O. - juris Rdnr. 42. KG, VM 1982, 63 - Leitsatz 1 bei juris. OLG Naumburg, OLGR 2008, 537 - juri sRdnr. 24. OLG Hamm, VersR 1987, 205. für einen dahingehenden Inhalt des vom Schädiger zu erbringenden Beweises auch BGH, NJW 1980, 2125 - juris Rdnr. 18, 2. Satz).

  • BGH, 03.07.1990 - VI ZR 239/89  

    Anscheinsbeweis für die Nichtbenutzung des Sicherheitsgurts

    Das Berufungsgericht folgt im Grundsatz der Rechtsprechung des erkennenden Senats, daß die Ersatzansprüche eines Kraftfahrzeuginsassen, der gegen die Anschnallpflicht (§ 21 a StVO) verstößt, nach § 254 BGB gekürzt werden können, wenn er, hätte er sich angeschnallt, nicht oder nicht in dem Maße verletzt worden wäre, wie es tatsächlich geschehen ist (vgl. Senatsurteil vom 1. April 1980 - VI ZR 40/79 - VersR 1980, 824, 825 m.w.Nachw.).

    Voraussetzung hierfür ist allerdings, daß der Unfall einer der hierfür typischen Gruppen von Unfallabläufen zuzuordnen ist (Senatsurteile vom 1. April 1980, aaO unter II. 3. a), aa) und vom 25. Januar 1983 - VI ZR 92/81 - VersR 1983, 440; Entschließung Nr. 2 des Arbeitskreises I des 16. Verkehrsgerichtstages 1978, VGT 1978, S. 7; Geigel/Haag, Der Haftpflichtprozeß, 20. Auflage, 1990, 27. Kapitel, Rdn. 549; Händel, NJW 1979, 2289, 2290; Hofmann, Haftpflichtrecht für die Praxis, 1989, 1.11.8.4., Rdn. 162 d; Weber, NJW 1986, 2667, 2675; OLG München, VersR 1979, 1157; OLG Hamm, VersR 1987, 205, 206; kritisch Ludolph, NJW 1982, 2595; Landscheidt, NZV 1988, 7, 8).

  • OLG Düsseldorf, 10.03.2003 - 1 U 150/02  
    Es handelt sich um ein Mitverschulden bei der Entstehung des Schadens im Sinne des § 254 Abs. 1 BGB (Greger, Haftungsrecht des Straßenverkehrs, 3. Aufl., § 9 StVG, Rdnr. 48 mit Hinweis auf BGHZ 74, 25, BGH VersR 1979, 532; BGH VersR 1980, 824 sowie BGH VersR 1981, 57 und weiteren Rechtsprechungsnachweisen).

    Stellt der Verletzte die Behauptung auf, bei angelegtem Gurt wären andere Verletzungen entstanden, so beruft er sich auf einen hypothetischen Kausalablauf, für den er beweispflichtig ist (Greger a.a.O., § 9 StVG, Rdnr. 61; OLG Karlsruhe DAR 1990, 342 jeweils mit Hinweis auf BGH NJW 1980, 2125 = BGH VersR 1980, 824).

    Die Ursächlichkeit dieses Versäumnisses kann selbst innerhalb des selben Unfallgeschehens für das Ausmaß der eingetretenen Schäden verschieden sein (BGH NJW 1980, 2125).

mehr
  • OLG Brandenburg, 07.12.2006 - 12 U 109/06  

    Schadensersatz bei Kfz-Unfall: Mitverschulden des verletzten Beifahrers wegen

    Erst auf deren Grundlage ist eine einheitliche Mithaftungsquote zu bilden (BGH NJW 1981, 287 (288); BGH NJW 1980, 2125).) Feststellungen des Landgerichts, welche konkreten Verletzungen auf dem Verstoß gegen die Anschnallpflicht beruhen sollen, fehlen.

    Die Frage der Ursächlichkeit des Nichtanschnallens für die verschiedenen Verletzungen ist die Grundlage einer für jede der verschiedenen Verletzungen gesondert vorzunehmenden Einzelwürdigung, die in eine einheitliche Mithaftungsquote mündet, in die jede als kausal festgestellte Verletzung mit ihrem sich bei den daraus folgenden Schäden zeigenden Gewicht eingeht (BGH NJW 1981, 287 (288); BGH NJW 1980, 2125).

  • OLG Düsseldorf, 06.03.2006 - 1 U 141/00  

    Richterwechsel nach einer Beweiserhebung - Entziehung des Auftrags an den

    Denn bei dem auf den Verstoß gegen § 21 a StVO gestützten Mitverschuldenseinwand muss der für den Unfall Verantwortliche nicht nur beweisen, dass der Verletzte nicht angeschnallt war, sondern er hat auch zu beweisen, dass dieses Versäumnis die Verletzungen - ganz oder doch zum Teil - verursacht hat (BGH NJW 1980, 2125, 2126 linke Spalte mit Hinweis auf BGHZ 74, 25, 33 = NJW 1979, 1363).

    Dieser Einwand stellt kein Bestreiten des Ursachenzusammenhanges dar, sondern eine Replik auf den Mitverschuldenseinwand des Schädigers, für welche der Geschädigte beweispflichtig ist (Senat a.a.O. mit Hinweis auf BGH NJW 1980, 2125, 2126 sowie Weber DAR 1981, 161, 165).

  • OLG Düsseldorf, 24.10.2005 - 1 U 217/04  

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines

    Zwar ist es Sache des Schädigers, den Ursachenzusammenhang zwischen der Nichtanlegung des Gurtes und den entstandenen Verletzungen nachzuweisen (BGH, NJW 1980, 2125 f.; Senatsurteile vom 10.03.2003, Az.: 1 U 150/02, sowie vom 15.12.2003, Az.: 1 U 60/03; Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 37. Aufl., § 21a StVO, Rn. 9a).

    Voraussetzung hierfür ist, dass der Unfall einer der hierfür typischen Gruppen von Unfallabläufen zuzuordnen ist (BGH, NJW 1980, 2125; BGH, NJW 1991, 230, 231; OLG Hamm, VRS 76, 112, 114).

  • OLG Karlsruhe, 13.04.1984 - 10 U 309/83  
    Der Senat hat im Anschluß an die höchstrichterliche Rechtsprechung (z.B. BGH NJW 1980, 2125 mit weiteren Nachweisen) mehrfach entschieden, daß sich ein Unfall geschädigter ein Mitverschulden an den Unfall folgen anrechnen lassen muß, wenn er Unfall Verletzungen erleidet, die bei Anlegung von Sicherheitsgurten vermieden worden wären (vgl. z.B. 10 U 228/79, 10 U 20/82, 10 U 159/82).

    Die Beweislast für diesen Mitverschulden begründenden Umstand tragen die Beklagten (so auch BGH NJW 1980, 2125, 2126) [BGH 01.04.1980 - VI ZR 40/79].

  • OLG Naumburg, 27.02.2008 - 6 U 71/07  

    Mitverschulden wegen nicht angelegtem Sicherheitsgurt; Schmerzensgeld für die

    Das setzt jedoch die Feststellung eines typischen Geschehensablaufs voraus, dessen Vorliegen im Einzelfall zu beurteilen ist (BGH, Az. VI ZR 40/79 und VI ZR 239/89; zitiert nach juris).
  • BGH, 17.05.1990 - III ZR 191/88  

    Drittbezogenheit von Amtspflichten der Bediensteten einer Kfz-Zulassungsstelle

    a) Das Berufungsgericht geht zutreffend davon aus, daß eine Mitverursachung nur bei denjenigen vom Kläger geltend gemachten Schadensposten zu berücksichtigen ist, auf die die Unterlassung des Tragens eines Schutzhelms sich tatsächlich ausgewirkt hat (BGH Urteil vom 30. Januar 1979 - VI ZR 144/77 - VersR 1979, 369 ; vgl. auch BGH Urteil vom 1. April 1980 - VI ZR 40/79 - VersR 1980, 824 ).
  • OLG Naumburg, 25.09.2001 - 9 U 121/00  

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines

    Selbst wenn man insoweit von einem Anscheinsbeweis zugunsten der Beklagten ausgeht, konnte die Klägerin gegenüber dem typischen Unfallverlauf den Gegenbeweis führen (BGH NJW 1980, 2125, 2126).
  • OLG Düsseldorf, 20.06.2005 - 1 U 237/04  

    Haftungsverteilung bei Kollision eines die Fahrbahn überquerenden Fußgängers mit

  • OLG Köln, 01.06.2001 - 19 U 158/00  

    Nachweis des Mitverschuldens wegen Nichtanschnallens auf dem Rücksitz

  • LG Stuttgart, 04.12.2003 - 27 O 388/03  

    Schadenersatz bei Verkehrsunfall: Schmerzensgeld und immaterieller Vorbehalt bei

  • BGH, 25.01.1983 - VI ZR 92/81  

    Haftungsverteilung bei Kollision eines überholenden Motorradfahrers mit einem

  • OLG München, 20.09.1988 - 5 U 3126/87  
  • OLG Frankfurt, 21.06.1989 - 7 U 190/88  

    Bei Fahren mit Abblendlicht ist eine Geschwindigkeit von 60 km/h und mehr als

  • OLG Hamm, 26.06.1985 - 13 U 277/82  
  • OLG Karlsruhe, 26.08.1988 - 14 U 147/85  

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines

  • KG, 03.10.1988 - 12 U 291/88  
  • OLG Karlsruhe, 23.08.1989 - 1 U 347/88  
  • KG, 30.11.1981 - 22 U 5430/80  
  • OLG Düsseldorf, 07.02.1983 - 1 U 132/82  
  • OLG Frankfurt, 23.02.1984 - 1 U 100/83  
  • OLG Braunschweig, 01.11.1999 - 6 U 20/99  
  • BGH, 28.02.2012 - VI ZR 10/11  

    Haftungskürzung wegen Mitverschuldens bei Nichtanlegen des Sicherheitsgurts

  • OLG Karlsruhe, 04.10.1989 - 1 U 356/88  
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