Rechtsprechung
   BVerwG, 23.08.1994 - 1 C 18.91   

Sportwetten

Art. 12 GG, Konzessionierung, objektive Zulassungsschranke

Volltextveröffentlichungen (2)

Kurzfassungen/Presse

  • DVBl (Leitsatz)

    Der Betrieb eines Sportwettunternehmens ist ei...

Zeitschriftenfundstellen

  • BVerwGE 96, 293
  • DVBl 1995, 65 (Ls.)
  • NVwZ 1995, 475
  • DÖV 1995, 253



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Wird zitiert von ... (89)  

  • VGH Bayern, 30.08.2000 - 22 B 00.1833  

    Gewerberecht: Erlaubnisvorbehalt bei Sportwetten durch private Veranstalter,

    § 33 h Nr. 3 GewO stellt klar, dass Glücksspiele im Sinn des § 284 StGB nicht nach § 33 d Abs. 1 Satz 1 GewO erlaubnisfähig sind; sie werden nicht durch § 33 d GewO geregelt (BVerwGE 96, 293/295).

    Deshalb stellen auch die hier in Rede stehenden Wetten auf den Ausgang von Sportereignissen Glücksspiele dar (vgl. BVerwGE 96, 293/295 f.; vgl. auch EuGH v. 21.10.1999, GewArch 2000, 19/20).

    Es handelt sich um einen Beruf im Sinn von Art. 12 Abs. 1 GG (BVerwGE 96, 293/296).

    Eine solche objektive Zulassungsschranke ist nur dann rechtmäßig, wenn der Schutz überragender Gemeinschaftsgüter sie zwingend erfordert (BVerwGE 96, 293/298).

    Die Bedeutung dieses Gemeinschaftsguts rechtfertigt ein generelles Verbot des Betriebs von Sportwettunternehmen (vgl. BVerfG, B. v. 23.4.1975 -- 1 BvR 455/74; BVerwGE 96, 293/299; vgl. auch BVerwGE 96, 302/311, zum Spielbankenrecht).

    Es hat aber auch betont, dass diese besondere Bedeutung öffentlicher Belange nicht dazu führe, dass die Interessen der Bewerber um die Erteilung einer Genehmigung zur Veranstaltung von Sportwetten "von vornherein unberücksichtigt bleiben dürften" (BVerwGE 96, 293/300; vgl. zum Spielbankenrecht BVerwGE 96, 303/312).

    Dem Gesichtspunkt der Gefahrenabwehr "dürfe" zwar "in aller Regel" der Vorrang eingeräumt werden (BVerwGE 96, 293/300), aber - so wird man ergänzen müssen - ein ausnahmsloser Vorrang ist jedenfalls nicht zwingend erforderlich.

    In Anbetracht dessen besteht zudem die Gefahr, dass durch zusätzliche Genehmigungen an Privatpersonen ein schädliches Überangebot von Sportwetten entsteht (vgl. BVerwGE 96, 293/300), das der Eindämmung des Spieltriebs abträglich wäre.

  • VG Düsseldorf, 31.08.2001 - 18 K 11762/96  

    Verwaltungsgericht verpflichtet Innenminister des Landes NRW Genehmigung zur

    BVerfG, Beschluss vom 19. Juli 2000 - 1 BvR 539/96 -, GewArch 2001, 61 ff. - Spielbank -; BVerwG, Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 18.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 230, S. 14 (16 f.) - Sportwettunternehmen -; Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 19.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 231, S. 22 (25 ff.) - Spielbank -; Urteil vom 28. März 2001 - NJW 2001, 2648 (2649) - Veranstaltung von Oddset-Wetten -.

    BVerfG, Beschluss vom 19. Juli 2000 - 1 BvR 539/96 -, GewArch 2001, 61 (62) - Spielbank -; BVerwG, Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 18.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 230, S. 14 (18) - Sportwette -; Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 19.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 231, S. 22 (30) - Spielbank -; BVerwG, Urteil vom 28. März 2001 - 6 C 2.01 -, NJW 2001, 2648 (2649) - Sportwette -.

    BVerwG, Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 18.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 230, S. 14 (17); Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 19.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 231, S. 22 (27); Jarass, S. 13 f.

    BVerwG, Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 18.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 230, S. 14 (17); Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 19.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 231, S. 22 (27).

    vgl. BVerfG, Urteil vom 11. Juni 1958 - 1 BvR 596/56 -, BVerfGE 7, 377 (405 und 408); Urteil vom 8. Juni 1960 - 1 BvL 53/55 u.a. -, BVerfGE 11, 168 (183); vgl. ferner die darauf Bezug nehmenden vor Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts: Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 18.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 230, S. 14 (16 f.) - Sportwettunternehmen -; Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 19.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 231, S. 22 (28 f.) - Spielbank -; Urteil vom 28. März 2001 - NJW 2001, 2648 (2649) - Veranstaltung von Oddset-Wetten -.

    vgl. BVerwG, Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 18.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 230, S. 14 (19 f.); Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 19.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 231, S. 22 (29 f.); Urteil vom 28. März 2001 - NJW 2001, 2648 (2650); Voßkuhle, VerwArch 87 (1996), 395 ( 400 f.); Dietlein/Thiel, NWVBl.

    BVerfG, Beschluss vom 18. März 1970 - 2 BvO 1/65 -, BVerfGE 28, 119 (148) - Spielbank -; BVerfG, Beschluss vom 19. Juli 2000 - 1 BvR 539/96 -, GewArch 2001, 61 (62) - Spielbank -; BVerwG, Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 18.91 - , Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 230, S. 14 (18) - Sportwette -; Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 19.91 -, Buchholz 11, Art. 12 GG Nr. 231, S. 22 (30) - Spielbank -; BVerwG, Urteil vom 28. März 2001 - 6 C 2.01 -, NJW 2001, 2648 (2650) - Sportwette -.

  • BVerwG, 28.03.2001 - 6 C 2.01  

    Keine Zulassung von Oddset-Wetten durch private Veranstalter in Bayern

    Im Gegensatz zum Geschicklichkeitsspiel, bei dem die Entscheidung über Gewinn und Verlust des Spiels nach den Spielbedingungen wesentlich von den geistigen und körperlichen Fähigkeiten, den Kenntnissen, der Übung und der Aufmerksamkeit des Spielers abhängt, ist das Glücksspiel dadurch geprägt, dass der Erfolg allein oder überwiegend vom Zufall abhängt (Urteil vom 23. August 1994 - BVerwG 1 C 18.91 - BVerwGE 96, 293 ).

    Wie aus § 33 h GewO folgt, kann ein Glücksspiel im Sinne von § 284 Abs. 1 StGB nicht nach Gewerberecht gestattet werden (Urteil vom 23. August 1994 - BVerwG 1 C 18.91 - BVerwGE 96, 293 ).

    Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinen Entscheidungen zum Sportwettenrecht (Urteil vom 23. August 1994, a.a.O., S. 296), zum Spielbankenrecht (Urteil vom 23. August 1994 - BVerwG 1 C 19.91 - BVerwGE 96, 302 ), zur Pferdewette (Urteil vom 4. Oktober 1994 - BVerwG 1 C 13.93 - BVerwGE 97, 12 ) und zur Lotterie (Urteil vom 29. Juni 2000 - BVerwG 1 C 26.99 - GewArch 2000, 386) ausgeführt, dass die genannten Betätigungen dem Schutzbereich des Art. 12 Abs. 1 GG unterfallen können.

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