Rechtsprechung
   BGH, 18.06.1996 - VI ZR 325/95   

Streitgegenstands-Verwechslung

§ 511 ZPO <Fassung bis 31.12.01>, Berufung ist nur zulässig, wenn sie die Beseitigung der Beschwer zum Ziel hat, keine Auswechslung des Streitgegenstands;

zur Auslegung von Prozeßerklärungen (§§ 133, 157 BGB): im Zweifel ist das gewollt, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht;

§§ 545 ff, 561 ZPO <Fassung bis 31.12.01> (§§ 542 ff, 559 ZPO <Fassung seit 1.1.02>), das Revisionsgericht kann Prozeßerklärungen selbständig auslegen

Volltextveröffentlichungen

Zeitschriftenfundstellen

  • MDR 1997, 94
  • NJW-RR 1996, 1210
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Wird zitiert von ... (32)  

  • BGH, 19.01.2001 - V ZR 437/99  

    Immobilien - Rückschluß auf verwerfliche Gesinnung aus grobem Missverhältnis

    Vielmehr ist zu ihren Gunsten stets davon auszugehen, daß sie im Zweifel mit ihrer Prozeßhandlung das bezweckt, was nach Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und ihrer recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH, Beschl. vom 22. Mai 1995, II ZB 2/95, NJW-RR 1995, 1183 f; Urt. v. 18. Juni 1996, VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210; Urt. v. 17. Mai 2000, VIII ZR 210/99, WM 2000, 1512, 1514).
  • BGH, 06.05.1999 - IX ZR 250/98  

    Klagebegründung mit neuem Lebenssachverhalt in der Berufungsinstanz

    Die Änderung der Klage im Berufungsverfahren (§§ 263, 523 ZPO) kann nicht allein das Ziel des Rechtsmittels sein, sondern setzt dessen Zulässigkeit voraus (BGH, Urt. v. 12. Juli 1994 - VI ZB 43/93, NJW-RR 1994, 1404; Beschl. v. 9. November 1995 - IX ZB 65/95, NJW 1996, 320; Urt. v. 14. Februar 1996 - VIII ZR 68/95, NJW-RR 1996, 765; v. 13. Juni 1996 - III ZR 40/96, NJW-RR 1996, 1276; v. 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210, 1211; v. 13. November 1997 - VII ZR 100/97, WM 1998, 1141).

    Der Senat teilt diese Wertung der Prozeßerklärung, die er selbst auslegen darf (BGH, Urt. v. 18. Juni 1996, aaO).

  • BGH, 30.04.2003 - V ZB 71/02  

    Verfahrensrecht - Selbstständige Anschlussberufung

    Das ist aber entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts, an dessen Auslegung der Senat nicht gebunden ist (BGHZ 4, 328, 334; BGH, Urt. v. 18. Juni 1996, VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210, 1211), nicht der Fall.

    Dabei ist der Auslegungsgrundsatz zu beachten, daß im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH, Urt. v. 18. Juni 1996, VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210, 1211 m.w.N.).

mehr
  • BGH, 16.10.1998 - V ZR 116/98  

    Anforderungen an die Berufungsbegründung bei Weiterverfolgung des

    Im Ansatz geht das Berufungsgericht zwar richtig davon aus, daß eine Berufung unzulässig ist, wenn mit ihr nicht zumindest teilweise die Beseitigung einer in dem angefochtenen Urteil liegende Beschwer, sondern ausschließlich ein neuer, bisher nicht geltend gemachter, Anspruch verfolgt wird (BGH, Urt. v. 18. Juni 1996, VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210 m.N.).

    Die Auslegung des Prozeßvortrages durch das Berufungsgericht bindet den Senat nicht; das Revisionsgericht kann Prozeßerklärungen vielmehr selbst auslegen (BGHZ 115, 286, 290; BGH, Urt. v. 18. Juni 1996 aaO m.N.).

    Daß die Klägerin damit klar zu erkennen gegeben hat (vgl. dazu BGH, Urt. v. 18. Juni 1996, VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210/1211), sie wolle den Anspruch aus dem Kaufvertrag fallen lassen und ihre Klage nunmehr nur noch auf einen Wertersatzanspruch aus dem Tauschvertrag umstellen, läßt sich schon deshalb nicht folgern, weil die Klägerin sofort fortfährt, sie werde sich um Aufklärung bemühen, wohin der auf das Notaranderkonto gezahlte Betrag von 158.200 DM geflossen sei und dies ggf. "später ergänzend berücksichtigen".

  • OLG Braunschweig, 03.09.2003 - 3 U 252/02  

    Atypische stille Beteiligung an einer Kapitalanlagegesellschaft: Anwendung der

    Die Klägerin zu 8), die neben ihrer Beteiligung als Aktionärin auch eine Beteiligung als stille Gesellschafterin begründet hat und zwar ursprünglich an der Beklagten zu 2) hat daher nach wie vor keine Kenntnis über die Höhe ihres Auseinandersetzungsguthabens, so dass im Sinne einer recht verstandenen Interessenlage der Klägerin (BGH 18.6.1996 - VI ZR 325 / 95 = NJW-RR 1996, S. 1210 (1211) letztlich trotz des Zusatzes "erledigt" davon auszugehen ist, dass die Klägerin zu 8) die Stufenklage auch weiterhin verfolgt.

    Soweit dann in dem Termin vom 16.7.2003 eine teilweise Rücknahme der Berufung bezüglich dieser Zahlungsanträge erfolgt ist, um die getätigten gewinnunabhängigen Entnahmen zu berücksichtigen, soweit ferner die Klägerin zu 46) die Berufung in dem Termin insgesamt zurückgenommen hat und soweit schließlich durch den Kläger zu 25) die Stufenklage einseitig für erledigt erklärt worden ist, ist dieses durch eine entsprechende zeitlich gestaffelte Festsetzung des Streitwertes berücksichtigt worden, wobei der Streitwert bzgl. der einseitigen Teil-Erledigungserklärung des Klägers zu 25) nach der Resthauptsache und den Kosten des erledigten Teils, berechnet nach der Differenzmethode, bemessen worden ist (BGH 9.5.1996 - VII ZR 143 / 94 = NJW-RR 1996, S. 1210 (1210)).

  • BGH, 11.10.2000 - VIII ZR 321/99  

    Beschwer des Berufungsklägers bei hilfsweiser Weiterverfolgung des (abgewiesenen)

    Nachw.; ferner: BGHZ 140, 335, 338; BGH, Urteile vom 14. Februar 1996 - VIII ZR 68/95, WM 1996, 1511 = NJW-RR 1996, 765 unter II 2; vom 13. Juni 1996 - III ZR 40/96, NJW-RR 1996, 1276 = BB 1997, 121 unter 2; vom 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210 = MDR 1999, 94 unter II 1; vom 26. November 1997 - VIII ZR 283/96, LM HGB § 84 Nr. 26 a = NJW-RR 1998, 390 unter II 2; vom 13. März 1998 - V ZR 190/97, WM 1998, 1400 = NJW 1998, 2058 unter II 2; vom 25. Februar 1999 - III ZR 53/98, WM 1999, 704 = NJW 1999, 1407 unter 4; vom 22. April 1999 - IX ZR 352/98, WM 1999, 1341 = LM ZPO 1976, § 263 Nr. 31 unter II 1; vom 6. Mai 1999 - III ZR 265/98, NJW 1999, 3126 = LM ZPO § 519 Nr. 142 unter II 2 c; vom 20. März 2000 - II ZR 250/99, WM 2000, 1027 unter II 1).
  • BGH, 22.04.1999 - IX ZR 352/98  

    Streitgegenstand bei Klage eines Steuerberaters auf Vergütung für die

    Die Änderung der Klage im Berufungsverfahren (§§ 263, 523 ZPO) kann nicht allein das Ziel des Rechtsmittels sein, sondern setzt dessen Zulässigkeit voraus (BGH, Urt. v. 12. Juli 1994 - VI ZB 43/93, NJW-RR 1994, 1404; Beschl. v. 9. November 1995 - IX ZB 65/95, NJW 1996, 320; Urt. v. 14. Februar 1996 - VIII ZR 68/95, NJW-RR 1996, 765; v. 13. Juni 1996 - III ZR 40/96, NJW-RR 1996, 1276; v. 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210, 1211).

    Dabei ist davon auszugehen, daß im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH, Urt. v. 18. Juni 1996, aaO).

  • BGH, 02.07.2004 - V ZR 290/03  
    Sie kann vielmehr vom Senat selbst vorgenommen werden (BGH, Urt. v. 18. Juni 1996, VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210, 1211 m.w.N; Senat, Beschl. v. 30. April 2003, V ZB 71/02, NJW 2003, 2388).

    Vielmehr ist stets davon auszugehen, daß sie mit ihrer Prozeßhandlung das erreichen will, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und ihrer recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGHZ 115, 286, 290; BGH, Beschl. v. 9. Februar 1993, XI ZB 2/93, NJW 1993, 1925; Beschl. v. 22. Mai 1995, II ZB 2/95, NJW-RR 1995, 1183 f.; Urt. v. 18. Juni 1996, VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210, 1211; Urt. v. 24. November 1999, XII ZR 94/98, NJW-RR 2000, 1446; Urt. v. 17. Mai 2000, VIII ZR 210/99, NJW 2000, 3216, 3217; Senat, Beschl. v. 30. April 2003, V ZB 71/02, NJW 2003, 2388).

  • BGH, 17.10.2000 - VI ZR 313/99  

    Mitverschulden eines bei einem Auffahrunfall verletzten Pannenhelfers

    Selbst wenn die Beklagten auf einen erst in der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht erfolgten Hinweis diesen Widerspruch zwischen Berufungsantrag und Berufungsbegründung nicht auflösen konnten, so blieb bei einer sachgerechten Auslegung der entsprechenden Prozeßerklärungen (vgl. Senatsurteil vom 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95 - NJW-RR 1996, 1210, 1211) neben der Möglichkeit eines Versehens bei der Formulierung immer noch die Möglichkeit einer Hilfsbegründung im Rahmen des gestellten Berufungsantrages.
  • BGH, 21.01.2003 - VI ZB 51/02  

    Arztrecht - Interesse an selbständigem Beweisverfahren

    Anders als bei der Auslegung einer privatrechtlichen Willenserklärung ist, worauf die Rechtsbeschwerde zutreffend hinweist, der Senat bei der Überprüfung einer verfahrensrechtlichen Erklärung, um die es sich bei der Zustimmung im Sinne des § 485 Abs. 1 ZPO handelt, zwar nicht eingeschränkt (vgl. Senatsurteile vom 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95 - NJW-RR 1996, 1210 f. und vom 30. Januar 1979 - VI ZR 45/78 - VersR 1979, 373 f.; BGH, Urteil vom 27. März 1996 - XII ZR 83/95 - NJW-RR 1996, 833 ff.; Zöller/Gummer ZPO, 23. Aufl., § 546 Rdn. 11).
  • OLG Karlsruhe, 14.03.2003 - 19 Wx 11/03  

    Auslegung eines Rechtsmittelantrags bezüglich Feststellung der Rechtswidrigkeit

  • BGH, 09.07.2002 - KZR 13/01  

    Zulässigkeit einer Klageänderung wegen zeitlicher Überholung im

  • BGH, 21.02.2008 - IX ZR 209/06  

    Insolvenzrecht - Ausübung des Anfechtungsrechts

  • OLG Hamm, 22.11.2001 - 28 U 16/01  

    Haftung von BGB -Gesellschaftern für "Altverbindlichkeiten" mit Privatvermögen

  • BGH, 22.01.2002 - VI ZB 51/01  

    Einlegung der Berufung unter einer Bedingung

  • BGH, 16.03.2000 - IX ZR 10/99  

    Anspruch auf Befreiung von einer Bürgschaftsschuld

  • BGH, 24.03.2009 - VI ZB 89/08  

    Verfahrensrecht - Auslegung eines Schriftsatzes

  • BGH, 20.07.1999 - X ZR 175/98  

    Rechtsmittelbeschwer bei vollem Obsiegen

  • BGH, 07.11.2006 - VI ZB 70/05  

    Anforderungen an die Berufungsschrift

  • BGH, 19.11.2009 - V ZB 118/09  

    Erteilung eines Zuschlags von Amts wegen nach einer rechtsfehlerhaften

  • OLG Brandenburg, 21.06.2000 - 1 U 16/99  

    Haftung des Arztes für Angaben im Kurantrag

  • FG Niedersachsen, 25.07.2001 - 9 K 86/95  

    Rechtsform einer "Bezirkshandlung"

  • BGH, 06.07.2006 - V ZB 43/06  

    Verfahrensrecht - Anforderungen an die Rechtsbeschwerde

  • KG, 03.04.2009 - 14 W 70/08  

    Nebenintervention: Entscheidung über die Nichtzulassung im Endurteil; Lauf einer

  • BFH, 08.11.1996 - VI R 37/94  
  • OLG Frankfurt, 22.04.2008 - 5 U 29/07  

    GmbH: Amtsniederlegung eines Gesellschafter-Geschäftsführers; Umdeutung einer

  • LAG Baden-Württemberg, 11.01.2000 - 3 Ta 4/00  

    Gegenstandswert der Kündigungsschutzklage bei mehreren Kündigungen

  • LAG Baden-Württemberg, 12.01.2000 - 3 Ta 3/00  

    Wert eines Anspruchs auf Erteilung eines Zeugnisses

  • OLG Stuttgart, 02.02.2006 - 13 U 94/05  

    Verfahrensrecht - Zulässigkeit der Berufung des siegreichen Klägers?

  • LAG Baden-Württemberg, 05.04.2000 - 3 Ta 23/00  

    Wertfestsetzung im arbeitsgerichtlichen Beschlussverfahren bei Bestimmung des

  • KG, 20.04.2007 - 7 U 163/06  
  • BGH, 16.03.2000 - IX ZR 10/99  
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