Rechtsprechung
   BGH, 25.11.1987 - IVa ZR 160/86   

Tötung des Vaters

§ 2339 Abs. 1 Nr. 1 BGB, Anwendbarkeit von § 827 BGB, rauschbedingte Zurechnungsunfähigkeit trotz planmäßigen Handelns, Beweislast, § 2336 Abs. 3 BGB, zivilrechtliche Unanwendbarkeit des Grundsatzes 'in dubio pro reo', Art. 6 Abs. 2 MRK

Volltextveröffentlichungen

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Erbunwürdigkeit wegen Tötung des Erblassers

Kurzfassungen/Presse

  • recht.com (Leitsatz/Auszüge/Zusammenfassung)

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHZ 102, 227
  • NJW 1988, 822
  • MDR 1988, 297
  • FamRZ 1988, 282
  • NJW-RR 1988, 642
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Wird zitiert von ... (10)  

  • AG Duisburg, 23.07.2008 - 62 IN 155/06  
    Der allgemeine Rechtsgedanke des § 827 BGB trifft auf alle Fälle zu, in denen vermögensrechtliche Folgen aus der schuldhaften Verletzung rechtlich begründeter Pflichten oder Obliegenheiten abgeleitet werden (vgl. BGH NJW 1968, 1132 f.; BGHZ 102, 227, 230 = NJW 1988, 822 f.; Palandt/Sprau, BGB, 67. Aufl. 2008, § 827 RdNr. 1).

    Diese Beweislastregel ist nach allgemeiner Ansicht nicht auf den Bereich der unerlaubten Handlungen beschränkt, sondern hat auch alle Fälle einer zivilrechtlichen Verschuldenshaftung im Auge, in denen § 827 BGB entsprechend angewandt wird (vgl. BGHZ 102, 227 = NJW 1988, 822, 823; BGH NJW-RR 2004, 173, 174).

  • OLG Düsseldorf, 10.12.1999 - 7 U 114/99  

    Beginn der Anfechtungsfrist

    Soweit der Beklagte behauptet, aufgrund Konsums von Alkohol und Drogen habe bei ihm zum Zeitpunkt der Tatbegehung absolute Schuldunfähigkeit vorgelegen, hat er den ihm insoweit obliegenden Beweis (BGH NJW 1988, 822, 823) in Anbetracht der im Strafverfahren eingeholten Sachverständigengutachten der Ärztin für Neurologie und Psychiatrie Dr. und der Dipl.-Psychologin nicht geführt.

    Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Beklagte im Zivilverfahren den Beweis zu führen hat, daß bei ihm infolge des Konsums von Alkohol und Drogen im Zeitpunkt der Tatbegehung absolute Schuldunfähigkeit vorgelegen hat (BGH NJW 1988, 822, 823).

  • BGH, 29.10.2003 - IV ZR 16/03  

    Versicherungsrecht - Leistungsfreiheit bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz

    a) Der Bundesgerichtshof hat schon mehrfach ausgesprochen, daß die Beweislastregelung aus § 827 Satz 1 BGB, wonach die Beweislast für behauptete Unzurechnungsfähigkeit den Täter trifft (BGHZ 98, 135, 136 ff.; 102, 227, 230), auch im Rahmen von § 61 VVG zu Lasten des Versicherungsnehmers Anwendung findet (BGHZ 111, 372, 374; BGH, Urteil vom 23. Januar 1985 - IVa ZR 128/83 - NJW 1985, 2648 = VersR 1985, 440 und Urteil vom 22. Februar 1989 - IVa ZR 274/87 - NJW 1989, 1612 = VersR 1989, 469 unter 4; vgl. auch Knappmann, NVersZ 1998, 13, 14).
mehr
  • BGH, 20.06.1990 - IV ZR 298/89  

    Beweislast für Zurechnungsunfähigkeit des Schädigers bei versätzlichem

    Insoweit ist für § 61 VVG anerkannt, daß die Beweislastregelung in § 827 Satz 1 BGB , wonach die Beweislast für die Zurechnungsunfähigkeit den Täter trifft (BGHZ 98, 135 ; 102, 227) entsprechend anwendbar ist (vgl. Senatsurteile vom 23.1.1985 - IVa ZR 128/83 - NJW 1985, 2648 = VersR 1985, 440 und 22.1.1989 - IVa ZR 274/87 - NJW 1989, 1612 = VersR 1989, 469).
  • OLG Köln, 30.03.2000 - 1 U 108/98  
    Angesichts des eindeutigen Gutachtens im vorliegenden Verfahren sowie der gutachterlichen Stellungnahmen im Strafverfahren und den weiteren Verfahren hat der Senat keinen Zweifel, dass der Kläger seine Schuldunfähigkeit in vollem Umfang bewiesen hat, wobei nicht verkannt wird, dass an diesen Beweis keine geringen Anforderungen zu stellen sind (BGH NJW 1988, 822, 823; BGH IV ZR 31/97, S. 36R).
  • OLG Köln, 11.05.2009 - 2 U 77/05  
    Zwar obliegt es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der der Senat folgt, dem Pflichtteilsberechtigten (vorliegend: dem Kläger) in entsprechender Anwendung des § 827 BGB, darzulegen und zu beweisen, dass er im Zeitpunkt einer von den §§ 2333 Nr. 1 ff. BGB erfassten Tathandlung zurechnungsunfähig und damit schuldunfähig war (vgl. insbesondere BGH ZEV 1998, 142: "nicht geringe Anforderungen an den vom Pflichtteilsberechtigten zu erbringenden Beweis seiner Schuldunfähigkeit"; diese Frage offen lassend noch BGHZ 102, 227; siehe aus der Literatur auch Bamberger/Roth, Beckscher Online-Kommentar, Stand 01.08.2007, § 2336 Rdn. 10; Staudinger/Olshausen, BGB, Neubearbeitung 2006, § 2336 Rdn. 18).
  • BGH, 05.11.1997 - IV ZR 31/97  

    Rechtsmittelbeschwer bei Verurteilung zur Erteilung einer Auskunft

    Daß in einem solchen Fall nicht geringe Anforderungen an den vom Kläger für jeden maßgeblichen Zeitpunkt konkret zu erbringenden Beweis seiner Schuldunfähigkeit (vgl. Senatsurteil BGHZ 102, 227 ) zu stellen sind, hat der Tatrichter bei seiner noch zu treffenden Entscheidung in der Hauptsache demnächst zu berücksichtigen.
  • OLG Hamm, 14.03.1996 - 6 U 188/95  
    Demgegenüber hat der Versicherungsnehmer die Ausnahmetatbestände der §§ 827 S. 2, 828 II BGB zu beweisen (h.M.; a.A. Prölss, in: Baumgärtl, Handbuch der Beweislast im Privatrecht, Band 5 ... - Versicherungsrecht - 1993); das ist im Deliktsrecht seit langem anerkannt (vgl. BGHZ 98, 135; vgl. außerdem BGHZ 102, 227 für den Fall der Erbunwürdigkeit), und es gilt gleichermaßen im Verhältnis zwischen dem Versicherer und Versicherungsnehmer im Falle des Risikoausschlusses gemäß § 152 VVG, wenn über die Zurechnungsfähigkeit des Versicherten gestritten wird (vgl. BGH NJW 90, 2387 = VersR 90, 888).
  • OLG Naumburg, 05.08.2010 - 2 U 5/10  

    Haftungsverteilung bei einer Kollision im Zuge eines Überholvorgangs unter

    In Abgrenzung hierzu wird in Fällen, in denen eine der Willenslenkung unterliegende Handlung allein und ausschließlich aufgrund innerer Vorgänge fraglich erscheint, ein Entlasungsbeweis des Schädigers in entsprechender Anwendung des § 827 Satz 1 BGB verlangt (vgl. BGH, Urteil v. 1. Juli 1986, aaO. Bewusstlosigkeit; BGH, Urteil v. 25. November 1987, IVa ZR 160/85 - BGHZ 102, 227 Unzurechnungsfähigkeit).
  • LG Düsseldorf, 11.07.2003 - 13 O 342/00  
    Allerdings gilt für den Fall der Erbunwürdigkeit nach § 2339 Abs. 1 Nr. 1 BGB die allgemeine Beweislastregel des § 827 BGB, wonach derjenige die Beweislast für die Voraussetzungen eines Haftungsausschlusses wegen Unzurechnungsfähigkeit trägt, der ihn für sich in Anspruch nimmt (BGH NJW 1988, 822, 823).
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