Rechtsprechung
   BGH, 24.06.1958 - VIII ZR 205/57   

Warenlager II

§ 929 BGB, sachenrechtlicher Bestimmtheitsgrundsatz;

§ 136 GVG aF bei Geschäftsverteilungsänderung

Volltextveröffentlichungen (3)

Kurzfassungen/Presse

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHZ 28, 16
  • NJW 1958, 1133
  • JR 1958, 457



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Wird zitiert von ... (38)  

  • OLG Düsseldorf, 16.12.1998 - 11 U 33/98  
    Müssen aber außerhalb des Vertrages liegende Umstände wie Geschäftsunterlagen oder Erkundigungen zur Klarstellung herangezogen werden, fehlt es an der Bestimmtheit der zu übereignenden Sachen; die bloße Bestimmbarkeit genügt nicht (BGHZ 28, 16, 19 = MDR 1958, 683 = NJW 1958, 1133; BGH v. 20.3.1986 - IX ZR 88/85, NJW 1986, 1985, 1986; v. 18.4.1991 - IX ZR 149/90, MDR 1991, 622 = NJW 1991, 2144, 2146; v. 13.1.1992 - II ZR 11/91, MDR 1992, 448 = NJW 1992, 1161; v. 11.5.1995 - IX ZR 170/94, MDR 1996, 135 = NJW 1995, 2348, 2350; Palandt/Bassenge, BGB, § 930 Rz. 2).

    Im übrigen ist für die Frage der Bestimmtheit des Gegenstandes einer Sicherungsübereignung allein der Zeitpunkt der Einigung maßgebend (BGHZ 28, 16, 20 = MDR 1958, 683 = NJW 1958, 1133; BGH v. 21.11.1983 - VIII ZR 191/82, MDR 1984, 394 = NJW 1984, 803, 804).

    Gehen diese Abreden dem Besitzerwerb des Sicherungsgebers voraus, so erwirbt der Sicherungsnehmer daher erst dann Eigentum an dem Sicherungsgut, wenn der Veräußerer Besitzer der Sache geworden ist und sein Übereignungswille zu diesem Zeitpunkt noch fortbesteht (BGHZ 28, 16, 27 f = MDR 1958, 683 = NJW 1958, 1133; Senat, Urt. v. 12.12.1990 - 11 U 28/90, [teilweise abgedruckt in BGHZ 117, 200, 202 f]; Palandt/Bassenge, BGB, § 930 Rz. 5 und 10).

    Ein Anwartschaftsrecht des Vorbehaltskäufers auf Eigentumserwerb stellt als "wesensgleiches minus" eine Vorstufe zum Eigentum dar und entsteht aufgrund einer aufschiebend bedingten Übereignung i.S.d. §§ 929 Satz 1, 158 Abs. 1 BGB schon vor dem Bedingungseintritt (BGHZ 20, 88, 93 ff = NJW 1956, 665; BGHZ 28, 16, 21 = MDR 1958, 683 = NJW 1958, 1133; BGHZ 35, 85, 89 = MDR 1961, 680 = NJW 1961, 1349; BGH v. 2.2.1984 - IX ZR 8/83, MDR 1984, 664 = NJW 1984, 1184, 1185 m.w.N.; Palandt/Bassenge, BGB, § 929 Rz. 37 und 38).

    In einem solchen Fall geht zwar das Eigentum bei Bedingungseintritt ohne Zwischenerwerb des Vorbehaltsverkäufers unmittelbar vom Vorbehaltsverkäufer auf den Erwerber des Anwartschaftsrechts über (BGHZ 20, 88, 100 f = NJW 1956, 665; BGHZ 28, 16, 27 = MDR 1958, 683 = NJW 1958, 1163; BGH v. 2.2.1984 - IX ZR 8/83, MDR 1984, 664 = NJW 1984, 1184, 1185; BGH v. 12.2.1992 - XII ZR 7/91, BGHZ 117, 200, 205 = MDR 1992, 578 = NJW 1992, 1156, 1157; Palandt/Bassenge, BGB, § 929 Rz. 49).

    Zwar kann ein Mieter durch vorweggenommene Einigung und antizipierte Besitzmittlungsabrede auch erst künftig entstehende Anwartschaftsrechte auf einen Kreditgeber übertragen (BGHZ 28, 16, 21 = MDR 1958, 683 = NJW 1958, 1133; Senat, Urt. v. 12.12.1990 - 11 U 28/90 [teilweise abgedruckt in BGHZ 117, 200, 202 f]).

    Entscheidender Gesichtspunkt für die Belastung der Anwartschaft ist vielmehr in allen Fällen, daß deren Übertragung den Vorschriften über die Übereignung beweglicher Sachen (§§ 929 ff BGB) unterliegt (BGHZ 28, 16, 21 = MDR 1958, 683 = NJW 1958, 1133 m.w.N.; BGHZ 35, 85, 89 = MDR 1961, 680 = NJW 1961, 1349; BGH v. 2.2.1984 - IX ZR 8/83, MDR 1984, 664 = NJW 1984, 1184, 1185; Palandt/Bassenge, BGB, § 929 Rz. 45) und ein lastenfreier Erwerb unabhängig von der zeitlichen Abfolge von Sicherungsabrede und Einbringung der Sachen nur dann in Betracht kommt, wenn der Erwerbstatbestand der §§ 929, 930 BGB - wie beim Vollrecht (oben bb) ? vor Entstehung des Vermieterpfandrechts bereits vollendet ist (vgl. Senat, Urt. v. 12.12.1990 - 11 U 28/90 [teilweise abgedruckt in BGHZ 117, 200, 202 f]).

  • BGH, 20.03.1986 - IX ZR 88/85  

    Sicherungsübereignung als Gesamtvermögensübernahme

    Denn dadurch wird klar gemacht, daß sich die Übereignung auf sämtliche vorhandenen Waren bezieht (RGZ 113, 57, 60; 132, 183, 188; BGHZ 28, 16, 20; Urt. v. 24. November 1965 aaO.).

    Müssen aber solche außerhalb des Vertrages liegenden Umstände zur Klarstellung herangezogen werden, fehlt es an der Bestimmtheit der zu übereignenden Sachen; bloße Bestimmbarkeit genügt nicht (RGZ 132, 183, 187; BGHZ 28, 16, 19; Urt. v. 4. Juni 1962 - VIII ZR 221/61, LM § 930 BGB Nr. 8 = WM 1962, 740; v. 1. Dezember 1976 - VIII ZR 127/75, WM 1977, 218, 219; Serick, Eigentumsvorbehalt und Sicherungsübereignung, Bd. II § 21 IV 1 c).

    Vielmehr können die Parteien vereinbaren, daß in erste Linie die Anwartschaft auf das Eigentum an dem Sicherungsgut und im übrigen, soweit der Sicherungsgeber bereits Eigentümer ist oder wird, das Eigentum (BGHZ 28, 16) bzw. umgekehrt vorzugsweise das Vollrecht und subsidiär das Anwartschaftsrecht (BGH, Urt. v. 25. November 1958 - VIII ZR 57/58, WM 1959, 52, 53) übergehen sollen (vgl. Serick aaO. § 21 IV 2).

  • BGH, 10.04.1961 - VIII ZR 68/60  

    Hotelinventar - § 1120 BGB, Übertragung des Anwartschaftsrechts

    Der Vorbehaltskäufer kann aber auch seine Anwartschaft aus der bedingten Eigentumsübertragung auf einen anderen weiter übertragen, so daß beim Eintritt der Bedingung, also bei Befriedigung des Vorbehaltsverkäufers, das volle Eigentum unmittelbar vom Verkäufer auf den Erwerber der Anwartschaft unter Umgehung des Vorbehaltskäufers als des ersten Anwartschaftsberechtigten übergeht (BGH a.a.O.; BGHZ 28, 16, 22).

    Das Anwartschaftsrecht ist nicht ein dem System des Sachenrechts fremdes, neuartiges Recht, sondern eine Vorstufe zum Eigentum, ein dem Eigentum wesensgleiches "Weniger" (BGHZ 20, 88, 94; 28, 16, 21).

    Durch eine solche Sicherungsübereignung werden einheitlich alle im Warenlager befindlichen Vorräte übereignet (BGHZ 28, 16, 20, 25).

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