Rechtsprechung
   BGH, 25.01.1971 - III ZR 208/68   

Wasserrohrbruch

Enteignungsgleicher Eingriff, Unmittelbarkeit, § 836 BGB;

Gefährdungshaftung

Volltextveröffentlichungen

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHZ 55, 229
  • NJW 1971, 607
  • VersR 1971, 452



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Wird zitiert von ... (37)  

  • BGH, 30.05.2003 - V ZR 37/02  

    Immobilien - Nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch

    cc) Der analogen Anwendung des § 906 Abs. 2 Satz 2 BGB auf Wasserrohrbruchschäden steht auch nicht entgegen, daß der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes bei dem Bruch einer öffentlich-rechtlich betriebenen Wasserleitung eine verschuldensunabhängige Haftung unter dem Gesichtspunkt des enteignungsgleichen Eingriffs abgelehnt und allein die Verschuldenshaftung gemäß § 836 BGB für anwendbar gehalten hat (BGHZ 55, 229, 231; 125, 19, 21).

    Dies hat der Senat im Fall des Eindringens von Wasser infolge eines Rohrbruchs im Duschraum des Nachbarhauses aus § 836 BGB abgeleitet (Senat, Urt. v. 19. April 1985, V ZR 33/84, WM 1985, 1041; zustimmend Palandt/Bassenge, BGB, 62. Aufl., § 1004 Rdn. 22), weil der Bruch als "Ablösung von Teilen" eines mit dem Grundstück verbundenen Werks im Sinne dieser Bestimmung anzusehen ist (BGHZ 55, 229, 235; BGH, Urt. v. 17. März 1983, III ZR 116/81, VersR 1983, 588).

    Allerdings ist der Gesetzgeber bei der zum 1. Januar 1978 in Kraft getretenen Neufassung von § 2 HaftPflG im Hinblick auf das Urteil BGHZ 55, 229 ff. davon ausgegangen, daß ein Ersatzanspruch wegen der durch den Bruch einer Wasserrohrleitung verursachten Schäden nur aus § 836 BGB hergeleitet werden könne und daß die Geltendmachung dieses Anspruchs wegen der Möglichkeit des Entlastungsbeweises vielfach erfolglos bleibe.

  • BGH, 19.09.2006 - XI ZR 204/04  

    Immobilienanlagen - Unterbliebene Widerrufsbelehrung: Schadensersatzanspruch?

    Die für einzelne, näher umschriebene Tatbestände normierten Gefährdungshaftungen stellen spezielle Ausnahmen dar, die der an das Gesetz gebundene Richter nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht von sich aus erweitern darf (vgl. BGHZ 54, 332, 336 f.; 55, 229, 232 f., 234; 114, 238, 240 f.; 115, 38, 42 f.; 119, 152, 168).
  • BGH, 07.07.1983 - III ZR 119/82  

    Wasserleitung II - Haftung im öffentlich-rechtlichen Benutzungsverhältnis

    Im Bereich der Wasserrohrleitungen sollte dabei namentlich eine Lücke geschlossen werden, die nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. BGHZ 55, 229) im geltenden Haftungssystem für Wasserrohrbrüche bestand (vgl. BR-Drucks. 777/75 S 12/13; BT-Drucks. 7/4825 S 12/13; BT-Drucks. 8/108 S 11/12).

    Anders als bei den Fällen des Rohrbruchs, in denen ein Schadensersatzanspruch praktisch nur auf § 836 BGB gestützt werden konnte und wegen der Möglichkeit des Entlastungsbeweises meist erfolglos blieb (BGHZ 55, 229), kommt hier - neben möglichen Ansprüchen aus Amtshaftung (§ 839 BGB in Verb. mit Art. 34 GG) - eine Haftung aus dem öffentlich-rechtlichen Schuldverhältnis in Betracht, das aufgrund des Anschlusses an die Kanalisation zwischen der Gemeinde und dem betroffenen Hauseigentümer besteht (vgl. Senatsurteil BGHZ 54, 299 - LM BGB § 278 Nr. 55 mit Anm. Kreft NJW 1970, 2208 = JZ 1971, 94 mit Anm. Baur).

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  • BGH, 04.04.2006 - VI ZR 151/05  

    Schadensrecht - Kein Anscheinsbeweis, wenn andere Tatsachen festgestellt sind

    Eine Haftung ohne Verschulden (Gefährdungshaftung) gibt es im Bereich der Sportboote nicht (vgl. Klein, aaO, 203); eine solche Haftung ist wegen des für die Gefährdungshaftung geltenden Enumerationsprinzips (vgl. BGH, BGHZ 54, 332, 336 f.; 55, 229, 232 f.) auch nicht in Gesetzesanalogie zum Straßenverkehrsgesetz, Luftverkehrsgesetz, Haftpflichtgesetz oder anderen gesetzlichen Regelungen zu begründen.

    In diesem Haftungsrahmen enthält § 836 BGB - seine Anwendbarkeit unterstellt - keine eigenständige Rechtsgrundlage, sondern regelt einen lediglich hinsichtlich der Verschuldensvermutung eigens geregelten Sonderfall der Verletzung der für jedermann bestehenden und auf § 823 Abs. 1 BGB beruhenden privatrechtlichen allgemeinen Verkehrssicherungspflichten (vgl. Senatsurteile vom 30. Mai 1961 - VI ZR 310/56 - NJW 1961, 1670, 1671; vom 11. Dezember 1984 - VI ZR 218/83 - VersR 1985, 336, 337; BGH, BGHZ 55, 229, 235; Urteil vom 14. Juni 1976 - III ZR 81/74 - WM 1976, 1056, 1057 f.).

  • BGH, 17.09.2004 - V ZR 230/03  

    Immobilien - Ausgleich für unabwendbare Gefahrenlage

    Ob dies, wovon der Senat ausgegangen ist, aus der Rechtsprechung des III. Zivilsenats (BGHZ 72, 289, 295; Urt. v. 8. März 1990, III ZR 141/88, NJW 1990, 1979; ferner für das Verhältnis des enteignungsgleichen Eingriffs zur Haftung des Grundstücksbesitzers nach § 836 BGB: BGHZ 125, 19, 21 i. Anschl. an BGHZ 55, 229) herzuleiten ist, mag zweifelhaft sein.
  • BGH, 27.01.1994 - III ZR 158/91  

    Haftung der Gemeinde für Überschwemmungen

    Hierin liegt ein Abgrenzungskriterium gegenüber sonstigen sich für einen Dritten nachteilig auswirkenden hoheitlichen Maßnahmen (Senatsurteil BGHZ 55, 229, 231).

    Hiervon ausgehend hat der Senat den Tatbestand eines enteignungsgleichen Eingriffs bei einem Schaden verneint, den ein auf einem Rohrbruch in einer gemeindlichen Wasserleitung beruhender Wassereinbruch einem Sacheigentümer verursacht hatte (Senatsurteil BGHZ 55, 229).

  • BGH, 11.03.2004 - III ZR 274/03  

    Amtshaftung - Haftung für den Überlauf eines offenen Regenrückhaltebeckens

    Demgegenüber hat er beim Bruch einer gemeindlichen Wasserleitung eine unmittelbare Beeinträchtigung des überschwemmten Grundstücks wegen des Hinzutretens weiterer Umstände verneint (BGHZ 55, 229, 230 ff.; s. auch BGHZ 125, 19, 21 und ferner BGH, Urteil vom 30. Mai 2003 - V ZR 37/02 - NJW 2003, 2377, 2378 f., für BGHZ 155, 99 bestimmt).
  • OLG Hamm, 31.01.2011 - 5 U 91/10  

    Immobilien - Die Verrohrung eines Baches: Pflicht der Gemeinde?

    a) Dabei verkennt der Senat nicht, dass eine im Erdboden verlegte Rohrleitung ein mit einem Grundstück verbundenes Werk darstellt und die Schädigung einer Rohrleitung unter die Ablösung von Teilen dieses Werkes subsumiert werden kann (vgl. nur BGH, Urt. v. 17.03.1983 - III ZR 116/81 - zitiert nach juris; Urt. v. 25.01.1971 - III ZR 208/68 - NJW 1971, 609).

    Anders als in den Fällen, in denen die höchstrichterliche Rechtsprechung § 836 BGB auf Rohrbrüche angewandt hat (Schäden an einer Wasserhauptleitung der städtischen Wasserversorgung: BGH, Urt. v. 25.01.1971 - III ZR 208/68 - NJW 1971, 607; Urt. v. 24.01.1958 - VI ZR 291/56 - VersR 58, 194; Bruch einer Anschlussleitung an die städtische Kanalisation: BGH, Urt. v. 17.03.1983 - III ZR 116/81 - zitiert nach juris; Rohrbruch in der Zuleitung der Wasserversorgung: BGH, Urt. v. 19.04.1985 - V ZR 33/84 - zitiert nach juris; RG, Urt. v. 09.05.1931 - IX 534/30 - RGZ 133, 1), wird hier durch die Rohrleitung weder weiteres Wasser zugeführt noch Abwasser abgeführt, sondern allein ohnehin vorhandenes Bachwasser eingefasst.

  • BGH, 28.06.1984 - III ZR 35/83  

    Drittbezogenheit von Amtspflichten einer Gemeinde im Planaufstellungsverfahren;

    a) Der Erlaß des rechtswidrigen Bebauungsplans und sein Vollzug stellen einen unmittelbaren Eingriff in eine durch Art. 14 Abs. 1 GG geschützte Rechtsposition der Kläger dar, wie dies nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats Voraussetzung für einen enteignungsgleichen Eingriff ist (Senatsurteile BGHZ 54, 332, 338; 55, 229, 231 und vom 13. Dezember 1979 - III ZR 95/78 = NJW 1980, 770 = LM Art. 14 [Ba] GG Nr. 52 m.w.Nachw.).
  • OLG Köln, 08.03.2001 - 7 U 146/00  
    Nach der heute ganz überwiegend, insbesondere von der Rechtsprechung vertretenen Ansicht wird zwar nicht gefordert, dass es sich um einen gezielten Eingriff handeln muss (vgl. etwa: BGHZ 37, 44 (47); 55, 229 (231); 91, 20 (26)).

    Es kann daher nicht genügen, dass zwischen der hoheitlichen Maßnahme und der Eigentumsbeeinträchtigung ein adäquater Ursachenzusammenhang besteht (so ausdrücklich: BGHZ 55, 229 (231) und BGH NVwZ 1988, 1086).

  • BGH, 14.06.1976 - III ZR 81/74  

    Schadensersatz- und Aufwendungsersatzansprüche gegen den Vermieter eines

  • BSG, 06.10.1999 - B 1 KR 9/99 R  

    Beschränkung auf Zuschuß zum Zahnersatz auch bei integrierter Gesamtbehandlung

  • BGH, 05.04.1984 - III ZR 12/83  

    Verwaltungsprivatrecht

  • BGH, 11.12.1984 - VI ZR 218/83  

    Anderweitige Ersatzmöglichkeit; Erfolgsaussichten eines einzulegenden

  • BGH, 19.09.2006 - XI ZR 209/04  

    Zurechnung der Haustürsituation bei der Vermittlung von Darlehen

  • BGH, 20.05.1976 - III ZR 103/74  
  • BGH, 13.10.2005 - III ZR 346/04  

    Haftpflichtrecht - Gefährdungshaftung für Rohrleitungen

  • BGH, 19.12.2006 - XI ZR 401/03  

    Rechtsfolgen des Widerrufs eines Realkreditvertrages; Schadensersatzansprüche des

  • BGH, 09.04.1987 - III ZR 3/86  

    Schadensersatzansprüche des Eigentümers eines als Beweismittel beschlagnahmten

  • BGH, 24.10.2006 - XI ZR 265/03  
  • BGH, 17.04.2007 - XI ZR 130/05  

    Rechtsfolgen des Widerrufs eines Darlehensvertrages

  • BGH, 05.04.1990 - III ZR 4/89  

    Begriff der Rohrleitungsanlage; Verschuldensvermutung im Rahmen der Amtshaftung;

  • OLG Frankfurt, 18.09.2007 - 9 W 20/07  

    Immobilienanlagen - Rückabwicklung eines Darlehensvertrages nach § 3 HWiG

  • BGH, 29.03.1971 - III ZR 110/68  

    Untätigbleiben des Gesetzgebers als Enteignung

  • BSG, 06.10.1999 - B 1 KR 10/99 R  

    Beschränkung auf Zuschuß zum Zahnersatz auch bei integrierter Gesamtbehandlung

  • BGH, 10.07.1980 - III ZR 160/78  

    Reklamefahrten

  • OLG Koblenz, 09.02.2004 - 12 U 11/03  

    Begriff des Eigenbesitzers; Ersatzfähigkeit von Orkanschäden

  • OLG Brandenburg, 29.05.2007 - 2 U 41/06  

    Staats- und Amtshaftung: Schadensersatzansprüche gegen eine Gemeinde wegen eines

  • BGH, 28.02.1980 - III ZR 131/77  

    Fluglotsenstreik II - § 7 RBHaftG

  • BGH, 14.05.1987 - III ZR 159/86  

    Haftung einer Gemeinde für Überschwemmungsschäden

  • BGH, 21.01.1988 - III ZR 66/86  

    Überwachung einer Brücke über eine Bundeswasserstraße

  • OLG Dresden, 16.10.1998 - 6 U 1049/98  
  • OLG Brandenburg, 30.04.2008 - 4 U 159/07  

    Zur Haftung wegen Wasseraustritt aus einer Trinkwasserleitung - Ermittlung des

  • LG Flensburg, 15.03.2011 - 1 S 90/10  

    Immobilien - Ist ein Eisblock in der Dachrinne ein Gebäudeteil?

  • OLG Frankfurt, 07.06.1984 - 1 U 288/83  
  • BGH, 07.11.1974 - III ZR 107/72  

    Durch Bergbau verursachter Personenschaden

  • OLG Frankfurt, 17.01.1985 - 20 W 94/84  
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