Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 26.03.1984 - 14 S 2640/83 |
Wegtrage-Gebühr
§ 31 LVwVG, 'abgabenrechtliche Lösung': Vollstreckungskostenrecht ist Erscheinungsform des Verwaltungsgebührenrechts (Anwendbarkeit von § 80 Abs. 2 Nr. 1 VwGO);
§ 80 Abs. 2 Nr. 1 VwGO gilt nur für isolierte Kostenanforderungen;
zur Auslegung von § 31 Abs. 3 LVwVG, § 7 LVwVGKO;
Kostenpflichten entstehen bei der unmittelbaren Ausführung (§ 8 PolG) und der Ersatzvornahme (§ 25 LVwVG) grds. nur, wenn die Maßnahme ihrerseits formell und materiell rechtmäßig ist;
§ 113 Abs. 1 Satz 4 VwGO, § 43 Abs. 2 VwVfG, Vollzug eines Verwaltungsakts führt nicht per se zur Erledigung: dann nicht, wenn er noch Grundlage für einen Kostenanspruch der Behörde ist (Hinweis: hier offengelassen, nunmehr ausdrücklich anders: «Mieterin des Altlastengrundstücks»)
Kurzfassungen/Presse (2)
- Landesrecht Baden-Württemberg (Leitsatz)
§ 80 Abs 2 Nr 1 VwGO, § 35 Abs 4 PolG BW, § 31 VwVG BW, § 7 VwVGKostO BW, § 8 VwVGKostO BW
Kosten für die Anwendung unmittelbaren Zwangs - VD-BW Rechts- und Vorschriftendienst (Leitsatz)
Vollstreckungskosten; unmittelbarer Zwang
Verfahrensgang
- VG Freiburg, 07.10.1983 - 2 K 226/83
- VGH Baden-Württemberg, 26.03.1984 - 14 S 2640/83
Zeitschriftenfundstellen
- ESVGH 34, 222
- VBlBW 1984, 245
- NVwZ 1985, 202
- DÖV 1984, 517
Wird zitiert von ... (9)
- OVG Schleswig-Holstein, 20.10.1992 - 4 L 73/92 Die Erledigung der streitigen Verfügung kann nicht mit der Erwägung verneint werden, der Verwaltungsakt bilde die Grundlage für einen Kostenerstattungsanspruch (so aber: VGH Baden-Württemberg, Beschluß vom 26.03.1984 - 14 S 2640/83 - NVwZ 1985, 202 (204);… Kopp, a.a.O., § 113 Rdn. 52).
Dabei kann hier offenbleiben, ob es sich bei dem Fortwirken der Verfügung als Rechtsmäßigkeitsvoraussetzung einer späteren Kostenanforderung um eine Erscheinungsform der Tatbestandswirkung von Verwaltungsakten handelt, wie vom Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg erwogen wird (VGH Baden-Württemberg, Beschluß vom 26.03.1984, a.a.O., 205).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 25.08.1988 - 3 B 2564/85 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- OVG Schleswig-Holstein, 25.04.1994 - 4 L 30/92 Die Erledigung der streitigen Verfügung kann nicht mit der Erwägung verneint werden, der Verwaltungsakt bilde die Grundlage für einen Kostenerstattungsanspruch (so aber: VGH Baden-Württemberg, Beschluß vom 26.03.1984 - 14 S 2640/83 - NVwZ 1985, 202 (204);… Kopp, a.a.O., § 113 Rdn. 52).
Dabei kann hier offenbleiben, ob es sich beim Fortwirken der Verfügung als Rechtsmäßigkeitsvoraussetzung einer späteren Kostenanforderung um eine Erscheinungsform der Tatbestandswirkung von Verwaltungsakten handelt, wie vom Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg erwogen wird (VGH Baden-Württemberg, Beschluß vom 26.03.1984, a.a.O., 205).
- VGH Baden-Württemberg, 25.02.2002 - 11 S 2443/01
Abschiebungskosten - aufschiebende Wirkung gegen Anordnung einer …
Insoweit ist in der Rechtsprechung des erkennenden Gerichtshofs geklärt, dass etwa die Erhebung von Kosten einer Ersatzvornahme wie auch die Anforderung einer diesbezüglichen Vorauszahlung (vgl. § 31 Abs. 1, 2 und 5 i.V.m. § 25 LVwVG) keine Maßnahmen in der Verwaltungsvollstreckung im Sinn von § 12 LVwVG sind (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 5.2.1996 - 5 S 334/96 -, VBlBW 1996, 262;… Beschl. v. 16.1.1991 a.a.O.; a.A. noch Beschl. v. 26.3.1984 - 14 S 2640/83 -; vgl. auch OVG Rhld.-Pfalz, Beschl. v. 28.7.1998 - 1 B 11553/98 -, DVBl. S. 116 m.w.N.). - VGH Baden-Württemberg, 19.04.2004 - 2 S 340/04
Keine aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen die der Sachentscheidung …
Es entspreche einer vom Senat geteilten Auffassung in Rechtsprechung und Schrifttum, solche Verwaltungsgebühren, die einem an einem (förmlichen) Verwaltungsverfahren oder Vorverfahren i. S. d. § 68 VwGO Beteiligten auferlegt werden (nicht den öffentlichen Abgaben, sondern), den öffentlichen Kosten i. S. d. § 80 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzurechnen, jedoch Rechtsmitteln gegen die Anforderung solcher Geldleistungen in Anwendung der letztgenannten Bestimmung nur dann den Wegfall der aufschiebenden Wirkung zuzuerkennen, wenn es sich um isolierte, selbständige Kostenansprüche handele und nicht um solche, die auf Grund einer mit der Sachentscheidung in dem jeweiligen Verwaltungs- oder Vorverfahren im Zusammenhang stehenden Kostenentscheidung verlangt werden, und die daher nicht noch von deren rechtlichem Schicksal abhängen (vgl. auch VGH BW, Beschluss vom 26.3.1984 - 14 S 2640/83 -, ESVGH 34, 222 = VBIBW 1984, 245 = NVwZ 1985, 202, unter Hinweis auf die Beschlüsse des VGH Bad.-Württ. v. 1.7.1971 - V 176/71 - KStZ 1972, 59, v. 14.2.1979 - XI 4241/78 -und v. 17.12.1981 - 2 S 1938/81 -; ferner: OVG Lüneburg, Beschluss v. 25.2.1974, OVGE 30, 382; OVG NW, Beschluss v. 29.8. - OVG Thüringen, 18.11.2003 - 3 EO 381/02
Ordnungsrecht; Ordnungsrecht; Verwaltungsprozessrecht; Kosten; aufschiebende …
Der einschränkenden Auffassung, dass § 80 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 VwGO nur selbständige Kostenentscheidungen erfasse, weil diese Ausnahmevorschrift zur Regel des § 80 Abs. 1 VwGO eng auszulegen sei und es verwaltungsökonomisch nicht sinnvoll erscheine, vor der endgültigen Entscheidung in der Hauptsache die Entscheidung im Kostenpunkt durch Vollziehung trotz engen Zusammenhangs beider Regelungen vorwegzunehmen (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 26. März 1984 - 14 S 2640/83-, NVwZ 1985, 202 f., sowie Beschluss vom 1.Juli 1971 - V 176/71 -, KStZ 1972, 59 f.; Bayerischer VGH, Beschluss vom 14. November 1960 -145 I60-, BayVBl. 1961, 27 f.; Niedersächsisches OVG, Beschluss vom 25. Februar 1974 - VI OVG B 135/73-, OVGE 30, 382 f.;… vgl. Puttler, in: Sodan/Ziekow, Nomos Kommentar zur VwGO, Band III, Stand: Januar 2003, § 80 Rn. 64;… wohl auch Redeker/v. Oertzen, VwGO, 13. Aufl., § 80 Rn. 15 a), ist nicht zu folgen. - OVG Nordrhein-Westfalen, 04.11.1996 - 10 A 3363/92 Sie hat sich mit dem Abbruch des Gebäudes insoweit nicht erledigt (vgl. OVG NW, Beschluß vom 2.12.1986- 20 B 360/86 -;VGH Mannheim, Beschluß vom 26.3.1984 - 14 S 2640/83 - NVwZ 1985, 202, 205; VGH Mannheim Urteil vom 20.1.1989 - 5 S 3157/88 - NVwZ-RR 1989, 515; a. A.: OVG Schleswig, Urteil vom 20.10.1992 - 4 L 73/92 -NJW 1993, 2004; soweit der 7. und der 11. Senat des OVG NW, Beschluß vom 20.9.1993 - 7 A 2127/93 -; OVG NW, Urteil vom 23.5.1995 - 11 A 1004/93 - anderer Ansicht waren, halten sie hieran nicht fest).
- OVG Rheinland-Pfalz, 06.11.1996 - 8 A 13546/95 An der (rückwirkenden) Aufhebung der Beseitigungsverfügung besteht hier deshalb noch ein schutzwürdiges Interesse, weil die Wirksamkeit der Verfügung zum Zeitpunkt der Ersatzvornahme (eine) Voraussetzung für die Rechtmäßigkeit der Vollstreckung und damit für die Heranziehung zu den Kosten dieser Vollzugsmaßnahme ist (vgl. VGH BW, NVwZ 1985, 202, 205 - 14. Senat -; NVwZ-RR 1989, 515 - 5. Senat -; VBl. BW 1993, 298, 300 - 8. Senat -; anderer Ansicht: VGH BW, NVwZ 1994, 1130, 1131 - 10. Senat -, mit dem zutreffenden, aber unerheblichen Hinweis, daß die Rechtmäßigkeit der Vollstreckung nicht die Wirksamkeit des Grundverwaltungsakts in der Zeit nach der Ersatzvornahme voraussetzt).
- OVG Hamburg, 19.01.2012 - 4 Bf 269/10
Ansprechen von Passanten durch angebliche Religionsgemeinschaft - Scientology -; …
Denn die Aufhebung eines Verwaltungsaktes durch das Gericht wirkt grundsätzlich auf den Zeitpunkt seines Erlasses zurück (…vgl. OVG Schleswig, Urt. v. 27.4.2006, NordÖR 2006, 204, juris Rn. 89;… OVG Münster, Urt. v. 4.11.1996, BauR 1997, 455, juris Rn. 24; VGH Mannheim, Beschl. v. 26.3.1984, NVwZ 1985, 202, juris;… Kopp/Schenke, VwGO, 17. Aufl. 2011, § 113 Rn. 8) und nimmt der Maßnahme der Verwaltungsvollstreckung auf diese Weise rückwirkend den Vollstreckungstitel, zu dessen Durchsetzung sie dient.
