Rechtsprechung
   BGH, 30.04.1975 - VIII ZR 164/73   

Wellstegträger

§ 480 BGB <Fassung bis 31.12.01>, Gattungskauf, §§ 377, 378 HGB, Mängelrüge, Schlechtlieferung, nichtgenehmigungsfähiges aliud;

(Hinweis zur Schuldrechtsreform: die Abgrenzung zwischen Sachmangel und Aliudlieferung fällt nun gem. § 434 Abs. 3 BGB <Fassung seit 1.1.02> weg)

Volltextveröffentlichungen

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1975, 2011
  • WM 1975, 562
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Wird zitiert von ... (10)  

  • BGH, 16.09.1987 - VIII ZR 334/86  

    Rechtsfolgen der Verletzung der Rügeobliegenheit

    a) Nach der gefestigten Rechtsprechung des erkennenden Senats kommen Schadensersatzansprüche aus positiver Vertragsverletzung unter dem Gesichtspunkt schuldhafter Schlechtlieferung einer Kaufsache insoweit in Betracht, als der Käufer durch die Lieferung der mangelhaften Sache Schaden an anderen Rechtsgütern erlitten hat (z.B. BGHZ 66, 315 316; 77, 215, 217; Urteile vom 30. April 1975 - VIII ZR 164/73 = WM 1975, 562 unter I, vom 16. Mai 1984 - VIII ZR 40/83 = WM 1984, 1059 unter I 2 a und vom 3. Juli 1985 VIII ZR 152/84 = WM 1985, 1145 unter III 2, m.Nachw.).

    Soweit dem nicht schon die obigen Ausführungen (zu aa) entgegenstehen, setzt sich die Revision mit der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats in Widerspruch, nach der durch das Unterlassen der Rüge neben den Gewährleistungsansprüchen im eigentlichen Sinne (§§ 462 f, 480 BGB) auch Ansprüche aus positiver Vertragsverletzung wegen eines nicht rechtzeitig gerügten Fehlers verlorengehen (BGHZ 66, 208, 212; Urteile vom 30. April 1975 aaO unter II und vom 22. Mai 1985 - VIII ZR 140/84 = WM 1985, 975 unter I 1; RGZ 106, 309, 310).

    Dem Berufungsgericht und der Revisionserwiderung ist allerdings einzuräumen, daß der rechtspolitische Sinn des § 377 HGB insofern weitergeht, als die Rügeobliegenheit auch dem Interesse des Verkäufers dient, von den bei zumutbarer Prüfung zutage tretenden Mängeln der von ihm gelieferten Sache möglichst rasch zu erfahren, um dadurch drohenden Schaden noch rechtzeitig abwenden zu können (BGHZ 66, 208, 213; Senatsurteil vom 30. April 1975 VIII ZR 164/73 = WM 1975, 562 unter I 4).

  • OLG Naumburg, 13.10.1994 - 2 U 173/93  

    Wann verjähren Ansprüche gegen den Baustofflieferanten?

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  • OLG Naumburg, 17.04.2003 - 7 U 75/02  

    Bauvertrag - Vereinbarung einer DIN: Eigenschaft zugesichert?

    Entscheidend ist danach, wie der Käufer die Äußerungen des Verkäufers unter Berücksichtigung seines sonstigen Verhaltens und der Umstände, die zum Vertragsschluß geführt haben, nach Treu und Glauben und mit Rücksicht auf die Verkehrssitte auffassen durfte (BGHZ 59, 158 [160 f]; BGH NJW 1996, 836 [837]; BGH NJW 1975, 2011; Staudinger - Honsell, BGB, 13. Bearbeitung, § 459 RdNr. 149; Erman - Grunewald, BGB, 9. Auflage, § 459 RdNr. 52; Marburger JuS 1976, 638 [639 ff]; Graf von Westphalen - F. Graf von Westphalen, Vertragsrecht und AGB - Klauselwerke, Einkaufsbedingungen; RdNr. 29 - 31).
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  • BGH, 23.11.1988 - VIII ZR 247/87  

    Ansprüche des Käufers von mit Glykol versetzten Wein; Verdacht der

    Die Vertragspartner haben es danach weitgehend in der Hand, durch genaue Bestimmung der für die zu liefernden Waren maßgeblichen Eigenschaften eng begrenzte Warengattungen festzulegen (Senatsurteil vom 30. April 1975 - VIII ZR 164/73 = WM 1975, 562, 563).
  • BGH, 16.05.1984 - VIII ZR 40/83  

    Begriff der Falschlieferung

    Dabei kann offen bleiben, ob es - was das Berufungsgericht nicht geklärt hat und die Revision in Zweifel zieht - nach der insoweit maßgeblichen Verkehrsauffassung der betreffenden Handelsbranche überhaupt eine gattungamäßige Unterscheidung zwischen Rohren gibt, die der Zuleitung von warmem oder kaltem Wasser dienen sollen, oder ob durch den jeweiligen Verwendungszweck lediglich bestimmt wird, mit welchen besonderen Eigenschaften die aus einer vorgegebenen Gattung zu leistenden Rohre ausgestattet sein sollen (vgl. zu dieser Abgrenzung Senatsurteil vom 30. April 1975 - VIII ZR 164/73 = WM 1975, 562, 563).
  • BGH, 18.09.1985 - VIII ZR 244/84  

    Abgrenzung einer mangelhaften von einer Falschlieferung bei Ankauf von Waren

    a) Beim Kauf einer nur der Gattung nach bestimmten Ware ist für die Unterscheidung, ob es sich um eine mangelhafte oder um eine andere als die bedungene Sache handelt, in erster Linie auf den ausdrücklich vereinbarten oder dem Verkäufer wenigstens bekannten Vertragszweck und die danach erforderlichen Merkmale der zu liefernden Ware abzustellen, wobei auf die Verkehrsauffassung Rücksicht zu nehmen ist (Senatsurteile vom 4. Dezember 1968 - VIII ZR 208/66 = NJW 1969, 787, 788 = WM 1969, 95; vom 7. Mai 1969 - VIII ZR 145/67 = DB 1969, 1056; vom 30. April 1975 - VIII ZR 164/73 = NJW 1975, 2011 = WM 1975, 562; vom 29: März 1978 - VIII ZR 245/76 = NJW 1978, 2394 = WM 1978, 725 und vom 16. Mai 1984 - VIII ZR 40/83 = NJW 1984, 1955 = WM 1984, 1059 mit Ausnahme des Senatsurteils vom 7. Mai 1969 Jeweils m.w.N., auch auf das Schrifttum).
  • BGH, 25.09.1985 - VIII ZR 175/84  

    Verlust der Berufung des Verkäufers auf Verspätung einer Mängelrüge

    Das nicht generalüberholte Getriebe hat - möglicherweise - eine schlechtere Qualität als ein generalüberholtes, nicht aber stellt es nach dem Maßstab der Verkehrsanschauung (dazu Senatsurteil vom 30. April 1975 - VIII ZR 164/73 = WM 1975, 562, 563 unter I 3) eine "andere Gattung" von Getrieben dar.
  • BGH, 28.04.1976 - VIII ZR 244/74  

    Verkehrssicherungspflicht bei Versendung von unverpackten betriebsbereiten

    Dem Interesse des Käufers an einer ordnungsgemäßen Erfüllung steht das ebenfalls schutzwürdige Interesse des Verkäufers gegenüber, von den bei zumutbarer Prüfung zutage tretenden Mängeln der von ihm gelieferten Sache möglichst rasch zu erfahren und dadurch einen drohenden Schaden noch rechtzeitig abwenden zu können (zuletzt Senatsurteil vom 30. April 1975 - VIII ZR 164/73 = WM 1975, 562 = NJW 1975, 2011 m. w. Nachw.).
  • OLG Köln, 20.06.1991 - 7 U 55/90  
    Dementsprechend hat der Bundesgerichtshof für Gegenstände indu-strieller Fertigung mit unterschiedlich genorm-ten Abmessungen (dort: Wellstegträger) eine Falschlieferung verneint (NJW 1975, 2011) und dabei den rechtspolitischen Sinn einer Mängel-rüge nach § 377 HGB, deren Funktion für eine reibungslose Abwicklung des Handelsverkehrs und eine interessengemäße Risikoverteilung zwischen Verkäufer und Käufer bei Obliegenheit des Käu-fers zur Rüge betont.
  • OLG Saarbrücken, 31.10.1997 - 7 U 82/97  

    Mutterboden bestellt: kontaminierter Boden wird ausgeliefert

    Die Vertragspartner haben es danach weitgehend in der Hand, durch genaue Bestimmung der für die zu liefernden Waren maßgeblichen Eigenschaften eng begrenzte Warengattungen festzulegen (vgl. BGH NJW 1994, 2230; NJW 1989, 218; NJW 1975, 2011).
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