Rechtsprechung
   BVerwG, 17.06.1996 - 1 B 100.96   

Erweiterte Gewerbeuntersagung

§§ 68, 73 VwGO, grundsätzliche Zulässigkeit einer "reformatio in peius" im Widerspruchsverfahren (hier: durch Widerspruchsbehörde, die gleichzeitig Fachaufsichtsbehörde ist)

Volltextveröffentlichungen (3)

Verfahrensgang

  • VG Karlsruhe, 15.09.1995 - 13 K 538/95
  • VGH Baden-Württemberg, 06.03.1996 - 14 S 2976/95
  • BVerwG, 17.06.1996 - 1 B 100.96

Zeitschriftenfundstellen

  • NVwZ-RR 1997, 26
  • DVBl 1996, 1318
  • DÖV 1997, 429



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Wird zitiert von ... (12)  

  • VGH Baden-Württemberg, 19.01.2001 - 8 S 2121/00  

    Verböserung im Widerspruchsverfahren - vorherige Anhörung

    Nach ständiger Rechtsprechung ergibt sich die Befugnis der Widerspruchsbehörde, den angefochtenen Verwaltungsakt zum Nachteil des Widerspruchsführers abzuändern ("reformatio in peius") nicht schon aus den §§ 68 ff., 73 VwGO, sondern richtet sich nach dem jeweils anzuwendenden materiellen Bundes- oder Landesrecht einschließlich seiner Zuständigkeitsvorschriften (vgl. BVerwG, Beschl. v. 17.6.1996 - 1 B 100.96 - NVwZ-RR 1997, 26; Beschl. v. 29.8.1986 - 7 C 51.84 - NVwZ 1987, 215; Urt. v. 18.5.1982 - 7 C 42.80 - BVerwGE 65, 313, 319; Urt. v. 12.11.1976 - 4 C 34.75 - BVerwGE 51, 310, 313 f.).

    Diese Vorschriften stellten die kompetenzrechtliche Grundlage zur Verfügung, wenn Landesrecht die zur Entscheidung über den Widerspruch zuständige Behörde auch zur Verböserung ermächtige (Beschl. v. 17.6.1996 - 1 B 100.96 - NVwZ-RR 1997, 26).

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 09.11.2010 - 13 A 867/10  

    Abgrenzung zwischen sog. Inhaltsbestimmungen und Nebenbestimmungen i.R.e.

    vgl. zur "reformatio in peius": BVerwG, Beschluss vom 17. Juni 1996 - 1 B 100.96 -, DVBl. 1996, 1318 = juris, und Urteil vom 12. November 1976 IV 34.75 -, BVerwGE 51, 310 = juris, Danach ist die Beklagte zu 2., die nach § 17 Abs. 1 Satz 1 RettG NRW i. V. m. § 57 KrO NRW die Sonderaufsicht über den Beklagten zu 2. führt, grundsätzlich zur Verböserung einer angefochtenen rettungsdienstlichen Genehmigung befugt.

    vgl. hierzu BVerwG, Beschluss vom 17. Juni 1996 1 B 100/96 -, a. a. O.; Urteil vom 15. April 1983 8 C 170.81 -, BVerwGE 67, 129 = juris.

  • OVG Schleswig-Holstein, 25.11.2002 - 14 A 250/00  

    Altablagerung, Gewässerverunreinigung, Gefahrerforschung, Veranlasser

    Erst wenn solche Regelungen fehlen, ist nach den Grundsätzen über die Rücknahme und den Widerruf von Verwaltungsakten zu entscheiden (BVerwG v. 17.06.1996, - 1 B 100/96 -, NVwZ-RR 1997, 26 = DVBl 1996, 1318; BVerwG v. 05.03.1997 - 8 B 37/97- , Buchholz 406.11 § 127 BauGB Nr. 86; BVerwG v. 28.11.2001 - 8 C 14/01 -, m.w.N. - zitiert nach juris).

    Dies gilt jedenfalls, solange die "Verböserung" nicht zu untragbaren Zuständen führen würde (vgl. BVerwG v. 17.06.1996 a.a.O).

mehr
  • BVerwG, 28.11.2001 - 8 C 14.01  

    Festsetzung des Wertausgleichs; Berechnungsmethode; Freibetrag; jährliche

    a) Deren Zulässigkeit ergibt sich allerdings nicht bereits aus der Verwaltungsgerichtsordnung; vielmehr ist nach Maßgabe des jeweils anzuwendenden materiellen Bundes- oder Landesrechts zu entscheiden, ob eine Verböserung im Rahmen des Widerspruchsverfahrens zulässig ist (vgl. Urteil vom 29. August 1986 - BVerwG 7 C 51.84 - Buchholz 451.55 Subventionsrecht Nr. 83, Beschluss vom 17. Juni 1996 - BVerwG 1 B 100.96 - Buchholz 451.20 § 35 GewO Nr. 64; vgl. bereits Urteil vom 23. Mai 1962 - BVerwG 5 C 73.61 - BVerwGE 14, 175 = Buchholz 310 § 73 VwGO Nr. 1 sowie den Überblick bei Pietzner-Ronellenfitsch, Das Assessorexamen im öffentlichen Recht, 10. Aufl., § 40 m.w.N.).
  • VG Chemnitz, 29.06.2006 - 4 K 1570/05  

    Gewerberecht: Sofortvollzug einer Gewerbeuntersagung wegen Unzuverlässigkeit,

    Die dazu über die Verweisungsvorschrift des § 35 Abs. 7a Satz 3 GewO ermächtigende Regelung des § 35 Abs. 1 Satz 2 GewO soll es ermöglichen, zum Schutz der Allgemeinheit oder der im Betrieb Beschäftigten den auch für weitere Gewerbe unzuverlässigen Gewerbetreibenden aus dem Wirtschaftsleben herauszunehmen, um so sein Ausweichen auf andere Bereiche zu verhindern (BVerwG, Beschl. v. 17.06.1996, NVwZ-RR 1997, 26 ).
  • OVG Niedersachsen, 21.01.2000 - 1 L 4202/99  

    Verteidigungsanlage im Außenbereich; Aufgabe der militärischen Nutzung; ;

    In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist geklärt, dass nach Maßgabe des jeweils anzuwendenden Bundes- oder Landesrechts zu entscheiden ist, ob eine reformatio in peius im Rahmen des Widerspruchsverfahrens zulässig ist (Beschl. v. 17.6.1996 - 1 B 100/96 -, NVwZ-RR 1997, 26).
  • OVG Rheinland-Pfalz, 28.04.2004 - 8 A 10366/04  

    Prozessrecht, Landwirtschaftsrecht, Milch, Milchgarantiemenge,

    Zwar ist nach Maßgabe des Landesorganisationsrechts die Zulässigkeit einer für den Widerspruchsführer nachteiligen Entscheidung (reformatio in peius) im Widerspruchsverfahren grundsätzlich anerkannt (st. Rspr.; s. nur BVerwG, Beschluss vom 17. Juni 1996, NVwZ-RR 1997, 26).
  • VGH Baden-Württemberg, 04.03.1999 - 13 S 742/98  

    Benennung mehrerer Abschiebezielstaaten; Bemessung der Ausreisefrist; Abschiebung

    Denn mangels anderer gesetzlicher Regelungen ist das Regierungspräsidium aufgrund seiner Fachaufsichtskompetenz als höhere Ausländerbehörde (§§ 2 Nr. 2 AAZuVO, 22 Nr. 2 LVG) auch als Widerspruchsbehörde zu einer solchen "Verböserung" (reformatio in peius) befugt; §§ 68ff. VwGO schließen dies nicht aus (BVerwG, Beschl. v. 17.6.1996, NVwZ-RR 1997, 26 m.w.Nachw.).
  • OVG Brandenburg, 18.08.1998 - 4 A 176/96  

    Entschließungsermessen bei der Anordnung einer Waldsperrung

    Das ist jedoch schon deshalb nicht zu beanstanden, weil die Widerspruchsbehörde mit der Ausgangsbehörde identisch ist, die Überprüfungsbefugnis im Widerspruchsverfahren nicht beschränkt ist und auch bei Ermessensentscheidungen grundsätzlich kein Vertrauen des Widerspruchsführers darauf besteht, von für ihn ungünstigen Abweichungen des Widerspruchsbescheides vom Ausgangsbescheid verschont zu bleiben (vgl. BVerwG DVBl. 1996, 1318; DVBl. 1987, 238, 239; Rheinland- Pfälzisches OVG NVwZ 1992, 386, 387; OVG Lüneburg OVGE 21, 367, 370).
  • OVG Rheinland-Pfalz, 21.10.2004 - 12 A 11206/04  

    Anspruch, Anwendung, entsprechende Anwendung, erlöschen, Ersatz, Erstattung,

    Zwar kann eine derartige, in der Verwaltungsgerichtsordnung nicht selbst geregelte Entscheidung der Widerspruchsbehörde nach Maßgabe des Landesorganisationsrechts zulässig sein (st. Rspr.; vgl. nur BVerwG, Beschluss vom 17. Juni 1996 - 1 B 100.96 -, DVBl. 1996, 1318).
  • VG Köln, 29.04.2003 - 14 K 7858/02  
  • OVG Brandenburg, 22.12.2003 - 3 B 125/03  
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